iPhone 4: Rückrufaktion gefordert

Die Diskussionen und Spekulationen über die Empfangsproblematik beim iPhone 4 reißen nicht ab. Nachdem die US-Verbraucherschutzorganisation Consumers Union vom Kauf eines iPhone 4 abgeraten hat, fordern nun einige Experten von Apple eine Rückrufaktion, die 1,5 Milliarden Dollar kosten könnte.

Wie berichtet, sprach das von Consumers Union herausgegebene Magazin Consumer Review keine Empfehlung für das iPhone 4 aus, weil ein starker Signalverlust iPhone 4festzustellen sei, wenn der schwarze Streifen in der linken unteren Ecke des Metallbandes mit Fingern oder der Hand bedeckt werde. Dadurch könne es in Gebieten mit schwacher Netzabdeckung zu einem kompletten Verbindungsabbruch kommen, so die Verbraucherschützer. Consumer Review sieht darin einen "Designfehler" beim iPhone 4.

Einige Experten sind der Ansicht, dass Apple nun eine Rückrufaktion starten müsse, darunter der auf Krisenkommunikation spezialisierte Professor Matthew Seeger von der Wayne State University. Das Markenimage sei das wichtigste Gut, das Apple besitze. Die Empfangsproblematik beim iPhone 4 habe zerstörerisches Potential für Apples Ansehen, daher müsse das Unternehmen handeln, meint Seeger.

Chris Lehane, ehemaliger Krisenberater der US-Regierung, sieht in der Angelegenheit ein PR-Desaster für Apple, das mit dem von Toyota (der Autohersteller musste wegen Defekten Millionen Fahrzeuge zurückrufen ) vergleichbar sei. Apple müsse mehr tun, als einfach die Darstellung der Empfangsbalken zu verbessern. Das Unternehmen müsse sein Markenimage, die Kronjuwelen, mit allen Mitteln schützen. Apple habe sich ein tiefes Loch gegraben. Nun sollte Apple die Sache zugeben und sie in Ordnung bringen, meint Lehane.

Ins gleiche Hörn stößt Dr. Larry Barton, ein Experte für Krisenmanagement. Die bisherige Stellungnahme Apples sei unverantwortlich. Apple laufe Gefahr, das Vertrauen der Kunden und das Markenimage zu verspielen – beides sei mehr wert als ein einzelnes Produkt. Apple sollte entweder die Testergebnisse von Consumer Review zurückweisen oder das Problem zugeben und eine Lösung anbieten, meint Barton. Zudem stellte sich Barton hinter Consumer Review. Es handele sich dabei um eine Publikation, die unvoreingenommen und fair arbeite.

Rene A. Henry, Autor des Buchs "Communicating In A Crisis", vertritt ebenfalls die Meinung, dass Apple eine Rückrufaktion starten sollte. Apple habe ein Problem, das dem von Toyota ähnele. Eine Rückrufaktion sei notwendig, wenn Apple seinen Ruf schützen wolle.

Eine Rückrufaktion könnte für Apple allerdings ein teures Unterfangen werden. Der Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research schätzt die Kosten auf 1,5 Milliarden Dollar. Er hält einen Rückruf allerdings für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher – und günstiger – sei eine kostenlose Schutzhülle, die die Empfangsproblematik bereinigt bzw. abschwächt, für jeden iPhone 4-Käufer.

Kommentare

Fatale Konstruktion der Aussenantenne

...da meines Erachtens der Ringfinger bei Rechtshändern IMMER genau diesen "Spalt" beim Halten des 4G überbrücken wird, ist hier Apple defakto eine Fehlkonstruktion vom Allerfeinsten gelungen; ich bleibe bei meinem lieb gewonnenen 3Gs...

Gruß vom Dom uss Kölle

iphone

Nun lasst mal die Kirche im Dorf. Apple mit Toyota zu vergleichen ist nicht angebracht. Klemmende Gaspedale bei Toyota können Menschenleben kosten, empfangsschwache IPhone höchstens ein paar Nerven. Wahrscheinlich kommt die ganze Kampagne wieder von der Konkurrenz ordentlich Rückenwind, die angesichts der Technologie von Apple ziemlich im Regen stehen. Ich finde das iPhone 4 cool und werde es nächstes Jahr kaufen.

iPhone virales bashing

derpianist schrieb:
Nun lasst mal die Kirche im Dorf. Apple mit Toyota zu vergleichen ist nicht angebracht. Klemmende Gaspedale bei Toyota können Menschenleben kosten, empfangsschwache IPhone höchstens ein paar Nerven. Wahrscheinlich kommt die ganze Kampagne wieder von der Konkurrenz ordentlich Rückenwind, die angesichts der Technologie von Apple ziemlich im Regen stehen. Ich finde das iPhone 4 cool und werde es nächstes Jahr kaufen.

Nicht nur die Konkurrenz will Apple viral bashen, auch diverse Hedge-Fonds wollen offenbar, dass Apples Aktien immer wieder einknicken, nachdem Apple für sie interessant geworden ist. Links dazu gibts auf finance.yahoo und anderswo.
http://finance.yahoo.com/q;_ylt=AnidzXGIcU19Ds0aDODzsdu7YWsA;_ylu=X3oDMT...
Toyota scheint übrigens stark entlastet, wie die Presse meldet, denn die Untersuchung hat bisher ergeben, dass die meisten Unfälle selbst verschuldet waren. Auch so ein Fall wo man gewisse Lobbies annehmen muss die daran interessiert sind/waren, der Firma stark zu schaden.
Tja so scheint das heutzutage eben zu laufen. Und die Youngsters machen fleissig mit beim bashen. Dabei bietet Apple sogar angeblich ein Rückgaberecht an innerhalb 30 Tagen nach dem Kauf... was einem Rückruf bereits gleichkäme.

Wer Apple oder Jobs nicht mag, der soll sich vom iPhone fernhalten. Wer das iphone runtermacht ohne konstruktive Kritik zu üben, der sollte als viraler basher angesehen und im Grunde ignoriert werden. Dass der US "consumer review" das iPhone4 - vorläufig - nicht empfehlenswert findet ist legitim, dass es als Bestes abschnitt, und nicht jeder Empfangsprobleme hat - oft im Gegenteil! - , sollte man dabei aber nicht vergessen.

fibbo

Einfach herrlich!

Herrlich, einfach herrlich, fibbo, wie Du ein de facto bestehendes Problem ignorierst. Es wurde, nicht nur von den Verbraucherschützern in den USA, definitiv nachgewiesen, dass ein Griff an den schwarzen Streifen des iPhone 4 einen für ein Mobiltelefon unverhältnismäßig starken Signalverlust nach sich zieht. Punkt.

Wer immer und überall besten Empfang hat, dem mag das völlig egal sein. Wer aufgrund dieses Designfehlers jedoch Verbindungsabbrüche hat, der ist zu recht aufgebracht. Die Empfehlung, das Telefon einfach anders zu halten, ist ein Witz. Wäre ja genauso wenn ein Auto-Hersteller mir sagt, ich dürfe das Lenkrad nur dort und da anfassen, weil sonst die Fahrstabilität beeinträchtigt wäre. *lol*

Aber klar, jedwede Kritik an Apple ist simples bashing um den Kurs zu drücken. Apple darf nie und nimmer kritisiert werden, denn Apple ist ja unverändert die gute Seite. Und die ganzen Berichte von iPhone 4 Besitzern, die das gleiche Problem weltweit schildern, wurden alle nur gezielt von der dunklen Seite lanciert um Apple zu schaden. ;)

Gib doch einfach zu, dass Apple das Antennendesign suboptimal konstruiert hat!

Soll Apple doch jedem iPhone 4 einfach eine kostenlose Schutzhülle beilegen. So wie damals beim iPod nano das Tuch (oder war es damals auch eine Hülle?). Die, die wegen des Antennendesigns keine Probleme haben, können die Hülle in der Tasche lassen. Und diejenigen, die Angst vor einem falschen Handgriff am iPhone haben, benutzen die Hülle eben.

Außenwirkung

derpianist schrieb:
Klemmende Gaspedale bei Toyota können Menschenleben kosten, empfangsschwache IPhone höchstens ein paar Nerven.

Es geht auch nicht um den Schaden, der durch den Fehler entsteht, sondern durch den Imageschaden durch die (fehlende) Reaktion durch Apple.

Kaputte Klimaanlagen können passieren, aber katastrophale Krisenmanagement hat völlig versagt. Erst daraus wurde das die bestimmende Meldung des Tages und konnte den miesen Ruf des Unternehmens weiter beschädigen.

Auch wenn Apple (noch) auf einer Euphorie-Welle schwebt, kann und darf in den unendlichen Weiten des Apple Cosmos die Reaktionen und Beschwerden nicht einfach ignorieren (z.B. MacBook Air) oder wegdiskutieren (Flash, schlechter Empfang).
Mag sein, dass manche Konkurrenten das geschickt schüren, doch ist das Mittel nur Recht und billig. Auch Apple nutzt die Gerüchteküche geschickt für kostenfreie Werbung in den Zeitschriften und Blogs, bzw. hilft diese zu schüren.

Gruß
jb

iPhone4 muss man nicht kaufen

ketzer schrieb:
Herrlich, einfach herrlich, fibbo, wie Du ein de facto bestehendes Problem ignorierst.

Das Problem ignoriere ich nicht, sondern ich gehe konsequent damit um, denn ich kaufe mir kein defektes iPhone4 sondern warte mal ab was wirklich Sache ist ;-) Kann ich nur jedem empfehlen. Und wer bereits eines gekauft hat und Probleme hat, soll es umtauschen in ein schönes neues Android. Punkt.

fibbo

Imageschaden

jb schrieb:
..Es geht auch nicht um den Schaden, der durch den Fehler entsteht, sondern durch den Imageschaden durch die (fehlende) Reaktion durch Apple.

Steve Jobs ist und war immer schon ein eigensinniger Kautz, um nicht zu sagen stark egozentrisch. Warum Apple hier nicht einlenkt verstehe ich auch nicht, Ich muss es auch nicht verstehen... aber es war schon immer so, dass Apple nur sehr ungern Fehler zugegeben hat. Also einfach mal abwarten... siehe Toyota. Da kommt die Wahrheit ja auch gerade auf den Tisch.

Ich verstehe zwar die Erregung und Enttäuschung, aber jeder der sauer ist sollte doch mal dran denken, dass ein iPhone wahrlich nicht lebensnotwendig ist solange es andere Geräte gibt. Und einen Steve Jobs erziehen zu wollen, das ist vertane Zeit. Entweder man nimmt ihn so wie er ist oder man lässt es.

Und auf Apple rumhacken weil sie Apps zensieren oder ein iPad bringen "ohne" Schnittstellen, das sollte dann bitteschön auch sachlich bleiben.

fibbo

so ein Quatsch......

ich habe ein iPhone 4...
ja ich kann das auch feststellen , wenn ich mit meinen batschehänden..das kleine iPhone richtig
anfasse , umklammere.
Nur gibt es keine , wirklich keine alternative selbst mit dem Fehler.

Problem gelöst??

Wahrscheinlich wurde die Produktion schon geändert. Das würde auch erklären, warum viele der ersten Serie Probleme haben und viele eben nicht.

http://www.ifixit.com/blog/2010/07/is-apple-silently-fixing-the-iphone-4...

Einfach nur warten ...

Natürlich wird das Problem -sofern es überhaupt ein ernsthaftes ist - gelöst werden. Deswegen warte ich noch ein wenig, bis die Kinderkrankheiten ausgeräumt sind. So wie bei einer neuen Autoserie, die besten Modelle sind immer die vor dem Modellwechsel. Warum diese Aufregung? Es gibt definitiv kein besseres Handy auf dem Markt. Weil es eben nicht nur ein Handy ist, sondern ein extrem nützlicher Helfer im Alltag.

Das Problem der Quantität und Qualität

Jeder Apple-Jünger grenzt sich von Microsoft in der Art ab, man hätte mit Apple die "individuellere" Lösung, intelligenter, einfacher, sinniger. Fehlerfrei waren Apple Produkte nie.

Aber das will man nicht wahrhaben resp. das gute Marketing von Apple tut ihr übriges.

"Motivate and inspire people outside the company to do your marketing and public relations"
Jobs´Marketing Regel...
Schön mitmachen Leute, dann bleibt alles gut. ;-)

Aber jetzt beginnt für Apple so langsam die Tragödie - man macht mehr Fehler, wenn man die Frequenz der Produktwechsel hochschraubt.
Das war absehbar und ist kein Grund zur Aufregung.