Apple: Neuer Mac Pro mit bis zu 12 Prozessorkernen

27. Jul 2010 14:30 Uhr - sw

Bis zu zwölf Prozessorkerne, moderne ATI-Grafikkarten und bis zu vier SSD-Laufwerke – das sind die wichtigsten Neuerungen der aufgefrischten Mac Pro-Baureihe, die Apple heute angekündigt hat.

Apple: Bis zu 50 Prozent höhere Leistung

Den neuen Mac Pro gibt es mit vier, sechs, acht oder zwölf Prozessorkernen in Taktraten zwischen 2,4 und 3,33 GHz. Zur Auswahl stehen eine Ein-Prozessor-Konfiguration (vier oder sechs Kerne) und eine Zwei-Prozessor-Ausführung (acht oder zwölf Kerne). Das Flaggschiff mit zwölf Prozessorkernen bietet laut Apple eine um bis zu 50 Prozent höhere Leistung als das Vorgängermodell.

"Das Herzstück der neuen Mac Pros sind die Quad-Core und 6-Core Intel Xeon Prozessoren der nächsten Generation, mit Taktraten von bis zu 3,33 GHz. Diese Mehrkernprozessoren sind im sogenannten 'Single Die'-Design gefertigt, so dass sich jeder Prozessorkern die bis zu 12 MB L3 Cache teilen kann, um bestmögliche Effizienz bei steigender Arbeitsgeschwindigkeit zu erzielen. Die Systeme haben einen integrierten Memory-Controller, um größere Speicherbandbreite bei reduzierter Speicherlatenzzeit bereitzustellen; Turbo Boost, um dynamisch Prozessor-Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 GHz zu erzielen; und Hyper-Threading, um virtuell Rechenleistung mit bis zu 24 Kernen zu erreichen", so Apple.

Mac Pro

Mac Pro: Jetzt mit bis zu zwölf Prozessorkernen
Foto: Apple


Dank moderner Grafikkarten bietet der neue Mac Pro eine höhere Grafikleistung als die Vorgängerserie. Standardmäßig wird der Mac Pro mit der Grafikkarte Radeon HD 5770 (1024 MB VRAM) geliefert. Gegen Aufpreis ist die leistungsstärkere Radeon HD 5870 (1024 MB VRAM) erhältlich. Pro Grafikkarte stehen nun zwei Mini DisplayPorts (zuvor einer) zur Verfügung. Daneben gibt es einen Dual-Link-DVI-Anschluss.

Mac Pro mit SSD-Laufwerken

Erstmals lässt sich der Mac Pro mit Solide-State-Drives (SSDs) bestellen. Die Kapazität des SSD-Laufwerks beträgt 512 GB. Apple: "Mit der Möglichkeit bis zu vier SSD Laufwerke in den internen Einschüben zu installieren, kann der Mac Pro größtmögliche Bandbreite und schnellstmögliche Zugriffsgeschwindigkeiten auf unterschiedliche Laufwerke bieten, zweimal so schnell wie die durchschnittliche Geschwindigkeit von Standard-Festplatten."

Gehäuse unverändert; kein USB 3.0, kein FireWire 1600/3200

Das (bewährte) Gehäusedesign blieb unverändert. Es bietet weiterhin Platz für vier 3,5-Zoll-Festplatten bzw. SSDs, zwei optische Laufwerke (ein 18x DVD-Brenner gehört zum Lieferumfang) und vier PCI-Express-Karten. Auf moderne Schnittstellen wie USB 3.0, FireWire 1600/3200 oder Bluetooth 3.0 hat Apple verzichtet. Stattdessen gibt es weiterhin USB 2.0 (5x), FireWire 800 (4x) und Bluetooth 2.1+EDR. Außerdem bietet der Mac Pro wie gewohnt Gigabit-Ethernet (2x), WLAN nach 802.11n und analoge sowie digitale Ein- und Ausgänge für Audio.

Die Preise wurden gegenüber der Vorgängergeneration angehoben. Beim Basismodell beginnen die Preise nun bei 2399 statt 2299 Euro, bei der High-End-Konfiguration bei 3399 statt 2999 Euro.

Die neue Mac Pro-Produktlinie im Überblick

Mac Pro mit 2,8 GHz (vier Kerne; acht MB L3-Cache), drei GB Arbeitsspeicher (erweiterbar auf bis zu 16 GB), Radeon HD 5770 mit 1024 MB VRAM, 1000 GB Festplatte. Preis: 2399 Euro bzw. 2899 Franken. Gegen Aufpreis sind ein Vierkernprozessor mit 3,2 GHz und ein Sechskernprozessor mit 3,33 GHz erhältlich.

Mac Pro mit 2,4 GHz (zwei Prozessoren á vier Kerne; 2x zwölf MB L3-Cache), sechs GB Arbeitsspeicher (erweiterbar auf bis zu 32 GB), Radeon HD 5770 mit 1024 MB VRAM, 1000 GB Festplatte. Preis: 3399 Euro bzw. 4099 Franken. Gegen Aufpreis gibt es das Gerät auch mit zwei Sechskernprozessoren á 2,66 oder 2,93 GHz.

Die neuen Mac Pro-Modelle sind laut Apple ab August verfügbar und werden vorinstalliert mit Mac OS X 10.6 "Snow Leopard" und iLife '09 geliefert.

Im Online-Shop des Herstellers können die neuen Mac Pro-Modelle bislang nicht bestellt werden, dort wird derzeit noch die Vorgängergeneration angeboten.

Kommentare

Der Mac Pro soll ein System für Profis sein, High-End also.

Blu-ray, USB 3.0, FW 3200, Bluetooth 3.0, eSATA? Alles Fehlanzeige! Da soll man mal eben 3400 Euronen hinlegen und es fehlen aktuelle Technologien. Apple hätte sich nichts abgebrochen, wenn man diese Sachen integriert hätte.

Chance vertan!

Sehe ich auch so - und dafür mußte man jetzt so lange auf das update warten ?

Nee, also ich habe ja selbst einen Mac Pro der ersten Generation und bin damit auch voll zufrieden (läuft seit dem ersten Tag an, ohne Probleme und verrichtet seinen Dienst zuverlässig).
Demnächst steht jedoch ein Neukauf an (zusätzlich) und eigentlich hatte ich wieder einen Mac Pro in´s Auge gefaßt, aber bei ständig steigenden Preisen und dürftigen Hardwareupdates, zieht´s mich eher wieder in Richtung HP - da bekommt man wenigsten aktuelle Hardware für sein Geld und die Kisten sind auch nicht schlecht (Mac OS brauche ich nicht unbedingt).

Schade - Apple hätte mal wieder neue Akzente setzen können, aber auch ich bin der Meinung: Chance vertan.

im Prinzip richtig - ich bin auch nicht zufrieden. Insgesamt stört mich aber eher die generelle Preispolitik, denn schnellere Schnittstellen ohne größere Investitionen sind sicherlich später noch möglich, wenn es preiswerte PCIe-Karten für USB3 und Firewire 1600 gibt, es handelt sich also nicht unbedingt um ein gravierenden Manko. Im Moment gibt es ja auch kaum Peripherie, die dies erfordert. eSATA, das auch fehlt, stört da schon erheblich mehr, da verstehe ich gar nicht, warum diese inzwischen wichtige Schnittstelle bei einem solchen Profiteil fehlt. Aber weit über 3000€ für einen 6-Kerner sind schon heftig. Auch wenn es sich um eine langfristige Investition handelt - das will gut überlegt sein.

natürlich könnte man sich mit Erweiterungskarten oder ähnlichem behelfen und noch gibt es ja auch nicht so viel Geräte, die die neuen Schnittstellen auch wirklich nutzen, was mich aber massivst stört ist, dass Apple inzwischen wieder absolute Premiumpreise für Hardware verlangt, die im Prinzip mainstream ist (das Design ist natürlich bei Apple besser, aber das allein rechtfertigt noch keinen Aufpreis von knapp 30%).

Ich habe gestern mal auf die Schnelle bei HP geschaut, was deren Workstations kosten sollen und ohne großartige Preisvergleiche anzustellen, habe ich beispielsweise die Z600 mit 2x Quadcore CPU´s (die gleichen 5620, die auch im MacPro verbaut sind) für 2200 Euro (allerdings ohne Grafikkarte, dafür aber 8 GB Ram von Hause aus) gefunden. Ein ähnlich ausgestatteter Mac Pro fängt bei 3399 Euro an - bei aller Liebe für Mac OS und schickes Design, aber das ist dann doch etwas arg heftig zumal es bei der letzten Generation der Mac Pro doch einige Problemchen gab, die ich bei einer Workstation als inakzeptabel empfinde (das fängt bei stinkenden Netzteilen an und hört bei 100% Auslastung der CPU nur beim Abspielen von mp3´s auf).

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Grafikkarte: ATI mag zwar in einigen Bereichen toll sein, aber Avid zertifiziert die Software beispielsweise nur für NVidia und für ATI wurde bisher kein support gewährt (glaube kaum, dass die das ändern werden). Ähnliches gilt für die CS5 - auch dort wird eigentlich Nvidia empfohlen.

Keine Ahnung, ob es mal abgesehen von den sündhaft teuren Quadro FX Karten für die neuen MacPro´s auch eine Nvidia Option geben wird, aber die wird sicher wieder Aufpreis kosten und steigert die Kosten noch weiter.

Also rein rational betrachtet, spricht eigentlich alles gegen den Mac Pro - zumindest bei diesen Mondpreisen.

Hi,

im Prinzip gebe ich Dir Recht, die Preise sind schon hoch.
Allerdings sollte man eine Sache nicht vergessen:

Kaufst Du einen vergleichbaren Rechner eines anderen Herstellers, musst Du folgende Dinge noch dazu kaufen:

1. Windows Vollversion (fast alle Rechner kommen nur mit einer Recovery CD)
2. falls Du Entwickler bist: Entwicklungs Tools für Windows (liegt bei MacOX X ja alles bei!)
3. Standard-Software wie die im iLife 09 Paket enthaltene Software (bei Windows in der Regel recht teuer, zumindest in der Qualität)

Benötigst Du dann noch ein Office-Paket wie MS Office und möchtest nicht Open Source verwenden, kommt noch einmal eine hübsche Summe oben drauf, bei Apple kostet Dich das 79 Euro.

Unterm Strich betrachtet ist es eigentlich die Summe aller Teile, die den Rechner-Preis wieder interessant macht, weil es eben ein Komplettpaket ist. Allein der Kauf von Windows schlägt, nimmt man die Ultimate Version (soll ja vergleichbar mit OSX Snow Leopard sein), mit zwischen 130 und 170 Euro zu Buche.

Insgesamt kommst Du somit schon sehr nahe an den Preis eines Mac Pro.
Rechne jetzt noch das bessere Gehäuse drauf und beide Rechner dürften in etwa gleich ziehen. Natürlich gibt es oben drauf noch einen kleinen Bonus dafür, dass Du einen Rechner mit dem Apfel Logo besitzt. Aber das ist bei allen wirklich großen Markenherstellern so.

Ich sehe das unterm Strich etwas anders:
Die Apple Rechner-Preise sind erst einmal etwas höher. Dafür bekommst Du hinterher jedoch von Apple günstige Software - auch Pro Software - die wesentlich günstiger als bei der Konkurrenz ist. Man kann das also gegen rechnen. In meinem Falle sind das z. B. Logic, iLife 09 und iWork 09. Unter Windows müsste ich mit Cubase arbeiten und würde für die größte Version mehr zahlen als bei Apple für Logic und hätte dennoch immer noch einen kleineren Gegenwert. Software Updates sind über lange Zeit kostenlos und bequem per Update Funktion zu beziehen, Viren Scanner und Software Firewall kann ich mir sparen, lediglich einige wenige Euros für Little Snitch müssen noch investiert werden, damit man etwas besser im Blick hat, was denn so wohin Daten schickt und man das ggf. unterbinden kann, wenn man das nicht möchte.

Ich habe das jetzt noch nicht in einer richtigen Gegenüberstellung für beide Systeme ausgerechnet, vielleicht mag das ja irgendwer mal hier tun und veröffentlichen? Wäre jedenfalls interessant. Wenn das gemacht wird, aber bitte auch mit äquivalenter Software rechnen und bei Windows die Virenscanner/Firewall nicht vergessen :-)

diese Argumentation würde ich für die Consumer Macs (iMac, Mabook usw.) sicher gelten lassen, aber nicht für den Mac Pro, der von der Positionierung her eine ganz andere Zielgruppe haben dürfte (insofern sind Argumente wie iLife wohl etwas weit her geholt - das brauche ja noch nicht mal ich ;-) ).

Auch Discovery CD vrs. Leopard CD ist kein Argument - für XP gibt´s Tools, die aus einer Recovery CD eine "normale" Installations CD zaubern und für Windows 7 kann man sich meines Wissens das Image direkt bei Microsoft herunterladen (die Lizenz ist ja der Aufkleber auf dem Gerät) kostet somit nur einen Rohling und ein paar Mausklicks.
Office kostet für Windows auch nicht viel mehr, als für den Mac - auch das ist somit kein Argument (Du darfst natürlich nicht die Business Version mit der Home and Student Version für den Mac vergleichen - die Businessversion für den Mac ist auch deutlich teurer).

Ich komme beim direkten Vergleich mit der schon angesprochenen Z600 von HP (diese Maschine spielt durchaus in der gleichen Liga, wie der Mac Pro - der Vergleich ist somit fair) auf eine deutliche Diskrepanz bei ziemlich ähnlicher Ausstattung.

Bei HP zahlt man für die 8 Kern Version mit 2 x 5620 Xeons (die gleichen, die auch im Mac Pro verbaut sind) knapp 2200 Euro (ohne Grafikkarte, dafür aber mit 8 GB Ram) während der Mac Pro in gleicher Konfig mit 3399 zu Buche schlägt (mit Grafikkarte, aber nur 3 oder 4 Gig Ram). Ich frage mich also, ob das Alu Gehäuse mit dem Apfellogo wirklich den Aufpreis von knapp 1000 Euro wert ist (die einfachste Quadro FX kostet um die 100 Euro für die HP Maschine).
Es gab übrigens auch mal Zeiten, da war es genau anders herum - das war vor 4 Jahren.

Ein weiteres Detail darf man auch nicht unterschlagen: HP gibt 3 Jahre Garantie auf die Geräte mit vor Ort Austausch Service - und Apple ?(kann man dazu kaufen, aber dann wird die Preisdifferenz noch viel krasser)

Was die Software anbelangt, hast Du sicher recht: wenn man mit diesen Programmen arbeiten möchte (oder muß - meiner Meinung nach ist es sehr traurig, wenn man sieht, was insbesondere aus Logic geworden ist), dann hat man eh keine Alternative. Für mich ist das kein Argument: sowohl Nuendo als auch Media Composer gibt´s für beide Plattformen und ich bin diesbezüglich damit sehr offen.

Warum werden keine schnellen Fire-Wire 3200-Anschlüsse eingebaut? Apple hat mal maßgeblich zur Verbreitung von Fire Wire beigetragen und seit ca. 7 Jahren geht es nicht weiter, obwohl seit 3 Jahren die Technologie zur Verfügung steht.
Wozu benötige ich superschnelle Rechner wenn ich uralt-Schnittstellen verwende? Ein unnötiger Flaschenhals.
Das war mal besser, aber heute ist anscheinend nur noch der "i"-Markt von Interesse. Im Mac-Bereich sieht es da als TechnologieFührer eher mau aus.
Man hätte den Hardware Markt mal wieder richtig aufmischen können - z.B. neue wirklich schnelle externe Festplatten und dann wäre auch der hohe Preis vielleicht gerechtfertigt. So leider überhaupt nicht.