macOS Sierra: Verbesserungen für Grafiktechnologie Metal, Safari 10 blockiert Plug-ins, Gatekeeper (Update)

Immer mehr Details werden zu macOS Sierra bekannt, das Apple am Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2016 in San Francisco vorgestellt hat. Demnach hat das neue Betriebssystem diverse Verbesserungen für die Grafiktechnologie Metal im Gepäck. Unter OS X El Capitan wird Metal bekanntlich zum Rendern der Benutzeroberfläche auf Macs mit Intel-Grafikchip eingesetzt. Dadurch ergeben sich gegenüber dem OpenGL-basierten Rendering von OS X Yosemite Performancegewinne.

Wie das Blog netkas.org herausgefunden hat, aktiviert macOS Sierra das GUI-Rendering via Metal auch für Nvidia-Grafikprozessoren. Besitzer eines Macs mit Nvidia-GPU dürfen sich also berechtigte Hoffnungen auf eine flüssigere Darstellung der macOS-Oberfläche machen. Zur AMD-Unterstützung gibt es hingegen noch keine Informationen. Metal kann auf Macs ab dem Baujahr 2012 genutzt werden.

macOS Sierra

macOS Sierra: Finalversion für September oder Oktober erwartet.
Bild: Apple.



Wie aus der inzwischen verfügbaren Entwicklerdokumentation zu macOS 10.12 hervorgeht, unterstützt Metal nun auch die sogenannte Tessellation-Technik, mit der 3D-Spiele und –Anwendungen detailreichere Szenen rendern können. Entwickler erhalten mit der Funktion Metal System Trace die Möglichkeit, nach Optimierungspotential in Metal-basierten Programmen zu suchen.

Safari 10 blockiert Plug-ins, Game-Center-App entfernt

macOS Sierra enthält die Version 10 des Web-Browsers Safari, die standardmäßig Plug-ins wie Flash Player, Java und Silverlight blockiert. Der Browser verhält sich so als ob die Plug-ins gar nicht installieren wären – selbst wenn sie tatsächlich vorhanden sind.

Bei Web-Sites, die Inhalte sowohl im Flash- als auch im HTML-5-Format bereitstellen, wird Safari 10 laut Apple automatisch die HTML-5-Variante wählen. Dadurch soll die Performance erhöht und der Energieverbrauch gesenkt werden, was auf Mobilmacs der Akkulaufzeit zugute kommt.

Safari 10

Safari 10 blockiert standardmäßig Plug-ins wie Flash Player.
Bild: Apple.



Lediglich bei Web-Sites, die Flash, Java oder Silverlight zwingend voraussetzen, wird Safari die manuelle Aktivierung des Plug-ins anbieten – entweder nur für die aktuelle Sitzung oder auch für künftige Besuche dieser Site. Eine globale Aktivierung von Plug-ins ist in Safari 10 nicht mehr vorgesehen.

Die Game-Center-App wurde in macOS Sierra entfernt. Das Spielenetzwerk besteht jedoch unverändert weiter. Entwickler müssen die Game-Center-Oberfläche nun direkt in ihre Spiele integrieren. Für macOS 10.12 hat Apple außerdem dem Programm Konsole ein neues Oberflächendesign spendiert.

Nachtrag (18:00 Uhr): Auch unter dem neuen Betriebssystem macOS Sierra können Programme aus allen Quellen installiert und ausgeführt werden. Allerdings hat Apple die Funktion "Apps-Download erlauben von: Keine Einschränkungen" aus den Systemeinstellungen (Sicherheit => Allgemein) entfernt.

Unsignierte Apps lassen sich aber auch unter macOS 10.12 problemlos öffnen. Entweder über den Finder-Kontextmenübefehl "Öffnen" oder über den Button "Dennoch öffnen" in den Systemeinstellungen (Sicherheit => Allgemein). Bei beiden Methoden ist, wie unter OS X El Capitan, eine einmalige Admin-Authentifizierung erforderlich, anschließend können auch unsignierte Anwendungen wie gewohnt per Doppelklick bzw. via Dock oder Launchpad gestartet werden.