Steve Jobs ist tot

06. Okt 2011 02:30 Uhr - sw

Apple-Mitbegründer Steve Jobs ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Das teilte der Aufsichtsrat des Unternehmens mit. "Steves Brillanz, Leidenschaft und Energie waren die Quelle zahlloser Innovationen, die unser Leben bereichert und verbessert haben", heißt es in der Mitteilung.

Jobs erkrankte im Jahr 2004 an einer heilbaren Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nach erfolgreicher Operation und Genesung kehrte er wenige Monate später wieder auf den Chefposten bei Apple zurück. Anfang 2009 zwangen ihn erneute gesundheitliche Probleme zu einer beruflichen Auszeit. Im Juni 2009 nahm er die Arbeit wieder auf. Zu Beginn dieses Jahres musste er gesundheitsbedingt eine weitere Auszeit vom Tagesgeschäft bei Apple nehmen. Im August trat er endgültig als CEO zurück. Sein Nachfolger ist Tim Cook. Jobs hinterlässt vier Kinder.

Steve Jobs

Bild: Apple.com


Steve Jobs gründete Apple im Jahr 1976 zusammen mit Steve Wozniak und Ronald Wayne. Im Jahr 1985 verließ Jobs das Unternehmen nach einem internen Machtkampf. Ende 1996, als Apple die Firma NeXT übernahm, um eine technologische Basis für das künftige Betriebssystem Mac OS X zu erhalten, kehrte er zu Apple als Berater zurück. Im Sommer 1997 wurde der damalige Apple-Chef Gil Amelio vom Aufsichtsrat abgesetzt und Jobs übernahm als Interims-CEO die Führung Apples. Anfang 2000 wurde er dauerhafter Chef des Konzerns. Unter der Leitung von Jobs schrieb Apple eine einzigartige Erfolgsgeschichte und avancierte zum weltweit wertvollsten Unternehmen und zu einer der bekanntesten Marken der Welt.

Steve Jobs

Bild: Apple.com


Die Familie von Jobs teilte mit, dass "Steve friedlich im Kreise seiner Familie verstorben sei". Der neue Apple-Chef Tim Cook würdigte in einer E-Mail an alle Mitarbeiter des Unternehmens die Verdienste von Jobs. Vor der Apple-Zentrale in Cupertino wehen die Fahnen auf Halbmast.


Ein Nachruf von Robert Haberer (ergänzt am 10. Oktober 2011):

Danke, Steve!

"Denn die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun." Steve Jobs sah sich als einer dieser Menschen, die die Apple-Werbekampagne "Think Different" beschrieb – kurz nach seiner Rückkehr in die von ihm gegründete Firma, an deren Zukunft damals, 1997, niemand mehr glaubte. Jobs hat sie zu neuem Glanz geführt – im Zeichen von iMac, iPod, iPhone und iPad.

In seinen legendäre Präsentationen ("Keynotes"), zu denen Apple-Fans wie zu einem Wallfahrtsort pilgerten, beschwor der Meister der Inszenierung immer wieder seine Vision des "Computers für den Rest von uns". Sie trieb Jobs an, seit er 1976 mit Steve Wozniak und Ronald Wayne in der Garage seiner Adoptiveltern den Apple I zusammengelötet hatte. Das Startkapital der Firma: ein alterschwacher VW-Bus, der für die benötigten Bauteile verkauft wurde.

Mit dem ein Jahr später vorgestellten Apple II kam der kommerzielle Erfolg, 1980 der Börsengang. Studienabbrecher Jobs ("Das meiste, was man in der Schule lernt, ist völlig nutzlos.") war endgültig der Liebling der Medien. Ein Besuch im Forschungszentrum Palo Alto Research Center (PARC) des Kopiererherstellers Xerox inspirierte den nächsten Schritt: Der Macintosh verhalf dem Konzept der grafischen Benutzeroberfläche und der Maus zum Durchbruch.

Unbeirrbar hatte der Perfektionist Jobs das Konzept bis in die Details entworfen – seinem Motto folgend "Meistens wissen die Leute nicht, was sie wollen, bis man ihnen es zeigt." Die Rolle der eigentlichen Entwickler wie Jef Raskin und Bill Atkinson trat demgegenüber in den Hintergrund – der geniale Verkäufer überstrahlte sie und überwarf sich mit vielen, sogar mit seinem Jugendfreund Wozniak.

Seine Starrköpfigkeit verursachte 1985 den Bruch mit Apple. Jobs ging fortan eigene Wege: Erfolgreich mit dem Animationsfilmstudio Pixar ("Toy Story") – erfolglos mit NeXT-Computer.

Seine Niederlagen hat der Milliardär in Jeans und Rollkragen-Pullover weggesteckt und nach seiner Rückkehr zu Apple einen ständigen Triumph gefeiert: "Design ist, wie etwas funktioniert." – die "i-Familie" hat die Branche geprägt, Computer-, Musik- und Mobilfunkmarkt umgekrempelt. Sein Lebensweg, nicht zuletzt seine Krankheit, haben Jobs reifen lassen, bescheidener gemacht. Als er 2000 wieder dauerhaft Chef von Apple wurde, dankte er zum ersten Mal im "Namen der Mannschaft".

Die Crew mit dem neuen Kapitän Tim Cook tritt ein gewaltiges Erbe an. Die Firma mit dem angebissenen Apfel ohne Steve Jobs – für viele Fans ist das noch immer unvorstellbar.

(Robert Haberer ist Journalist bei der Ostsee-Zeitung (Rostock) und arbeitet seit 1992 mit Macintosh-Computern. Er gehört der Anwendergruppe MacPomm an, die historische Apple-Technik bewahrt.)

Kommentare

Das ist eine traurige Nachricht. Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen.
Die Welt verliert einen großartigen Mann und Visionär. Wir werden ihn vermissen.

[quote=Gerhard Uhlhorn]Das ist eine traurige Nachricht. Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen.
Die Welt verliert einen großartigen Mann und Visionär. Wir werden ihn vermissen.[/quote]

Dem kann ich nur zustimmen!

Als ich heute früh die Nachricht gehört habe, war ich kurze Zeit still.
Ich finde Steve hat unser aller Leben bereichert.
Die Produkte und das System sind so gemacht, dass ohne viele suchen alles funktioniert was ich will. Das Produkt ordnet sich dem Menschen unter. Zwingt ihm nichts auf!

Ich wünsche seiner Familie ein herzliches Beileid!

... und sie leben doch!

Auch nach seinem Tod wird Steven Jobs durch sein Wirken weiterleben. Er hat sehr viel für diese unsere Welt getan und verdient hohe Anerkennung. Ich bin sehr traurig.

[quote=maci][quote=Gerhard Uhlhorn]Das ist eine traurige Nachricht. Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen.
Die Welt verliert einen großartigen Mann und Visionär. Wir werden ihn vermissen.[/quote]

Dem kann ich nur zustimmen!

Als ich heute früh die Nachricht gehört habe, war ich kurze Zeit still.
Ich finde Steve hat unser aller Leben bereichert.
Die Produkte und das System sind so gemacht, dass ohne viele suchen alles funktioniert was ich will. Das Produkt ordnet sich dem Menschen unter. Zwingt ihm nichts auf!

Ich wünsche seiner Familie ein herzliches Beileid![/quote]

Zwei Zitate von Steve, die für sich sprechen:

"Alle Erwartungen, Aller Stolz, Alle Angst vor Peinlichkeiten oder Versagen, das alles fällt im Angesicht des Todes einfach ab."

"Verbrauche nicht die Zeit, um das Leben anderer zu Leben. Es gibt keinen Grund, nicht dem Ruf des Herzens zu folgen."

Danke für so viel mehr!

Die besten gehen zuerst...

Ich bin dakbar für seine Leistung - und die seiner Gefolgsleute! Ich habe dank der Apple-Produkte iMac, MacBook und iPhone soooo viel Zeit gespart.
Kein Administrieren, Rumsuchen nach Fehlern und vor allem ein meist reibungsloser Ablauf, der den Raum schenkt, sich mehr auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.
Steve und seine Leute schenkten mir (und bestimmt vielen anderen) damit etwas vom höchsten und wertvollsten Gut heutzutage:
ZEIT

Danke!!!!

Ein Verlusst für uns ALLE .....

Nun müssen sich die Fähigkeiten des neuen Käptn zeigen.
Ich bin nun stille ...

Dieter

MacMini Intel , 24er Dell TFT
DAC = ADA24 von ELV ,
Class D Verstärker, Tannoy Studio Boxen

Do not stand at my grave and weep,
I am not there; I do not sleep.
I am a thousand winds that blow,
I am the diamond glints on snow,
I am the sun on ripened grain,
I am the gentle autumn rain.
When you awaken in the morning’s hush
I am the swift uplifting rush
Of quiet birds in circling flight.
I am the soft starlight at night.
Do not stand at my grave and cry,
I am not there; I did not die.

Ich hatte das Glück 1989 als ersten Computer in meinem Leben, einen Apple SE kennen zu lernen und daran zu arbeiten.
1994 habe ich dann das erste Mal an einem Windows PC gesessen und nur gedacht:„sind das alles hier Masochisten?“.

Ich habe den damaligen Abgang von Jobs gesehen (und die Nachfolger wie Sculley/Spindler/Amelio) und wie es in der heutigen Zeit jeder tut gedacht - jeder ist ersetzbar. Das war ein Trugschluss, der mir bis heute die Augen und den Verstand offen hält. Menschen sind so individuell, das sie - wenn überhaupt - nur 'teilweise' ersetzbar sind. Der Mensch verfügt über zu viele unterschiedliche Charakteristiken. Ein 'Double' zu finden ist unmöglich, was heute all zu oft nicht erkannt wird.

Die Meldung über den Tod von Steve Jobs hat mich umgehauen. Ich arbeite jetzt schon so lange mit Apple Computern und mit den Präsentationen von Steve Jobs, dass Er und Apple für mich fast wie 'Arbeitskollegen' waren.

Der Familie von Steve Jobs mein Beileid - sie können sich sicher sein, dass Sie bei Ihrer Trauer nicht alleine sind.
Ich wünsche Tim Cook alles erdenklich Gute für die großen Aufgaben die vor Ihm liegen.

R.I.P. Steve Jobs

[Redaktions-Edit: Unpassende Bemerkungen entfernt]

Es hat nicht sollen sein dass er noch ein paar Jahre länger lebt... das ist traurig. Aber er hat erreicht was er erreichen wollte: Er hat Apple wieder aus dem Nichts gehoben und als innovativster Unternehmer sogar seinen alten Rivalen Bill Gates übertroffen. Steve Jobs hat seinen Traum verwirklicht und keiner wird ihm das jemals wegnehmen können .... RIP.
fibbo

Es ist alles schon gesagt, ein toller Visionär weniger auf der Welt. Aber wenn es einen Gott gibt, was passiert dann mit iGod in Heaven? Vertritt er ihn dann? Oder wird er etwa in der Cloud gespeichert?
RIP Steve

an die Familie, Freunde, Mitarbeiter und alle, die das Privileg hatten, diese herausragenden Mann persönlich zu kennen.

Es ist sehr traurig. Steve Jobs war die Seele von Apple, und wie über ein weltumspannendes, virtuelles WiFi-Netz waren alle Appleprodukte von seiner Aura gleichsam beseelt - das machte sie zu etwas Besonderem. Die Macs arbeiten wie immer, das iPad funktioniert, aber als ich gestern durch den Wald rannte, war mir, als hätte das iPhone seine Seele verloren. Ich war gestern den ganzen Tag nicht arbeitsfähig.