Urheberrechtsabgabe: Leichte Preiserhöhung für iPhones und iPads

Apple hat in Deutschland zum Jahreswechsel die Preise für iPhones und iPads leicht angehoben. Der Grund ist eine neu eingeführte Urheberrechtsabgabe für Smartphones und Tablets. Die iPhones verteuerten sich um rund fünf Euro, während die Preise für iPads um knapp 8,50 Euro gestiegen sind. Im Dezember hatte sich der IT-Branchenverband Bitkom mit den Verwertungsgesellschaften auf die Höhe der urheberrechtlichen Abgaben für Smartphones und Tablets geeinigt.

Demnach zahlen Hersteller und Importeure 6,25 Euro pro Smartphone und 8,75 Euro je Tablet. Für Bitkom-Mitglieder gelten reduzierte Sätze in Höhe von fünf bzw. sieben Euro. Der kalifornische Computerpionier schlägt diese Kosten auf seine Produktpreise auf. Die Verwertungsgesellschaften hatten ursprünglich weit höhere Forderungen (bis zu 36 Euro pro Smartphone und bis zu 15 Euro je Tablet), nach intensiven Verhandlungen wurde ein Kompromiss erzielt. Die geschlossenen Verträge gelten bis Ende 2018 und rückwirkend ab dem Jahr 2008 für Smartphones und ab dem Jahr 2012 für Tablets.

iPhone 6s und iPhone 6s Plus

iPhones: Leichte Preiserhöhung wegen Urheberrechtsabgabe.
Foto: Apple.



Mit den urheberrechtlichen Abgaben soll das legale Kopieren von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie Musik, Film, Foto oder Text für den privaten Gebrauch abgegolten werden. Für Computer, Musikplayer, Kopierer, Drucker und andere Geräte gibt es Urheberrechtsabgaben bereits seit längerer Zeit. Für die Erhebung und Ausschüttung an die Urheber sind Verwertungsgesellschaften wie die Gema, die VG Wort oder die VGL zuständig.

Der Bitkom kritisiert die Urheberrechtsabgabe als "untauglich für die digitale Welt". Das Modell sei vor 50 Jahren erdacht worden und werde den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Es kämen immer wieder neue Digitalgeräte auf den Markt, bei denen geklärt werden müsse, ob und wie sie für Privatkopien genutzt werden. Außerdem sei das Streaming auf dem Vormarsch. "Beim Streaming geht es nur noch um den Zugang zu Inhalten, Privatkopien gibt es dort nicht mehr. Es wird Zeit für Alternativen zum Pauschalabgabensystem, die mit dem Innovationstempo in der digitalen Welt Schritt halten können", meint Rohleder.

In Ländern wie Finnland oder Spanien wurden die Abgaben vollständig abgeschafft. In Österreich und den Niederlanden sind sie deutlich niedriger als in Deutschland.

Kommentare

Unverständlich

Apple hat doch sowieso irre hohe Gewinnspannen. Wozu also noch die paar Euro draufschlagen und damit völlig krude Preise (z. B. 397,33 Euro für ein iPad mini mit 16 GB) zu generieren?? Immer schön melken, anstatt mal ein klein wenig von der dicken Marge abzugeben. Ein Preis von 397,33 € lässt sich schließlich gut vermarkten... /Ironie aus.

ja, stimmt leider voll und ganz, seh ich (leider) auch so

qwert schrieb:
Apple hat doch sowieso irre hohe Gewinnspannen. Wozu also noch die paar Euro draufschlagen und damit völlig krude Preise (z. B. 397,33 Euro für ein iPad mini mit 16 GB) zu generieren?? Immer schön melken, anstatt mal ein klein wenig von der dicken Marge abzugeben. Ein Preis von 397,33 € lässt sich schließlich gut vermarkten... /Ironie aus.

Patente sind auch schon seit vielen Jahren ...

... gültig, warum sollte es in der digitalen Welt anders sein? Das Unvermögen der Napster 1.0- Kinder diese Problematik emotionsfrei zu beleuchten ist immer wieder spannend. Vor allem, weil keiner wirklich weiss, wovon er redet.

Urwaldland

qwert schrieb:
Apple hat doch sowieso irre hohe Gewinnspannen. Wozu also noch die paar Euro draufschlagen und damit völlig krude Preise (z. B. 397,33 Euro für ein iPad mini mit 16 GB) zu generieren
Ich denke, die Weitergabe dieser fragwürdigen Abgabepflicht soll uns Deutsche daran erinnern, in was für einem Urwaldland wir hier leben. Bei uns ist ja auch halb YouTube gesperrt, wegen diesem Gema-Nepp.

Gruß Uli