Musikproduktion mit dem Mac: Vom Hobby-Musiker zum Profi-Produzenten

Im 21. Jahrhundert ist der Computer aus der professionellen Musikproduktion nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Musik wird nicht in großen Tonstudios, sondern zuhause am Rechner produziert. Dieser Artikel soll Einsteigern einen Überblick über die Möglichkeiten, die der Mac Musikern bietet, geben: Von der Technologie Core Audio und die Plug-in-Schnittstelle Audio Unit über das Einsteiger-Programm GarageBand bis hin zu Logic Studio für höchste Ansprüche.

Es war einmal...

Wer, wie der Autor dieser Zeilen, seine Teenager-Zeit in den 80ern verbracht hat, wird auf die Frage nach dem ultimativen Musikcomputer wie aus der Pistole geschossen mit Atari ST antworten. Dieser Computer bot damals in der Serienausstattung die Schnittstelle, die die Musik der 80er Jahre maßgeblich bestimmt hat: MIDI (= Musical Instruments Digital Interface, Schnittstelle zur digitalen Steuerung von Musikinstrumenten).

Zwar gab es bereits für den damals populären Commodore 64 ein externes MIDI-Interface für dessen User-Port, der Atari ST bot jedoch mit seiner grafischen Benutzeroberfläche (TOS) und wesentlich mehr Arbeitsspeicher einen höheren Komfort. Dies spiegelte dann auch die Entwicklung von Cubase und Creator/Notator SL (heute Apple Logic Studio) wider. Beide Software-Produkte gelten als die ersten professionellen Musikproduktionsprogramme und fanden ihren Platz mit dem Atari ST in den Tonstudios dieser Welt.

Zurück in die Zukunft

Im Jahr 2011 sieht die Computer-Landschaft komplett anders aus als in den 80er Jahren. Mac OS X und Windows sind die meistgenutzten Betriebssysteme und haben mit x86-Prozessoren einen gemeinsamen Nenner. Dennoch stellt sich auch heute die Frage nach dem besten Musikcomputer, denn Musik zu produzieren und zu veröffentlichen ist populärer denn je und aufgrund sinkender Hardware-Preise auch für die breite Masse erschwinglich geworden.

Dieser Artikel soll kein Vergleich der Plattformen werden und sie nicht in einen Wettbewerb stellen, sondern sich lediglich mit einer großartigen Musikplattform beschäftigen: Mac OS X auf aktuellen Apple-Rechnern. Apple hat nach der Rückkehr von Steve Jobs im Jahr 1997 schon früh die Weichen in Richtung Musik gestellt: Der iPod gilt als eine der größten Errungenschaften Apples und mit dem iTunes-Store hat Apple die Art, wie heute Musik vertrieben und konsumiert wird, revolutioniert.

Mac OS X
Mac OS X: Für die Musikproduktion optimiert
Foto: Apple


Mit Mac OS X richtete sich das Unternehmen neu aus und hat erkannt, dass vor allem der kreative Musikbereich nicht zu unterschätzen ist. Im Jahr 2002 wurde die bekannte deutsche Firma Emagic aufgekauft und somit eines der erfolgreichsten Musikprodukte aller Zeiten - Logic Audio - in die Apple-Produktpalette integriert und die Entwicklung einer unter Mac OS X lauffähigen Version vorangetrieben. Doch wie steht es im Jahr 2011 um das Thema Mac & Musik?

Mac OS X: Ein Musik-Betriebssystem

Niemand lehnt sich weit aus dem Fenster, wenn er behauptet, dass Mac OS X ein für die Musikproduktion optimiertes Betriebssystem ist und man viele Dinge vorfindet, die seinerzeit den Atari ST so herausragend gemacht haben: Alles, was man benötigt, um Musik mit dem Mac zu machen, ist bereits fest in das Betriebssystem integriert. Apple nennt diesen Teil von Mac OS X Core Audio. Core Audio ist eine mächtige (Programmier-) Schnittstelle zwischen Hard- und Software, die sämtliche Belange von Audio und MIDI umfasst. Durch die tiefe Systemintegration werden die für das Spielen von Software-Instrumenten so wichtigen Latenzen (= Zeit, die zwischen Eingabe eines Befehls und Ausgabe des Audio-Signals vergeht) auf ein Minimum reduziert. Core Audio stellt dem Programmierer alle Tools für das Schreiben leistungsfähiger Audio- und MIDI-Software zur Verfügung. Darunter auch die Möglichkeit, so genannte Audio Units zu entwickeln.

Audio Units (AU) sind Plug-ins, z. B. Software-Instrumente oder -Effekte. Zu vergleichen sind sie mit der VST-Schnittstelle von Steinberg. Anders als VST ist AU jedoch fester Bestandteil von Mac OS X und sämtliche Plug-ins stehen automatisch jeder unter Mac OS X lauffähigen Software zur Verfügung. Neben einigen von Apple mitgelieferten Plug-ins können Programmierer eigene Plug-ins entwickeln und verbreiten. Der Plug-in-Markt ist mittlerweile kaum noch zu überschauen: Von der Emulation alter Analog-Synthesizer bis hin zum High-End-Effekt ist alles vertreten. Core Audio und Audio Units zeigen, dass dem Mac "Musik im Blut steckt".

Audio-MIDI-Setup

Zwar besitzt die Apple-Hardware selbst keine MIDI-Schnittstelle in Form der bekannten 5-poligen DIN-Buchse, unterstützt jedoch MIDI über Core Audio in jeder erdenklichen Form. Keyboards können entweder über ein externes, an den USB-Port angeschlossenes MIDI-Interface eingebunden werden oder zeitgemäßer direkt per USB. Mac OS X erkennt angeschlossene Geräte automatisch und unterstützt diese in der Regel ohne Treiberinstallation. Aufmerksame Mac-User haben das im Ordner Dienstprogramme abgelegte Programm Audio-MIDI-Setup bestimmt schon entdeckt. Es erlaubt nicht nur das Konfigurieren der integrierten Audio-Hardware, sondern auch das sämtlicher externer Audio-Interfaces oder MIDI-Geräte (mehr zu Audio-Interfaces später). Automatisch erkannte Interfaces werden dort als Icon angezeigt, eigene Geräte können bequem mit einigen wenigen Maus-Klicks erstellt und konfiguriert werden. Audio-MIDI-Setup erlaubt dabei das Verwalten großer Geräte-Parks und stellt die dort aufgestellten Konfigurationen systemweit zur Verfügung. Die folgende Abbildung zeigt ein kleines Setup:

Audio-MIDI-Setup

Nützlicher Helfer: Das Programm Audio-MIDI-Setup


Neben der Konfiguration von MIDI-Geräten kann auch die Audio-Hardware (ob intern oder extern) im Programm Audio-MIDI-Setup konfiguriert werden. Dazu gehört die Einstellung der Clock (intern/extern) und der Sampling-Rate (z. B. 44.1 kHz) bis hin zum Lautsprecher-Setup. Der Benutzer kann dabei wählen, welcher Ausgang des Audio-Interfaces welchem Lautsprecher zugeordnet werden soll, um beispielsweise große Mehrkanal-Anordnungen zu erstellen (5.1/7.1 Surround). Auch diese Einstellungen stehen anschließend systemweit zur Verfügung und können somit von allen Programmen genutzt werden.

Audio-MIDI-Setup

Hardware-Konfiguration mit Audio-MIDI-Setup


Mac-Hardware

Natürlich ist es nicht nur das Betriebssystem, das aus dem Mac einen guten Musikcomputer macht, sondern auch die Hardware. Zunächst einmal kommt jeder aktuelle Mac mit einem für die Audioproduktion ausreichend schnellen Prozessor daher. Ob nun Core 2 Duo, Core i7 oder gar Xeon: Alle diese CPUs erlauben es, komplette Produktionen zu fahren. Es spricht nichts dagegen, als Hobby-Musiker mit einem Mac mini zu starten, um das Budget zu schonen oder das gesparte Geld lieber in anderes Equipment zu investieren. Selbst der Mac mini bietet mehr Leistung als sämtliches Equipment, welches noch vor zehn Jahren in Tonstudios anzutreffen war.

Wurden früher DSPs (= Digital Signal Processor, spezielle Prozessoren für schnelle digitale Signalbearbeitung) benötigt, um einen qualitativ halbwegs hochwertigen Hall (Hall nennt man die Reflexionen im Raum mit maximaler Rückwurfdichte, d. h. keine einzelnen Echos wahrnehmbar) zu berechnen, erledigt das heute die CPU nebenbei. Ob leistungshungriger Faltungshall (= Hall, der aufgrund von Impulsantworten realer Räume berechnet wird) oder algorithmischer Hall (= Hall, der auf Basis von Algorithmen berechnet wird): Moderne CPUs sind diesen Aufgaben spielend gewachsen. Je mehr Kerne die CPU besitzt, desto mehr Spuren und Plug-ins können benutzt werden, ohne dass es zu Verzerrungen oder Aussetzern im Audio-Signal kommt.

Wer regelmäßig sehr große Projekte stemmen muss, mit mehr als 50 Spuren und vielen Software-Instrumenten/Effekten, sollte auf einen Quad-Core-iMac oder einen Mac Pro mit bis zu zwölf Prozessor-Kernen zurückgreifen. Für gelegentliche Groß-Projekte sind auch Zweikern-Chips ausreichend, sofern man fertig editierte Spuren mit all ihren Software-Instrumenten und Effekten in Audio-Spuren rendert, da diese den Rechner weniger stark belasten als die Original-Spuren. Der Ausbau des Arbeitsspeichers auf das jeweils mögliche Maximum ist generell eine Empfehlung und trägt zur Leistungssteigerung stark bei.

Mac Mini

Der Mac mini bietet mehr Leistung als sämtliches Equipment,
welches noch vor zehn Jahren in Tonstudios anzutreffen war

Foto: Apple


Doch nicht nur CPU und RAM spielt eine Rolle bei der Musikproduktion mit dem Computer: Auch die übrigen Komponenten müssen passen. Die Audio-Hardware des Macs ist hochwertig genug, um kleinere Aufgaben komplett ohne externes Audio-Interface zu meistern. Anders als bei vielen anderen Computern ist der Signalweg frei von Störgeräuschen aufgrund von Einstreuungen anderer Bauteile. Ein großer Vorzug von Mac mini, MacBook (Air/Pro) und iMac sind darüber hinaus die temperaturgesteuerten Lüfter, die selten anspringen und somit für eine leise Produktionsumgebung sorgen. Dies ist insbesondere bei Mikrofonaufnahmen im gleichen Raum wichtig.

USB ist bei jedem Mac-Modell Standard, gleiches trifft bis auf das MacBook Air auch auf FireWire zu. Da es bei Projekten mit vielen Audio-Spuren stets besser ist, diese auf eine externe Festplatte auszulagern und darüber hinaus oft noch ein externes Audio-Interface angeschlossen werden muss, ist das Verteilen auf beide Schnittstellen von Vorteil. So können Störgeräusche vermieden werden, die entstehen, wenn Festplatte und Audio-Interface am gleichen Bus hängen. Zudem gestattet es FireWire, mehr Audio-Spuren gleichzeitig zu übertragen als USB.

Bei größeren Projekten ist ein zweiter Monitor zum Auslagern von Fenstern und Paletten empfehlenswert. Dies sorgt für ein Plus an Übersichtlichkeit und steigert die Produktivität.

Eine Tatsache, die vielen Mac Usern gar nicht bewusst ist, ist der integrierte optische Digitalausgang. Dieser ist im Line-/Kopfhörer-Ausgang integriert und kann mittels Adapter erreicht werden. Der aktuelle Mac mini unterstützt sogar die Multichannel-Audio-Ausgabe per HDMI. So kommt man ohne externes Interface in den Genuss eines lupenreinen Digital-Sounds in Stereo und Multikanal-Formaten.

Ideal für Einsteiger: GarageBand

Jeder Mac wird mit iLife '11 geliefert. Zu iLife '11 gehört die Musiksoftware GarageBand, mit der sich problemlos kleinere Musikprojekte stemmen lassen. Insbesondere Einsteigern kommt entgegen, dass GarageBand viele fertige Apple-Loops (= kleine Klangbausteine, die als Schleife wiederholt abgespielt werden können und im Tempo veränderbar sind) enthält, die von professionellen Musikern produziert wurden und sehr gut klingen. Egal ob Schlagzeug, Klavier, Bass, E-Gitarre, mit diesen Loops lassen sich schnell ganze Songs im Baukasten-System einfach zusammen klicken.

Um jederzeit den Überblick zu behalten, sind alle Apple-Loops in Kategorien eingeteilt (z. B. Stil, Tempo, Instrument). Anschließend werden per Piano-Rolle und Notendarstellung die gewünschten Änderungen vorgenommen. Audio-Aufnahmen lassen sich ebenso erstellen und mit vielen Effekten bearbeiten. Die Effektqualität ist, da viele der Effekte aus Logic Studio stammen, erstklassig. Sämtliche Effekte können in den wichtigsten Parametern dem eigenen Geschmack angepasst werden. Apple bietet darüber hinaus weitere (kostenpflichtige) Apple-Loops und Instrumente an. So kann man sich als Musiker nach und nach eine umfangreiche Bibliothek aufbauen.

GarageBand

Die Benutzeroberfläche von GarageBand
(für größere Version auf das Bild klicken)


Wer kein Audio-Keyboard zum Einspielen besitzt, kann auch die Computer-Tastatur verwenden. Eine Darstellung am Bildschirm informiert über die Tastenbelegung. Selbst Controller (Spielhilfen) für Pitch Bend, Modulation und Haltepedal sind per Tastatur abrufbar. Mit etwas Übung gelingt das Spielen komplexer Melodien. Ist der Song fertig eingespielt, geht es an den Mix. Da die Lautstärke der einzelnen Instrumente über den Verlauf des Songs selten statisch ist, bietet GarageBand die Möglichkeit der Automation. Solche Features bieten sonst nur Profi-Programme wie Logic oder Cubase.

Der fertige Track kann schlussendlich an iTunes geschickt, als Klingelton für das iPhone exportiert oder einfach als Audio-CD gebrannt werden. Auch die Erstellung von Podcasts, die dann im Internet veröffentlicht und abonniert werden können, ist mit GarageBand möglich.

Herr Macintosh, Instrumentallehrer

Wer noch kein Musikinstrument spielt und die ersten Gehversuche ohne Instrumentalunterricht unternehmen möchte, findet in GarageBand den perfekten Trainer. Mittlerweile gibt es eine stattliche Anzahl an kostenlosen Übungsstunden für Gitarre und Piano. Ein "Personal Trainer" erklärt dabei im Video das Instrument und die Übungen. Griffe für Gitarre oder Piano werden übersichtlich in einem Diagramm, Noten oder als Tabulatur dargestellt. Das Tempo der Übungen kann frei verändert, das eigene Spiel aufgenommen und bewertet werden. Wer die Grundübungen bereits absolviert hat, findet in den kostenpflichtigen "Künstler-Übungen" neues Material: Hier zeigen bekannte Stars, wie man einen ihrer Songs spielt.

Zwar kann GarageBand keinen Instrumentalunterricht bei einem qualifizierten Lehrer ersetzen, doch bietet es erste Einblicke in das Instrument und macht Spaß. Einige der Mitspiel-Songs haben durchaus ein hohes Niveau. Mit dem Gebotenen können im Anschluss mit etwas Geschick erste Songs mit GarageBand produziert werden.

Besonders hervorzuheben ist das wirklich sehr gelungene Glossar, in dem nicht nur Fachbegriffe erklärt werden, sondern zum Beispiel auch die Notenschrift und viele andere Themengebiete der allgemeinen Musiklehre.

QuickTime Pro

Ein nicht zu unterschätzendes Tool ist QuickTime 7 Pro (30 Euro), das neben Audio- und Video- auch MIDI-Dateien abspielen und in andere Formate konvertieren kann. Der integrierte Synthesizer erreicht dabei eine erstaunliche Klangfülle und Klangqualität. Doch QuickTime kann noch mehr. Im Menü "Fenster" findet sich der Punkt "A/V Steuerung". Mit "Geschwindigkeit" kann das Tempo eines Songs verändert werden, ohne dass sich die Tonhöhe ändert (bei Audio-Dateien). Auch das Transponieren in andere Tonarten ist möglich. So wird QuickTime zum perfekten Übe-Partner, wenn es um das Heraushören und Üben schwieriger Passagen geht.

Von GarageBand zu Logic

Nach den ersten Gehversuchen mit GarageBand und für das Umsetzen ambitionierterer Projekte ist Logic die richtige Wahl. Logic gestattet den Import von GarageBand-Projekten. Sämtliche Apple-Loops und Instrumente aus GarageBand stehen auch in Logic zur Verfügung, so dass alles klingt wie gewohnt und einfach am bestehenden Song weitergearbeitet werden kann.

Ist GarageBand für das Erstellen von Skizzen, Demos oder zum Komponieren vollkommen ausreichend, ist für komplexe Arrangements oder Songs, die mit vielen Audio-Spuren und Effekten arbeiten, Logic die richtige Wahl. Die Grundfunktionen erschließen sich für GarageBand-Nutzer nach kurzer Zeit und ohne Blick in das Handbuch. Man kann also ähnlich wie bei GarageBand sofort loslegen.

Die Stärke von Logic liegt in seinen vielen Bearbeitungsmöglichkeiten von MIDI- und Audio-Daten gleichermaßen, die allerdings eine Einarbeitung zwingend erforderlich machen. Im Vergleich zu GarageBand bietet das Logic-Interface Zugang zu einer Vielzahl von Funktionen, die dem Einsteiger eventuell nichts sagen und schnell verwirren. Da Logic beim Starten jedoch wie GarageBand fertige Konfigurationen für die wesentlichen Aufgaben anbietet, ist es ein guter Tipp, zunächst mit diesen zu beginnen und nicht benötigte Menüs einfach zuzuklappen.

Logid Pro

Die Benutzeroberfläche von Logic Pro
(für größere Version auf das Bild klicken)


Logic besitzt wie GarageBand im rechten Bereich des Fensters eine Bibliothek, die Zugriff auf die Presets der Klangerzeuger und Effekte gestattet. Während GarageBand je nach ausgewählter Spur automatisch den passenden Editor (Audio oder MIDI) nach Klick auf das Scherensymbol im unteren Teil des Programm-Fensters einblendet, gestattet Logic direkten Zugriff auf die Edit-Fenster über die Buttons Mixer, Sample-Editor, Pianorolle, Notation, Hyper-Editor. Dort befinden sich auch die wichtigen Transport-Funktionen. Die linke Seite des Fensters umfasst den Mischpult-Kanal der aktuell angewählten Spur sowie den Master-Kanal des Logic-Mischpults. Hier können alle wichtigen Einstellungen vorgenommen werden, zum Beispiel das Einschleifen von Effekten, Laden von Software-Instrumenten.

Logic Express und Logic Studio

Logic Express (199 Euro) bietet die wichtigsten Funktionen von Logic Pro und eignet sich für sämtliche Aufgaben des Produktionsalltags. Logic Pro gehört zur Software-Suite Logic Studio (499 Euro), die neben Logic auch die Programme MainStage (Software für Live-Auftritte), Waveburner (Erstellung von Audio-CDs und –DVDs), Compressor (Codierung), Soundtrack Pro (Audiobearbeitung) und eine umfangreiche Sample-Bibliothek umfasst. Auf den Punkt gebracht lässt sich sagen, dass Logic Studio von allem mehr bietet: Mehr Samples, mehr Instrumente (z. B. Sculpture), mehr Plug-ins (z. B. Space Designer, Delay Designer), mehr Tools. Für beide Programme werden mindestens zwei GB Arbeitsspeicher empfohlen.

Logic Express
Logic Express: Ideal für Anwender, denen der Funktionsumfang
von GarageBand nicht mehr ausreicht.

Foto: Apple


Wer mit einem Laptop arbeitet oder auf eine große Sample-Bibliothek sowie MainStage und Soundtrack Pro verzichten kann, ist mit Logic Express gut bedient. Wer hingegen zwingend auf Surround Mixing (z. B. für Film) oder den TDM-Support für Digidesign-Hardware angewiesen ist, benötigt Logic Studio. Logic Express oder GarageBand User, die mit dem Gedanken spielen, sich eine Sample- und Instrumenten-Bibliothek in Form von GarageBand-Jam-Packs zuzulegen, greifen lieber gleich zu Logic Studio. Der Kaufpreis aller Jam-Packs zusammen beträgt genauso viel wie der Preis der kompletten Logic-Studio-Suite, welche diese bereits enthält. Es ist übrigens kein Fehler, erst einmal Logic Express zu wählen, da der Umstieg von Logic Express auf Logic Studio jederzeit möglich ist (299 Euro).

Neben Avid Pro Tools gehört Logic zum Standard in den meisten Tonstudios. Der Funktionsumfang ist riesig, die Klangqualität der mitgelieferten Klangerzeuger (mehr als 1000 Instrumente und 20.000 Apple Loops) und Effekte fantastisch. Ein Upgrade von Logic Express oder von alten Logic-5-Versionen (Mac wie Windows) auf Logic Studio ist übrigens jederzeit möglich.

Über den Tellerrand

Nach der Übernahme von Emagic durch Apple blieb der einstige Konkurrent Steinberg mit seiner Cubase-Produktlinie weiter am Markt und bietet gerade für Umsteiger von Windows auf Mac OS X mit Cubase und Sequel interessante Alternativen zu Logic und GarageBand. Qualitativ betrachtet ist es unbedeutend, für welchen Hersteller man sich entscheidet. Es spielen vor allem persönliche Vorlieben eine Rolle. Durch die Öffnung von Avid Pro Tools für Audio-Hardware von anderen Herstellern finden hier vor allem diejenigen eine Alternative, die später ihre Projekte in einem professionellen Studio weiter bearbeiten oder mischen wollen. Ableton hat mit Live ebenfalls einen interessanten Sequencer im Programm, der durch die Möglichkeit der nicht-linearen Arbeitsweise hervorsticht und zunehmend Marktanteile gewinnt.

Audio-Interface

Sobald ein Mikrofon oder Instrument zur Aufnahme an den Mac angeschlossen werden soll, muss ein Audio-Interface für die Verbindung angeschafft werden. Das Interface übernimmt die notwendige Verstärkung sowie die Analog-Digital-Wandlung des Signals. Der Anschluss an den Rechner erfolgt meistens per USB oder FireWire. Da Apple die neueste MacBook-Pro-Generation mit der Thunderbolt-Schnittstelle ausgestattet hat (und weitere Macs mit Thunderbolt folgen dürften), ist zu erwarten, dass künftig auch viele Hersteller von Audio-Hardware diese Schnittstelle unterstützen werden. Unternehmen wie Apogee und Avid haben bereits ihre Unterstützung für Thunderbolt angekündigt.

Komplete Audio 6

Ein Audio-Interface verbindet Audio-Equipment mit dem Mac.
Das Bild zeigt das neue Audio-Interface Komplete Audio 6.

Foto: Native Instruments


Kleine Interfaces besitzen lediglich einen Mikrofon- und Instrumenteneingang, größere hingegen eine umfangreiche Ausstattung mit vielen Mikrofon-Eingängen, Ausgängen, integrierter MIDI-Schnittstelle, Kopfhörer-Anschluss, weiteren digitalen Eingängen und vieles mehr. Für Musiker, die alleine und im Overdub-Verfahren (so nennt man das konsekutive Aufnehmen zu bzw. über bereits eingespielten Spuren) ihre Musik aufnehmen, reicht schon ein kleines Interface mit einem Mikrofon- und Instrumenten-Anschluss. Für die Aufnahme eines komplett mikrofonierten Schlagzeugs werden hingegen mindestens acht Mikrofonvorverstärker benötigt, für Multitrack Live-Aufnahmen nicht selten mehr als 24.

Eigene Musik im iTunes Store

Wer früher Musik produzieren wollte, war von einem Plattenvertrag mit einem Label abhängig, das die gesamte Produktion in einem Tonstudio vorfinanzierte. Home-Recording wurde ausschließlich für die Produktion von Demos zur Bewerbung bei einem Label betrieben. Für eine Veröffentlichung auf Schallplatte oder CD war die Qualität dieser Aufnahmen zu schlecht (Ausnahmen bestätigen die Regel: Bruce Springsteens Album Nebraska wurde komplett von ihm selbst auf einem 4-Spur Recorder aufgenommen und, weil er die Studio-Versionen für zu schlecht befand, auch so auf Schallplatte und CD veröffentlicht). Professionelle Aufnahme-Technik war für die meisten Musiker unerreichbar, die Produktionsmittel besaßen einige wenige Labels. Heutzutage erfolgen immer mehr Produktionen komplett im heimischen Rechner und im Zeitalter von YouTube, MySpace und Facebook ist es kein Problem mehr, auch ohne Label einen großen Bekanntheitsgrad zu erreichen.

Auch der Wunsch, die eigene Musik zu verkaufen, muss kein Wunschtraum bleiben. Über so genannte Aggregatoren gelangt die Musik weltweit in Online-Stores wie iTunes-Store, Musicload oder Amazon MP3. Musiker finden z. B. im Angebot von Dooload den richtigen Partner, der für wenig Geld die Musik in bis zu 360 Shops weltweit bringt. Nach einer kurzen Registrierung als Künstler oder Label und Abschluss eines Vertrags mit Dooload wird die Musik innerhalb von zwei bis sechs Wochen in den Online-Shops platziert. Pro Quartal kann eine Verkaufsstatistik eingesehen werden. Der Verdienst liegt bei einem Verkaufspreis von 0,99 Euro bei etwa 0,51 Euro pro Download im Künstler-Tarif Standard. Die restlichen Einnahmen entfallen auf GEMA-Gebühr, Shop-Gebühr und Umsatzbeteiligung von Dooload. Dooload betreibt zugleich einen Musikverlag, der nach Beitritt des Künstlers die Rechte-Auswertung weltweit betreibt und für die Vermarktung der eigenen Songs wichtig ist. Der Verlag kümmert sich um Radio/TV/Werbe-Einsätze und jegliche Anfragen bezüglich der Zweitverwertung der Songs. Beitreten können allerdings nur Künstler mit eigenem Material (keine Cover-Songs möglich).

Fazit

Wer mit dem Computer Musik produzieren möchte, findet im Mac einen idealen Partner. Apple hat viel Detailarbeit geleistet und Hard- wie auch Software perfekt auf die mögliche Nutzung als Musikcomputer vorbereitet. GarageBand eignet sich gut für erste Gehversuche in der computergestützten Musikproduktion und für kleinere Projekte. Mit Logic Express und Studio stehen zwei professionelle Werkzeuge aus dem Hause Apple zur Verfügung. So finden Einsteiger wie Profis das geeignete Werkzeug.

Eine Anmerkung sei noch erlaubt: Das Look & Feel von Apple-Produkten, sowohl auf Hardware- wie auf Software-Seite, unterstützt den kreativen Prozess und lenkt nicht davon ab. Vieles funktioniert einfach und so wird der Mac schnell zum Instrument - im Studio und auf der Bühne.

Kommentare

Super Artikel !!

Ich liebe Musik und höre Musik mehrere Stunden am Tag, doch "Musik machen mit dem Mac" war für mich bisher ein Buch mit sieben Siegeln. Ich habe mich mangels Fachwissen nie daran gewagt, obwohl ich eigentlich Lust dazu habe und Garage Band seit Jahren auf der Festplatte schlummert. Der Artikel hat mich nun dazu animiert, endlich einmal erste Schritte mit Garage Band zu wagen. Danke für den Artikel - wirklich ein toller Einstieg in die Thematik.

@tonic

Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es auf der Internetseite der iCreate (Partner-Zeitschrift von Mac Gadget) einige Tutorials zu GarageBand.

Ja, guter Artikel! Nur dass

Ja, guter Artikel!
Nur dass ein Mac mini mehr Leistung als vor 10 Jahren ein komplettes Tonstudio hat, ist nicht richtig bzw ein unglücklicher Vergleich.

@brainray

Ich möchte kurz darauf eingehen, warum ich den Mac mini für den Vergleich benutzt habe:

Es gab 2000/2001 zwar bereits Plug-ins und Software-Instrumente (VSTi wurde 1999 von Steinberg als Schnittstelle eingeführt), mehrere Software-Instrumente und eine ganze Batterie an Effekten gleichzeitig auf einem Rechner laufen zu lassen, war aber immer noch unmöglich oder nur mithilfe ganzer "PCI-Schränke" von ProTools DSP-Karten möglich. ProTools hatte gerade das Mix/Mix Plus System herausgebracht und die Software hatte, wenn ich mich richtig erinnere, noch die Versionsnummer 5 vor dem Punkt. Niemand hat zu diesem Zeitpunkt komplett im Rechner produziert. In den Studios stand ein Lexicon 480L (das 960 wurde da gerade erst vorgestellt) für Hall, meistens mehrere PCMs für Delay und Hall für Instrumente und einige Kompressoren von UREI, DBX etc. Klar, in den Superstudios in den USA oder GB war noch mehr Outboard-Equip vorhanden, die Brot-und-Butter-Studios in Europa arbeiteten allerdings mit dem genannten Equip. Aufgezeichnet wurde zwar mittlerweile oft digital, aber eben noch nicht alles im Rechner gemischt. Meistens lief alles noch über ein Mischpult. ProTools war eher Bandmaschine als komplettes Studio. Die teuren High-End Geräte gab es meistens höchstens ein oder zweimal pro Typ. Es war also undenkbar, für jeden Kanal einen eigenen UREI 1176 Kompressor etc. zu haben. Anfang 2001 hat z. B. die Zeitschrift Keyboards dies in einem Special als Ist-Zustand festgehalten und einen Blick in die Zukunft gewagt.

Heute kann ich mit einem Mac mini all das in einem Rechner machen, unabhängig davon, wie viele Hardware Geräte ich besitze. Ein einmal gekauftes Plug-in kann ich in jedem Kanal erneut einsetzen. Der Mac mini berechnet ohne Probleme mehrere Software-Instrumente sowie die Lexicon Plug-ins als Haupthall und mehrere Logic Plug-ins und EQs in jedem Kanal. Zwar werde ich ab einem gewissen Punkt die Freeze-Funktion benötigen, um den Rechner zu entlasten, das sollte aber nur bei großen Projekten oder sehr anspruchsvollen Plug-ins nötig sein. Alles zusammen genommen leistet demnach ein Mac mini mehr als die meisten Studios vor 10 oder 11 Jahren (Abbey Road oder die US-Superstudios mal ausgenommen).

Ja, ja... Schon gut,

aber samma, magal, kannse nich ma diese peinlich nackige Grauzone in Deinem Logic Pro 1.jpg mit wat buntem füllen?

Ich denke da an grüne Midi-Loops und blaue Audio-Loops, und dann noch ein paar Midi-Sequences und ein paar Audio-Sequences (selbstverständlich jeweils mit *anderen* Farben ;-) nebst Fade-In und Out, dem ein oder anderen Crossfade und einem geöffneten Floating Window vom verwendeten Limiter...

TIA
R.

Screenshot

Hallo R.,

stimmt, das hätte ich tun können, hatte ich in der ersten Variante auch. Im Zusammenhang mit dem Text hätte das aber nicht gepasst, denn der Screenshot sollte ja das Fenster so zeigen wie es aussieht, wenn ich Logic öffne und beschreibt dieses. Da hätte ein geöffnetes Projekt mit all seinen Farben, Parts, Automationskurven etc. nur verwirrt. Der Text richtet sich ja an Neulinge und nicht an Leute, die sowieso schon Logic kennen und damit schon lange arbeiten. Sollte es mal einen Artikel zu Logic direkt geben, werde ich Deinen Rat aber berücksichtigen. Wobei ich aber zugeben muss, dass ich dann konsequenterweise bei dem GarageBand Screenshot auch die Parts hätte weglassen müssen.

Nee, umgekehrt wird ein Schuh daraus

magal schrieb:
Der Text richtet sich ja an Neulinge...

Eben. Ich hatte selbstverständlich beim Lesen meine “Laien-Brille” aufgesetzt und mein Eindruck war: GarageBand & Logic Express “come with all the bells and whistles”, typisch Apple user-friendly, unterstützt durch Farben und Bildchen; wenn man jedoch auf das Profi-Programm aufrüstet, sieht man sich mit einem nüchternen grauen User-Interface konfrontiert, bei dem man sich nur noch fragt, wo denn jetzt die Unix Command Line Eingabe erfolgen soll... ;-)

magal schrieb:
Da hätte ein geöffnetes Projekt mit all seinen Farben, Parts, Automationskurven etc. nur verwirrt.

Im Gegenteil. Momentan versteht nur der Logic-Kenner, dass Du grade im Begriffe bist ein Ultrabeat Drumkit auszusuchen und erkennt, dass all die darunterliegenden Spuren höchst unterschiedlichen Zwecken dienen – der Laie kann das bestenfalls verstehen, wenn er die bunten Sequences mit den angesprochenen grafischen Mini-Displays sieht, die versuchen, den Unterschied zwischen Midi und Audio etc. zu verdeutlichen.

magal schrieb:
...hatte ich in der ersten Variante auch. Im Zusammenhang mit dem Text hätte das aber nicht gepasst

First take is always the best ;-). Ich würde eher den Text ändern, denn der Laie versteht den Sinn und Zweck des von Dir angesprochenen Templates nur, wenn er auch sehen kann, zu was das gut ist.

In diesem Sinne zeigst Du dann eben ein Bild von einem Template, in welches Du bereits einige Dinge eingefügt hast.

HTH
R.

P.S. Ich versuche nur Deinen an und für sich hervorragenden Artikel noch weiter zu optimieren; falls Du das jpg und den Text tatsächlich ändern solltest, können wir sicherlich unseren großzügigen Gastgeber bitten, diesen Dialog zu löschen ohne damit in Verdacht zu geraten Geschichtsverfälschung betrieben zu haben ;-)))

Screenshot, II.

Es stimmt, was Du sagst. Eigentlich ist der Screenshot nicht sehr repräsentativ für ein Apple-Produkt.

Eventuell tauschen wir den ja wirklich aus. Ist ja kein großer Akt. Werde mich mal mit SW beraten :-)
Eine konstruktive Diskussion kann nur dazu beitragen, etwas zu verbessern.
Den Text müssen wir wahrscheinlich gar nicht anpassen, weil es ja kein Tutorial ist, sondern lediglich zeigen soll, was der Mac Hobby-Musikern wie Profis zu bieten hat bzw. auch den Weg von der einen Station zur nächsten unterstützen kann. Vielen Dank jedenfalls für den Hinweis.

Verzeih mir...

magal schrieb:
Den Text müssen wir wahrscheinlich gar nicht anpassen...

...dass ich schon wieder rumnerve, aber...

magal schrieb:
Da Logic beim Starten jedoch wie GarageBand fertige Konfigurationen für die wesentlichen Aufgaben anbietet, ist es ein guter Tipp, zunächst mit diesen zu beginnen und nicht benötigte Menüs einfach zuzuklappen.

der letzte Teil dieses Satzes ist – mit Verlaub gesagt – totaler Blödsinn, denn das Zuklappen des Inst 15 Sub-Menüs links fördert lediglich mehr sinnfreie graue Fläche zutage und bewirkt, dass man – vorallem, sobald eine *andere* Spur angewählt wird (die ganz andere Parameter beinhaltet) – nicht mehr sieht, was Sache ist.

Ich mein’s wirklich nur gut mit Dir und Deinem Artikel... :-)))

R.

CPU

@magal: schon gut, schon gut, ich war vermutlich in Besserwisserlaune ;-)

Was ich im Übrigen auch toll finde: sogar das iPad kann ja richtig Musik machen. Das schöne an den Apps auf dem iPad ist, dass man mal wieder eine gewisse Leichtigkeit verspürt- ganz einfach, weil man gar nicht viel machen kann.

@brainray

Stimmt. Ich habe sogar selbst schon über ein iPad 2 dafür nachgedacht, eventuell zusammen mit dem tollen AKAI Controller, der demnächst auf den Markt kommt. Man hat dann gar nicht mehr das Gefühl, ein iPad zu spielen, sondern ein hochwertiges Instrument. Wenn Apple dem iPad in der nächsten Generation nun noch per Adapter Einzelausgänge spendieren würde, wäre alles prima. Ich bin auch gespannt, wann der erste Gitarrenverstärker kommt, der über ein iPod touch/iPhone Dock verfügt. Und obendrein kosten die Apps nur einen Bruchteil von dem, was die Software Instrumente auf dem Mac kosten.

Interessant in dem Zusammenhang ist dieses YouTube Video einer bekannten Worship Band. Die machen das auch live und nicht nur im Studio so:

http://www.youtube.com/watch?v=gaJ4A7mXJH8

iPad

zum AiPäd: Das Interessanteste dabei erscheint mir damit schnell mal ein paar Ideen zu realisieren, irgendwo, mit irgendjemandem. Das Ergenis wird dann auf einen "richtigen" Rechner überspielt. Dazu brauche ich keine Einzelausgänge, denn abmischen wäre wiederum das letzte, das ich auf einem iPad versuchen würde.

@ TE: Ich habe auch einen Mini, mag den gerne und habe damals in der Kreidezeit auch mit ProTools Mix gearbeitet, kenne also die zwei Welten recht gut. Der Mini kann mehr als mein damaliges Mix+, das weit mehr als das zehnfache gekostet hat. Trotzdem sind seine Schwachpunkte bei den lediglich 2 Kernen und der unflexiblen Art des Betriebssystems Lasten auf diese 2 Kerne dynamisch zu verteilen. Denn klicke ich in einen Kanal die von Dir genannten Plagz alle gleichzeitig, wird das auf einem Kern abgearbeitet, der geht in den roten Bereich und aus iss...Da ist das piepenhagen ob der andere Kern gar nix zu tun hat.

Jetzt sollte ich wirklich einmal testen, ob das analoge Beispiel zu einer weiteren DSP Karte beim PT System mit einem weiteren Mini über Node angekoppelt ein gangbarer Weg ist. Ich habe es (aus Faulheit? oder weil ich zu viel Gefummele erwarte) noch nie ausprobiert. Schande über mein Haupt!

der kleine Unterschied

Habe es schon mehrfach in Foren verbreitet und werde es auch weiter tun:
Der kleine Unterschied zwischen den PCs und Macs besteht in erster Linie in der Tatsache, dass Du einem Supporter am Hotlinetelefon sagen kannst: Habe Ableton Live 8.2 auf meinem Mini Late 2009 mit 2GB Ram mit OSX 10.6.7 laufen. Das und das geht nicht, kann das sein?

Der Hotliner: nein das läuft auf diesem Modell. Denn was da oben gesagt wurde reicht absolut aus um eine Diagnose stellen zu können.

Beim PC: Was hast Du denn für einen Prozessor, welchen Chipsatz, welche Grafikkarte ist in der Kiste, Welcher Hersteller hat den Chip für Deine Faiawaia Schnittstelle hergestellt? Nachden Du das alles rausgesucht und durchgegeben hast sagt er: Nimm mal ne andere Grafikkarte und hat dann 3 Tage Ruhe vor Dir. Wenn Du hartnäckig bist: Ouuhh! ein NEC Chip hat sich öfter als Problem rausgestellt, tausche mal aus.... usw. usw. Man kann nicht mal sagen, er wäre im Unrecht, tatsächlich ist es schier unmöglich alle Komponenten im Zusammenspiel zu testen. Bei Macs gibt es nur 42 oder 23 oder 51. Jedenfalls eine überschaubare Anzahl immer gleicher Hardwarezusammenstellung. Das ist der echte Vorteil.

Einzelausgänge

gaffer schrieb:
zum AiPäd: Das Interessanteste dabei erscheint mir damit schnell mal ein paar Ideen zu realisieren, irgendwo, mit irgendjemandem. Das Ergenis wird dann auf einen "richtigen" Rechner überspielt. Dazu brauche ich keine Einzelausgänge, denn abmischen wäre wiederum das letzte, das ich auf einem iPad versuchen würde.

Die Einzelausgänge wären auch eher live interessant, also um z. B. verschiedene Instrumente getrennt auf das FoH Pult auszuspielen oder aber einen Click für den Drummer auszugeben, während auf dem iPad ein Sequencer läuft.

Lastverteilung

gaffer schrieb:
Der Mini kann mehr als mein damaliges Mix+, das weit mehr als das zehnfache gekostet hat. Trotzdem sind seine Schwachpunkte bei den lediglich 2 Kernen und der unflexiblen Art des Betriebssystems Lasten auf diese 2 Kerne dynamisch zu verteilen. Denn klicke ich in einen Kanal die von Dir genannten Plagz alle gleichzeitig, wird das auf einem Kern abgearbeitet, der geht in den roten Bereich und aus iss...Da ist das piepenhagen ob der andere Kern gar nix zu tun hat.

Das ist leider wahr. Apple sollte an der dynamischen Verteilung der Last auf die Kerne von Logic dringend arbeiten.

Reicht MacBook Pro?

Super ausführlicher Artikel! Sehr gelungen! Eine Frage hab ich aber dennoch: Ich arbeite momentan noch unter Windows mit Ableton Live 8.2, Propellerheads Reason 4 und NI Komplete. Meine Frage ist jetzt: Kommt ein MacBook Pro mit einem i7 damit klar oder ist das gute Stück (Stichwort Mobiltechnik) dafür dann doch zu schwach auf der Brust? Ich würde gern auf ein MacBook Pro umsteigen, aber weiß nicht, ob das mit der oben genannten Software klar kommt - so rein von der Power. Kann mir da jemand von Euch weiterhelfen?

Core i7 mit vier Kernen ist mehr als ausreichend

Ein Core i7 mit vier Kernen ist mehr als ausreichend für die allermeisten Projekte. Dieser Prozessor hat enorme Leistung.

Ein Core i7 mit zwei Kernen ist auch noch sehr flott.

Wichtig ist der Arbeitsspeicher: unbedingt auf acht GB aufrüsten. Aber den zusätzlichen Speicher nicht bei Apple bestellen (wegen überzogener Preise), sondern z. B. bei DSP (siehe Banner hier ganz oben) bestellen und selbst einbauen (ist viel günstiger).

Schöne neue Welt...

Irgendwie faszinierend und beklemmend zugleich (das Youtube-Video mit der iPhone Band meine ich).

P.S.: Sehr schöner Artikel übrigens! *thumbsup* :-))

Mehrspuraufnahme

wie wird es möglich mehr Spuren bespielen zu können ?
Meine noch nicht sehr grosse Erfahrung hat mich gelehrt , dass mehr als 10 Spuren
Qualitätsverluste nach sich ziehen.
Ich habe einen Mac mini 2,5 kHz 8 gb Ram.
Ich mache obwohl ich einige Instrumente spiele ausschliesslich nur Acapella Aufnahmen.
Daran habe ich einfach Spass gefunden.
Also ich arbeite fast nur mit Stimme.
Angefangen habe ich mit einem alten von meinem Sohn ausgemusterten 10 Jahre alten
iMac , auf dem ich Garageband entdeckt habe ( alte Version natürlich)
Aufgenommen habe ich dort über das eingebaute Micro !
Die Ergebnisse waren nicht so schlecht wie man meinen könnte.
Aber ich kam bald an die Grenzen des machbaren.
Also ein wenig Geld investiert, Ein Mikro gekauft von Rode eine Schnittstelle von Steinberg
und halt den oben angesprochenen Mac mini.
Die Ergebnisse wurden "etwas" besser , aber wenn ich mir so manche Acapellastücke auf
YouTube anhöre bekomme ich Ohrensausen und möchte meine Stücke in die Tonne kloppen.
Dabei habe ich es musikalisch gesehen auch drauf.
Ich frage mich einfach : wie können die Leute so viele Spuren nebeneinander aufnehmen und alle Spuren
hören sich kristallklar an ?
Natürlich sind das Profis und ich bin Amateur - trotzdem würde ich gern wissen
welche Technik dafür wichtig ist.
Ausserdem wüsste ich gern ob Pro Logic auch für mich einen Schritt nach vorn bedeuten würde
gegenüber Garageband.