Ein Jahr Thunderbolt: Eine Zwischenbilanz

Im Februar 2011 stellten Apple und Intel die gemeinsam entwickelte Schnittstelle Thunderbolt vor. Dank der hohen Datenübertragungsrate, der Dual-Protokoll-Unterstützung, der geringen Latenz und der Möglichkeit der Geräte-Reihenschaltung soll sich Thunderbolt nach den Plänen der beiden Unternehmen als High-End-Schnittstellenstandard etablieren. Nun, ein Jahr später, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.

Aus Light Peak wird Thunderbolt

Thunderbolt wurde zunächst unter dem Codenamen Light Peak in Intels Entwicklungslaboren konzipiert. Bei der technischen Umsetzung arbeitete Intel eng mit Apple zusammen. Erstmals wurde die neue Schnittstellentechnologie im September 2009 auf einer Intel-Entwicklerkonferenz vorgestellt. Am 24. Februar 2011 folgte mit der Ankündigung einer neuen MacBook-Pro-Generation schließlich die Markteinführung unter dem Namen Thunderbolt.


Thunderbolt

Thunderbolt erreicht eine Datenübertragungsrate von bis zu zehn Gbit pro Sekunde und Kanal
Bild: Apple.com


Ursprünglich sollten optische Kabel in Thunderbolt zum Einsatz kommen, aus zwei Gründen entschieden sich Apple und Intel aber für Kupferkabel. Erstens sind Kupferkabel günstiger als optische Kabel. Zweitens ermöglichen Kupferkabel im Gegensatz zu optischen Kabeln eine Stromversorgung der daran angeschlossenen Geräte. Thunderbolt stellt bis zu zehn Watt Leistung zur Verfügung.

Die lang ersehnte Hochgeschwindigkeitsschnittstelle

Apple hat die FireWire-Schnittstelle erfunden und ihr ab Ende der 90er Jahre zum Durchbruch verholfen (der Anfang 1999 vorgestellte blau-weiße Power Macintosh G3 war der erste von Apple ausgelieferte Computer mit FireWire). Mehr als zehn Jahre gab es eine klare Schnittstellen-Rollenverteilung beim Mac: USB 1.1 bzw. USB 2.0 für Low-End-Peripherie wie Drucker, Tastatur, Maus oder Festplatten und FireWire 400 bzw. FireWire 800 für High-End-Geräte aus dem Audio- und Videobereich und für Speichersysteme.

Über viele Jahre war FireWire im Mac-Markt eine weithin akzeptierte und vielgenutzte Schnittstelle für High-End-Geräte. Doch gegen Ende des letzten Jahrzehnts stieß FireWire 800 an seine Grenzen – die von FireWire 800 bereitgestellt Bandbreite reichte für moderne Speichersysteme und anderes Profi-Equipment immer häufiger nicht mehr aus.


Thunderbolt

Thunderbolt basiert auf den Protokollen DisplayPort und PCI-Express
Bild: Intel.com


Abhilfe schien in Sicht: Im Jahr 2008 wurden schnellere FireWire-Standards verabschiedet. FireWire 1600 und FireWire 3200 liefern höhere Datenübertragungsraten (bis zu 1,6 bzw. 3,2 Gbit pro Sekunde) und viele Experten gingen damals davon aus, dass Apple die schnelleren FireWire-Versionen schrittweise in den verschiedenen Mac-Baureihen einführen wird.

Doch weit gefehlt. Apple verzichtete auf FireWire 1600/3200. Je mehr Zeit verstrich, desto mehr Zweifel kamen auf, ob FireWire noch eine Zukunft hat. Indes warteten professionelle Anwender händeringend auf die Implementierung einer zeitgemäßen, schnellen Schnittstelle für High-End-Peripherie. eSATA bot sich an, doch Apple zeigte dieser Schnittstelle die kalte Schulter. Wer schnelle Speichersysteme anbinden wollte, musste auf eSATA-Karten von Drittherstellern für MacBook Pro und Mac Pro zurückgreifen.

Im Februar 2011 wurde schließlich mit Thunderbolt die lang ersehnte Hochgeschwindigkeitsschnittstelle angekündigt, die eine Datenübertragungsrate von bis zu zehn Gbit pro Sekunde und pro Kanal (bei zwei verfügbaren Kanälen) bietet. Das Warten hatte ein Ende.

Der Stand der Dinge

Apple hat in den letzten zwölf Monaten seine Hausaufgaben gemacht. Alle Mac-Baureihen mit Ausnahme des Mac Pro sind inzwischen mit der Thunderbolt-Schnittstelle ausgerüstet. Ein neues Mac-Pro-Modell mit Thunderbolt wird für die nähere Zukunft erwartet, allerdings hängt dessen Markteinführung maßgeblich mit der Verfügbarkeit der nächsten Xeon-Prozessorgeneration von Intel zusammen (deren Auslieferung in größeren Stückzahlen soll Gerüchten zufolge demnächst anlaufen).

Echo ExpressCard/34 Thunderbolt Adapter

Adapter: ExpressCard/34-Karten an Thunderbolt-Macs nutzen
Foto: Sonnet Technologies


Auch an der softwareseitigen Thunderbolt-Unterstützung hat Apple kontinuierlich gearbeitet. Das Betriebssystem Mac OS X bietet inzwischen eine robuste und schnelle Unterstützung der Thunderbolt-Schnittstelle. Zudem hat Apple einen Bildschirm mit Thunderbolt-Anschluss und ein Thunderbolt-Kabel im Angebot.

Die Grundlagen sind also vorhanden – dennoch fällt die Thunderbolt-Zwischenbilanz durchwachsen aus. Denn nur wenige Peripheriegeräte mit Thunderbolt-Schnittstelle haben es bislang zur Marktreife gebracht, trotz einer recht stattlichen Anzahl an Ankündigungen. So haben viele Unternehmen innerhalb des letzten Jahres erklärt, Thunderbolt-Produkten in den Handel bringen zu wollen, passiert ist allerdings nur wenig.

Thunderbolt SSD

In Kürze verfügbar: Thunderbolt SSD mit 120 und 240 GB Kapazität
Foto: Elgato


Etliche Hersteller begründen dies mit den enormen technischen Herausforderungen, die die Entwicklung von Produkten für eine noch sehr junge und komplexe Schnittstellentechnologie wie Thunderbolt mit sich brächten. Diese führe dazu, dass sich die Entwicklung von Thunderbolt-Produkten länger hinziehe als erwartet, heißt es mancherorts. Andere Unternehmen hingegen halten sich (auch) wegen den noch hohen Kosten für Thunderbolt-Chips und –Kabel zurück.

Ausblick

Trotz der Anlaufschwierigkeiten sind die Zukunftsaussichten für Thunderbolt rosig. Die Schnittstelle wird durchstarten, wenn auch nur langsam. Dafür sprechen vor allem zwei Gründe.

Erstens die technologische Seite. Thunderbolt hat enormes Potential und ist mit zehn Gbit pro Sekunde und Kanal schon in der ersten Version deutlich schneller als eSATA, FireWire oder USB. Durch die geringe Latenz und die Möglichkeit der Reihenschaltung von Geräten eignet sich Thunderbolt ideal für den professionellen Einsatz. Zudem zeichnet sich Thunderbolt durch eine hohe Flexibilität aus. Die Dual-Protokoll-Unterstützung (PCI-Express und DisplayPort) ermöglicht den Anschluss von Monitoren und die Nutzung von Adaptern aller Art. Laut Intel hat Thunderbolt ein Steigerungspotential auf bis zu 100 Gbit/Sekunde in den nächsten zehn Jahren.

2big Thunderbolt Series

RAID-System mit Thunderbolt-Schnittstelle: 2big Thunderbolt Series
Foto: LaCie


Zweitens die Verbreitung der Schnittstelle. Apple hat Thunderbolt zum Standard bei den Macs erkoren und die Zahl der Thunderbolt-fähigen Macs steigt kontinuierlich. Zudem sollen in diesem Jahr vermehrt Windows-Systeme mit Thunderbolt ausgeliefert werden. Je mehr Thunderbolt-fähige Computer verkauft wurden, desto höher ist der Anreiz für die Hersteller, kompatibles Zubehör zu entwickeln. Gleichzeitig senken höhere Stückzahlen die Kosten für Thunderbolt-Chips und –Kabel.

Fazit

Die Etablierung einer neuen Schnittstelle benötigt Zeit. So war es damals bei FireWire, bei Thunderbolt ist es nicht anders. Im ersten Jahr hat Apple die Grundlagen für die Thunderbolt-Unterstützung geschaffen, während sich die Zubehörhersteller langsam mit Thunderbolt vertraut machen konnten. Im zweiten Jahr wird eine Vielzahl an Thunderbolt-Peripherie auf den Markt kommen, zugleich hält die Schnittstelle Einzug in die Windows-Welt. Die Zeit, sich ernsthaft mit Thunderbolt zu beschäftigen, ist jetzt gekommen. Signifikante Preissenkungen für Thunderbolt-Peripherie sind in den nächsten zwölf Monaten allerdings nicht zu erwarten.

Verfügbare und angekündigte Thunderbolt-Produkte

Zu den bereits verfügbaren Thunderbolt-Geräten gehören unter anderem

• das 27-Zoll-Thunderbolt-Display von Apple;

• der Echo ExpressCard/34 Thunderbolt Adapter von Sonnet Technologies, der die Nutzung von ExpressCard/34-Speicherkarten an Thunderbolt-Macs ermöglicht;

• die beiden Speichersysteme 2big Thunderbolt Series und Little Big Disk Thunderbolt von LaCie;

• ein Thunderbolt-Adapter von Matrox zum Anschluss von MXO2-Video-Interfaces;

• die RAID-Lösungen Pegasus R4 und Pegasus R6 von Promise Technology;

• der GoFlex Thunderbolt Adapter von Seagate zum Betrieb von 2,5-Zoll-Festplatten der GoFlex-Serie an Thunderbolt-Macs;

• ein Thunderbolt-auf-Fibre-Channel-Adapter von Promise;

• die Video-Interfaces Intensity Shuttle, UltraStudio 3D und Intensity Extreme von Blackmagic.

In den nächsten Wochen und Monaten kommen zahlreiche interessante Thunderbolt-Produkte in den Handel, wie zum Beispiel

• die Thunderbolt SSD von Elgato (Nachtrag: Inzwischen verfügbar, mehr dazu hier);

• ein Thunderbolt-Dock von Belkin;

• ein eSATA-Hub von LaCie (Nachtrag: Inzwischen verfügbar, mehr dazu hier);

Echo Express PCIe 2.0, ein Gehäuse für PCI-Express-Karten von Sonnet Technologies;

ExpressBox 3T, ein Gehäuse für PCI-Express-Karten von Magma;

ExpressBox 3T

ExpressBox 3T: Thunderbolt-Macs mit PCI-Express-Steckplätzen erweitern
Foto: Magma


RackMac mini Xserver, ein Thunderbolt-Rackgehäuse für den Mac mini mit PCI-Express-Steckplatz;

• das RAID-System My Book Thunderbolt Duo von Western Digital (Nachtrag: Inzwischen verfügbar, mehr dazu hier);

• eine Thunderbolt-Ausführung des Video-Interfaces HDX-SDI von Motu.

Außerdem wollen einige Hersteller eigene Thunderbolt-Anschlusskabel auf den Markt bringen. Bislang ist ein solches Kabel nur von Apple erhältlich.

Noch nicht angekündigt wurden Thunderbolt-Leergehäuse für Festplatten und SSDs sowie Adapter, beispielsweise Thunderbolt-auf-Ethernet oder Thunderbolt-auf-FireWire. Aufgrund der zu erwartenden Nachfrage ist jedoch davon auszugehen, dass sich diese Produkte bereits in der Entwicklung befinden.

FireWire wohl vor dem Aus

Die Schnittstellenverteilung bei künftigen Macs dürfte klar sein: USB 3.0 für den Low-End-Bereich, Thunderbolt für High-End-Peripherie. USB 3.0 wird höchstwahrscheinlich mit der neuen "Ivy Bridge"-Prozessorarchitektur, deren Markteinführung für die kommenden Monaten erwartet wird, in Macs Einzug halten. Für FireWire sieht es hingegen düster aus. Apple hat sich bewusst gegen schnellere FireWire-Standards und für Thunderbolt entschieden. Daher wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis FireWire gestrichen wird. Sofern ein Thunderbolt-auf-FireWire-Adapter auf den Markt kommt, dürfte der Wegfall von FireWire zu verschmerzen sein.

Kommentare

Sehr guter Artikel!

Ich beurteile die Lage ähnlich. In 1-2 Jahren werden wir Apple für Thunderbolt noch so richtig dankbar sein. Thunderbolt zählt zu den wenigen sehr guten Entscheidungen Apples der letzten Jahre. So frühzeitig auf diese moderne Schnittstelle zu setzen, ist weitsichtig. Wie damals bei FireWire. Ich bin sehr froh, dass die Macs Thunderbolt haben und damit für die Zukunft gerüstet sind.

Tblt – Frühgeburt?

Finde den Artikel sehr gut.
Mich würde aber trotzdem eine Gegenüberstellung der Preise aller derzeitigen Tblt-Lösungen interessieren und ganz besonders die Meinungen darüber. Ich habe hier, seit nicht ganz einem Jahr einen iMac, an dem so tolle Tblt-Schnittstelle brach liegt, weil die Preise der Verfügbaren System (für mich?) unerträglich sind.
Weiter kann ich noch immer nicht glauben, dass Apple USB 3.0 einbauen wird. Falls sie es dennoch tun, würde sich die Tblt-Situation für die nächsten zwei Jahre – zumindest preislich – nicht ändern. Der USB 3.0-Markt beginnt gerade zu boomen. Ich bin sehr skeptisch – genau deswegen, sind alle "sehnsüchtige" Berichte darüber 12-18 Monate eigentlich nur müßig.

Thunderbolt

Akzeptiert, Thunderbolt ist eine überragend gute Schnittstelle. Leider ist alles im Zusammenhang damit (noch) viel zu teuer. Damit sich das ändert, wird einiges davon abhängen, ob mit dem Ivy Bridge Chipsatz Thunderbolt auch in der PC-Welt Fuss fassen kann.

Ergänzung

Hallo,
was noch fehlt bei der Auflistung der Ankündigungen ist die externe SSD von OCZ: http://pcper.com/news/Storage/CES-2012-OCZ-Shows-Lightfoot-Thunderbolt-E...

Bei Geschwindigkeitsangaben, die die Hersteller machen bin ich zwar immer skeptisch, dennoch dürften die Übertragungsraten deutlich höher ausfallen als bei dem Produkt von Elgato.

Nur ein Anschluss?

Ich warte auch schon gebannt auf ein externes Festplattengehäuse, das 2 Anschlüsse hat. Denn: wenn ich einen mac mit _einem_ Thunderbolt Anschluss habe (wie die meisten Macs aus 2011), und schliesse hier eine Festplatte an - wo schliesse ich einen externen Monitor an? Oder denke ich das falsch?

Den Artikel finde ich auch gut, ich sehe das ähnlich. Ich kann mich noch sehr gut an die Einführung an USB erinnern, das hat auch lange gedauert.

USB 3 kommt zwangsläufig

jopi schrieb:
Weiter kann ich noch immer nicht glauben, dass Apple USB 3.0 einbauen wird.

Doch, USB 3 wird kommen. Zwangsläufig. In neuen Intel-Chipsätzen ist USB 3 serienmäßig integriert. Wenn Apple weiterhin Intel-Chipsätze einsetzt (wovon stark auszugehen ist), werden auch künftige Mac-Modelle USB 3 haben.

Meiner Meinung nach ist USB 3 keine wirkliche Konkurrenz zu Thunderbolt. USB 3 bietet einen Kanal mit 5GBit/Sekunde. Thunderbolt hingegen zwei Kanäle mit je 10GBit/Sekunde. Bei SSDs neuester Generation kommt USB 3 schnell ans Limit, während Thunderbolt noch erhebliche Reserven frei hat. Hinzu kommen die weiteren technischen Vorteile, die Thunderbolt gegenüber USB 3 bietet.

Thunderbolt hat eine Zukunft, da bin ich mir sicher. Einfach etwas Geduld haben. Bei FireWire haben wir anfangs auch recht lange auf Peripherie gewartet. Das wird schon.

PS: Der Artikel ist wirklich sehr gelungen!! Lob an MacGadget!

Versorgte Laufwerke

brainray schrieb:
Oder denke ich das falsch?
Ja, möglicherweise. ;-) Denn das betrifft nur die Laufwerke, die durch den Mac mit Strom versorgt werden. Alle anderen haben üblicherweise einen durchgeschleiften Bus. Das war schon bei FireWire so.

Speziell für/von Apple angepasstes Board?

Zitat:
Hannes schrieb:

Doch, USB 3 wird kommen. Zwangsläufig. In neuen Intel-Chipsätzen ist USB 3 serienmäßig integriert. Wenn Apple weiterhin Intel-Chipsätze einsetzt (wovon stark auszugehen ist), werden auch künftige Mac-Modelle USB 3 haben.

Ich hoffe ich liege falsch aber nach alledem, was Apple sich bisher geleistet hat, bezüglich "Schutz" ihrer "Märkte", kann ich mir schon vorstellen, dass sie USB 3 auf ihren Boards "totschalten".
Denn sie wissen, dass "wir" ja schon Einiges hingenommen haben...

Weitsichtigkeit läßt sich

Weitsichtigkeit läßt sich korrigieren.

Mir drückt in Sachen Schnittstellen zur Zeit kein Schuh. Insoweit kann ich das einigermaßen leidenschaftslos verfolgen. Aber ich stelle mir gerade einen PC-User vor, der einen neuen Rechner mit Thunderbolt und USB 3.0 vor sich hat. Er will sich eine externe Festplatte kaufen und wählt eine superschnelle SSD, die schnellste Peripherie, die heute für Geld zu kaufen ist.

Die USB 3.0 Variante ist laut Testberichten exakt genauso schnell wie die Thunderbolt-Variante. USB 3.0 Controller sind inzwischen einigermaßen ausgereift, bei Thunderbolt berichtet die Presse monatlich von neuen Macken und empfiehlt, auf die nächste Firmware-Revision zu warten. Und, die Thunderboltvariante ist hundert Euro teurer. Oder anders, bei USB 3.0 bekommt er fürs gleiche Geld ca. 80 GB mehr Speicherplatz. Noch Fragen?

Unter diesen Umständen kann man sich die theoretisch doppelte Geschwindigkeit von Thunderbolt ins Haar reiben. Weniger Kabel, Kombination von Displayport und schneller Datenschnittstelle? Wie bitte, welchen PC-Nutzer interessiert denn sowas, dann würde er ja einen Mac kaufen (und notfalls Windows installieren). Also, unterm Strich muß Apple die kritische Masse potentieller Kunden allein hervorbringen durch Mac-Verkäufe bevor sich auf dem Peripheriemarkt etwas tut, da bin ich mir sicher.

Wie Apple tickt

@jopi: Du weist offensichtlich nicht wie Apple tickt. Protektionismus war noch nie Apples Art. Wenn sie so etwas machten, dann nur um ein Produkt für den Kunden auf Dauer gut zu machen.

Beispiel: Einführung von USB auf den ersten iMacs: Apple hat alle bisherigen Schnittstellen weggelassen, weil sich sonst USB bis heute nicht durchgesetzt hätte. Wir würden dann noch immer mit Centronics-Schnittstellen und RS232 rum hantieren. Denn die damaligen PCs hatten ja schon längst alle USB an Bord, nur hat es keiner genutzt. Ja viele Hersteller haben USB nicht mal mehr herausgeführt. Nur durch das Weglassen der bisherigen Schnittstellen wird der Benutzer gezwungen die neuen zu auch nutzen. Und erst das erzeugt eine ausreichend hohe Nachfrage. Und nur so lässt sich eine neue Technologie etablieren. Und das dient letztlich dem Wohl des Kunden.

Apple lässt USB 3 nicht etwa weg, weil sie ihre eigenen Technologien schützen wollen, sondern weil USB 3 bisher zu wenig genutzt wurde, und weil selbst Intel keine Notwendigkeit sah dieses in die Chipsätze zu integrieren. In dem Moment, wo Intel USB 3 integriert, könnte Apple das auch anbieten. Man muss aber sehen wie es sich entwickelt. In jedem Fall ist USB nicht (mehr) die beste Lösung für den Kunden, sondern nur die billigste. Und solche Kompromisse geht Apple (gottseidank) ungern ein.

Ja, bei nur einem Laufwerk. Aber was ist wenn man mehrere hat?

cvoelker schrieb:
Die USB 3.0 Variante ist laut Testberichten exakt genauso schnell wie die Thunderbolt-Variante.
Was wohl am minderwertigen Bridge-Chip liegen dürfte. Das wird sich aber in Kürze ändern. Und wenn mehrere Laufwerke vorhanden sind (z.B. als RAID geschaltet oder einfach nur gleichzeitig am Bus genutzt) dann ist es schon jetzt nicht mehr so.

Test zur Elgato-Thunderbolt-SSD

Bei der Macwelt macwelt.de/artikel/_Tests/380388/test_elgato_thunderbolt_ssd/1 gibt es inzwischen einen Test der Elgato Thunderbolt-SSD. Auch wenn intern nur SATA II verbaut wurde und dadurch weder die SSD noch Thunberbolt ausgereizt werden ist das Teil schon recht flott. Mit SATA III wirds irgendwann in der Zukunft dann noch mal deutlich flotter.

Gibts den jenseits von SATA III schon was?

SAS

... siehe hier:

SAS ist noch schneller als SATA, aber nur bei entsprechender Auslastung (mehrere Zugriffe gleichzeitig).

Ist aber auch teurer.

Maculi schrieb:
Bei der Macwelt macwelt.de/artikel/_Tests/380388/test_elgato_thunderbolt_ssd/1 gibt es inzwischen einen Test der Elgato Thunderbolt-SSD. Auch wenn intern nur SATA II verbaut wurde und dadurch weder die SSD noch Thunberbolt ausgereizt werden ist das Teil schon recht flott. Mit SATA III wirds irgendwann in der Zukunft dann noch mal deutlich flotter.

Gibts den jenseits von SATA III schon was?

Das hört sich ja jetzt schon etwas religiös an?

Gerhard Uhlhorn schrieb:
@jopi: Du weist offensichtlich nicht wie Apple tickt. Protektionismus war noch nie Apples Art. Wenn sie so etwas machten, dann nur um ein Produkt für den Kunden auf Dauer gut zu machen.

Beispiel: Einführung von USB auf den ersten iMacs: Apple hat alle bisherigen Schnittstellen weggelassen, weil sich sonst USB bis heute nicht durchgesetzt hätte. Wir würden dann noch immer mit Centronics-Schnittstellen und RS232 rum hantieren. Denn die damaligen PCs hatten ja schon längst alle USB an Bord, nur hat es keiner genutzt. Ja viele Hersteller haben USB nicht mal mehr herausgeführt. Nur durch das Weglassen der bisherigen Schnittstellen wird der Benutzer gezwungen die neuen zu auch nutzen. Und erst das erzeugt eine ausreichend hohe Nachfrage. Und nur so lässt sich eine neue Technologie etablieren. Und das dient letztlich dem Wohl des Kunden.

Apple lässt USB 3 nicht etwa weg, weil sie ihre eigenen Technologien schützen wollen, sondern weil USB 3 bisher zu wenig genutzt wurde, und weil selbst Intel keine Notwendigkeit sah dieses in die Chipsätze zu integrieren. In dem Moment, wo Intel USB 3 integriert, könnte Apple das auch anbieten. Man muss aber sehen wie es sich entwickelt. In jedem Fall ist USB nicht (mehr) die beste Lösung für den Kunden, sondern nur die billigste. Und solche Kompromisse geht Apple (gottseidank) ungern ein.

Hm – Verfolge das Thema Apple jetzt auch schon seit fast 20 Jahren. Mit Sicherheit nicht auf Deinem technischem Niveau aber dennoch sehr leidenschaftlich – sowohl Pro als auch Contra. Bin hier nicht ganz Deiner Meinung. Denke das Apple inzwischen sehr genau weiss, wie man den Dollar verdient. Und dass ihre Motive altruistischer Art wären, kann ich nicht nachempfinden.
Z.B.Keine Unterstützung von BlueRay – was soll hier "zum Wohle des Kunden sein"? Sie wollen natürlich, das zumindest der Apfelnutzer gefälligst zu ihrem iTunes geht.
Z.B. die Flash-Debatte: Gut ist speicherhungrig – aber die ARMS werden doch immer stärker? Gut hier gehts sicherlich darum, das Monopol von Adobe aufzubrechen – aber das kommt ja dann auch eher Apples iTunes-Filmverleih zu gute. Uns allen waren doch bisher die Formate doch völlig schnurz?
Z.B. kann man bei den aktuellen iMacs nicht mehr selber die internen Festplatte durch das Produkt eines Drittherstellers tauschen. Das Kühlgebläse spielt bei "eigenen" HDs komplett verrückt. Nichteinmal die iFixit-Leute können helfen. Das Kann nur noch Apple bzw. ein autorisierter Sevicebetrieb.
Das Ergebnis: Es fließt auf jeden Fall wieder etwas mehr Geld in Apples Taschen. Auch hier ist es nicht zu meinem wohl. Tausche seit 20 Jahren HDs und mehr hin und her. Jetzt gehts nicht mehr.
Eine ähnliche Geschichte: iPhone- und MacBook-Akkus.
Für all diese Themen, sind die ganzen "technischen" erklärten Gründe dafür mit Sicherheit zum größten Teil nur vorgeschoben.

Tblt ist mit Sicherheit ne geile Sache. Aber im Unterschied zur Einführung von USB 2 oder FW haben die Kabel damals nicht umgerechnet 100DM gekostet.
Deine Interpretation von "zum Wohle des Kunden" – bei allem Respekt, ist mir eindeutig zu teuer. Die ganze Neueinführungen zu meinem Wohle, werden zum großen Teil auf meinem Rücken ausgetragen.
Aber vielleicht sind ja hier wir Apple-Nutzer die wahren "Altruisten", die wir Apple finanziell die Möglichkeit dazu geben tolle neue Sachen zu erfinden – zu unsererm eigenem Wohl, und damit sie dann irgendwann auch jeder PC-Nutzer genießen kann – Uups – beißt sich jetzt die Katze in Ihren Schwanz...?

Dies und das

jopi schrieb:

Denke das Apple inzwischen sehr genau weiss, wie man den Dollar verdient. Und dass ihre Motive altruistischer Art wären, kann ich nicht nachempfinden.
Z.B.Keine Unterstützung von BlueRay – was soll hier "zum Wohle des Kunden sein"? Sie wollen natürlich, das zumindest der Apfelnutzer gefälligst zu ihrem iTunes geht.
Z.B. die Flash-Debatte: Gut ist speicherhungrig – aber die ARMS werden doch immer stärker? Gut hier gehts sicherlich darum, das Monopol von Adobe aufzubrechen – aber das kommt ja dann auch eher Apples iTunes-Filmverleih zu gute. Uns allen waren doch bisher die Formate doch völlig schnurz?
Z.B. kann man bei den aktuellen iMacs nicht mehr selber die internen Festplatte durch das Produkt eines Drittherstellers tauschen. Das Kühlgebläse spielt bei "eigenen" HDs komplett verrückt. Nichteinmal die iFixit-Leute können helfen. Das Kann nur noch Apple bzw. ein autorisierter Sevicebetrieb.

Optische Medien haben keine Zukunft. Das ist meine feste Meinung, obwohl ich mit den Scheiben einiges verdient habe :-). Mit jeder höheren Kapazität wird die Kompatibilität zu anderen Laufwerken immer schlechter. CDs konnte man eigentlich immer lesen, auch gebrannte, bei den DVDs gabs deutlich mehr Probleme, bei DVD DL bin ich froh, wenn ich die gebrannte Scheibe auch wieder selbst lesen kann (ich habe mehrere optische Laufwerke). Auf BluRay hatte ich keine Lust mehr. Ich weiss, dass das nicht nur mir so ging. Dass Apple weiss, wie man Geld verdient, glaube ich übrigens auch.

Die Front gegen Flash lief mir auch gut rein, das Programm nervt mich permanent, ich konnte noch nie einen Vorteil von .flv gegenüber .mp4 sehen, aber viele Nachteile (lausige Quali im Internet war immer flv!!!). CPU Power zu verbraten finde ich unanständig. Adobe besitzt die Unverschämtheit, einem Benutzer eines PPC Macs zu sagen er solle updaten, bietet aber nur noch Intel-kompatible Player an (ok, PPC ist nicht up-to-date, aber dieser Zug ist lausig)

Also diese beiden Entscheidungen würde ich absolut bejahen, obwohl ich kein bedingungsloser Fan von Apple bin, dazu arbeite ich schon viel zu lange damit. USB 3 wird kommen, der mehrfach genannte Grund: die Intel-Chipsätze haben es endlich integriert. Und TB wird verbessert, sobald die PC Jungs auf den Zug aufspringen. Dann wird keiner mehr von Kosten, sondern nur noch von Gewinnen reden.

Was ist mit TB und PC’s?

Hier ist nur von Apple die Rede, was ist mit den PC Herstellern? Kann ich mein TB Display in 2 Jahren vielleicht auch mit einem Windows oder Linux Laptop laufen?
Das es nur ein Kabel für 100 Mark von Apple gibt (und ein paar billige Drahtsachen für Festplatten bei ebay mit "bitte zurückschicken, wenn was nicht läuft") ist schon etwas ernüchternd.

Hoffentlich gibt sich die Industrie bald einen Ruck.

Gruß Uli