Ausblick auf die neuen Macs

Die WWDC 2013 steht vor der Tür – die diesjährige Apple-Entwicklerkonferenz findet vom 10. bis zum 14. Juni in San Francisco statt. Viele Experten gehen davon aus, dass die WWDC 2013 den Startschuss für die schrittweise Aktualisierung aller Mac-Modelle markieren wird. In diesem Artikel beleuchtet MacGadget die zu erwartenden Neuerungen der 2013er Mac-Baureihen.

Prozessoren

Intel führt ab Anfang Juni die neue Prozessorarchitektur "Haswell" ein. "Haswell" löst die aktuelle Prozessorarchitektur "Ivy Bridge" ab, die in allen Mac-Baureihen mit Ausnahme des Mac Pro zu finden ist. Unter Marktbeobachtern gilt es als sicher, dass Apple auf "Haswell" setzen wird.

"Haswell"-Prozessoren sollen eine bis zu zehn Prozent höhere Rechenleistung als "Ivy Bridge"-CPUs mit gleicher Taktfrequenz bieten. Im Bereich der Gleitkommaberechnungen sind noch höhere Leistungszuwächse zu erwarten (durch Integration von Advanced Vector Extensions 2, kurz AVX2). "Haswell"-Prozessoren werden wie die "Ivy Bridge"-Chips im 22-Nanometer-Verfahren gefertigt.

MacBook Air

MacBook Air: Neue Modelle zur WWDC 2013 erwartet.
Foto: Apple.



Grafikleistung

Auch bei der Grafikleistung kommt "Haswell" eine zentrale Rolle zu. Die in "Haswell" integrierten Grafikchips sollen erheblich mehr Leistung als die von vielen Macs genutzte "Ivy Bridge"-GPU HD Graphics 4000 bieten. Das neue GPU-Flaggschiff trägt den Namen Iris Pro 5200 und soll bis zu dreimal so schnell sein wie der HD Graphics 4000. Dies wird unter anderem durch die Integration von eigenständigem VRAM (128 MB) und zusätzlichen Shader-Einheiten erreicht.

Daneben wird es weitere "Haswell"-GPUs ohne eigenständigem VRAM geben, wie zum Beispiel Iris 5100, HD Graphics 5000 und HD Graphics 4600, die aber ebenfalls deutliche Leistungszuwächse gegenüber HD Graphics 4000 versprechen. Außerdem führt "Haswell" Unterstützung für OpenGL 4.0 und OpenCL 1.2 ein.

Den iMacs und den 15,4-Zoll-MacBook-Pro-Modellen dürfte Apple leistungsstärkere AMD- bzw. Nvidia-Grafikkarten spendieren. Und natürlich wird auch der neue Mac Pro mit einem zeitgemäßen Grafikkartenangebot daherkommen.

Schnittstellen

Bei den Schnittstellen wird wahrscheinlich die Integration des neue WLAN-Standards 802.11ac die größte Neuerung werden. 802.11ac ermöglicht Datenübertragungsraten von bis zu 1,3 Gbit pro Sekunde. Zum Vergleich: Der WLAN-Standard 802.11n ist für maximal 600 Mbit pro Sekunde ausgelegt. Ein starkes Indiz für die Einführung von 802.11ac in den neuen Macs: Die Betaversionen des Betriebssystemupdates Mac OS X 10.8.4 enthalten einen Hinweis auf den schnelleren WLAN-Standard.

Die Spezifikationen von 802.11ac sollen Anfang 2014 verabschiedet werden. Doch schon vorher können 802.11ac-fähige Produkte auf den Markt kommen – basierend auf einem 802.11ac-Spezifikationsentwurf. Diese Produkte können nach Verabschiedung des Standards per Softwareupdate auf die endgültigen 802.11ac-Spezifikationen aktualisiert werden – ähnlich ging Apple bei der Einführung von 802.11n vor.

Mac Pro

Mac Pro: Neue Generation seit langem überfällig.
Foto: Apple.



Ansonsten dürfte sich bei den Schnittstellen recht wenig tun. Die zweite Thunderbolt-Generation mit Datenübertragungsraten von bis zu 20 Gbit pro Sekunde wird erst für das kommende Jahr erwartet. Von FireWire wird sich Apple vermutlich endgültig verabschieden – der Mac mini ist die letzte Mac-Baureihe, die über FireWire verfügt. Damit könnte in diesem Jahr Schluss sein. Apples Schnittstellenstrategie ist klar: USB 3.0 für den Low-End-, Thunderbolt für den High-End-Bereich.

Displays

Früher oder später dürfte Apple auch die iMacs mit Retina-Displays ausrüsten. Fraglich ist, ob hochauflösende Bildschirme mit Diagonalen von 21,5 und 27 Zoll schon in diesem Jahr zu akzeptablen Kosten herstellbar sind. Denkbar ist eine Strategie wie beim MacBook Pro. Apple könnte für eine Übergangszeit sowohl iMacs mit Standard-Displays zu gleichbleibenden Preisen als auch iMacs mit Retina-Displays zu höheren Preisen anbieten.

Auch über Retina-Displays im MacBook Air wurde zuletzt vermehrt spekuliert. Hoch auflösende Monitore würden die äußerst beliebten Notebooks deutlich aufwerten. Allerdings bleibt auch hier die Frage, ob die Produktionskosten für Retina-Displays inzwischen so weit gesunken sind, dass eine Integration im MacBook Air ohne Preiserhöhung möglich ist.

Massenspeicher und Akkuleistung

Das Fusion-Drive könnte in einigen iMac- und Mac-mini-Konfigurationen künftig standardmäßig eingebaut sein. Zudem sind weiter sinkende Preise für Fusion-Drive- und SSD-Optionen zu erwarten. Für den iMac ist eine Vier-TB-Festplattenoption wahrscheinlich.

Dank "Haswell" soll laut Intel die Akkuleistung von Notebooks steigen. Besonders im Leerlauf seien "Haswell"-CPUs deutlich sparsamer, verspricht der Hersteller.

Sonderfall Mac Pro

Der Mac Pro muss gesondert betrachtet werden. Apple hat die professionelle Desktop-Workstation seit fast drei Jahren nicht mehr aktualisiert – im schnelllebigen Computergeschäft eigentlich ein Unding. Der Mac Pro ist technisch veraltet - moderne Intel-Prozessoren, aktuelle Grafikkarten oder leistungsstarke Schnittstellen wie USB 3.0, Thunderbolt oder SATA-III sucht man im Mac Pro vergeblich. In der EU darf der aktuelle Mac Pro seit dem 01. März wegen einer neuen Richtlinie nicht mehr verkauft werden.

Apple-Chef Tim Cook hat kurz nach der WWDC 2012 einen neuen Mac Pro für dieses Jahr versprochen – nun muss das Unternehmen endlich liefern. Viele Anwender warten händeringend auf einen neuen Mac Pro, wie auch die aktuelle (nicht repräsentative) MacGadget-Umfrage zeigt.

Zeitplan

Die Ankündigung einer neuen MacBook-Air- und MacBook-Pro-Generation wird für die WWDC 2013 erwartet. Die aktuellen Modelle sind dann exakt ein Jahr auf dem Markt (wobei die MacBook-Pro-Produktlinie im Februar leicht umgebaut wurde). Viele Experten rechnen damit, dass Apple die WWDC auch zur Vorstellung des lange erwarteten neuen Mac Pro nutzen wird. Verbesserte iMac- und Mac-mini-Modelle dürften hingegen erst im dritten Quartal auf den Markt kommen. Auch in puncto Software wird es auf der WWDC 2013 Neuheiten geben: Apple will auf der Entwicklerkonferenz neue Versionen der Betriebssysteme Mac OS X und iOS präsentieren. Daneben gelten neue Versionen von Aperture, iLife, iWork und Logic Pro als überfällig.

Nachtrag (03. Juni): Neues 13,3-Zoll-MacBook-Pro mit dünnerem Gehäuse?

Kommentare

Schöne Zusammenfassung!

Neben einem neuen Mac Pro würde ich mich auch sehr über neue Versionen von Aperture und Logic Pro freuen.

Spannend ist für mich die Frage, ob der neue Mac Pro noch ein optisches Laufwerk haben oder der Platz zugunsten eines kompakteren Gehäuses eingespart wird.

Wie wär's denn …

… mit beidem? Selbst ein deutlich kompakterer Pro hätte immer noch genug Platz. In meinem Pro ist so viel Leerraum … Ein Pro ohne Laufwerk wäre der Witz schlechthin, das erinnert mich an die frühen 90er Jahre, als wir externe Laufwerke kauften und mit dicken SCSI-Leitungen anstöpseln mussten. Gruselig.

MacPro

Ich habe in meinen MacPro 2 Laufwerke ... in Summe habe ich die Laufwerke keine 10 x verwendet

Ein kleineres Gehäuse wäre wesentlich wichtiger

Optisches Laufwerk?

Ich benutze einen Mac Pro am Arbeitsplatz. Was passiert, wenn der morgen schlappmachen würde, das will ich mir gar nicht ausmalen.

Da ich in einem Unternehmen (ca. 1000 PC-Arbeitsplätze) mit sehr hohen Sicherheitanforderungen tätig bin, blockt die Firewall vieles ab, was heute als selbstverständlich gilt. Datenaustausch mit externen Stellen heisst deshalb immer noch sehr häufig CD. Netz ist nicht. Deshalb ist das optische Laufwerk für mich auch in der neuen Rechner-Generation unverzichtbar. Ob das Gehäuse nun etwa kleiner ist ist oder nicht, das ist relativ egal.

Schön wäre es, wenn der neue Mac Pro noch ein paar USB-Schnittstellen zusätzlich bekäme. (Die IT-Abteilung sieht das möglicherweise anders).

Was das neue Mac OS betrifft: Da müssen möglichst alle Microsoft-Technologien integrierbar sein, egal wie steinzeitlich die auch sein mögen. Im Prinzip ist für das Netzwerk OS X 10.5.x schon zu modern. Die »große« IT hinkt aktuellen Technologien oft jahrelang hinterher. Deshalb sehe ich auch große Probleme mit den Adobe-Miet-Software-Vorstellunggen.

Zuhause werde ich meinen PowerPC Mac Pro vielleicht durch einen neuen iMac ersetzen. Aber sicher erst dann, wenn die Kiste nicht mehr will. Oder es kommt doch etwas zwischen iMac/Mac mini und Mac Pro. So eine Art Mac Midi mit etwas Power, zwei Festplattenplätzen, einem optischen Laufwerk, vielleicht Erweiterungssteckplätze. Akzeptabler Preis, Gehäusegröße nicht entscheidend. Die Kommentare schreibe ich weiterhn auf dem MacBook Pro oderr per iPad.

Warum 4 HDs im MacPro (hoffentlich auch in Zukunft möglich)

1.HD mein normales Arbeitssystem
2.HD BackUp Time Machine (normales Arbeitssystem)
3.HD Clone vom Arbeitssystem zum testen von Systemupdates, möchte ja kein Problem mit meinem Arbeitssystem erleben
4.HD Windows 7 (brauche ich manchmal für Spezialprogramme die es für OSX nicht gibt und die ich brauche (Statik, CAD)

Das Minimum sind sicher 2 HDs, 1 davon für Time Machine, kann auch eine externe HD sein, Fire Wire 800.

Jeder der das Gefühl hat 1 HD genüge ihm, arbeitet unprofessionell, ich rede hier von meinem Mac im Geschäft, sollte da mal ein HD-Defekt auftauchen (schon 2x erlebt), kann ich sofort auf mein Clone-System umsteigen und weiter arbeiten, mit Time Machine hole ich mir noch die aktuellen Dateien, nur 1 HD wäre für mich ein "Graus".

So ist eine neue Ersatz-HD auch wieder schnell eingerichtet.

Gruss Uese

Viele HDs …

Hallo,
schon schön mit 4 internen HDs, trotzdem stehen bei mir fünf HDs oben drauf und nicht drin. Eingebaut sind 2, der Rest kam nach und nach dazu. Warum extern? Ganz einfach, ich brauche sie nicht immer alle gleichzeitig. Interne HDs kann ich nicht abschalten und sie verbrauchen Strom. Ich denke schon, dass 2 interne reichen. Wenn ich dafür einen kleineren aber leistungsfähigen Midi-Pro bekomme wäre mir das recht.