15 Power-Tipps für OS X El Capitan

Seit Ende September ist das neue Mac-Betriebssystem OS X El Capitan verfügbar. Es wartet mit mehreren, zum Teil sehr sinnvollen und willkommenen Neuerungen auf, die die Nutzung des Macs komfortabler gestalten. MacGadget hat für Sie 15 Tipps zum neuen Betriebssystem zusammengefasst, unter anderem zu Benutzeroberfläche, Split-View-Darstellung, Zugriffsrechte-Reparatur und TRIM-Befehl. Zudem erläutern wir, was zu tun ist, wenn der Mac nach dem Upgrade auf OS X El Capitan nicht mehr hochfährt.

Übersicht

1) Menüleiste automatisch ein- und ausblenden
2) Wenn der Mauszeiger plötzlich riesig wird...
3) Split-View-Darstellung für zwei Programme im Vollbildmodus nutzen
4) Pfadnamen von Dateien und Ordnern kopieren
5) Reparatur von Zugriffsrechten nicht mehr nötig

6) TRIM-Befehl für SSD-Laufwerke von Drittherstellern aktivieren
7) Tabs in Safari stummschalten
8) Diktate per Sprachbefehl starten
9) Fenster-Zoom bei Doppelklick auf Titelleiste
10) Nach Installation von OS X El Capitan: Mac fährt nicht mehr hoch

Die erste Version dieser Tipp-Sammlung mit den oben stehenden zehn Tipps erschien am 09. Oktober.

Weitere Tipps, ergänzt am 23. Oktober

11) Bootfähiges Installationslaufwerk erstellen
12) Neues Festplattendienstprogramm ohne RAID-Optionen
13) Natürliche Suchabfragen in Spotlight
14) Erweiterungen und Geotagging in der Fotos-App
15) Funktion "Papierkorb sicher entleeren" fehlt



1) Menüleiste automatisch ein- und ausblenden

Vor allem auf kleinen Displays wird jede freie Fläche benötigt, um möglichst kreativ und produktiv arbeiten zu können. Dafür bietet sich der seit OS X 10.7 verfügbare Vollbildmodus an, der die im Vordergrund befindliche Anwendung über den ganzen Bildschirm maximiert und Dock und Menüleiste ausblendet. Doch nicht jeder Anwender ist ein Fan des Vollbildmodus, da er die Interaktion mit Finder und anderen Programmen erschwert.

Menüleiste automatisch ein- und ausblenden



Als Alternative hat Apple mit El Capitan die Möglichkeit eingeführt, die Menüleiste auszublenden – so wie dies beim Dock bereits seit der ersten OS-X-Version möglich ist. In den Systemeinstellungen unter "Allgemein" gibt es eine neue Option zum automatischen Ein- und Ausblenden der Menüleiste. Bei aktivierter Option ist die Menüleiste ausgeblendet, was die effektive Arbeitsfläche vergrößert, und wird erst dann angezeigt, wenn der Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand bewegt wird. Standardmäßig ist die Option ausgeschaltet.

2) Wenn der Mauszeiger plötzlich riesig wird...

Wer an großen Bildschirmen oder Systemen mit mehreren Monitoren arbeitet, kennt das Problem: der Mauszeiger ist nicht immer sofort zu finden. Um die Suche nach dem Mauszeiger zu verkürzen, haben sich Apples Entwickler einen Trick einfallen lassen. Wird unter OS X El Capitan die Maus bzw. auf einem Trackpad ein Finger für ein bis zwei Sekunden schnell hin- und herbewegt, zeigt das System den Mauszeiger kurzzeitig vergrößert an, wodurch er schneller erkannt werden kann. Wer sich mit dieser Neuerung nicht anfreunden kann, hat die Möglichkeit, sie in den Systemeinstellungen unter "Bedienungshilfen" => "Anzeige" durch Klick auf "Schütteln Sie den Mauszeiger, um ihn zu finden" zu deaktivieren.

Wenn der Mauszeiger plötzlich riesig wird...



3) Split-View-Darstellung für zwei Programme im Vollbildmodus nutzen

Zu den Neuerungen von OS X El Capitan gehört der Split-View-Modus, der die gleichzeitige Darstellung von zwei Programmen im Vollbildmodus ermöglicht, was sich vor allem für große Bildschirme anbietet. Der Split-View-Modus lässt sich auf zwei Wegen nutzen:

a) Durch einen längeren Klick auf den grünen Fenster-Button einer vollbildfähigen Anwendung – diese wird dann automatisch dem linken Bereich des Split-View-Modus zugeordnet. Im rechten Teil werden die anderen aktiven, vollbildfähigen Programme eingeblendet, die zur Split-View-Ansicht hinzugenommen werden können. Ein einfacher Klick auf ein Programmfenster fügt dieses der Split-View-Darstellung hinzu.

b) Aktivieren Sie Mission-Control (standardmäßig mit der Taste F3) und ziehen Sie das Fenster einer vollbildfähigen Anwendung in die obere Leiste, um einen neuen Space zu erstellen. Anschließend ziehen Sie ein weiteres Fenster eines vollbildfähigen Programms auf den neu erstellten Space – fertig ist die Split-View-Ansicht. Via Mission-Control können Sie bequem mehrere Split-View-Darstellungen erstellen. Über den schwarzen Trennbalken in der Mitte lässt sich übrigens die Größe des linken und rechten Teils beliebig anpassen.

4) Pfadnamen von Dateien und Ordnern kopieren

Apple hat in OS X El Capitan eine Funktion zum Kopieren von Datei- und Ordnerpfaden implementiert, beispielsweise um diese ins Terminal oder in Öffnen-Dialoge (Befehl-Shift-G drücken, dann Pfad hineinkopieren) einfügen zu können. Klickt man im Finder per Rechtsklick auf eine Datei oder ein Verzeichnis und drückt anschließend die Alt-Taste, erscheint der Kontextmenübefehl "...als Pfadname kopieren". Die Funktion ist auch über das Menü "Bearbeiten" ebenfalls mit gedrückter Alt-Taste zugänglich.

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5) Reparatur von Zugriffsrechten nicht mehr nötig

OS X El Capitan enthält eine neue Sicherheitsfunktion namens "System Integrity Protection" (auch "Rootless" genannt), die Änderungen an wichtigen Systemdateien unterbindet. Dadurch soll der Schutz vor Schadsoftware verbessert werden. Schadsoftware, die über eine Sicherheitslücke hohe Zugriffsrechte erlangt, kann durch "System Integrity Protection" nicht mehr ins System eingreifen. Ist "System Integrity Protection" aktiviert, sind Änderungen an wichtigen Systemdateien selbst mit Admin- oder root-Zugriffsrechten nicht mehr möglich. Aber auch versehentliche Modifikationen an kritischen Systemdateien durch den Anwender, die eine OS-X-Installation im schlimmsten Fall unbrauchbar machen können, werden durch "System Integrity Protection" verhindert.

"System Integrity Protection" hat aber noch einen anderen Effekt: es werden nicht nur Systemdateien vor Änderungen geschützt, sondern auch die dazugehörigen Zugriffsberechtigungen. Sie können nicht mehr durch Installationsprogramme oder den Anwender verändert werden, wodurch die Notwendigkeit der manuellen Reparatur von Zugriffsrechten entfällt. Folgerichtig fehlt die Funktion zur Zugriffsrechte-Reparatur im neugestalteten Festplatten-Dienstprogramm von OS X El Capitan. Änderungen an Zugriffsberechtigungen sind nur noch durch Apple im Rahmen von Betriebssystemupdates möglich.

Das bei Problemen häufig empfohlene Ritual der Zugriffsrechte-Reparatur ist ein Relikt aus der Anfangszeit von OS X, als das Betriebssystem noch nicht richtig ausgereift war und schlecht programmierte Installationsprogramme von Drittherstellern nicht selten die Zugriffsberechtigungen von wichtigen Systemdateien durcheinanderbrachten und dadurch Schwierigkeiten verursachten. Mit "System Integrity Protection" gehört diese Problematik nun der Vergangenheit an.

OS X El Capitan

OS X El Capitan: Verbesserte Sicherheit durch "System Integrity Protection".
Bild: Apple.





6) TRIM-Befehl für SSD-Laufwerke von Drittherstellern aktivieren

Der TRIM-Befehl verhindert, dass es zu Geschwindigkeitseinbußen bei Schreibzugriffen kommt, wenn ein SSD-Laufwerk über einen langen Zeitraum genutzt wird. Standardmäßig ist TRIM nur auf solchen Macs aktiviert, die von Apple mit einer SSD ausgeliefert werden. Mit einem Terminal-Befehl lässt sich die TRIM-Unterstützung auch für SSD-Laufwerke von Drittherstellern aktivieren. Dies funktioniert bei intern nachgerüsteten oder per Thunderbolt-Schnittstelle angeschlossenen SSDs, jedoch nicht bei Anbindung via USB.

Zur Aktivierung des TRIM-Befehls muss ein Benutzeraccount mit Admin-Rechten benutzt werden. Öffnen Sie das Programm Terminal (zu finden im Ordner "Dienstprogramme", der im Verzeichnis "Programme" liegt) und geben Sie folgenden Befehl ein

sudo trimforce enable

gefolgt von der Eingabe des Passworts Ihres Admin-Accounts. Nach Drücken der Taste Y und Bestätigung via Enter-Taste sowie erneuten Drücken von Y und Enter wird TRIM aktiviert und der Mac neugestartet (dies kann bis zu 30 Sekunden dauern). Ob die Aktivierung geklappt hat, lässt sich im Systembericht (Apfel-Menü => Über diesen Mac) unter dem Eintrag "SATA/SATA Express" herausfinden. Der Befehl sudo trimforce disable deaktiviert den TRIM-Befehl wieder.

Der Anwender muss sich vor der Aktivierung von TRIM damit einverstanden erklären, dass die Benutzung dieser Funktion auf eigene Gefahr erfolgt und Apple nicht für eventuell entstehende Datenverluste haftbar gemacht werden kann. Hintergrund: die Funktion setzt voraus, dass der SSD-Controller TRIM ordnungsgemäß unterstützt. Dies ist bei den allermeisten aktuellen SSDs der Fall. Bei einigen wenigen, meist älteren SSDs ist TRIM jedoch nicht korrekt implementiert und es kann bei Nutzung des TRIM-Befehls zu Datenverlusten kommen. Da Apple nicht jede verfügbare SSD zusammen mit dem TRIM-Befehl testen kann, sichert sich das Unternehmen ab und weist den User darauf hin, dass die Benutzung des Features auf eigene Gefahr erfolgt.

850 Pro

Samsungs SSD-Flaggschiff 850 Pro wird mit bis zu zwei TB Kapazität angeboten.
Bild: Samsung.



Moderne SSDs, beispielsweise die beliebten Modelle Samsung EVO 850 (Amazon-Partnerlink) oder Samsung PRO 850 (Amazon-Partnerlink), unterstützen TRIM vollständig und können bedenkenlos genutzt werden. Ein Thunderbolt-Gehäuse für 2,5-Zoll-SSDs bietet beispielsweise Delock (Amazon-Partnerlink) an.

Apple empfiehlt, vor der Aktivierung des TRIM-Befehls ein vollständiges Backup anzulegen und auch anschließend regelmäßige Datensicherungen durchzuführen. Nochmals zur Verdeutlichung: SSD-Laufwerke funktionieren auch ohne TRIM-Befehl problemlos. Die Lesegeschwindigkeit ist auch ohne TRIM nahezu identisch. Bei Schreibzugriffen kann TRIM jedoch SSDs spürbar beschleunigen, wenn diese bereits seit längerer Zeit im Einsatz sind.

Übrigens: der TRIM-Befehl lässt sich auch unter OS X Yosemite (ab Version 10.10.4) für SSD-Laufwerke von Drittherstellern nutzen.

7) Tabs in Safari stummschalten

Zu den nervigsten Begebenheiten beim Surfen gehören Web-Sites, die eingebettete Videos ungefragt automatisch abspielen. Apple steuert dieser Unsitte mit Safari 9.0 entgegen. Der neue Web-Browser (der übrigens auch für OS X Mavericks und OS X Yosemite angeboten wird) ermöglicht das Stummschalten von Tabs. Spielt eine in einem Tab dargestellte Web-Seite automatisch ein Video ab, erscheint im Tab-Reiter ein kleines Lautsprechersymbol, das durch Klick den Ton deaktiviert. Spielen gleich mehrere Tabs Videos ab, so erscheint in der URL-Leiste von Safari ein blaues Lautsprechericon, mit dem alle Tabs stummgeschaltet werden können.

8) Diktate per Sprachbefehl starten

Die Diktatfunktion von OS X kann beginnend mit El Capitan auch per Sprachbefehl aktiviert werden – zusätzlich zur weiterhin bestehenden Möglichkeit per Tastendruck. Dazu wird in den Systemeinstellungen unter "Bedienungshilfen" => "Diktat" die Option "Schlagwortphrase für Diktate aktivieren" angeklickt. Die Schlagwortphrase lässt sich frei wählen, standardmäßig ist "Computer" eingetragen.

Diktate per Sprachbefehl starten



Voraussetzung ist, dass die "Erweiterte Diktierfunktion" (Systemeinstellungen => "Diktat & Sprache") eingeschaltet wurde. Die "Erweiterte Diktierfunktion" ermöglicht die Offline-Verwendung und das kontinuierliche Diktieren mit Live-Feedback. Dazu wird ein Spracherkennungspaket auf den Mac geladen.

9) Fenster-Zoom bei Doppelklick auf Titelleiste

Bis einschließlich Yosemite bietet OS X in den Systemeinstellungen unter "Dock" eine Option, mit der Fenster durch Doppelklick auf die Titelleiste im Dock abgelegt werden können. In OS X El Capitan ist eine zweite Möglichkeit hinzugekommen. Auf Wunsch kann durch Doppelklick auf die Titelleiste eine Zoomfunktion aktiviert werden, die Fenster vergrößert oder verkleinert.

Fenster-Zoom bei Doppelklick auf Titelleiste



10) Nach Installation von OS X El Capitan: Mac fährt nicht mehr hoch

In einigen Fällen kann es dazu kommen, dass der Mac nach der Installation von OS X El Capitan nicht mehr hochfährt und während des Bootvorgangs hängen bleibt. Die Ursache sind meist inkompatible Kernel-Erweiterungen (.kext), die den Systemstart verhindern. Wenn Ihr Mac von diesem Problem betroffen ist, dann starten Sie den Mac in den sicheren Modus, d. h. nach dem Einschalten die Shift-Taste eine Weile gedrückt halten. Der Mac führt dann einen sicheren Systemstart durch, bei dem die Kernel-Erweiterungen nicht geladen werden. Anschließend navigieren Sie im Finder zu den Verzeichnissen Library/Extensions sowie System/Library/Extensions – dort werden die Kernel-Erweiterungen aufbewahrt.

Als problematisch (d. h. mit OS X 10.11 inkompatibel) haben sich Kernel-Erweiterungen wie EltimaAsync.kext und org.virtualbox.kext herausgestellt. Falls Sie Kernel-Erweiterungen mit diesen Namen finden, bewegen Sie sie in den Papierkorb und führen einen regulären Neustart (ohne Shift-Taste) durch - die Chancen stehen dann gut, dass Ihr Mac wieder wie gewohnt startet.




11) Bootfähiges Installationslaufwerk erstellen

Wer mehrere Macs mit OS X El Capitan ausstatten möchte, muss sich das Installationsprogramm nicht für jeden Computer einzeln aus dem Mac-App-Store herunterladen. Komfortabler ist die Erstellung eines bootfähigen Installationslaufwerks auf Basis des Installers von OS X El Capitan. Dies kann komfortabel mit dem kostenlosen Tool DiskMaker X erledigt werden.

DiskMaker X

DiskMaker X erstellt bootfähige OS-X-Installationsmedien.
Bild: Guillaume Gète.



Dazu wird ein Laufwerk mit mindestens acht GB Speicherkapazität benötigt, beispielsweise ein USB-Stick oder eine externe Festplatte. Zur Nutzung von DiskMaker X wird ein Account mit Administratorrechten vorausgesetzt. Nach dem Start von DiskMaker X wird angegeben, von welcher Betriebssystemversion ein bootfähiges Installationslaufwerk erstellt werden soll (OS X Mavericks, OS X Yosemite oder OS X El Capitan). Nach Klick auf den entsprechenden Button sucht DiskMaker X automatisch nach dem passenden Installer. Anschließend wird das gewünschte Ziellaufwerk angegeben und DiskMaker X erstellt den bootfähigen Installer. Das Laufwerk kann entweder über die Systemeinstellungen ("Startvolume") als Bootvolume oder nach dem Neustart des Macs bei gedrückter ALT-Taste ausgewählt werden, um die Installation von OS X El Capitan zu starten.

Falls das Installationsprogramm von OS X El Capitan nicht mehr vorhanden ist, kann es jederzeit erneut aus dem Mac-App-Store heruntergeladen werden. Nach dem Download liegt es im Ordner "Programme".

12) Neues Festplattendienstprogramm ohne RAID-Optionen

Apple hat das Festplattendienstprogramm für OS X El Capitan vollständig überarbeitet. Zum Leidwesen vieler Anwender hat der Hersteller jedoch die Möglichkeit zur Erstellung von RAID-Laufwerken in der neuen Version weggelassen. Das Mac-Betriebssystem unterstützt die Erzeugung von softwarebasierten RAID-0- und RAID-1-Laufwerken – bis einschließlich Yosemite ist dies bequem per Festplattendienstprogramm möglich. Die zugrundeliegende Funktionalität ist auch in OS X El Capitan unverändert vorhanden, nur leider nicht mehr über die grafische Benutzeroberfläche zugänglich – aus welchen Gründen auch immer.

Über das Terminal lassen sich auch unter OS X El Capitan RAID-Laufwerke erstellen. Dies erfolgt mit der Funktion diskutil. Beispielsweise erstellt der Befehl

diskutil appleRAID create stripe [arrayName] JHFS+ disk0 disk1

ein RAID-0-Laufwerk bestehend aus den zwei Volumes mit den Bezeichnungen disk0 und disk1, wobei [arrayName] den Namen bezeichnet (einzugeben ohne eckige Klammern). Ein RAID-1-System wird mit

diskutil appleRAID create mirror [arrayName] JHFS+ disk0 disk1

erzeugt. Allerdings ist diese Vorgehensweise nur erfahrenen, mit dem Terminal vertrauten Anwendern zu empfehlen. Eine komfortablere Alternative ist die Softwarelösung SoftRAID, die in Kürze in einer kostengünstige Lite-Version (Preis: 49 Dollar) erscheint. Zu hoffen ist aber, dass Apple die RAID-Konfigurationsoptionen bald wieder in das Festplattendienstprogramm einbaut.

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13) Natürliche Suchabfragen in Spotlight

OS X El Capitan erleichtert die Suche mit Spotlight, da nun auch Abfragen in natürlicher Sprache unterstützt werden. Beispiele für natürliche Suchabfragen sind "E-Mails von gestern", "E-Mails von Schmidt vom Mai" oder "Dokumente, an denen ich letzte Woche gearbeitet habe". Auch kompliziertere Sätze wie "Tabelle, an der ich gestern gearbeitet habe, die Budget enthält", sind laut Apple möglich. Probieren Sie es einfach aus – Spotlight versteht zahlreiche Varianten.

14) Erweiterungen und Geotagging in der Fotos-App

OS X El Capitan behebt zwei häufig geäußerte Kritikpunkte am Programm Fotos. Die Version 1.1 des iPhoto-Nachfolgers wurde um eine Schnittstelle für Erweiterungen ergänzt. Die Anwendung lässt sich nun mit Plug-ins um zusätzliche Funktionen erweitern. Beispielsweise gibt es mit BeFunky Express (Mac-App-Store-Partnerlink; Preis: 4,99 Euro) ein Plug-in zur Optimierung von Selfies und Landschaftsaufnahmen. Die bekannten Bildbearbeitungen Pixelmator (Mac-App-Store-Partnerlink) und Snapheal (Mac-App-Store-Partnerlink) enthalten nun ebenfalls eine Erweiterung, die ihre Bearbeitungswerkzeuge in Fotos zugänglich machen (darunter Retusche-Tools). Die installierten Fotos-Plugins lassen sich über die Systemeinstellungen unter "Erweiterungen" => "Fotos" an- oder abschalten.

OS X El Capitan: Erweiterungen für Fotos

Plug-ins für Fotos werden über die Systemeinstellungen (de-) aktiviert.
Bild: Apple.



Fotos 1.1 ermöglicht nun außerdem das Geotagging, d. h. es können Ortsangaben zu Fotos hinzugefügt und nachträglich bearbeitet werden. Dies erfolgt über das Fenster "Info". Außerdem ist es in Fotos jetzt möglich, Alben nach Datum, Titel und anderen Kriterien zu sortieren, und die Metadaten mehrere Bilder gleichzeitig zu ändern.

15) Funktion "Papierkorb sicher entleeren" fehlt

Apple hat in OS X El Capitan die Finder-Funktion "Papierkorb sicher entleeren" entfernt. Das Feature wurde einst für herkömmliche Festplatten (magnetische Speicherung mit Schreib-/Lesekopf) konzipiert und nun im Zuge der steigenden Verbreitung von SSD-Laufwerken entfernt. Hintergrund: auf Festplatten wird durch normales Löschen einer Datei im Finder lediglich der Speicherplatz vom Betriebssystem als frei deklariert – die Daten selbst verbleiben solange auf dem Laufwerk bis sie überschrieben wurden. Mit "Papierkorb sicher entleeren" konnten auf Festplatten die Dateien unwiderruflich durch Überschreiben gelöscht werden.

SSD-Laufwerke mit Flash-Chips haben allerdings eine völlig andere Funktionsweise als Festplatten. Vereinfacht ausgedrückt: gezieltes Überschreiben bestimmter Speicherbereiche ist bei einer SSD nicht möglich, die Finder-Funktion "Papierkorb sicher entleeren" läuft auf SSDs völlig ins Leere. Durch normales Löschen von Dateien auf SSDs wird bereits ein hoher Grad an Sicherheit erzielt, da die SSD-Funktionen Garbage Collection und TRIM das Laufwerk automatisch "aufräumt" und wiederbeschreibbare Blöcke zusammenfasst. Nur unter Laborbedingungen mit großem Aufwand ist es möglich, gelöschte Daten auf einer SSD aufzuspüren.

Wer höchstmögliche Sicherheit bei einer SSD erreichen will, sollte die OS-X-Laufwerksverschlüsselung FileVault aktivieren. Oder alternativ die kostenlose Software Disk Wiper benutzen, die auf Low-Level-Ebene komplette SSD-Laufwerke rückstandsfrei löscht. Für Nutzer herkömmlicher Festplatten noch ein Tipp: mit der kostenfreien Software Permanent Eraser lassen sich auch unter OS X El Capitan auf magnetischen Festplatten Dateien durch Überschreiben sicher löschen.

Kommentare

Daumen hoch!

Eine sehr fundierte Tipp-Sammlung, gefällt mir! Wirklich gut geschrieben und mit interessanten Hintergründen. Wird sicherlich für viele User eine Hilfe sein. Weiter so!

Auch von mir ein fettes Dankeschöööön!

Es hat seinen Grund, warum macgadget.de seit mehr als 10 Jahren zu meinen täglichen "Must-visits" gehört!

Danke!

@MacGadget: Tolle Zusammenstellung!

-> Jetzt muss/müsste ich eigentlich nur noch "El Capitan" endlich auf einer externen Disk installieren! ;-)

Jetzt lauft er wieder der iMac…

Vielen, vielen Dank für diesen Artikel. Genau den Punkt Nr. 10 hatte ich nach der Installation von 10.11.
Die Extension "EltimaAsync.kext" war der Übertäter. Jetzt tut er es wieder der iMac.

unter Library gibt es bei mir keinen extension ordner

Hallo,
bin ganz neu hier. Hab alle Informationen genau gelesen. Leider gibt es bei mir unter Library keinen Extension Ordner.
Wie ist denn das möglich ?
Habe El Capitan installiert, läuft auch, aber kein reboot möglich, wie schon mehrfach angesprochen.
MacAir bleibt vorerst eingeschaltet bis ich eine Lösung finde.
Hoffe auf eine Antwort bezüglich "Extensions"
Danke im Voraus

[Hinweis der Redaktion: Sie haben wahrscheinlich im falschen Library-Ordner nachgesehen. Es ist nicht der Library-Ordner Ihres Benutzerverzeichnisses gemeint (/Home/Library)! Navigieren Sie im Finder zur obersten Ebene des Startlaufwerks. Dort finden Sie die Ordner "Library/Extensions" und "System/Library/Extensions". Darin sind die Kernel-Erweiterungen zu finden.]

etwas einfachereres Löschen der System/Libary/Extensions

Wenn man einen zweiten Mac zur Verfügung hat, kann man den betroffenen Mac in den Target Modus versetzen und über den 2. Mac die Extensions löschen. Denn leider fuhr der Rechner eines Bekannten auch nicht mehr im sicheren Modus hoch.

Tipp 9

Das gibt es bereits bei Yosemite. Wenn beim Doppelklicken auf die Titelleiste das Fenster im Dock ablegen ausgewählt ist dann wird es im Dock abgelegt. Wenn es abgewählt ist dann vergrößert oder verkleinert sich das Fenster bei Doppelklick.

;) makeup

Danke für die Liste!

Eine Frage zu TRIM. Kann es sein, dass El Capitan (10.11.1) beim Upgrade meines iMac (late 2009) den TRIM Support selbsttätig aktiviert?
Ich habe noch unter Yosemite als interne SSD eine Samsung 850 EVO 1TB installiert und in meinem System Report steht unter TRIM Support: "Yes".

Trim

wie verhält sich der Trim Befehl bei SSD Karten via FireWire800 betrieben ?

Dieter

Geht nicht

macbruno schrieb:
wie verhält sich der Trim Befehl bei SSD Karten via FireWire800 betrieben ?

Dieter

TRIM wird via FireWire nicht unterstützt. Wäre ohnehin Schwachsinn, da FireWire 800 viel zu langsam für moderne SSDs ist. USB 3 oder Thunderbolt bzw. eSATA ist für eine externe SSD absolute Pflicht.