Firefox 3.5.2 vs. Opera 9.64 vs. Safari 4.0.3

13. Aug 2009 23:00 Uhr - Gast (nicht überprüft)

Nur wenige kostenlose Computerprogramme werden derartig intensiv und dynamisch weiterentwickelt wie Web-Browser. MacGadget hat mit Safari 4.0.3, Firefox 3.5.2 und Opera 9.64 die beliebtesten Browser zu einem Vergleichstest gegeneinander antreten lassen. Lesen Sie, welches Zugangsprogramm zum Web den Vergleich gewinnt.

Der Kampf um die Vorherrschaft unter den konkurrierenden Browsern ist fast so alt wie das Internet selbst. Doch gemessen an dem, was die User in der Zukunft erwartet, waren Auseinandersetzungen wie die in den 1990er Jahren nur ein leichter Aufgalopp. Mit dem Erscheinen der vierten Version von Safari und Firefox 3.5 geht der Kampf um die Vorherrschaft im Internet in die nächste Runde. Wie gut, dass sich der norwegische Alternativ-Browser Opera mit der rechtzeitig veröffentlichten Evolutionsstufe 9.64 zu den beiden Neulingen gesellt. Im großen Browser-Test untersuchte MacGadget die Programme auf Herz und Nieren.

Browser: Rasante Entwicklung, wechselnde Marktführer

Um vor den Gefahren des Internets gefeit zu sein, sollten sich alle Protagonisten dieses Vergleichstests an das Schicksal des Netscape Navigators erinnern, um nicht irgendwann selbst Opfer der rasanten Entwicklung zu werden. Als Microsoft in den 1990er Jahren den damaligen Marktführer Netscape Navigator mit der kostenlosen Abgabe des Internet Explorers angriff, wurde erstmals deutlich, dass die Browser zu einem der wichtigsten Computerprogramme werden würden. Das Ergebnis der Auseinandersetzung ist bekannt, der Navigator längst Geschichte und von der Entwicklung ebenso überholt wie der Internet Explorer für den Mac. Nachdem der Microsoft-Browser eine Zeit lang sogar mit der Standardinstallation von Mac OS auf der Festplatte installiert wurde, ist der Internet Explorer heute von der Apple-Bildfläche verschwunden. Der Software-Riese aus Redmond hatte den Wechsel des Apple-Betriebssystems von der Version 9 auf Mac OS X zwar noch mit einer Version begleitet, Ende 2005 war dann endgültig Schluss. Mit der Version 5.2.3 endete die Karriere des Internet Explorers auf dem Mac. Zumindest vorläufig.

Denn: In den Browsern steckt derartig viel Potenzial, das auch Microsoft zu einer Rückkehr auf den Mac gezwungen sein könnte, um im umkämpften Online-Segment keine weiteren Marktanteile zu verspielen. Der Internet Explorer verlor seit Anfang des Jahrzents knapp 30 Prozent Marktanteil. Damals kam er auf über 95 Prozent, heute sind es nur noch 68 Prozent.

Browser-Marktanteile

Browser-Marktanteile: IE im Abwärtsstrudel; Firefox und Safari holen auf
Quelle: Net Applications


Nicht zuletzt die Google-Ankündigung, den hauseigenen Browser zu einem internetbasierten Betriebssystem auszubauen, hat die künftige Entwicklungsrichtung deutlich gemacht. Das ist durchaus folgerichtig. Die Verfügbarkeit von schnellen Datenleitungen lässt Applikationen zunehmend ins Internet abwandern und wertet moderne Browser zum Quasi-Betriebssystem auf. Auf dem Mac stecken die Giganten Microsoft und Google in einer vorläufigen Sackgasse: Während Microsoft auf dem Mac in puncto Browser gar nicht mehr vertreten ist, bemüht Google erhebliche Ressourcen, um den hauseigenen Chrome-Browser auf den Mac zu portieren. Die Veröffentlichung wird aber noch einige Monate auf sich warten lassen. Für den Zugang zum Web verbleiben dem Mac-User zur Zeit mit Safari, Firefox und Opera drei aktuelle Browser. MacGadget hat die aktuellen Versionen miteinander verglichen.

Kurzer Hinweis am Rande: Der Open-Source-Browser Camino kam für diesen Vergleichstest nicht in Frage, weil die aktuelle Version 1.6.4 auf der völlig veralteten Firefox 2.0-Engine basiert und die Veröffentlichung von Camino 2.0 weiter auf sich warten lässt. Auch Opera 10 befand sich zum Zeitpunkt unseres Test noch im Betastadium und wurde daher nicht berücksichtigt.

Look & Feel

Ein Ziel – drei Wege. So könnte man das Ansinnen der drei Testkandidaten beschreiben, seine Benutzer sicher, komfortabel und schnell durch die Weiten des Webs zu geleiten. Einen gewissen Heimvorteil bei der Auseinandersetzung um den besten Browser auf dem Mac besitzt eindeutig Safari. Schließlich kommt er als Software aus dem Hause Apple standardmäßig mit jedem neuen Rechner oder Betriebssystem auf die Festplatte und erzeugt unweigerlich das natürliche Mac-Feeling. Dagegen erfordert der Einsatz von Firefox oder Opera aktives User-Handeln. Die alternativen Wunschbrowser wollen selbst installiert werden.

Die unterschiedlichen konzeptionellen Auffassungen werden schnell deutlich: Während Safari im bewährten Apple-Look daherkommt, spiegelt das Programm auch die Hauspolitik von Apple wider. Vor eine überbordende Funktionsvielfalt setzen die Entwickler elementare Themen wie Ergonomie und intuitive Bedienung. Apple-User kennen das: Die Produkte aus Cupertino glänzen nicht immer mit unerreichten Funktionen. Sie sind aber in aller Regel wie selbstverständlich zu bedienen.

Nach dem eigenen Verständnis der freien Entwicklergemeinschaft bildet der Firefox lediglich die Browser-Basis. Wohl kaum ein Feuerfuchs wird in der regulären Mozilla-Download-Variante betrieben. Die User bedienen sich aus einem schier unglaublichen Angebot, um das Programm durch Plug-ins und Add-ons zu individualisieren. Damit die Vergleichbarkeit gewährleistet werden kann, wird aber im vorliegenden Test auf eine Standard-Installation zurückgegriffen. In Sachen Mac-Feeling reicht Firefox – trotz einiger Entwicklungsfortschritte in letzter Zeit – nach wie vor nicht an Safari heran.

Firefox-Bookmarks

Firefox 3.5: Vorbildliche Bookmark-Verwaltung.
Schlagwörter helfen bei der Verwaltung vieler Lesezeichen


Einen eigenen Weg verfolgt auch Opera. Die Entwickler aus Norwegen haben in der Vergangenheit schon zahlreiche Innovationen in das Web-Browsing eingeführt, die in der Folge häufig von der Konkurrenz kopiert wurden. Bestes Beispiel: Tabbed Browsing – seit der ersten Version mit an Bord, die Konkurrenz zog erst Jahre später nach. Die Version 9.64 von Opera überrascht den User in puncto Ergonomie und wirkt recht eigenwillig. Es lassen sich bis zu sechs Bedienungsleisten einblenden, hinzu kommt eine seitlich angeordnete Paneele, die ebenfalls zugeschaltet werden kann. All dies macht die Oberfläche überladen und unübersichtlich - kein Vergleich zum schlanken Auftreten von Safari oder Firefox. Als nützlich erweist sich hingegen das Anzeigen von kleinen Vorschaubildern in Opera, wenn der Mauszeiger auf ein Tab bewegt wird.

Am Design von Opera scheiden sich die Geister: Mac-Feeling kommt nur bedingt auf. Einbußen auf die Ergonomie oder die intuitive Bedienung sind damit allerdings nicht verbunden, sofern man nicht alle Bedienungsleisten zuschaltet. Zudem verfügt der Norweger mit einem Mail- und BitTorrent-Client, Adressbuch sowie einem Vollbildmodus über echte Alleinstellungsmerkmale.

Features & Bedienung

Die drei Testkandidaten bringen alles Erforderliche mit, um effektive Besuche im Web abzustatten. Tab-Browsing, Verlauf (Chronik) oder Quelltextanzeige zählen ebenso zur Grundausstattung wie äußerst funktionelle Download-Manager, die unterbrochene Ladevorgänge wieder aufnehmen können. Selbst der Verzicht auf eine Maus ist keine Katastrophe: Die Programme lassen sich – wenn auch weniger komfortabel – gut mit der Tastatur bedienen. Angenehm ist auch das sanfte Scrollverhalten der Testlinge. Das lässt sich zwar über die Systemeinstellungen justieren, gab aber in der Vergangenheit im Browser-Einsatz häufig Anlass zur Klage.

Opera-Oberfläche

Überladen und unübersichtlich: Bis zu sechs Bedienungsleisten lassen
sich in Opera einblenden. Benutzerfreundlichkeit sieht anders aus.


Allen Bookmarking-Diensten zum Trotz legen die Entwickler gleich welcher Herkunft großen Wert auf die komfortable Bedienung der Lesezeichen – und bieten jeweils eigenständige Lösungen an. Sehr gelungen – auch optisch – ist der Weg des Firefox, der neuerdings die Verschlagwortung von Lesezeichen ermöglicht. Über die Eingabe der Schlagwortbegriffe lässt sich sehr bequem in den eigenen Favoriten stöbern. Dynamische Lesezeichenordner bieten darüber hinaus den einfachen Zugriff auf die Lieblingsseiten. Ebenfalls sinnvoll: der Menüeintrag "Kürzlich als Lesezeichen gesetzt" und die Möglichkeit, Lesezeichen mit nur einem Mausklick auf den Stern in der Adressleiste zu setzen. Bemerkenswert: Das Firefox-Bibliothekfenster entspricht zu 100 Prozent dem Apple-Standard, der Rest reicht da nicht ganz heran.

In Safari sind Lesezeichen ebenfalls im Handumdrehen gesetzt – allerdings sind sie nicht ganz so ergonomisch zu handhaben wie im Firefox. Wunderbar anzuschauen ist die Cover Flow-Ansicht der eigenen Bookmarks, der funktionelle Wert ist dagegen stark abhängig von der optischen Unterscheidbarkeit der Bookmarks. Die Funktion "Top Sites" hat sich der Apple-Browser bei Opera (dort heißt sie "Speed Dial") abgeschaut. Sie ermöglicht schnellen Zugriff auf häufig besuchte Web-Sites per grafischer Vorschau - in Opera sogar per Tastenkombination.

Safari 4.0: Cover Flow

Top-Sites in Safari 4.0: Via Cover Flow Bookmarks und Verlauf durchforsten


Gefällig ist auch die Opera-Lösung für das Setzen von Lesezeichen. Durch das Kontextmenü der rechten Maustaste bietet Opera wie auch Firefox eine im täglichen Einsatz bewährte Möglichkeit für schnelles Arbeiten. Die vielen Optionen, die Opera in diesem Kontextmenü unterbringt, zählen zu den guten Beispielen für innovative Lösungen. Das gilt auch für Notizen, die über die eingeblendete Seitenpaneele rasch erfasst sind. Sie erweisen sich in den Weiten des Webs als äußerst nützlich.

Einen eigenen RSS-Reader haben sowohl Safari als auch Firefox und Opera von Haus aus mit an Bord. Besonders die Darstellung in Opera wirkt hier sehr gefällig und ist aufgrund der dynamischen Gestaltung äußerst lesefreundlich. Safari kann mit der Funktion überzeugen, die Artikellänge variabel per Schieberegler einzustellen.

Wie nicht anders zu erwarten, glänzt Safari immer dort, wo die Integration mit Mac OS X gefragt ist. Keiner der beiden Herausforderer beherrscht diese Disziplin ähnlich perfekt wie der Apple-Browser. Adressbuch, Mail, Rechtschreib- sowie Grammatikprüfung und nicht zuletzt das Alleinstellungsmerkmal der Browser-Steuerung durch das Dienstprogramm "VoiceOver" machen das programmübergreifende Zusammenspiel einzigartig. Hier besitzt Safari einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz. Rätselhaft bleibt aber, warum sich keine Sitzungen speichern lassen wie dies in Opera möglich ist (Safari unterstützt Sitzungen; siehe Nachtrag). Firefox beherrscht kein aktives Session-Management, sichert aber auf Wunsch beim Beenden des Programms geöffnete Tabs und stellt sie beim erneuten Programmstart automatisch wieder her. Das passive Session-Management von Firefox funktioniert übrigens auch nach einem Programmabsturz.

Wie Safari versteht sich auch die aktuelle Firefox-Version auf Multi-Touch-Gesten. Opera beherrscht die akrobatischen Fingerbewegungen, die das Arbeiten auf den Touchpads von Apple-Laptops jüngerer Generationen so angenehm machen, dagegen nicht. Ähnlich komfortabel ist Safari bei der Behandlung von PDF-Dateien: Zur Darstellung greift das Programm auf die Apple-PDF-Engine zurück und stellt die Inhalte im Browserfenster dar. Nicht so die beiden anderen Programme. Sowohl der Feuerfuchs als auch das digitale Opernhaus konfrontieren den User mit einem Dialogfenster, das zum Speichern des PDF-Dokuments auffordert. Anschließend wird die Datei dann in einem Programm der Wahl geöffnet.

Safari vs. Firefox vs. Opera
Unterschätzt: Opera verfügt über viele Features
und bietet immer wieder interessante Innovationen.


Performance & Speicherverbrauch

Abseits jeglicher Bedienungsdetails und aller ergonomischen Errungenschaften lassen sich die inneren Werte der drei Kandidaten messen. Als Testsystem diente ein MacBook Pro mit Intel Core 2 Duo-Prozessor (2,66 GHz), sechs MB L2-Cache und vier GB Arbeitsspeicher.

Zur unabhängigen Leistungsbewertung hat MacGadget folgende Tests durchgeführt:

• Acid3
Der Acid-Test überprüft das Browserverhalten auf die Konformität zu den Standards des World Wide Web Consortiums (W3C). Interpretation des Messergebnisses: Maximal 100 Punkte sind erreichbar.

• V8-Suite
Die V8-Suite von Google enthält eine Reihe von JavaScript-Benchmarks (Richards, Delta Blue, Crypto, Raytrace, EarleyBoyer, RegExp). Interpretation des Messergebnisses: Je höher der Wert, desto leistungsfähiger der Browser.

• SunSpider
Der SunSpider-Test misst die Ausführungsgeschwindigkeit diverser JavaScript-Aktionen. Die Ergebnisse sind allerdings stark von der eingesetzten CPU abhängig. Interpretation des Messergebnisses: Je kürzer die angegebene Zeit, desto leistungsfähiger der Browser.

• Peacekeeper
Der Peacekeeper-Benchmark misst nicht nur die reine Browser-Performance, sondern bezieht auch die Leistung des verwendeten Computers in den Test mit ein. In erster Linie lassen die Ergebnisse jedoch Rückschlüsse auf die JavaScript-Performance zu. Interpretation des Messergebnisses: Je höher der Wert, desto leistungsfähiger der Browser.

Browser-Benchmarks
Unangefochten: In puncto Performance ist Safari die erste Wahl.


In Ergänzung und zur Absicherung der Testergebnisse hat MacGadget die Leistungsfähigkeit der Testkandidaten dem sogenannten SlickSpeed-Test unterzogen. Dabei werden die Browser hinsichtlich ihrer JavaScript-Framework-Fähigkeiten auf Herz und Nieren getestet. Diese erleichtern das Erstellen moderner Web-Applikationen und werden häufig eingesetzt. In Bezug auf die Ausführungsgeschwindigkeit existieren deutliche Unterschiede zwischen den Frameworks. Weil das Testergebnis aus endlosen Zahlenkolonnen besteht, verzichten wir auf die Veröffentlichung detaillierter Angaben.

Das Ergebnis der aufwendigen Testreihe ist eindeutig: Nicht nur der SlickSpeed-Benchmark weist Safari als schnellsten Browser aus. Sämtliche Tests liefern das gleiche Ergebnis. Safari hat bei allen Untersuchungen die Nase vorne und verweist die Kontrahenten mit schöner Regelmäßigkeit auf die Plätze. Und damit nicht genug: Beim W3C-Konformitätstest Acid3 erreicht Safari als erster Browser die höchstmögliche Punktzahl von 100.

Auch subjektiv kann der Benchmark-Sieger diesen Eindruck bestätigen: Beim Surfen im Internet wirkt Safari einen Hauch schneller als der Firefox. Allerdings fallen die Unterschiede nicht gravierend aus. Das Geschwindigkeitsdefizit von Opera bei den Benchmark-Tests ist auch beim Surfen deutlich zu spüren. Vor dem Laden umfassender Seiten legt der Norweger oft eine kurze Gedenksekunde ein, bevor der Ladevorgang beginnt. Ein ähnliches Verhalten ist bei Safari oder Firefox nicht zu beobachten.

Ein anderes Bild ergibt sich bei der Auslastung des Arbeitsspeichers. Für den Test hat MacGadget jeden Browser 25 identische Internetseiten öffnen lassen und nach jeder Seite den Speicherverbrauch gemessen. Das Ergebnis überrascht: Belegt Safari direkt nach dem Programmstart noch die Spitzenposition und beansprucht lediglich 62 MB, so dreht sich dieses Ergebnis schnell ins Gegenteil. Schon beim zweiten geöffneten Tab offenbart sich der Apple-Browser als Speicherfresser – und untermauert das alte Vorurteil, dass die Cupertino-Programme allzu großzügig mit den Ressourcen umgehen. Ganz anders der Firefox: Je mehr Tabs geöffnet werden, desto sorgfältiger gehen die freien Entwickler mit dem RAM um. Bei 25 geöffneten Tabs belegt er nur 283 MB. Hier machen sich die Bemühungen der Entwickler bemerkbar, die in der Version 3.5 auf eine neue Speicher-Verwaltungsfunktion vertrauen und zahlreiche Speicherlecks behoben haben. Eine gleichbleibend moderate RAM-Beanspruchung über den Testzyklus zeigte Opera. Bei 25 offenen Tabs belegt der Alternativ-Browser 376 MB. Satte 448 MB genehmigt sich Safari – und das ist eindeutig zuviel.

RAM-Verbrauch der Browser
Entlarvt: Safari entpuppt sich als speicherintensive Anwendung.


Stabilität & Standards

Um es vorwegzunehmen: In puncto Stabilität gaben sich weder Opera, noch Firefox oder Safari eine Blöße. Im gesamten Testzeitraum – von immerhin knapp vier Wochen – gab es keinerlei Programmabstürze zu beklagen. Jeder der drei Kandidaten entpuppte sich im Verlaufe dieses Tests als gutmütiges Arbeitspferd, das auch härtesten Beanspruchungen standhält.

Hinsichtlich der Standards erweitert Firefox die Unterstützung webbasierter Anwendungen. Firefox 3.5 ermöglicht den direkten Mailversand mit Web-Mailern wie GMX, Gmail oder Yahoo durch den Klick auf einen entsprechenden Webseiten-Link – ganz so als würde Apple Mail oder Thunderbird den Versand übernehmen. Durch eine Technologie namens Web-Worker versteht sich Firefox auf das Multi-Threading. Web-Worker lagert JavaScript-Berechnungen in einzelne Prozesse aus, wodurch das Leistungspotential moderner Mehrkern-CPUs besser ausgeschöpft werden kann, was wiederum die Arbeit mit webbasierten Anwendungen beschleunigt.

Acid3-Test
Als erster Browser erreicht Safari 4.0
die maximale Punktzahl von 100 beim Acid3-Test.


Das Open Source-Programm unterstützt darüber hinaus offene Video- und Audioformate. Moderne Webseiten können so Medien darstellen, ohne dass zuvor Plug-ins oder zusätzliche Software installiert werden muss. Ob dies allerdings von Wert sein wird, bleibt abzuwarten. Denn: Nach dem derzeitigen Stand wird HTML 5.0 keinen Audio- und Videostandard vorschreiben. Dies ist das Ergebnis einer jahrelangen Auseinandersetzung, bei der keine Einigung zwischen Apple, Google, Mozilla und Opera zu erzielen war. Zwar unterstützen unsere Testkandidaten den aktuellen HTML 5.0-Entwurf. Doch Apple hat mit seiner Marktmacht verhindert, die freien Codecs Ogg Vorbis und Ogg Theora für HTML 5.0 vorzuschreiben. Eine Integration in QuickTime, auf das Safari zurückgreift, wird von Apple aufgrund mangelnder Qualität der Ogg-Codecs abgelehnt.

Dennoch ist auch Safari technologisch auf der Höhe der Zeit und rendert aktuelle und künftige Webprogramme so wie sie von den Entwicklern konzipiert wurden. CSS 3-Funktionen wie neue Webschriften, Schatten oder Rahmen werden sowohl von Firefox als auch von Safari unterstützt. Lediglich Opera muss bei der einen oder anderen CSS 3-Weiterentwicklung passen.

Sicherheit & Privatsphäre

Nicht zuletzt, weil die Internetkriminalität boomt, kommt den Zugangsprogrammen hinsichtlich der Sicherheitsausstattung eine entscheidende Bedeutung zu. Der Schutz vor Phishing-Attacken ist bei allen Testlingen deswegen serienmäßig mit an Bord. Damit sind die User wirkungsvoll vor vielen Bedrohungen aus dem Internet geschützt. Firefox und Opera gehen noch einen Schritt weiter und bieten eine praktische Funktion an: Um die Legitimität einer Seite festzustellen genügt ein Klick in die Adresszeile (Firefox auf das Favicon, Opera auf das Schlosssymbol) und die Browser liefern Informationen über die Identität der Seite.

Unterstützt werden von allen Testlingen die neuesten Sicherheitsstandards einschließlich SSL Version 3, TLS, 40- und 128-Bit SSL-Verschlüsselung sowie signierte Java-Programme. Opera unterstützt mit 256-Bit sogar die höchste Standardverschlüsselung für das Web und bietet im Kontextmenü der rechten Maustaste zudem die Funktion, mit einem Klick Inhalte zu blockieren.

Nervende Pop-Up-Fenster können die Browser auf Wunsch unterdrücken. Die Handhabung von Passwörtern passiert auf unterschiedliche Weise. Während Safari das Dienstprogramm Schlüsselbund bemüht, übernehmen Firefox und Opera diese Aufgabe selbst und bieten zum Schutz das Anlegen eines sogenannten Master-Passworts an, das wiederum die gespeicherten Passwörter absichern soll. In Firefox lassen sich Ausnahmen für die Handhabung von Passwörtern definieren.

Dem Schutz der Privatsphäre widmen sich Safari und Firefox in besonderem Maße mit einem privaten Modus. Nach dessen Aktivierung werden User im Netz zwar nicht unsichtbar, es werden aber keine Daten (Verlauf, Caches, Cookies) auf dem eigenen Computer gespeichert.

Einstellungen & Erweiterbarkeit

Seine entwicklungsgenetischen Anlagen kann der Open Source-Browser Firefox unter dem Gesichtspunkt der Erweiterbarkeit positiv in die Waagschale werfen. Kein anderes Computerprogramm lässt sich derart leicht auf die persönlichen Bedürfnisse zuschneiden. Die Zahl der Erweiterungen ist schier endlos und wohl kaum ein Firefox wird "nackt" betrieben. Hier macht sich die Programmarchitektur der freien Entwickler bezahlt: Es gibt praktisch kein Feature der Konkurrenz, das sich nicht nachrüsten ließe. Höhepunkte der Erweiterungen sind Funktionsergänzungen wie zum Beispiel "Tab Mix plus", welches das Tab-Browsing auf ein neues, konkurrenzloses Niveau hebt und die Arbeitsgeschwindigkeit maßgeblich erhöht. Der umfassende Grad der Individualisierungsmöglichkeiten macht selbst vor dem Erscheinungsbild nicht halt. Über Skins lassen sich auch die abstrusesten Geschmacksempfindungen befriedigen. Hinsichtlich der Einstellungen gewährt der Firefox – ähnlich wie Opera auch – seinen Usern den größtmöglichen Freiraum. Die freie Konfigurierbarkeit der Suchmaschinen bietet zum Beispiel Optionen, denen sich Safari sich konsequent verweigert. Für Apple ist die Google-Suche das Maß der Dinge.

5000 Add-ons für Firefox

Die große Stärke von Firefox: Über 5000 Erweiterungen sind verfügbar


Während Opera seinen Usern mit so genannten Widgets zahlreiche Erweiterungen anbietet, sind für das Apple-Produkt nur wenige Ergänzungen erhältlich, die teilweise sogar kostenpflichtig sind. Empfehlenswert sind aber sicher Ad-ons wie TabExposé, das die geöffneten Safari-Tabs so anzeigt, wie Exposé die geöffneten Desktop-Fenster. Bei den Einstellungen bietet Opera überraschend viele Optionen. Lobend hervorzuheben ist die manuelle Justage des zur Verfügung gestellten Arbeitsspeichers – eine Funktion, die man bei Firefox oder Safari vergeblich sucht. Funktionell ist die Safari-Einstellung, kleine Schriftgrößen auf ein lesbares Niveau zu hieven. Doch auch hier ziehen die Kontrahenten mit ähnlichen Optionen gleich.

Seitenspezifische Einstellungen sind mit Opera und Firefox möglich, wobei Opera hier die meisten Einstellungsmöglichkeiten bietet. In Safari sucht man seitenspezifische Einstellungen vergebens.

Fazit

Automobilisten kennen den Satz: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen außer durch mehr Hubraum. Übertragen auf die Anforderungen des Internets bedeutet dies soviel wie: Geschwindigkeit ist nicht zu toppen, es sei denn durch noch mehr Speed. Und weil das so ist, fällt das Ergebnis dieses Vergleichstests eindeutig aus. Safari 4.0.3 kann keiner der Testkandidaten in puncto Tempo das Wasser reichen. Die perfekte Integration in die Mac OS X-Umgebung tut ein Übriges. Allerdings ist das Apple-Programm nicht ohne Makel: Der verschwenderische Umgang mit dem Arbeitsspeicher ist umso bemerkenswerter als man Safari durchaus als "schlankes" Programm bezeichnen muss, das an Ausstattung zwar alles Wesentliche an Bord hat – aber eben nicht mehr. Hinsichtlich der Erweiterbarkeit sind ebenfalls (bewusste) Grenzen gesetzt, weil Apple seine Applikationen gerne gegen Fremdeinflüsse abschottet. Weil die exorbitant positive Entwicklung des iPhone aber auch auf den Erfolg des App Store zurückzuführen ist, bleibt abzuwarten, ob Apple diese Politik weiter verfolgt.

Platz zwei des Browservergleichs belegt Firefox in der Version 3.5.2. Mit einem Konzept, das konsequent auf Erweiterbarkeit setzt, findet das Programm auch auf dem Mac immer mehr Freunde. Wer Wert auf die Individualisierung des eigenen Browsers legt, der kommt an Firefox nicht vorbei – zumal die aktuelle Version erheblich schneller ist als der Vorgänger. Die weitere Entwicklung darf mit Spannung beobachtet werden. Denn schon heute hat der Feuerfuchs in wichtigen Disziplinen wie Sicherheit oder Standards mehr zu bieten als Safari.

Mehr als einen Blick ist in jedem Fall der norwegische Browser Opera wert. Obwohl das Programm nur den dritten Platz belegt, weiß es mit vielen Detaillösungen zu überzeugen, die ihre Talente erst beim intensiven Umgang beweisen. Als innovativer Motor hat Opera über Jahre die Entwicklung der Internet-Browser maßgeblich beeinflusst. Der Fairness halber muss gesagt werden: Das Resultat dieses Tests ist auch dem Alter der aktuellen Version geschuldet. Obwohl die getestete Version im März 2009 veröffentlicht wurde, stammt die Programmbasis von 2005 und steht kurz vor der Ablösung. Mit Opera 10 wollen die Entwickler erstmals einen Webserver in den Browser implementieren, ohne dass die User tiefer gehende Kenntnisse in den Bereichen Servertechnik oder Web-Programmierung haben müssen. Den Acid3-Test bestehen die Betaversionen von Opera 10 bereits jetzt. Und in puncto Geschwindigkeit legt Opera 10 ebenfalls zu. Die neue, voraussichtlich Ende 2009 erscheinende Programmversion wird deutlich schneller zu Werke gehen als die getestete Version 9.64. Spätestens dann werden die Karten neu gemischt.

Nachtrag: Auch Safari kann Sitzungen wieder herstellen. Fenster, die beim Beenden oder Absturz des Browsers geöffnet sind, lassen sich beim nächsten Start von Safari über den Befehl "Alle Fenster der letzten Sitzung erneut öffnen" (zu finden im Menü "Verlauf) wieder herstellen - inklusive aller Tabs. Ebenso ist es möglich, ein (versehentlich) geschlossenes Browserfenster inklusive Tabs über den Befehl "Zuletzt geschlossenes Fenster erneut öffnen" wieder herzustellen. Aktives Session-Management bietet aber nur Opera. Opera kann alle in einem Fenster geöffneten Tabs als Sitzung speichern und auf Mausklick wieder herstellen. Beliebig viele dieser Sitzungen lassen sich in Opera unter separaten Namen anlegen.

Links & Spezifikationen

Firefox 3.5.2
Hersteller: Mozilla Foundation
Systemvoraussetzungen: Mac OS X 10.4 oder neuer
Sprachen: Deutsch, Englisch und andere Sprachen
Preis: kostenlos – Download hier (17,4 MB, Universal Binary)

Opera 9.64
Hersteller: Opera
Systemvoraussetzungen: Mac OS X 10.3 oder neuer
Sprachen: Deutsch, Englisch und andere Sprachen
Preis: kostenlos – Download hier (13,5 MB, Universal Binary)

Safari 4.0.3
Hersteller: Apple
Systemvoraussetzungen: Mac OS X 10.4.11 oder neuer
Sprachen: Deutsch, Englisch und andere Sprachen
Preis: kostenlos – Download hier (40 MB; Universal Binary)

Kommentare

Das Fazit könnte ich auch so unterschreiben. Nur dass mich Opera weniger interessiert, und ich auch in Zukunft Opera wohl nicht verwenden werde. Ist ein ganz netter Browser, aber gegen Safari und Firefox kommt er eben nicht an. An Firefox mag ich das Konzept und die Organisation dahinter lieber und an Safari die super Integration. Da kommt Opera jeweils nicht mit und bietet mir nichts was ich bei den anderen vermissen würde.

Fabio

Also die Stabilität der Browser erlebe ich eher anders: FireFox schmiert seit Version 3 öfters beim Drucken ab und Safari 4 bei vielen geöffneten Tabs, zumindest wenn einige Mutitmedia-Inhalte wie .flv etc. haben.

ich vermisse den iCab Browser, der wird auch noch immer weiterentwickelt, einer der schnellsten und schlanksten Browser für den Mac. Die Hersteller tun mir richtig leid, das sie immer vergessen werden.

FW

iCab? Den gibt es noch? iCab hatte mal vor 10 Jahren unter OS9 seine Berechtigung. Wer bitteschön zahlt heute noch eine Sharewaregebühr für einen Browser?

Ansonsten: Sehr guter Vergleich! Safari 4 ist wirklich top. Mit Firefox werde ich mich wohl nie anfreunden können.

Ich nutze den iCab sehr gerne bei der Webentwicklung, weil man damit auch offline die Seiten auf valides (X)HTML und vor allen Dingen valides CSS testen kann.
Beim Safari stört mich, dass er viele Seiten mit zu kleinem Schriftbild darstellt. Z.B.:http://www.heise.de/developer/
Camino, Firefox und iCab stellen diese Seiten in etwa gleich groß dar.

[quote=FRAWA]ich vermisse den iCab Browser, der wird auch noch immer weiterentwickelt, einer der schnellsten und schlanksten Browser für den Mac. Die Hersteller tun mir richtig leid, das sie immer vergessen werden.

FW[/quote]

Ich habe auch iCab. Da ich gewisse JavaScript Seiten besucht habe, wo Firefox und Safarie nur noch abgeschmiert sind. Aber iCab verwendet die gleiche WebEngine wie Safarie und ist nicht gerade kostenlos. Was ich an iCab liebe, dass man die Browser-Identität ändern kann. So sind gewisse, schlecht programmierte Seiten wieder zu verwenden, wie es bei mir der Fall war.

Also ich verwende auch iCab, aber nur dann wenn ich Trade. Den nur iCab stellt die Bar's richtig dar. Safari und Firefox verhunsen den Aufbau komplet und machen die Darstellung komplet zunichte.

Klicke dort auf "Live Interday" und fahre mit der Maus drüber:
http://www.swissquote.ch/sq_mi/market/Chart.action?period=&frequence=li…

Nachtrag: der neue Safari 4 scheint die Probleme behoben zu haben... aber vorher war's anders...

Also ich sag´ nur Safari 4 im ACID 3 Test 100 / 100 Punkten.
Alle weiteren Darstellungsfehler liegt dann wohl eindeutig an der Unfähigkeit der WEB-Designer (Programmierer trifft´s ja leider nicht mehr wirklich, bei so viel Objektorientierter Web-Design Software) b.z.w. an der Software, die sie einsetzen!

Wenn in Safari Seiten also falsch dargestellt werden, dann liegt es wohl kaum am Browser! Wie Praxisgerecht, wenn das noch nicht einmal erwähnt wird! DAS betrifft im Übrigen auch die Win Version von Safari!!!! Das loosen der EI8 und Kohorten auf ganzer Linie!

Bei der Renderleistung des Safari fällt mir nur eins ein:
Schneller ist Voodoo :) Egal ob Mac oder Win! Weiter so, Cupertino, das ist der richtige Weg!

Zum Thema Speicherhunger:
Klar verbraucht der Safari viel Speicher, aber warum wohl? Das ist ein Tribut an die hohe Rederleistung! Der Browser hält dafür nun mal sehr viel Code im RAM! Und rund 400MB bei 25 Tabs? Bei Speicherpreisen, die eher an einen Witz erinnern? Auch wieder sehr Praxisnah! Ein Mac PRO mit 8 oder 16BG RAM? Der lächelt da nur gelangweilt! Kleiner Tip Safari ist 64BITIG! Opera und FF nicht, Ihm Steht unter Mac OS X Leopard also der gesamte Speicher-Adressraum zur Verfügung! Und mal Hand aufs Herz: Wer hat schon regelmäßig 25 Tabs gleichzeitig geöffnet?

LG,
Martin

Also in der Tabelle welcher Browser welche funktionen enthält ist bei Vollbildmodus ein Fehler. Mit safari ist sehr wohl ein Vollbildmodus möglich und zwar mit dem Plugin Glims http://pimpmysafari.com/plugins/glims
Glims bringt noch zahlreiche andere Funktionen mit wie etwa mehrere Suchmaschinen, automatische Erzeugung von Downloadordnern pro tag, Lesezeichen- und Tabeinstellungen etc.

viele Grüße
gate

[quote]Denk ich an Windows in der Nacht bin ich um den Schlaf gebracht[/quote]