Apple verfehlt Umsatz- und Absatzerwartungen, enttäuscht mit Ausblick

Apple hat heute die Zahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2016 vorgelegt. Der Konzern steigerte zwar den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 74,6 auf 75,9 Milliarden Dollar (ein neuer Rekord), blieb jedoch damit hinter den Erwartungen der Finanzwelt von 76,6 Milliarden Dollar zurück. Auch in puncto iPhone-, Mac- und iPad-Absatz sowie beim Ausblick auf das zweite Quartal enttäuschte Apple - das Unternehmen rechnet sogar mit einem Umsatzrückgang.

Apple-Firmenzentrale

Die Apple-Konzernzentrale in Cupertino.
Bild: Joe Ravi (Lizenz: CC-BY-SA 3.0).



Der iPhone-Absatz legte nur marginal von 74,47 auf 74,78 Millionen Stück zu – die Analysten rechneten hingegen mit 76,5 Millionen verkauften Apple-Smartphones. Auch bei Mac und iPad blieb das kalifornische Unternehmen hinter den Erwartungen zurück. Im letzten Quartal wurden 16,12 Millionen iPads (minus 25 Prozent) und 5,31 Millionen Macs (minus vier Prozent) verkauft. Die Analysten gingen von rund 18 Millionen verkauften iPads und 5,6 Millionen abgesetzten Macs aus. Lediglich beim Nettogewinn (18,4 Milliarden Dollar oder 3,28 Dollar je Aktie) konnte Apple die Erwartungen der Börsianer (von 3,23 Dollar pro Anteilsschein) übertreffen. Im Vorjahresquartal lag Apples Gewinn bei 18 Milliarden Dollar oder 3,06 Dollar je Aktie. Auch beim Gewinn stellte Apple eine neue Rekordmarke auf.

Apple erwartet Umsatzrückgang für zweites Quartal

Apple hat für das laufende zweite Quartal eine Umsatzprognose von 50 bis 53 Milliarden Dollar ausgegeben. Damit räumt der Mac- und iPhone-Hersteller ein, von einem Umsatzrückgang auszugehen. Auch die Erwartung der Analysten von im Durchschnitt 55,64 Milliarden Dollar wurde verfehlt. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2015 erwirtschaftete Apple Einnahmen in Höhe von 58 Milliarden Dollar.

Mit einer Bruttogewinnspanne von 39,9 Prozent (Vorjahresquartal: 40,1 Prozent) arbeitet Apple weiterhin hochprofitabel. Das Geschäft außerhalb der USA machte 66 Prozent des Gesamtumsatzes aus (Vorjahresquartal: 65 Prozent). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigerte Apple erneut - von 1,9 auf 2,4 Milliarden Dollar. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2015 wurde am 27. September begonnen und am 26. Dezember abgeschlossen.

Nach Angaben von Apple ist das Umsatzwachstum durch schwächelnde internationale Währungen (Euro, Pfund, australischer und kanadischer Dollar...) beeinträchtigt worden. Mit stabileren Währungen hätte man einen Quartalsumsatz von über 80 Milliarden Dollar erzielt, so Apple-Chef Tim Cook.

Kommentare

Unendliches Wachstum gibt es nun mal nicht

Insofern war es nur eine Frage der Zeit, bis das Thema Apple einholt. Nun ist es geschehen.

Man führe es sich vor Augen: seit inzwischen 2 Jahren gehen die iPad Verkaufszahlen zurück. Auch das iPad Pro änderte daran nichts. Aufgefangen wurde dies bislang nur durch das iPhone. Doch auch dort schwächelt Apple jetzt. Da ist der Mac trotz des leichten Rückgangs immer noch ein Stabilitäts-Eckpfeiler.

Wenn es so läuft wie von Apple prognostiziert, gibt es im aktuellen Quartal den ersten Umsatzrückgang seit über einem Jahrzehnt!

Ich bin sehr gespannt, wie bzw. ob sich Apple aus dieser Lage befreien kann. Beim iPhone geht es IMHO nur durch ein radikal neues Design und Preissenkungen. Beim Mac müssen wieder verstärkt Innovationen und aktuelle Technologien her, gerne auch größere Displays bei MacBooks und attraktive Preispunkte für Einstiegsgeräte. Auch im Jahr 2016 wissen die allermeisten Windows User nicht, dass es mit OS X eine starke Alternative gibt!

Bei den iPads wirds auch nur über den Preis gehen, wobei man abwarten muss, wie lange das Schrumpfen des Tablet Marktes noch andauern wird. Der Tablet Hype ist lange vorbei, das Interesse abgeflaut. Apple Watch? Immer noch keine Verkaufszahlen genannt, das sagt alles. Zu Apple TV 4 schweigt Apple ebenfalls. Kein gutes Zeichen. Bleiben noch die Services. Aber für Services muss Apple erst wieder Hardware verkaufen...

Mal ehrlich,

nur weil einige Analysten enttäuscht sind, weil ihre Gier nicht ausreichend befriedigt wurde, ist doch Apple immer noch ein hoch profitabel arbeitendes Unternehmen. Man kann Firmen auch kaputtreden, Großunternehmen sind in Bezug auf Spekulationen ziemlich fragil.

Und irgendwann hat jeder ein Handy und ein Tablet und einen Computer auf den Schreibtisch. Ich kann auch nur drei mal am Tag warm essen, mein Lebensmittelhändler wird sich deswegen nicht aus dem Fenster stürzen.

Sorry, aber mir geht das Analysten- und Börsianergeschwätz zunehmend auf die Nerven, die jammern auf derart hohem Niveau und egal was passiert …

Die Kernpunkte sind leider andere, ollo

Wie wird es bei Apple in den nächsten 5 Jahren laufen? Stagnation auf hohem Niveau? Kontinuierlicher Umsatz- und Gewinnrückgang?

Das iPhone hat Apple dahin gebracht, wo das Unternehmen jetzt steht. Schwächelt das iPhone, schwächelt Apple. So ist das.

iPad floppt seit 2 Jahren. Nix mehr mit dem Marketing-Geblubbler "Magic Device" oder "Post PC Era". Das Tablet Geschäft wird zur Belastung für Apple.

Der nächste Wachstumstreiber bei Apple ist nicht in Sicht. Hand aufs Herz: die Watch ist bisher ein Flop. Die paar Millionen Stück, die innerhalb eines Jahres verkauft wurden, sind im Vergleich zur iPhone-Stückzahl ein Witz.

Das Minus beim Mac hätte Apple problemlos vermeiden können - mit besserer Produktpflege. Kein neuer Mac Pro seit 2013. Mac mini nicht mehr mit Quadcore. Veraltete Prozessoren im 15" MacBook Pro. Wo bleiben Touch ID und Apple Pay für Macs? Was ist mit Thunderbolt 3? Wann gibts endlich Retina beim MacBook Air?

Grundsätzlich gebe ich dir natürlich recht, wenn du sagst, dass irgendwann mal bei jedem Markt eine Sättigung erreicht ist. Aber gerade bei iPhone (die meisten Smartphones laufen mit Android) und Desktops/Notebooks (Windows weiter klarer Marktführer) hätte Apple doch Möglichkeiten, seinen Marktanteil und damit Absatz und Umsatz zu steigern.

Tim Cook muss sich was einfallen lassen, sonst werden die Investoren schnell unruhig. Das überträgt sich dann auf die Medien und schon hat Apple den Salat.

Unsympathisch

Goliath gegen David?

Früher war ich ein echter Fan von Apple. Aber wenn man damit enttäuscht nur zig Milliarden Umsatz zu machen, dann ist das für mich schon--ich weiss nicht soll ich unmoralisch sagen..?

Es gäbe durchaus Möglichkeiten

qwert schrieb:
... Beim iPhone geht es IMHO nur durch ein radikal neues Design und Preissenkungen. ...

Wie soll das denn aussehen? Rund statt rechteckig?
Ich finde das jetztige Design ziemlich optimal - chick, funktionell, angenehm zu halten, bestens verarbeitet, mit Super-Bildschirm. Über die Grösse kann man trefflich streiten - die Einen wollen bessere Lesbarkeit, die Anderen eher Kompaktheit für die Hosentasche.
Das schliesst natürlich Nachdenken über neue Funktionen und Anwendungszwecke nicht aus.

qwert schrieb:
... Beim Mac müssen wieder verstärkt Innovationen und aktuelle Technologien her, gerne auch größere Displays bei MacBooks und attraktive Preispunkte für Einstiegsgeräte. ...

Der Satz ist, so allgemein formuliert, zu jeder Tages- und Jahreszeit gültig - egal in welchem Jahr und zu welchem Gerät.
In Bezug auf das fehlende 17-Zoll MacBook trifft er allerdings auch im Speziellen zu.

qwert schrieb:
... Auch im Jahr 2016 wissen die allermeisten Windows User nicht, dass es mit OS X eine starke Alternative gibt! ,,,

Das könnte Apple leicht ändern, indem sie OS X auch für Windows-Rechner freigeben würden. So wie Windows für Apple's Bootcamp sowie Parallels & Co freigegeben ist.
Aber man will die eigene Hardware schützen.

qwert schrieb:
... Bei den iPads wirds auch nur über den Preis gehen, ...

Das sehe ich anders.

Wie wäre es, mal ein etwas weniger proprietäres, abgeriegeltes iPad herauszubringen - mit offenerem iOS ? Oder sogar mit einem optional Touchscreen-tauglichen OS X?
Und z. B. mit HDMI-In, um es als externen Monitor gebrauchen zu können, oder mit USB-In, um endlich unkompliziert Daten einspielen zu können. Und bitte auch den Kopfhörer-Anschluss drinlassen!

Und ein Hybrid-iPad/MacBook (daa iPad als abnehmbarer Bildschirm des MacBooks) wie in der Windows-Welt zu sehen, schwebt mir auch schon länger vor.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten.
Aber ich wiederhole mich hier - habe es zuvor schon öfters mal erwähnt.

Noch eine Ergänzung

qwert schrieb:
... Beim Mac müssen wieder verstärkt Innovationen und aktuelle Technologien her...

Beim Mac Pro sollte Apple darüber nachdenken, optional zur schwarzen Tonne wieder eine silberne Kiste anzubieten - für alle Selbst-Einbauer, -Erweiterer und -Bastler.

Aber das schreibe ich hier auch nicht zum ersten Mal.

Die Währungen sind ja Schuld

Zitat: „Mit stabileren Währungen hätte man einen Quartalsumsatz von über 80 Milliarden Dollar erzielt, so Apple-Chef Tim Cook.“ Gerüchte, dass man sich bei Apple mit guten Computern nicht mehr so gut auskennt, sind somit vom Tisch ...

Aber abgesehen von den geldgierigen Aktionären geht es Apple doch wunderbar.