Apple erwartet erneut Umsatzrückgang und verweist auf kommende Innovationen

Es läuft momentan nicht rund bei Apple. Das Unternehmen vermeldete gestern den ersten Umsatzrückgang seit dem Jahr 2003, außerdem gingen Gewinn sowie die Verkaufszahlen von iPhone, iPad und Mac zurück. Mit einer Besserung im laufenden Quartal rechnet der Konzern nicht – der Umsatz soll erneut sinken.

Apple erwartet für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2016 einen Umsatz im Bereich von 41 bis 43 Milliarden Dollar. Dies lässt auf erneute Rückgänge beim iPhone-, iPad- und Mac-Absatz schließen. Zum Vergleich: im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete Apple Einnahmen in Höhe von 49,6 Milliarden Dollar. Firmenchef Tim Cook begründet den derzeitigen Abwärtstrend unter anderem mit einem "gesamtwirtschaftlichen Gegenwind". Beispielsweise sei der Umsatz in China (inklusive Hong Kong und Taiwan), Apples zweitwichtigstem Markt, im vergangenen Quartal um etwa ein Viertel eingebrochen. China hat seit einigen Monaten mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen.

Auch die anhaltende Schwäche vieler Währungen macht Apple weiter zu schaffen. Ohne diese Währungseffekte wäre der Umsatz nur um neun anstatt um 13 Prozent zurückgegangen, erklärte Apples Finanzchef Luca Maestri. Dennoch überrascht Analysten das Ausmaß des Umsatz- und Gewinnrückgangs. Apple verfehlte die Erwartungen der Börsianer für das zweite Quartal von 51,97 Milliarden Dollar beim Umsatz und von zwei Dollar je Aktie beim Gewinn deutlich. Auch in puncto Umsatzprognose für das laufende Quartal liegt Apple unter den Einschätzungen der Finanzexperten (47,3 Milliarden Dollar).

Mac Pro

Mac Pro: Apples Desktop-Flaggschiff ist technisch völlig veraltet.
Foto: Apple.



Lichtblicke gab es im zweiten Quartal nur wenige für Apple. Dazu gehören Umsatzsteigerungen bei Dienstleistungen (plus 20 Prozent auf 5,99 Milliarden Dollar) und den sonstigen Produkten wie Apple TV, Apple Watch, iPod und Zubehör (plus 30 Prozent auf 2,19 Milliarden Dollar). Das iPhone SE, dessen Absatzzahlen erst in das laufende dritte Quartal einfließen, verkauft sich laut Cook besser als erwartet. Daraus resultiert die derzeitige zwei- bis dreiwöchige Lieferzeit für das Vier-Zoll-Smartphone. In Indien verzeichnete Apple ein Plus von 56 Prozent und will dort seine Präsenz ausweiten.

Ebenfalls interessant: mit dem Mac (5,1 Milliarden Dollar) hat Apple wieder mehr Umsatz erzielt als mit den iPads (4,4 Milliarden Dollar). Ein Mittel gegen die Talfahrt beim iPad scheint Apple immer noch nicht gefunden zu haben. Der Absatz des Tablets ist inzwischen das neunte Quartal in Folge zurückgegangen. Cook übt sich derweil in Zweckoptimismus und verweist auf die Zahl von einer Milliarde aktiver Apple-Geräte sowie auf die zahlreichen Innovationen, die man mit kommenden Produkten einführen wolle.

Handlungsbedarf besteht besonders beim Mac. Beispielsweise ist das Flaggschiff Mac Pro mit drei Jahre alter Technik ausgestattet – in der IT-Branche gefühlt eine halbe Ewigkeit und wenig schmeichelhaft für einen Konzern, der durch Innovationen glänzen will. Auch MacBook Pro (Broadwell- und Haswell-CPUs) und Mac mini (Haswell) sind in puncto Prozessorarchitektur nicht auf dem neuesten Stand (aktuell ist Intels Skylake-Plattform). Moderne Schnittstellenstandards wie Thunderbolt 3 oder 802.11ac Wave 2 sucht man vergebens beim Mac. Kundenwünsche, vor allem aus dem Unternehmensumfeld, wie die erneute Einführung eines erweiterbaren Desktop-Macs oder eines Servermodells, blieben bislang unberücksichtigt.

Hinzu kommen Kritikpunkte wie die Verwendung träger 5400rpm-Festplatten in etlichen Desktop-Macs, die hohen Aufpreise für SSD-Laufwerke und der Mangel an AMD- und Nvidia-Grafikkartenoptionen bei vielen Modellen. Vor diesem Hintergrund ist der Rückgang der Absatzzahlen kaum überraschend. Anwendern bleibt die Hoffnung, dass Apple das Thema Mac-Hardware auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 im Juni vielleicht umfassend behandeln wird.

Nachtrag (17:15 Uhr): Die Anleger schicken die Apple-Aktie angesichts des schlechten Geschäftsgangs beim Mac- und iPhone-Hersteller auf Talfahrt. AAPL notiert im frühen Handel an der New Yorker Börse mit über sechs Prozent im Minus.

Kommentare

Der beste Absatz eines ganzen Jahrzehnts bei Macgadget

"Handlungsbedarf besteht besonders beim Mac. Beispielsweise ist das Flaggschiff Mac Pro mit drei Jahre alter Technik ausgestattet – in der IT-Branche gefühlt eine halbe Ewigkeit und wenig schmeichelhaft für einen Konzern, der durch Innovationen glänzen will. Auch MacBook Pro (Broadwell- und Haswell-CPUs) und Mac mini (Haswell) sind in puncto Prozessorarchitektur nicht auf dem neuesten Stand (aktuell ist Intels Skylake-Plattform). Moderne Schnittstellenstandards wie Thunderbolt 3 oder 802.11ac Wave 2 sucht man vergebens beim Mac. Kundenwünsche, vor allem aus dem Unternehmensumfeld, wie die erneute Einführung eines erweiterbaren Desktop-Macs oder eines Servermodells, blieben bislang unberücksichtigt.

Hinzu kommen Kritikpunkte wie die Verwendung träger 5400rpm-Festplatten in etlichen Desktop-Macs, die hohen Aufpreise für SSD-Laufwerke und der Mangel an AMD- und Nvidia-Grafikkartenoptionen bei vielen Modellen. Vor diesem Hintergrund ist der Rückgang der Absatzzahlen kaum überraschend. Anwendern bleibt die Hoffnung, dass Apple das Thema Mac-Hardware auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 im Juni vielleicht umfassend behandeln wird."

Endlich traut ihr euch auch mal aus der Deckung ;-)

wenn es Facebook wäre...

gabs da von mir einen fetten Daumen nach oben, und ich glaub nicht nur von mir, Das Gefühl, viele denken so... ausser Apple... doof..

Oh ja

Ernst Hefter schrieb:
gabs da von mir einen fetten Daumen nach oben, und ich glaub nicht nur von mir, Das Gefühl, viele denken so... ausser Apple... doof..

Oh ja - von mir auch!

Ich finde es gut, dass die Missstände beim Mac klar und deutlich benannt werden. Zu vieles läuft momentan in die verkehrte Richtung. Apple sollte sich wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen. Früher gabs jedes Jahr Mac Upgrades. Inzwischen muss man zum Teil 2-3 Jahre warten, bis mal eine Produktlinie aufgefrischt wird. Daher überrascht es mich nicht, dass Apple jetzt einen Denkzettel bekommen hat. Die User lassen sich nicht länger verarschen.

Träumen muss erlaubt sein!

Der Mac Cube feiert sein Comeback!

- Leicht abgewandeltes, modernisiertes Design des Power Mac G4 Cube

- Core i5 und Core i7 Prozessoren mit zwei oder vier Kernen

- Platz für zwei 2,5" Laufwerke (Festplatten oder SSD)

- Zwei PCI Express Steckplätze

- Leistungsstarke AMD- oder Nvidia-Grafikkarte gegen Aufpreis

- Zwei Steckplätze für RAM für maximal 32 GB

- 3x USB 3, 2x USB-C / Thunderbolt 3, 1x HDMI, 1x Gigabit-Ethernet, 802.11ac Wave 2, Bluetooth 4.2, Audioeingang, Audioausgang.

- Preise ab 999 Euro.

Leute, das Teil würde sich garantiert verkaufen wie warme Brötchen oder geschnitten Brot!

Warum kriegt Apple nicht endlich den verdammten Ar**** hoch und bietet so ein Teil an?

Super Hannes!…

So ein Intel-Cube würde mir auch sehr gefallen.

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Go Mac – the computer with a smile!

Absturz durch Aroganz! Keine Innovationen, Qualitätsprobleme.

Apple steht längst nicht mehr für Innovationen. Die Qualität der eigenen Arbeit wird von Apple mit der Rosaroten Brille gesehen. Die iMacs sind unter El Captain langsam und träge. Viele durchaus gute Apps wurden in ihrem Funktionsumfang beschnitten. Es gibt keine Serienbrieffunktion unter Pages, iPhoto hat keinen Zugriff mehr auf externe Programme und so weiter. ITunes und Appe Music wirken sehr unübersichtlich. Es ändert sich nichts. Mittlerweile macht es mehr Spaß mit Windows 10 zu arbeiten als mit dem trägen Mac OS. Apple ist einfach stehen geblieben. Wo sind die spannenden Jahre mit wegweisenden Entwicklungen geblieben? Erst Gestern habe ich ein ganz neues Apple TV 4 vergebens in Betrieb nehmen wollen. Das TV OS streikte. Kommentar durch den Support: Kaufen Sie sich ein USB C Kabel, schließen Sie das Gerät an den iMac an und setzen sie es von dort zurück. Das ist derzeit der Anspruch von Apple? Es gibt keinen besonderen Grund mehr Apple Geräte zu kaufen, Apple muss grundsätzlich und das sehr schnell zurück zu Qualität und Innovationen. Sonst wars das in 3 bis 5 Jahren!

Wo kann ich den bestellen?

Hannes schrieb:
Der Mac Cube feiert sein Comeback!

- Leicht abgewandeltes, modernisiertes Design des Power Mac G4 Cube

- Core i5 und Core i7 Prozessoren mit zwei oder vier Kernen

- Platz für zwei 2,5" Laufwerke (Festplatten oder SSD)

- Zwei PCI Express Steckplätze

- Leistungsstarke AMD- oder Nvidia-Grafikkarte gegen Aufpreis

- Zwei Steckplätze für RAM für maximal 32 GB

- 3x USB 3, 2x USB-C / Thunderbolt 3, 1x HDMI, 1x Gigabit-Ethernet, 802.11ac Wave 2, Bluetooth 4.2, Audioeingang, Audioausgang.

- Preise ab 999 Euro.

Leute, das Teil würde sich garantiert verkaufen wie warme Brötchen oder geschnitten Brot!

Warum kriegt Apple nicht endlich den verdammten Ar**** hoch und bietet so ein Teil an?

Als Admin würde ich sofort für die Firma 3-4 "Mac Cubes" bestellen. :)

Leider entwickelt Apple am Bedarf und den Wünschen der Kunden vorbei.

Dass die Verkaufszahlen sinken, überrascht mich daher nicht.

Es ist Zeit für einen Sinnenswandel bei Apple. Niemand braucht noch kleinere, noch mehr verklebtere Macs. Im Desktop Segment kommt es unverändert auf flexible, erweiterbare Systeme an, mit einfachem Zugriff auf interne Komponenten. Selbst beim Mac mini hatte man früher noch Zugriff auf RAM und Laufwerk - auch das geht nicht mehr. Furchtbar.

Das Problem liegt nicht allein bei Apple

Ich arbeite beruflich mit meinen Macs und habe zu PowerPC Zeiten teilweise jährlich einen neuen Rechner gekauft. Zur Intel-Einführung habe ich von PowerMac zu MacBook Pro gewechselt, weil für mich die Performance von Mobilgeräten inzwischen ausreichend war. Seit dieser Zeit habe ich neue Mac nur noch wegen Hardawaredefekten kaufen müssen - was etwa alle 3-4 Jahre der Fall war.

Würde das Betriebssystem und z.T. auch die Software nicht immer langsamer werden (bei gleicher Funktionalität), bräuchte ich überhaupt keine neuen Macs mehr. Das gleiche gilt für iOS.

Zur Performance: Ich habe vor kurzem mal 10.6.8 vs 10.11 auf einem alten MacBook Pro verglichen. Die Prozessorleisung war unter 10.11 etwa 10% schlechter. Das ist angesichts der zusätzlichen Funktionen Ok. Aber die 2D-Grafik (z.B. Fensterelemente zeichnen) ist zum Teil um über 90% eingebrochen! Wodurch der Rechner unerträglich langsam wirkt.

Dafür gibt es aus meiner Sicht keinen technischen Grund. Ich habe den gleichen Test auf einem neuen Core i5 Retina iMac laufen lassen. Selbst hier war die 2D-Parformance schlechter (knapp 40%) als auf einem 9 Jahre alten MacBook Pro unter 10.6.8. Das betrifft das Zeichnen von Texten, Fenstern etc. Hier wird meiner Meinung nach künstlich ein Markt für mehr Performance geschaffen.

Mac Geschäft?

Das ist u.a. die retour Kutsche für das vernachlässigen der Mac Flotte! Apple hat sein früheres Kerngeschäft aus den Augen verloren. Mit iPhones, Tablets, etc. lässt sich auf Dauer nicht mehr viel verdienen. Erstens kauft man nicht alle paar Wochen ein neues Gerät und die "Neuerungen" in dieser Sparte, sind zu wenig Bahnbrechend um sich immer wieder ein neues Tablet, Uhr oder iPhone zu kaufen! Hinzu kommt der Preis, alles was Apple auf den Mark wirft ist zu teuer! Der Ladenhüter "iWatch" müsste für 190.- zu kaufen sein! Dann hätte ich auch eine. Und wer zum Geier braucht so viele Modelle?
Und wenn ich dann trotzdem mal das neuste iPhone kaufen möchte, dann ist es angeblich nicht lieferbar. Diese künstlichen Verzögerungen gehen mir seit Jahren extrem auf den Sack!
Liebe Apple, vergesst bitte die Mac's nicht. Und wer weiss, vielleicht wäre ein MacBook Pro mit Touchscreen und Apple Pencil gar nicht so eine doofe Idee, oder?

Innovationen?

"Apple verweist auf die zahlreichen Innovationen, die in kommenden Produkten ..."???

Innovationen? Etwa wieder so ein Quatsch wie Fingerabdrucksensoren etc.?

Apple sollte schleunigst wenigstens die vorhandenen Produkte auf aktuellen Stand der Technik heben.

An Innovationen erwarte ich mir dann nicht irgendwelche Schnickschnack-Updates, sondern echte Highlights und "the next big thing". Wenn ein 4"-Händi mit nicht mehr als einigermaßen aktueller Hardware als großer Wurf gefeiert wird, dann: wehe dir Apple unter Tim Cook!

Hardware auf aktuellem Stand

Wenn man schon mehr Geld als bei der Konkurrenz ausgibt, sollte die Hardware dem Stand der Technik entsprechen.

Lächerlich dass:
• noch iMac mit Festplatten gibt
• Grafikleistung beim iMac 5k
• Mac Mini ohne 4K Unterstützung
• Apple TV ohne 4K Unterstützung
• Mac Pro nicht auf aktueller Hardware

usw.

Die werden schon noch merken was die User wollen. Ein kleines iPhone gibt es ja schon...

Mal sehen was kommt!

geebee schrieb:

Die werden schon noch merken was die User wollen. Ein kleines iPhone gibt es ja schon...

Dein Wort in Gottes ooops des Applemarketingchefs Ohr!

Ich glaubs erst wenn ich es sehe - die neuen Macs meine ich!

Die Hoffnung auf ein nicht-lifestyle- aka nicht-schicki-micki-produkt ist bei mir schon lange tot!

Endlich mal Kritik

Seit Jahren kämpfe ich bereits gegen die Arroganz von Apple. Ich habe diverse Kunden aus den Business-Bereich die abgesprungen sind weil Produkten und Funktionen liquidiert worden sind. Weiter weisen die Produkten sehr viele Bugs auf die nicht geschlossen werden.

Hoffentlich spendieren Sie nach den Absturz der letzte Tage mal wieder etwas mehr Zeit mit ihr Kerngeschäft. den Mac

Das Smartphone Geschäft haben Sie sowieso verloren da Sie für die Masse kein attraktives Modell mit eine Preis/Leistung hat das für jeder stimmt. Nicht jeder ist bereit zum kauf ein teueres Gerät (ausser die Schweizer)
In China/Indien werden Sie in 5 Jahre nur noch eine Nische beliefern. Und das sind die Markte wo mann eventuell noch Stuckzahlen holen kann. Nicht in Europa, da hat jeder bereits 2 Smartphones in die Schublade

The next step

Das nächste, was wir von Apple erfahren werden, ist, dass sie weltweit X-tausend Mitarbeiter entlassen. Das ist die übliche Aktionärsbeschwichtigungstaktik, die visionslose Vorstände bei für die Aktionäre unbefriedigenden Ergebnissen anwenden.

sehr treffend formuliert !!! iPhone Cashcow mehr ist unwichtig

Oliver schrieb:
Das nächste, was wir von Apple erfahren werden, ist, dass sie weltweit X-tausend Mitarbeiter entlassen. Das ist die übliche Aktionärsbeschwichtigungstaktik, die visionslose Vorstände bei für die Aktionäre unbefriedigenden Ergebnissen anwenden.

Fakt: die Marge bei den iPhones ist schier unglaublich: bei ca. $200 Produktionskosten (eher weniger - bei diesen Stückzahlen)
macht das Geschäft mit IMacs (und ähnlichem Gerümpel, außer teuren Adaptern) keinen Sinn mehr. Tim Cook ist KEIN Visionär, sondern ein einfacher Buchhalter, der vor den Aktionären (Keine Leistung oder Vision, only $$$$ - like Donald Trump).
Auf der WWDC wird sowieso nichts passieren.