Intel schreibt rote Zahlen

Intel hat im vergangenen Quartal rote Zahlen geschrieben – es ist für das Unternehmen der erste Quartalsverlust seit mehr als 20 Jahren. Schuld daran ist aber nicht etwa ein schlechter Geschäftsgang infolge der Wirtschaftskrise, sondern eine von der EU-Kommission gegen Intel verhängte Milliardenstrafe wegen angeblichen Wettbewerbsverstößen, was von Intel jedoch bestritten wird. Intels Defizit im zweiten Quartal beläuft sich auf 398 Millionen Dollar. Ohne die Strafe, die für Unternehmensbewertung keine Rolle spielt, hätte Intel einen Gewinn von 1,05 Milliarden Dollar oder 18 Cent je Aktie eingefahren – weit besser, als erwartet wurde.

Die Analysten, die lediglich mit einem Profit von acht Cent je Aktie rechneten, werten dies als Indiz dafür, dass sich der Computermarkt, in dem Intel eine herausragende Rolle spielt, langsam wieder erholt. Intels Umsatz im letzten Quartal sank zwar im Jahresvergleich um 1,4 auf 8,02 Milliarden Dollar, aber auch bei dieser Kennziffer übertraf Apples Prozessorlieferant die Börsenerwartung, die bei 7,2 Milliarden Dollar lag.

Auch der Ausblick Intels überraschte positiv. Für das dritte Quartal erwartet der Chipgigant einen Umsatz im Bereich zwischen 8,1 bis 8,9 Milliarden Dollar. Die Prognose der Finanzwelt lag bei nur 7,8 Milliarden Dollar.

"Die Ergebnisse von Intel deuten auf eine Erholung auf dem PC-Markt hin. Dies zeigt sich in dem seit 1988 stärksten Wachstum gegenüber dem ersten Quartal und in unserer Erwartung für ein stärkeres saisonales zweites Halbjahr", sagte Intel Präsident und CEO Paul Otellini.