Apple hat über 250 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante

Apples finanzielle Reserven haben einen neuen Rekordstand erreicht. Zum Ende des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres belief sich der Betrag auf satte 256,8 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl gaben die Kalifornier in der Bilanzpressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung des neuesten Quartalsberichts bekannt.

Dem gegenüber stehen allerdings knapp 100 Milliarden US-Dollar Schulden in Form von (größtenteils langfristigen) Anleihen, die das Unternehmen zur Finanzierung von Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen ausgegeben hat. Der Computerpionier steckt nach wie vor in einem Dilemma: 93 Prozent seiner Finanzreserven befinden sich im Ausland. Eine Rückführung in die USA wäre mit der Zahlung von 35 Prozent Steuern verbunden, was neben Apple auch viele weitere US-Firmen abschreckt.

Apple-Store New York

Der Apple-Retail-Store an der Fifth Avenue in New York.
Foto: Apple.



Es ist daher wenig, dass Apple vorerst weiter Kredite aufnehmen will, da dies angesichts niedriger Zinsen und trotz des damit verbundenen Verwaltungsaufwands günstiger ist als die Steuerzahlung in den USA. Mittelfristig könnte sich Apples Politik jedoch ändern. Plänen der aktuellen US-Administration zufolge soll der Steuersatz für die Rückführung von Geldmitteln auf bis zu zehn Prozent gesenkt werden. Apple-Chef Tim Cook steht diesem Vorhaben wohlwollend gegenüber, bis es allerdings umgesetzt wird, kann noch einige Zeit vergehen.

Apple arbeitet hochprofitabel. Im vergangenen Quartal hat der Mac- und iPhone-Hersteller einen Gewinn von elf Milliarden US-Dollar eingefahren. Das Unternehmen investiert auch weiterhin stark in Forschung und Entwicklung – die Ausgaben dafür lagen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017 bei 2,77 Milliarden US-Dollar.

Kommentare

Der Teufel scheisst immer auf den größten Haufen...

Klar findet Cook die Pläne der von ihm zu Recht mitkritisierten Regierung in dem Fall großartig, Steuerhinterziehern Anreize zu geben, den Gewinn und die Vermögenswerte zurück in die USA zu holen, zu einem Steuersatz, der Normalverdienern die Tränen in die Augen treibt.

Wird er es tun? Nein, natürlich nicht, so lange es sich rechnet, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen, statt einen moralisch korrekten Beitrag des Unternehmens an die Allgemeinheit zurückzuführen.

Niemand bezahlt aus vollem Herzen gerne Steuern, selbst wenn die Notwendigkeit dazu unbestritten und verinnerlicht ist. Komisch nur, dass sich Unternehmen wie Apple und Konsorten in großem Stil davor drücken können, während die Masse der Bevölkerung einmal mehr die Zeche zahlt.

Interessant wäre es nun noch, was Apple macht, wenn die Staatsverschuldung der USA, eh schon astronomisch, nicht mehr durch den Senat gedeckelt wird und das ganze System kollabiert: übernehmen sie dann den maroden Apparat? Oder wird der Firmensitz trotz Campus II nach Irland oder die Cayman-Inseln ausgelagert?

Egal: Hauptsache, die Anteilseigner werden mit einer höheren Dividende bei Laune gehalten...