Für kommende Desktop-Macs? Apple will sich Touch-Bar-Tastatur patentieren lassen

05. Apr 2017 13:30 Uhr - Redaktion

Wird Apple für Desktop-Macs künftig eine Tastatur mit Touch-Bar-Funktionsleiste anbieten? Diese Vermutung legen jedenfalls mehrere Patentanträge nahe, die Apple in den USA eingereicht hat. Sie beschreiben in Wort und Bild eine Tastatur, bei der die klassischen F-Tasten durch eine berührungsempfindliche OLED-Leiste zur Darstellung kontextabhängiger und programmspezifischer Befehle ersetzt wurden.

Erste Gerüchte über eine Touch-Bar-Tastatur kamen Ende 2016 auf. Damals berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass Apple an einem solchen Produkt arbeiten würde und brachte zudem den Touch-ID-Fingerabdrucksensor als weiteres Feature ins Spiel. Auch in einigen der jetzt aufgetauchten Patentanträgen ist von Touch-ID die Rede.

Apple hat die Touch-Bar mit der aktuellen MacBook-Pro-Generation eingeführt. In den vergangenen Monaten haben viele Anwendungen Unterstützung für die OLED-Funktionsleiste erhalten, darunter die meisten von Apple angebotenen Programme (Pages, Numbers, Keynote, Logic Pro X, Final Cut Pro X, GarageBand, iMovie...) sowie bekannte Software wie Office 2016, Photoshop Lightroom, Affinity Photo, Affinity Designer, GraphicConverter, DaVinci Resolve, djay Pro oder Pixelmator.



Anzumerken ist, dass Apples Patentanträge nicht zwingend Rückschlüsse auf kommende Produkte zulassen. Das Unternehmen lässt sich aus strategischen Gründen sehr viele Funktionen und Technologien patentieren, um sich abzusichern – nicht automatisch entstehen daraus neue Produkte. Allerdings wäre die Ausweitung der Touch-Bar-Leiste auf den Desktop-Bereich nur konsequent, um die Technologie verstärkt im Mac-Segment zu etablieren.

Offen bliebe die Frage der verwendeten Schnittstelle. Aufgrund des Strombedarfs einer OLED-Displayleiste würde sich die Anbindung via USB anbieten. Für eine drahtlose Touch-Bar-Tastatur müsste Apple einen deutlich größeren Energiespeicher als beim aktuellen Magic Keyboard einsetzen, um eine akzeptable Akkulaufzeit zu gewährleisten, wodurch die Tastatur womöglich deutlich dicker ausfällt. In diesem Zusammenhang wäre der Einsatz von Apples stromsparenden Bluetooth-Chip W1 denkbar, der bereits in den AirPods steckt.