Apple schlägt Analystenerwartung

23. Apr 2008 22:30 Uhr - sw

Mit den jüngsten Quartalszahlen hat Apple die Erwartungen der Wall Street wieder einmal klar übertroffen. Der Computerkonzern vermeldet für das am 29. März beendete zweite Quartal des Geschäftsjahres 2008 einen Umsatz von 7,51 Milliarden Dollar nach 5,26 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Dies entspricht einem Plus von 43 Prozent. Die Finanzwelt rechnete hingegen nur mit Einnahmen in Höhe von 6,95 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn Apples stieg um 36 Prozent von 770 Millionen Dollar auf 1,05 Milliarden Dollar bzw. 1,16 Dollar je Aktie. Die Analysten gingen lediglich von 1,07 Dollar/Aktie aus. Apple bleibt das Wachstumspferd der Computerindustrie. Der Mac-Absatz kletterte um satte 51 Prozent auf 2,289 Millionen Geräte - der Hauptgrund für den stark gestiegenen Umsatz.

Davon entfielen 1,433 Millionen auf MacBook, MacBook Pro und MacBook Air und 856.000 auf Desktops wie iMac und Mac Pro. Apple verkaufte im zweiten Quartal außerdem 10,644 Millionen iPods (plus ein Prozent) und 1,7 Millionen iPhones. Die Bruttogewinnspanne ging um 35,1 auf 32,9 Prozent zurück, das internationale Geschäft machte 44 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Forschung und Entwicklung genießt bei Apple weiterhin eine hohe Priorität - die Ausgaben in diesem Bereich erhöhten sich von 183 auf 273 Millionen Dollar.

"Wir sind sehr erfreut ein Umsatzwachstum von 43 Prozent und das erfolgreichste März-Quartal in Bezug auf Umsatz und Gewinn in der Geschichte von Apple bekannt geben zu können", sagt Steve Jobs, CEO von Apple. "Mit mehr als 17 Milliarden US-Dollar Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr sind wir stark aufgestellt, um einige hervorragende neue Produkte in den kommenden Quartalen vorzustellen."

MacBook Air
Kommt laut Apple gut bei der Kundschaft an: Das MacBook Air

Apples Kriegskasse könnte inzwischen das Minus gleich mehrerer Banken, die wegen der Finanzkrise ins Trudeln gekommen sind, decken. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte der IT-Pionier über 19,4 Milliarden Dollar an Barmitteln.

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2008 prognostiziert Apple einen Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar und einen Profit von 1,00 Dollar pro Aktie. Zumindest beim Umsatz bleibt Apple damit innerhalb der Analystenerwartung von 7,17 Milliarden Dollar, beim Gewinn erhofften sich die Finanzexperten allerdings mehr (1,10 Dollar). Im nachbörslichen Handel an der Technologiebörse Nasdaq Composite gab die Apple-Aktie leicht nach.

In der Bilanzpressekonferenz (Aufzeichnung hier) nannte Apple keine Details zur Übernahme des Chipherstellers P.A. Semi (MacGadget berichtete). Finanzchef Peter Oppenheimer sagte, dass Apple von Zeit zu Zeit Firmenkäufe tätige und diese nicht weiter kommentiere.

Apple arbeitet laut Oppenheimer hart daran, das iPhone in diesem Jahr in Asien und weiteren europäischen Regionen einzuführen. Das iPhone-Entwicklerkit erfreue sich großer Beliebtheit und sei inzwischen mehr als 200.000 Mal heruntergeladen worden. Die Preissenkungen von T-Mobile und O2 ließ Oppenheimer unkommentiert.

Die Resonanz auf das MacBook Air sei hervorragend, erste Umfragen hätten ergeben, dass das ultrakompakte Notebook besonders bei Professoren, Studenten und Menschen, die häufig unterwegs sind, beliebt sei. Auf den Absatz von MacBook und MacBook Pro hätte das MacBook Air fast keinen negativen Effekt gehabt, so Oppenheimer weiter.