EU-Pläne: Das gleiche TV-Programm auf Fernseher, Notebook und Smartphone

Die EU plant nach der Abschaffung der Roaming-Gebühren und der für 2018 vorgesehenen Lockerung des Geoblockings eine weitere verbraucherfreundliche Neuerung im Technologiebereich. Ob auf dem heimischen Fernseher per Kabel, übers WLAN zum Notebook auf dem Balkon oder per Mobilfunk aufs Smartphone unterwegs: Zuschauer sollen das TV-Programm künftig auf allen Endgeräten ohne Einschränkung schauen können. Das ist eines der Ziele der sogenannten SatCab-Verordnung, über die an diesem Mittwoch der Kulturausschuss des Europaparlaments berät.

"Die geplante Verordnung geht noch nicht weit genug, aber die Richtung stimmt. Sie behält das seit 20 Jahren bewährte Rechteklärungssystem für die Weitersendung von TV- und Radioprogrammen bei, passt es aber zugleich an den technologischen Fortschritt und die veränderten Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer an", sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom. Durch breitbandige Mobilfunknetze verlagere sich der Medienkonsum aus den eigenen vier Wänden heraus, etwa auf den Arbeitsweg.

"Die Verordnung kann die Grundlage dafür schaffen, dass das lineare Fernsehprogramm auf zeitgemäßen Wegen beim Verbraucher ankommen kann", so Rohleder. "Der Zuschauer wechselt heute völlig selbstverständlich zwischen der Art der Übertragung - etwa klassischem Kabelfernsehen, IP-basiertem Internet-TV oder Streaming über Mobilfunknetz – sowie dem jeweils genutzten Endgerät wie Fernseher, Notebook oder Smartphone. Zuschauer haben im Jahr 2017 kein Verständnis dafür, wenn ihnen aufgrund unterschiedlicher Rechteklärungsmechanismen weniger Inhalte angeboten werden, nur weil sie vom Fernseher aufs Handy wechseln.“

Europäische Union: Die Roaming-Gebühren sind Geschichte

EU-Pläne: Das gleiche TV-Programm auf Fernseher, Notebook und Smartphone.
Bild: EU.



Bislang werden die Rechte für die lineare Verbreitung einer Sendung auf Basis unterschiedlicher Mechanismen mit unterschiedlichen Vertragspartnern verhandelt. Dies kann dazu führen, dass ein Zuschauer den Film zwar über seinen Kabelanschluss am Fernseher schauen kann, aber nicht in seiner Wohnung über WLAN auf dem Notebook. Gut drei Viertel (77 Prozent) der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren streamen Videos im Internet. 39 Prozent schauen TV-Sendungen live im Internet. "Die Nachfrage der Zuschauer, Fernsehen nicht nur auf dem klassischen Wege zu Hause anzuschauen, ist da. Nun gilt es, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit attraktive Angebote auf den Markt kommen“, so Rohleder. "Die geplante EU-Verordnung reduziert den Verhandlungsaufwand und ermöglicht die Rechteklärung aus einer Hand, gleichzeitig wird für den Zuschauer eine TV-Rundum-Versorgung ermöglicht und schwarze Bildschirme bleiben die Ausnahme."

Nach Ansicht des Bitkom geht die SatCab-Verordnung allerdings an entscheidenden Stellen noch nicht weit genug. So soll die gebündelte und damit vereinfachte Rechteklärung aus dem klassischen Kabelfernsehen zwar auch für IPTV-Angebote gelten, nicht aber für TV-Angebote, die losgelöst von der anbietereigenen Infrastruktur verbreitet werden. Web-TV-Anbieter ohne eigenes Kabelnetz oder ohne das eigene Angebot eines Internetzugangs stünden damit weiterhin vor kaum lösbaren Problemen bei der Rechteklärung.

Aktuell stößt die SatCab-Verordnung wegen eines ganz anderen Themas auf scharfe Kritik unter anderem von Filmproduzenten, die ein Ende des sogenannten Territorialprinzips sehen und dadurch sinkende Einnahmen befürchten. Bislang können die Produzenten Filmrechte für jedes EU-Mitgliedsland einzeln veräußern, nach dem Verordnungsentwurf besteht die Sorge, dass ein Verwertungsrecht in einem EU-Land automatisch dazu führt, dass der Rechteerwerber den Film auch in allen anderen EU-Staaten zeigen darf. Nach Ansicht des Bitkom darf der Streit um das Territorialprinzip aber nicht dazu führen, dass die Verordnung insgesamt blockiert wird. Rohleder: "Entscheidend ist, für die Weitersendung von Fernsehprogrammen eine einfachere Rechteklärung über die verschiedenen Verbreitungskanäle zu schaffen. Das hat nichts mit dem Territorialitätsprinzip zu tun."

Kommentare

Gebühr

Es wäre besser die EU würde sich endlich mal um die Megaabzocke
der Öffentlich rechtlichen Medienanstalt in Deutschland kümmern.
Eine Gruppe die jährlich 8,7 Milliarden Euro verballert für ein
grottiges Fernsehprogramm. 70% sind ständige Wiederholungen
aus einem Medienpool von 1985.
Knapp 20,00€ für nichts im Monat das auch noch zwangsweise eingezogen
wird ohne auch nur den geringsten Nachweis eines Nichtnutzers anzuerkennen.
Das ist eine Sache um die sich die EU mal kümmern sollte.
Die Intendanten der Medienanstalten werden immer fetter und reicher für
nichtnutziges Dazutun.
Wichtige Sportveranstaltungen , Dokumentationen , Tagesgeschehen
alles aufgewärmter Brei da sie für nichts die Vermarktungsrechte haben.

Weg damit und die Herde der Intendanten auf eine einsame Insel ....
obwohl das keine Bestrafung wäre da der Blick auf das Meer und die
Welt deutlich interessanter wäre als das Programm das diese Leute machen.

die EU wieder

Grolox schrieb:
Es wäre besser die EU würde sich endlich mal um die Megaabzocke der Öffentlich rechtlichen Medienanstalt in Deutschland kümmern.....
Danke - ja, es ist als ob man von Staatswegen dazu gezwungen werden soll, sich sein Essen in irgend einem ekeligen Imbiss reinzuziehen, und das für deftige Restaurantpreise.

Zu den EU-Forderungen: kennen die kein Zattoo?

Gruß Uli

Lieber Hassprediger.....

Grolox schrieb:
70% sind ständige Wiederholungen
aus einem Medienpool von 1985.

Seit wann sind RTL und SAT1 öffentlich rechtlich?