Apple erwartet iPhone-Absatzrückgang im laufenden Quartal

Der iPhone-Boom ist erst einmal vorbei. Apple rechnet für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahres 2016 mit einem Rückgang der iPhone-Verkaufszahlen – dem ersten überhaupt in der inzwischen neunjährigen Geschichte des Smartphones. Das erklärte Konzernchef Tim Cook auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlen. Seit Apple das Smartphone im Sommer 2007 auf den Markt brachte, ist der Absatz des Geräts kontinuierlich gestiegen.

Diese Erfolgsgeschichte wird im aktuellen Quartal unterbrochen. Im Vorjahreszeitraum verkaufte Apple 61,2 Millionen Smartphones. Eine Absatzschätzung für das laufende Quartal hat Cook zwar nicht genannt, doch am erwarteten Minus bei den Stückzahlen ließ der Firmenlenker keinen Zweifel. Bereits im wichtigen Weihnachtsquartal stotterte der Motor von Apples Smartphone-Geschäft – der Absatz legte nur geringfügig von 74,47 auf 74,78 Millionen Stück zu. Damit wurde die Analysten-Erwartung von im Durchschnitt 76,5 Millionen verkauften iPhones verfehlt.

iPhone 6s und iPhone 6s Plus

iPhone: Absatzminus für zweites Quartal erwartet.
Foto: Apple.



Das iPhone ist der wichtigste Umsatzträger Apples. Sinken die iPhone-Verkaufszahlen, hat das Unternehmen enorme Probleme, Umsatz und Gewinn weiter zu steigern. Das iPad befindet sich seit zwei Jahren in der Krise – im vergangenen Quartal brach der Absatz des Tablets um satte 25 Prozent ein. Zudem schwächelte der Mac – der Absatz des Computers legte in den letzten Jahren langsam, aber stetig zu – im letzten Quartal überraschend (die Verkaufszahlen sanken um vier Prozent). Apple Watch und Apple TV sind weit davon entfernt, die iPhone- und iPad-Schwäche aufzufangen – Verkaufszahlen zu beiden Produkten wurden erneut nicht genannt.

Für das laufende Quartal erwartet Apple den ersten Umsatzrückgang seit über einem Jahrzehnt. Dies hat sowohl mit dem schwächeren Produktabsatz als auch mit den internationalen Währungsschwankungen zu tun. Apple rechnet in US-Dollar ab, erzielt aber zwei Drittel seines Umsatzes außerhalb der USA. Die Schwäche vieler internationaler Währungen schmälern seit einiger Zeit Apples Einnahmen. In den letzten 18 Monaten habe man dadurch 15 Prozent des Umsatzes verloren, so Apples Berechnungen.