Details zum neuen Mac mini

In der vergangenen Woche stellte Apple eine neue Mac-mini-Generation vor. Zu den Neuerungen gehören aktuelle "Haswell"-Prozessoren von Intel, eine höhere Grafikleistung, WLAN nach 802.11ac und Thunderbolt 2. Inzwischen liegen weitere Einzelheiten zum neuen Mac mini vor.

Nach Angaben der auf Mac-mini-Serverhosting spezialisierten Firma macminicolo.net ist der Arbeitsspeicher des neuen Mac mini fest auf der Hauptplatine verlötet, d. h. nachträgliches Aufrüsten ist im Gegensatz zu früheren Baureihen nicht mehr möglich. Acht GB Arbeitsspeicher gelten heute als Standard bei Computern. Wer den Kauf des neuen Mac-mini-Einsteigermodells (519 Euro; standardmäßig vier GB RAM) in Erwägung zieht, sollte unbedingt 100 Euro zusätzlich für acht GB RAM investieren – im Hinblick auf die steigenden Speicheranforderungen von Anwendungen ist dies langfristig gesehen gut angelegtes Geld.

Der Mac mini kann mit maximal 16 GB Arbeitsspeicher bestellt werden. 16 GB RAM sind beispielsweise bei Bearbeitung vieler Fotos mit hoher Pixelzahl, professioneller Videobearbeitung, Rendering oder Musikproduktion zu empfehlen. Die Festplatte des neuen Mac mini kann laut macminicolo.net gewechselt werden, d. h. der nachträgliche Einbau einer schnellen SSD ist möglich. Allerdings ist dies mit Garantieverlust verbunden.

Mac-mini-Benchmarks



Mittlerweile liegen auch erste Benchmarks zum neuen Mac mini vor. Die Überraschung: Obwohl in der neuen Einsteigerkonfiguration ein deutlich niedriger getakteter Prozessor (Core i5 mit 1,4 GHz) als beim Vorgängermodell (Core i5 mit 2,5 GHz) zum Einsatz kommt, gibt es in puncto Leistung kaum Unterschiede.

Mac-mini-Benchmarks



Wie Primate Labs, Entwickler der Benchmarksoftware Geekbench, mitteilte, erzielt der neue Einsteiger-Mac-mini im Single-Core-Test eine Punktzahl von 2541 und im Multi-Core-Test einen Wert von 4762. Das vorherige Einsteigermodell kommt auf 2502 bzw. 5073 Punkte.

Bei den beiden anderen Konfigurationen ergibt sich ein anderes Bild, da Apple in der neuen Modellreihe auf Vierkernprozessoren verzichtet hat. Im Single-Core-Test erreichen der Core i5 mit 2,5 GHz und der Core i5 mit 2,8 GHz der aktuellen Baureihe Werte von 2824 bzw. 2978, der gegen Aufpreis erhältliche Core i7 mit 3,0 GHz kommt auf 3137. Die Vierkern-Mac-minis der 2012er Serie (Core i7 mit 2,3 oder 2,6 GHz) erzielen 2909 bzw. 2682 Punkte. Beim Multi-Core-Test sind die Vierkerner mit 11.319 bzw. 10.400 Punkten den neuen Modellen erwartungsgemäß klar überlegen (6358 Punkte beim Core i7 mit 3,0 GHz, 6148 Punkte beim Core i5 mit 2,8 GHz und 5852 beim Core i5 mit 2,8 GHz).

Kommentare

Is ja witzig :-(

Wenn ich jetzt also 1019 Euro in den neuen Mini mit 3,0Ghz investiere, kriege ich 40% weniger Leistung im Multicore-Betrieb als beim 2012er Modell mit 2,3Ghz Quadcore, das 729 Euro kostet.

Ich habe fast ein halbes

Ich habe fast ein halbes Jahr auf einen neuen Mini gewartet, um jetzt panikartig am Freitag noch schnell ein 2012er Quad-Core i7 Modell zu kaufen.

Zum Glück habe ich noch einen bekommen. Heute waren alle ausverkauft.

Das die 2014 Mini Prozessoren nicht schneller sind, liegt in erster Linie an Intel. Der Fokus lag beim Energieverbauch (was jedoch beim Mini egal wäre).

Aber das aufgelötete Ram verzeihe ich Apple nicht. Ich hatte in den letzten 6 Jahren 3 MacBook Pros mit Motherboard-Schaden. Das erste wurde noch auf Kulanz von Apple repariert. Heute gibt's so etwas nicht mehr. Und mit aufgelötetem Ram wird das Risiko für nicht reparable Totalschaden noch weiter erhöht. Abgesehen davon sind die Ram-Preise von Apple eine Zumutung. Der neue Mini ist dadurch wirklich wesentlich teurer als der alte.

Auch der neue Mac mini wird seine Käufer finden!

Auch ich habe mich ein wenig darüber geärgert, dass der RAM nun fest aufgelötet ist. Aber dieser Ärger ist eigentlich inzwischen verflogen.

Denn: Mal ehrlich, wie oft habt ihr in der Vergangenheit den Speicher aufgerüstet? Ich eigentlich nie, weil ich mir die Kisten gleich mit genügend RAM bestellt habe. 8 GB sind doch mehr als ausreichend für die meisten User und der Rest bestellt den Mac mini halt gleich mit 16 GB. Übrigens sollte man beim Händler bessere Preise bekommen als beim Kauf direkt bei Apple.

mini - kleiner Preis und dennoch teurer

Auch mir gefällt sie nicht: die neue Philosophie. Den Rechner scheinbar im Preis zu schrumpfen und beim konkreten Blick auf das von mir konfigurierte Produkt festzustellen, dass ich weit über dem Preis meines 2012er mins liege bei weniger Leistung (4Core versus 2Core).
ich bin froh mir einen mini 2012 i7 noch vor wenigen Wochen gekauft zu haben. Momentan spiele ich mit dem Gedanken, dass es in 1-2 Jahren doch wohl ein Pro für mich geben wird. Insofern scheint Apples Idee/Konzept beim mini aufzugehen. Den Pro und iMac nicht weiter zu kannibalisieren.

Logischer Schritt

Die Minis haben sich in den letzten Jahren aufgrund der leichten Erweiterbarkeit schnell zum Renner entwickelt - zu Ungunsten der iMacs. Unterm Strich allerdings gab es bei voll aufgerüsteten Modellen kaum einen Preisunterschied zum iMac. Der User, der sich nicht gängeln lassen wollte, hat aber dennoch zum Mini gegriffen. Apple hat jetzt hier die Machtverhältnisse wieder hergestellt. Natürlich gefällt mir das auch nicht. Allerdings ist mir das als Leasing-Kunde fast egal, da die Rechner immer nur 2 Jahre halten müssen, dann gibt es ein neues Modell.
Es muss auch nicht immer das größte Modell sein. Je nach Anwendungsbereich spart man sich lieber einige Hunderter und verkauft den Rechner wieder, wenn die Ansprüche steigen. Bis dahin hat Apple ohnehin wieder an der Ausstattung gedreht.

Ja aber

Hannes schrieb:
Auch der neue Mac mini wird seine Käufer finden!

Das ganz sicher. Aber wohl nur deshalb, weil es eben keine andere Wahl mehr gibt. Ich habe bisher jeden Rechner 1x nachträglich mit Ram und HD erweitert, den ich kaufte. Einfach weil die Originalupgrades von Apple viel zu teuer sind oder weil ich später die Nutzungsdauer des Rechners mit steigenden Hardwareanforderungen verlängern konnte. Hat mich beim Ram je zwischen 20 und 48 Euro gekostet, wo Apple 100 Euro verlangt hat.

Wie bei Handys, DVD-Playern und inzwischen auch TV-Geräten werden auch Macs jetzt zunehmend zu Wegwerfartikeln mit kurzer Nutzungsdauer. Ram lässt sich nicht mehr erweitern, seit Yosemite kann msn scheinbar auch eine SSD nicht mehr sinnvoll nachrüsten (Trim-Enabler-Problem?) ...

Deine Sichtweise teile ich nicht, Oliver

Oliver schrieb:
Wie bei Handys, DVD-Playern und inzwischen auch TV-Geräten werden auch Macs jetzt zunehmend zu Wegwerfartikeln mit kurzer Nutzungsdauer.

Das ist doch völlig falsch. Nur weil ich den RAM nicht mehr selbst aufrüsten kann (was bei den mobilen Macs schon seit Jahren nicht mehr geht und jeder hat sich daran gewöhnt), bin ich doch nicht gezwungen, die Kiste nach nur kurzer Zeit wegzuwerfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt den Mac mini halt mit 16 GB und fertig. Die Kiste wird Jahre lang laufen - auf diese Zeit gerechnet sind die Extrakosten leicht zu verschmerzen.

Oliver schrieb:
seit Yosemite kann msn scheinbar auch eine SSD nicht mehr sinnvoll nachrüsten (Trim-Enabler-Problem?) ...

Trim Enabler läuft unter OS X 10.10, wenn auch unter Abschaltung einer OS X Sicherheitsfunktion, die aber wohl niemand vermisst, da sie unter OS X 10.9 noch gar nicht implementiert war.

Aufrüstung …

Die Aufrüstung bestehender Systeme spielt in der Tat kaum noch eine Rolle, wobei es gaerde bei RAM schon sinnvoll wäre. Problematischer finde ich aber den Leistungsbereich. Der Pro ist für mich viel zu Leistungsstark, das brauche ich nicht und kann es auch nicht sinnvoll nutzen. Zu teuer ist er mir außerdem … Den iMac kann ich nicht nutzen, weil er ein Display hat dass ich nicht brauchen kann, da ich auf hochwertige (und damit externe) Monitore angewiesen bin. Bleibt nur der Mini als Arbeitsrechner, der jetzt aber vorsätzlich gedrosselt wurde und daher von der Leistung uninteressant geworden ist. MacBooks und iMacs werden zunehmend mit den Retina-Displays ausgerüstet, die die Geräte weiter verteuern und uninteressant machen.

Sollte morgen mein alter Pro den Geist aufgeben, gibt es keinen Rechner von Apple, den ich hier im Büro sinnvoll einsetzen kann.