"Erheblicher Mehrwert für die Besucher"

Interview mit

Ralf Hinnenberg, Project Director der MacLive Expo in Köln.

Vom 15. bis zum 18. November findet in Köln die MacLive Expo 2007 statt. Nach der überraschenden Verschiebung des ursprünglich für Juni angesetzten Termins und einer angekündigten konzeptionellen Neuausrichtung blicken Anwender wie Marktteilnehmer gespannt auf die Mac-Fachmesse. Mit einem Bündel an Maßnahmen - u. a. niedrigere Standgebühren für Aussteller und ein umfassendes Bühnen- und Seminarprogramm für Besucher - will der Veranstalter Expomedia die MacLive Expo attraktiver machen. MacGadget befragte Ralf Hinnenberg, Project Director der MacLive Expo, zum aktuellen Stand der Vorbereitung und den Gründen für die Umstrukturierung.


MacGadget: Herr Hinnenberg, die konzeptionelle Neuausrichtung der Kölner Mac-Messe und die überraschende Verschiebung des diesjährigen Termins hat Marktteilnehmer wie Anwender aufhorchen lassen und mitunter auch für Verunsicherung gesorgt. Wie kam es zu diesen drastischen Schritten?

Ralf Hinnenberg: Ende April dieses Jahres hatten wir einen insgesamt wenig zufrieden stellenden Status bei der MacLive Expo. Wir haben uns daraufhin entschlossen, alles neu zu machen: Termin, Konzept, Besucher-Ansprache – und die Organisation. Der Erfolg der Veranstaltung im November gibt uns Recht. Beispielsweise haben wir mit HP und Microsoft zwei gewichtige Aussteller an Bord, die im Juni nicht gekommen wären.

MacGadget: Was soll sich im Vergleich zu den Vorjahren sowohl für Aussteller als auch für Besucher konkret ändern?

Ralf Hinnenberg: Das mit Abstand wichtigste Merkmal ist – neben dem Split in zwei Fachbesucher- und zwei Endverbraucher-Tage – die neue MacLive Theaterbühne. Hier machen viele Stars der Szene an allen vier Tagen volles Programm. Das ist ein erheblicher Mehrwert für die Besucher. Zudem haben wir das Seminar-Programm stark ausgebaut.

MacLive ExpoMacGadget: Gibt es überhaupt in Deutschland genügend potentielle Fachbesucher, die zwei separate Messetage für diesen Personenkreis rechtfertigen? Besteht durch diese Aufteilung nicht eher die Gefahr, dass die Messe an den zwei ersten Tagen zu schwach besucht wird und kein richtiges Messe-Feeling aufkommt? Auch vor dem Hintergrund, dass nicht wenige Aussteller ihre Produkte vor Ort verkaufen wollen und auf Privatbesucher angewiesen sind...

Ralf Hinnenberg: Die Entscheidung für diese Aufteilung wurde im Rahmen des MacLive Expo-Beirats getroffen und spiegelt somit den ausdrücklichen Wunsch der Community wieder. Allen ist völlig klar, dass das Besucheraufkommen an den ersten beiden Tagen deutlich geringer sein wird, als am Wochenende. Dies ist auch so beabsichtigt. Fachbesucher-Tage sind dazu da, dass weniger Besucher mehr Zeit auf der Messe verbringen, also die Veranstaltung intensiver nutzen. Für fast alle Aussteller ist die Qualität der Kontakte wichtiger, als die reine Quantität. Und eines wird sehr oft vergessen: Nur der Fachbesucher repräsentiert zwei Zielgruppen, denn der berufliche Mac-Anwender ist privat immer auch ein Konsument.

MacGadget: Inwiefern wurden in den Vorjahren häufig geäußerte Kritikpunkte wie hohe Standgebühren (seitens der Aussteller) und geringer Nutzwert (seitens der Besucher) adressiert?

Ralf Hinnenberg: Wir haben einhergehend mit der Terminverlegung die Preise für die Aussteller um bis zu 30 Prozent gesenkt. Die Mehrwerte für die Besucher habe ich eingangs bereits erwähnt: Neue Inhalte auf der Bühne (im Eintrittspreis enthalten) und im Seminar-Bereich.

MacGadget: Einige Firmen kritisieren die um einen Tag verlängerte Messedauer und begründen dies mit zusätzlichen Kosten und Mehraufwand. Ist dies nicht ein Grund mehr für ohnehin schon zögerliche Firmen, nicht an der Messe teilzunehmen?

Ralf Hinnenberg: Den durch die Verlängerung entstehenden Mehraufwand haben wir den Ausstellern – und im übrigen auch uns selber - erst nach reiflicher Überlegung und intensiver Diskussion mit dem Messe-Beirat zugemutet. Andererseits werden die zwei neuen Top-Produkte der Messe, Leopard und das iPhone, für ein erhebliches Interesse beim Publikum sorgen. Wir halten den Sonntag deshalb für eine gute Entscheidung, um den Besucheransturm am Wochenende auf zwei Tage verteilen zu können

Expo XXI

Expo XXI in Köln, Veranstaltungsort der MacLive Expo 2007


MacGadget: Wie viele Aussteller haben bislang Ihr Kommen zugesagt? Mit wie vielen teilnehmenden Firmen rechnen Sie?

Ralf Hinnenberg: Wir haben bislang knapp 90 Aussteller, nachdem in letzter Minute auch T-Mobile uns gegenüber eine Stand-Anmeldung angekündigt hat. Wir sind mit dieser Zahl sehr zufrieden. Vor allem das Konzept "MacBusinessPark" mit Lösungen für Selbständige und kleine Unternehmen konnte sehr erfolgreich vermarktet werden. Erstmals ist sogar eine Lösung von SAP auf der Messe vertreten.

MacGadget: Die MacLive Expo profitiert von der zeitnahen Einführung des iPhones, das wenige Tage vor Messebeginn in Deutschland auf den Markt kommt. In welchem Rahmen soll das Apple-Handy auf der Messe präsentiert werden, welche Aktionen sind geplant?

Ralf Hinnenberg: Wie das iPhone als Produkt auf der Messe präsentiert wird, entscheiden am Ende Apple bzw. T-Mobile. Wir haben das Thema aber sowohl auf der großen Bühne, als auch im Seminarbereich auf der Agenda.

MacGadget: Werfen wir einen kleinen Blick in die Zukunft: Können sich Marktteilnehmer und Anwender auch in den nächsten Jahren den November als MacLive Expo-Veranstaltungstermin im Kalender markieren?

Ralf Hinnenberg: Ralf Hinnenberg: Fest steht heute schon, dass die MacLive Expo 2008 wieder im Herbst stattfinden wird. Der Termin hat sich als goldrichtig erwiesen. Sicherlich werden wir versuchen, die saisonalen Effekte noch ein wenig zu optimieren.