iPhone-Pressekonferenz: Reaktionen von HTC, RIM und Nokia

Auf der Apple-Pressekonferenz am vergangenen Freitag demonstrierte Steve Jobs anhand einiger Beispiele, dass die Funk-Signalstärke eines Mobiltelefons sinkt, wenn es mit der Hand umfasst wird bzw. von der Hand bestimmte Bereiche des Geräts bedeckt werden. Dazu verwendete der Apple-CEO neben dem iPhone 4 auch die Smartphones Blackberry Bold 9700 von RIM, Droid Eris von HTC und Omnia II von Samsung. Nun haben sich HTC und RIM zu Wort gemeldet, auch von Nokia gibt es eine Reaktion.

Es sei inakzeptabel, dass Apple RIM in ein "selbstgemachtes Debakel" hineinziehe, erklärten die beiden RIM-Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie. Apple würde Tatsachen verdrehen, um von der eigenen Situation abzulenken, behaupten sie. RIM habe mehr als 20 Jahre Erfahrung beim iPhone 4Antennendesign und habe Designs, wie es Apple im iPhone 4 verwendet, immer vermieden. RIM setze hingegen auf innovative Designs, die das Risiko von Gesprächsabbrüchen reduzieren würden, so Lazaridis und Balsillie. Blackberry-Anwender müssten keine Hülle einsetzen, um mit dem Gerät störungsfrei telefonieren zu können. Apple sollte für seine eigenen Designentscheidungen einstehen und nicht RIM und andere Hersteller in eine Situation hineinziehen, die nur Apple betreffe.

Auch Nokia verweist auf seine langjährige Erfahrung beim Antennendesign. Das Unternehmen teilt Apples Meinung, wonach ein Mobiltelefon beim Anfassen in bestimmter Weise an Signalstärke verliere. Aus diesem Grund seien Nokia-Handys so konzipiert, dass sie in allen (Berührungs-) Situationen eine gute Empfangsqualität bieten würden und man sie problemlos in beiden Händen halten könne. Falls bei der Entwicklung eines Mobiltelefons ein Konflikt zwischen Empfangsstärke und Gehäusedesign entstehe, würde man sich immer zugunsten der besseren Signalstärke entscheiden, so Nokia.

HTC ließ verlauten, dass die Beschwerdequote beim Droid Eris geringer sei als beim iPhone 4. Lediglich 0,016 Prozent der Droid-Eris-Anwender hätten sich bislang bei HTC beschwert. Das Smartphone ist seit über einem Jahr erhältlich. Beim erst vor kurzem eingeführten iPhone 4 liegt die Quote bei 0,55 Prozent.

"Die Kritik von RIM an Apple zielt darauf ab, dass Apple nicht genau genug zwischen Umfassen eines Handys und Kurzschließen der Antennen unterschieden hat. Die IT-Seite AnandTech zeigt – allerdings nicht unter Laborbedingungen – dass die Empfangsqualität eines iPhone 4 mit der Schutzhülle beim Umfassen mit der Hand ungefähr genauso stark einbricht wie bei anderen Handys (ohne Schutzhülle) üblich, dass es sich aber beim Kurzschließen der Antennen weit schlechter verhält", kommentiert heise online. "Die unter Laborbedingungen ermittelten Werte der US-Zeitschrift Consumer Reports und der deutschen connect legen jedenfalls den Schluss nahe, dass der Antennenkurzschluss die Empfangsqualität negativer beeinflusst als nur das Umfassen." Die von der US-Verbraucherschutzorganisation Consumers Union herausgegebene Zeitschrift Consumer Reports und das Magazin connect testeten die Empfangsqualität des neuen Apple-Smartphones ausgiebig.

Diese Tests hätten allerdings nur wenig Aussagekraft über die praktische Relevanz des Problems, meint heise online. So dürfte sich in Großstädten die zusätzliche Dämpfung durch den Antennenkurzschluss kaum störend bemerkbar machen.

Kommentare

Volle Breitseite von Apple

Volle Breitseite von Apple ...aber so richtig dementiert hat keiner.