Time Machine: Grundlagen, Konfiguration, Datenwiederherstellung

08. Mai 2013 18:00 Uhr - Redaktion

Seit Mac OS X 10.5 ist die Datensicherungssoftware Time Machine fester Bestandteil des Apple-Betriebssystems. Sie wurde in den letzten Jahren kontinuierlich von Apple weiterentwickelt und verfeinert und stellt inzwischen eine ausgereifte und leistungsfähige Lösung zum Anlegen von Backups dar. In diesem Artikel führt MacGadget umfassend in Time Machine ein und erläutert Grundlagen, Konfiguration und Datenwiederherstellung.

Inhalt

1) Grundlagen

2) Einrichten und erstes Backup

2.1) Ein Time-Machine-Volume für Backups von zwei oder mehreren Macs nutzen

2.2) Mehrere Time-Machine-Volumes an einem Mac nutzen

3) Einstellen und Konfigurieren

3.1) Lokale Backups

4) Datenwiederherstellung

4.1) Einzelne Dateien und Ordner wiederherstellen

4.2) Systemwiederherstellung

4.3) Benutzerdaten per Time Machine migrieren

5) Empfehlenswerte kostenlose Software

5.1) Tedium

5.2) TimeMachineScheduler

5.3) TimeMachineEditor

6) Lösungen für häufig auftretende Probleme

6.1) Was tun, wenn das Backupvolume voll ist?

6.2) Übertragung eines Time-Machine-Volumes auf ein neues, größeres Laufwerk

6.3) Dateien aus dem Backup löschen

6.4) Datei aus fremden Time Machines wiederherstellen

6.5) Time Machine startet ein vollständiges anstelle eines inkrementellen Backups

7) Profi-Tipps für das Terminal

7.1) Nicht zertifizierte Festplatten und SMB-Shares mit Time Machine nutzen

7.2) Das Backup-Intervall ändern

7.3) Lokale Backups auf Desktop-Macs aktivieren


1) Grundlagen

Apples Backupsystem namens Time Machine sichert das Betriebssystem und Ihre eigenen Daten wie Bilder, Videos und Texte automatisch. Es funktioniert sowohl mit internen und externen Festplatten als auch mit Netzwerklaufwerken, den so genannten Network Attached Storages (NAS).

Mit einem Time-Machine-Backup sichert man sich gegen einen Defekt des Startlaufwerks ab. Dank des Backups lässt sich das System auf einer neuen Festplatte bzw. SSD problemlos und schnell wieder herstellen. Zudem kann das Time-Machine-Backup dazu genutzt werden, das System auf einen neuen Mac zu übertragen. Doch damit nicht genug: Time Machine ermöglicht ferner die Wiederherstellung einzelner geänderter bzw. gelöschter Dateien und Ordner. Die Erstellung von Backups gehört zu den wichtigsten Grundregeln bei der Computernutzung. Mac-Anwender sollten daher Time-Machine auf jeden Fall nutzen.

Time Machine erstellt beim ersten Start eine vollständige Sicherungskopie des Startlaufwerks. Anschließend werden nur noch neu hinzugekommene sowie geänderte Dateien und Ordner gesichert. Time Machine behält stündliche Backups der letzten 24 Stunden, tägliche Backups des letzten Monats und wöchentliche Backups aller vorherigen Monate.

Time Machine

Time Machine in den Systemeinstellungen.



Die Größe des Backup-Volumes ist abhängig vom zu sichernden Laufwerk und der Anwendungsgebiete. Sofern Sie nicht Programme nutzen, die ein hohes Datenaufkommen verursachen (zum Beispiel bei der Videobearbeitung), sollte das Backup-Volume doppelt so groß sein wie das zu sichernde Laufwerk, d. h. eine 2000-GB-Festplatte genügt im Regelfall zur Sicherung eines 1000-GB-Volumes. Doch die Verwendung eines einzigen Backuplaufwerks hat auch einen gravierenden Nachteil: Fällt dieses durch einen Defekt aus, ist das Backup vollständig verloren.

Besser ist die Sicherung auf einem so genannten RAID-1-System ("Redundant Array of Independent Disks"). Ein RAID-1-System besteht aus mindestens zwei Festplatten und sichert alle Daten identisch auf allen Laufwerken. Durch die Spiegelung der Daten bietet RAID-1 volle Redundanz. Der Ausfall eines Laufwerks führt nicht zum Datenverlust, da die Daten auch auf den anderen Laufwerken vorhanden sind. Der Nachteil eines RAID-1-Systems sind die höheren Anschaffungskosten und der höhere Stromverbrauch. Der Vorteil ist die höhere Sicherheit gegenüber einem einzigen Backuplaufwerk.

Der Idealfall ist also ein Time-Machine-Backup auf einem RAID-1-System. Alternativ lassen sich aber auch zwei separate Festplatten im Wechsel für die Datensicherung nutzen.

Unabhängig von Time Machine bietet Mac OS X seit der Version 10.7 die Dokumentenversionierung an. Programme, die diese Funktion unterstützen, speichern mehrere Versionen eines Dokuments auf dem Startlaufwerk. Das Wiederherstellen einer früheren Dokumentenversion erfolgt über eine an Time Machine angelehnte Oberfläche.


2) Einrichten und erstes Backup

Das Einrichten von Time Machine ist denkbar einfach: Einfach eine Festplatte bzw. ein RAID-1-System mit dem Mac verbinden, anschließend fragt Mac OS X, ob das Volume für Time-Machine-Backups genutzt werden soll. Nach Klick auf "Als Backup-Volume verwenden" werden die Time-Machine-Einstellungen geöffnet. Backups sind nur auf Laufwerken mit dem Mac-Dateisystem HFS+ möglich. Nutzt das Backup-Volume ein anderes Dateiformat, weist Time Machine darauf hin, dass es erst mit HFS+ formatiert werden muss – eventuell vorhandene Daten auf dem Backup-Volume gehen dabei verloren. Zum Zugriff auf HFS-Laufwerke unter Windows wird eine Software wie beispielsweise der HFS Explorer benötigt, Linux bringt bereits HFS-Treiber mit.

Time Machine

Time-Machine-Frage beim Anschluss einer neuen Festplatte.



Seit Mac OS X 10.7 können verschlüsselte Backups angelegt werden. Wenn Sie das Time-Machine-Backup verschlüsseln, merken Sie sich unbedingt das Passwort, da das Wiederherstellen sonst unmöglich ist.

Falls Sie Time Capsule oder ein WLAN-Laufwerk für die Datensicherung nutzen wollen, empfiehlt es sich, das erste Backup über eine Kabelverbindung (beispielsweise Ethernet oder USB) durchzuführen, denn die Übertragung großer Datenmengen dauert über ein kabelloses Netzwerk um ein Vielfaches länger. Außerdem wichtig zu wissen: Time Machine löscht bei Platzmangel automatisch die ältesten Dateien aus dem Backup.

Wenn Sie in den Time-Machine-Einstellungen den Punkt "Time Machine in der Menüleiste anzeigen" aktivieren, informiert ein systemweites Menü ständig über den aktuellen Status von Time Machine.

2.1) Ein Time-Machine-Volume für Backups von zwei oder mehreren Macs nutzen

Um Backups unterscheiden zu können, verwendet Mac OS X den Computernamen als ID. So können Sie Backups mehrerer Macs auf einer Festplatte sichern. Schließen Sie diese einfach nach und nach an alle zu sichernden Macs an und warten Sie, bis das Time Machine Symbol in der Menüleiste nicht mehr rotiert – das dauert je nach Datenmenge einige Minuten pro Gigabyte. Time Machine zeigt im Menü an, welche Datenmenge es bereits gesichert hat. Nach dem Auswerfen der Festplatte können Sie die Daten vom nächsten Mac sichern. Komfortabler ist die Sicherung mehrerer Macs auf einer Time Capsule, einem NAS oder auch auf einer Festplatte, die am Internet-Router angeschlossen ist. Die Time-Machine-Partition ist damit jederzeit im Netzwerk verfügbar, Backups verschiedener Macs werden dabei auch gleichzeitig erstellt.

2.2) Mehrere Time-Machine-Volumes an einem Mac nutzen

Seit Mac OS X 10.7 kann Time Machine vollständige Backups auch auf mehreren Festplatten erstellen. Das ist nützlich, wenn sie Ihren mobilen Mac jeweils im Büro und zu Hause sichern möchten. Dazu besorgen Sie sich einfach zwei Festplatten. Nennen Sie diese identisch, etwa "Backup". Time Machine wird Sie beim Anschließen der ersten Festplatte nach dem Sichern fragen und anschließend ein vollständiges Backup erstellen. Danach schließen Sie einfach die zweite Festplatte an und starten die Sicherung über das Time Machine-Menü erneut. Mac OS X 10.8 geht noch einen Schritt weiter und verteilt Backups sogar über mehrere Festplatten.


3) Einstellen und Konfigurieren

In den Systemeinstellungen können Sie Time Machine konfigurieren und einzelne Ordner vom Backup ausschließen. Das kann etwa die Filmsammlung oder ein Ordner mit Projektdateien sein, die nicht gesichert werden müssen. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche "Optionen" und ziehen Sie die entsprechenden Ordner aus dem Finder in das Einstellungsfenster. Sie sollten auf jeden Fall "Benachrichtigung nach dem Löschen von alten Backups" ankreuzen, da Sie sonst nicht erfahren, wenn die Backup-Festplatte voll ist und Time Machine Dateien gelöscht hat.

Time Machine

Ausschließen von Ordnern aus dem Time-Machine-Backup.



3.1) Lokale Backups

Auf Mobilmacs legt Time Machine standardmäßig lokale Backups auf dem Startlaufwerk an. Der Hintergrund dieser Funktion: Nicht immer ist unterwegs das Backuplaufwerk mit dabei. Um dennoch auf geänderte oder gelöschte Dateien zugreifen zu können, legt Time Machine lokale Backups (von Apple "Schnappschüsse" genannt) an. Wird der Speicherplatz knapp, beginnt Time Machine automatisch mit dem Löschen älterer Schnappschüsse. Wird das externe Backupvolume angeschlossen, zeigt der Time-Machine-Browser sowohl lokale Schnappschüsse als auch reguläre Backups an. Dabei stehen graue Markierungen für lokale Schnappschüsse und pinke Markierungen für reguläre Backups auf dem externen Volume. Wer unterwegs auf das Anlegen der lokalen Schnappschüsse verzichten will, bewegt in den Time-Machine-Einstellungen den Schalter auf "Aus".


4) Datenwiederherstellung

Time Machine ermöglicht sowohl die komplette Systemwiederherstellung als auch die Wiederherstellung einzelner Dateien und Ordner. Zudem lassen sich Benutzerordner mit Time Machine migrieren.

4.1) Einzelne Dateien und Ordner wiederherstellen

Zum Wiederherstellen einzelner Dateien und Ordner navigieren Sie im Finder zum entsprechenden Verzeichnis und klicken im Time-Machine-Menü auf "Time Machine öffnen". Tipp: Wenn Sie im Time Machine-Menü die Alt-Taste gedrückt halten, können Sie auch andere angeschlossene Festplatten mit Time-Machine-Backups durchsuchen.

Time Machine

Time Machine per Menüleiste öffnen.



Sie gelangen nun in eine Ansicht, in der der aktuelle Inhalt des zuvor gewählten Ordners angezeigt wird. Auf der rechten Seite sehen Sie eine Zeitachse, durch die Sie die vorherigen Backups erreichen können. Wie im Screenshot zu sehen, stammt das erste Backup vom März 2013. Über die Zeitachse gibt Ihnen Time Machine die Gelegenheit, einen Stand auszuwählen, chronologisch nach Monaten sortiert. Ganz unten können Sie zum aktuellen Stand wechseln.

Um etwa Dateien vom Vortag wieder herzustellen, können Sie die Pfeile rechts neben dem Finder-Fenster verwenden. Damit springen Sie jeweils zum vorherigen oder nächsten vorhandenen Backup. Der Inhalt des Finder-Fensters wird entsprechend aktualisiert. Zudem können Sie über das Suchfeld nach Dateinamen oder einzelnen Wörtern und Begriffen etwa in Textdateien suchen.

Time Machine

Inhalt des Finder-Ordners inklusive Zeitachse auf der rechten Seite.
(Klick für größeres Bild)



Falls Sie sich den Inhalt einer Datei anschauen möchten, markieren Sie diese und drücken Sie die Leertaste für einen die Quick-Look-Vorschau. Ein zweiter Druck auf die Leertaste schließt die Voransicht wieder. Das funktioniert zum Beispiel mit PDFs und Bildern.

Das Wiederherstellen ist ebenfalls einfach. Markieren Sie die entsprechenden Dateien und klicken Sie unten rechts auf "Wiederherstellen". Kurze Zeit später hat Time Machine die Dateien zurückgeholt. Möchten Sie eine ältere Version einer Datei wiederherstellen, fragt Sie Time Machine, ob Sie die aktuelle Datei überschreiben, die neue oder beide behalten möchten.

Time Machine

Dialogfenster beim Wiederherstellen einer älteren Dateiversion.



Programme wie Apple Mail, der Kalender oder das Adressbuch "Kontakte" nutzen Time Machine für eine Versionierung. Dabei werden Änderungen an Dokumenten regelmäßig gesichert, so dass immer mehrere Stände der Dateien vorliegen. Sie erreichen die älteren Versionen, indem Sie das entsprechende Programm, zum Beispiel Kontakte, öffnen und im Time-Machine-Menü "Time Machine öffnen" auswählen. Zur Auswahl stehen nun alle vorliegenden Versionsstände der Daten.

4.2) Systemwiederherstellung

Bei einer Neuinstallation können Sie einen Mac via Time Machine vollständig wieder herstellen. Dabei benötigen Sie nur das Installationsmedium (bis Mac OS X 10.6) oder eine Wiederherstellungspartition (ab Mac OS X 10.7) und die Festplatte mit dem Time-Machine-Backup.

Schalten Sie den Mac dazu aus und halten Sie beim Neustart Befehl-R gedrückt bis das Apfel-Logo erscheint. Sie gelangen in die Wiederherstellung von Mac OS X und können über den Menüpunkt "Aus Time Machine-Backup wiederherstellen" das gesamte System auf den zuletzt gesicherten Zustand zurücksetzen. Bis Mac OS X 10.6 muss von der Installation-DVD gestartet werden.

Eleganter ist die Methode, Mac OS X vollständig neu zu installieren, da Sie ein frisches System ohne Ballast erhalten. Nach dem Neustart zum Abschluss der Installation erhalten Sie die Möglichkeit, Ihren Benutzer aus einem Time-Machine-Backup wieder herzustellen – das ist auch später noch mit dem Migrationsassistenten möglich, falls Sie zum Beispiel eine neue Mac-OS-X-Version nur zum Ausprobieren installiert haben sollten.

4.3) Benutzerdaten per Time Machine migrieren

Der Migrationsassistent bietet Ihnen zwar auch die Möglichkeit, direkt von einem zweiten Mac im Netzwerk einen Benutzer zu übernehmen. Falls Ihr alter Mac jedoch nicht mehr verfügbar oder defekt ist, können Sie das Backup der Time Machine verwenden.

Time Machine

Benutzer wiederherstellen mit Migrationsassistent und Time Machine.



5) Empfehlenswerte kostenlose Software

Fremdsoftware erweitert Time Machine um sinnvolle Funktionen, die Apple nicht direkt integriert hat, etwa die Möglichkeit, Backups zu planen. Nachfolgend werden die Programme Tedium, TimeMachineScheduler und TimeMachineEditor, kurz vorgestellt.

5.1) Tedium

Tedium verwaltet eine Liste von externen oder Netzwerk-Laufwerken. Damit können Sie mehrere Backup-Festplatten an einem Mac nutzen und per Mausklick zwischen den Medien wechseln. Sinnvoll ist der manuelle Wechsel, wenn sich Ihr Mac in einem Netzwerk mit vielen Time-Machine-Laufwerken befindet.

Time Machine

Screenshot von Tedium.



5.2) TimeMachineScheduler

Standardmäßig führt Time Machine stündlich Backups durch. Doch dies ist nicht immer sinnvoll oder erforderlich. Mit dem kostenlosen Tool TimeMachineScheduler kann man das Backupintervall für Time Machine auf einen Wert zwischen einer und zwölf Stunden festlegen. Außerdem kann ein Zeitraum definiert werden, in dem Time Machine keine Datensicherungen durchführt.

Time Machine

Screenshot von TimeMachineScheduler.



5.3) TimeMachineEditor

TimeMachineEditor bietet Ihnen die Möglichkeit, Backups per Kalender zu steuern, etwa tagsüber während der Mittagspause. Auch wenn Time Machine nicht viel Leistung erfordert, sollten Sie die Sicherung in einen Zeitraum legen, in dem niemand mit dem Mac arbeitet.

Time Machine

Screenshot von TimeMachineScheduler.



6) Lösungen für häufig auftretende Probleme

Nachfolgend Lösungsvorschläge für einige häufig auftretende Probleme bzw. Fragestellungen.

6.1) Was tun, wenn das Backupvolume voll ist?

Time Machine löscht automatisch die ältesten Dateien aus dem Backup. Sie erhalten allerdings nur dann einen entsprechenden Hinweis, wenn Sie dies in den Systemeinstellungen eingestellt haben, siehe Punkt 3). Falls Ihnen Time Machine mitteilt, dass das Backupvolume voll ist, aber trotzdem keine älteren Backups löscht, dann können Sie einzelne Dateien und Ordner manuell entfernen. Starten Sie Time Machine, klicken Sie dazu einzelne Dateien und Ordner an und wählen aus dem Kontextmenü den Punkt "Alle Backups von ... löschen."

Time Machine

Einzelne Dateien aus allen Backups löschen.



6.2) Übertragung eines Time-Machine-Volumes auf ein neues, größeres Laufwerk

Da die Übertragung etwas aufwändiger ist, finden Sie die Anleitung auf apple.com.

6.3) Dateien aus dem Backup löschen

Vor allem im geschäftlichen Alltag kommt es vor, dass Kunden einzelne Dateien vollständig gelöscht wissen möchten. In diesem Fall müssen die Dateien nicht nur vom Mac, sondern auch aus dem Backup entfernt werden. Wie dies funktioniert, ist unter Punkt 6.1) beschrieben.

6.4) Datei aus fremden Time Machines wiederherstellen

Klicken Sie auf das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste und halten Sie die ALT-Taste gedrückt. Nun können Sie auf andere angeschlossene Festplatten mit Time-Machine-Backups zugreifen.

6.5) Time Machine startet ein vollständiges anstelle eines inkrementellen Backups

Dies ist dann der Fall, wenn zuvor eine Systemwiederherstellung durchgeführt oder der Computername in den Systemeinstellungen unter "Freigabe" geändert wurde.



7) Profi-Tipps für das Terminal

Falls Sie nicht eines der zuvor vorgestellten Programme installieren möchten, können Sie alternativ das Terminal nutzen. Achtung: Nur für Profis! Die Ergebnisse hängen auch von der verwendeten Version von Mac OS X ab. Vor der Nutzung des Terminals unbedingt ein manuelles Time-Machine-Backup anstoßen (Time-Machine-Menü => "Backup jetzt erstellen" wählen).

7.1) Nicht zertifizierte Festplatten und SMB-Shares mit Time Machine nutzen

Apple verhindert normalerweise, dass Time Machine auf nicht zertifizierten Netzwerk-Laufwerken sichert. Ob das Sichern auf nicht zertifizierten Netzwerk-Festplatten fehlerfrei klappt oder zu Fehlern führt, stellt sich erst nach längerer Nutzung heraus. Daher ist Vorsicht bei der Verwendung folgender Terminal-Befehle geboten. Sie können die Voreinstellung von Apple umgehen, indem Sie im Terminal eingeben:

sudo defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1

und bestätigen Sie mit dem System-Passwort. Nach ein paar Momenten sollten Sie die Netzwerkplatte in den Einstellungen von Time Machine finden. Falls nicht, versuchen Sie das Folgende:

Auf Ihrem Server oder in Ihrem NAS erstellen Sie zuerst einen SMB-Dienst. Dann melden Sie den Netzwerkordner an, um ihn später als Ziel für die Time Machine zu definieren. Das geschieht durch die folgenden Befehle.

hdiutil attach -verbose /path/to/sparsebundle
sudo tmutil setdestination /Volumes/mounted_sprase_bundle

7.2) Das Backup-Intervall ändern

Sie können das Backup-Intervall der Time Machine per Terminal ändern. Wenn Sie alle zwei Stunden sichern möchten, tragen Sie den Wert 7200 ein (7200 = 2 Stunden * 60 Minuten * 60 Sekunden)

sudo defaults write /System/Library/LaunchDaemons/com.apple.backupd-auto StartInterval -int 7200

Möchten Sie wissen, auf welchen Wert das Intervall gerade eingestellt ist, geben Sie ein:

defaults read /System/Library/LaunchDaemons/com.apple.backupd-auto

In der Terminal-Ausgabe finden Sie das Intervall, hier rot markiert.

Time Machine

Terminal mit Anzeige des Sicherungsintervalls, hier 3600 Sekunden.



7.3) Lokale Backups auf Desktop-Macs aktivieren

Wie Sie die lokalen Backups auf Mobilmacs deaktivieren, wird bei Punkt 3.1 beschrieben. Auf Wunsch können Sie die lokalen Backups auch auf Desktop-Macs aktivieren.

Im Terminal geben Sie dazu ein:

sudo tmutil enablelocal

Falls Sie die lokalen Backups wieder deaktivieren möchten, geben Sie ein:

sudo tmutil disablelocal

Starten Sie nach der Eingabe den Mac neu. Die lokalen Backups sichert Mac OS X übrigens in /.MobileBackups.


(jöbu / sw)

Kommentare

Ich habe mein MBP neu installiert. Vorher habe ich Backups auf einer externen USB-HD erstellt.
Nachdem ich jetzt das System (10.8.3) neu installiert habe und mit dem Migrationsassistenten die Daten zurück schreiben möchte, erkennt der Assistent die HD nicht, obwohl diese auf dem Schreibtisch gemoutet ist und einwandfrei funktioniert. Das Festplattendienstprogramm zeigt keine Fehler an.

Hat jemand einen Tipp ?

das nenn ich mal ne klasse Anleitung -
obwohl, die in OS X implementierte Hilfe bietet auch alle Infos und Anleitungen zu allem.

Wichtig ist IMO noch, dass man sich mal Gedanken darüber macht, wenn in der Wohnung/Haus eingebrochen wird, und Macs samt Sicherungsmedien geklaut werden.
Ich empfehle, die Mac-Festplatten zu verschlüsseln, sowie auch Time Machine und andere Festplatten.
Und eine Festplatte mit wichtigen Daten außerhalb der Wohnung aufbewahren.

@ Wobo
Koppel mal die USB mit Time Machine, danach gleich den Schiebeschalter auf Aus stellen.
Dann das Migrieren versuchen.

@ Wobo
Koppel mal die USB mit Time Machine, danach gleich den Schiebeschalter auf Aus stellen.
Dann das Migrieren versuchen.[/quote]

Danke für den Tip: Werde ich heute mal versuchen. Feetback kommt.

Das hat leider nicht geklappt. TM erkennt zur Sicherung die HD aber nicht zum zurück sichern mit dem Migrationsassistenten - der erkennt das Volume und die Dateien nicht, obwohl alles einwandfrei läuft.
Noch eine Idee ?

@Wobo:

Ist mit dem Menübefehl "Andere Time Machine-Volumes durchsuchen" (erreichbar durch Anklicken des Time Machine-Symbols in der Menüleiste und gleichzeitiges Drücken der Alt-Taste) der Zugriff auf das Time Machine-Backup auf der externen Festplatte möglich?
(Nach dem Auswählen des Befehls sollte Time Machine eine Liste aller verfügbaren Datensicherungen anzeigen.)

Frage:

Wenn ich ein neues System anlege und vorher z.B. Photoshop vom System lösche, was passiert dann beim Zurückspielen des TimeMachine-BackUps? Werden dann die alten Systemdateien (Applikation Support?) überspielt oder nicht?

Bitte um Info!

Guten Tag
Super-Artikel - vielen Dank!

Leider kann man mit dem restoren sehr schnell mit einem Klick 'die letzte Version überschreiben.
Beim Anklicken des files im 'Rettungs-Mode kann man mit der reMaus und Menü den Desktop (oder anderer Pfad) als 'Rettungs-Ort auswählen.
So hat der User die Möglichkeit, beide Versionen genauer zu prüfen, anstatt direkt zu überschreiben.

Gruss, Arthur Bonino

Ein wirklich gelungener und sehr guter Grundlagenartikel! Weiter so!

Sogar ich als eigentlich erfahrener User habe ich nochwas dazu gelernt. Ich habe den Artikel gleich mehrfach weiterempfohlen.

Zugriffsrechte?

Guten Tag
Bin sehr am Thema von Punkt 7.2 interessiert.
Gelten die Befehle auch noch für OS X 10.9 ?

Vielen Dank und Gruss
Rolf

Dr Befehl zum Ändern des Intervalls funktioniert und 10.10 und 10.11 nicht mehr.
Das plist File sieht etwas anders aus.
Direkte Änderungen im File können leider nicht gesichert werden. Auch wenn ich es per sudo mache oder mich per sudo su als root anmelde.

Probiere jetzt den Time Machine Scheduler.

... und sie leben doch!

... und sie leben doch!

Sehr guter Artikel, Danke! Meine TM (3 TB) startet nach jeder Stunde für ein vollständiges Backup und bremst meinen Mac (27" 2008, 10.6.8, 2 TB interne HD, 4 Mb RAM) extrem ab. Sie schreiben, dsss TM nur die geänderten Dokumente sichert, aber wenn ich nicht am Msc gearbeitet habe, sichert er gleichwohl 3/4 der 2 TB interne HD. Wieso? Danke für nen Tip.