Ex-Sun-Chef: "Steve Jobs hat uns gedroht"

Apple-Chef Steve Jobs soll Sun vor sieben Jahren mit einer Klage wegen angeblicher Patentverletzung gedroht haben – das behauptet der frühere Sun-Chef Jonathan Schwartz in seinem Blog. Demnach habe Sun im Jahr 2003 einen Linux-Desktop namens "Project Looking Glass" vorgestellt. Anschließend habe Jobs angerufen und gesagt, dass die grafischen Effekte dieses Desktops das geistige Eigentum Apples verletzen würden und eine Klage angedroht, schreibt Schwartz. Schwartz konterte spontan. "Steve, ich habe mir gerade deine letzte Präsentation angeschaut, und Keynote ähnelt Concurrence [eine Nextstep-Präsentationssoftware der Firma Lighthouse Design, die Schwartz mitbegründet hat] – gehören die Rechte daran euch?"

Jobs soll Concurrence über mehrere Jahre für seine Präsentationen benutzt haben. Es sei offensichtlich, dass sich Apple bei der Konzeption von Keynote von Concurrence habe inspirieren lassen, behauptet Schwarz.

Zudem hat Schwartz den Apple-Chef nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass Mac OS X auf Unix basiert und Sun über etliche Unix-Patente verfüge. Danach habe er nichts mehr von Jobs gehört, so Schwartz. "Project Looking Glass" sei zwar eingestellt worden, diese Entscheidung sei aber unabhängig von den Drohgebärden Apples gefallen, betont der ehemalige Sun-CEO.

Ähnliche Erfahrungen hat Schwartz nach eigenem Bekunden mit Microsoft gemacht. Microsoft soll damals behauptet haben, dass die freie Bürosoftware OpenOffice mehrere Microsoft-Patente verletze. Sun konterte diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass Microsofts .NET-Initiative angeblich Suns Java-Patente verletzen würde. Anschließend sei die Angelegenheit erledigt gewesen.