Musik-Streaming: Apple will Umsatzbeteiligung der Labels drücken

Der vor zwei Jahren gestartete Musikstreaming-Dienst Apple Music hinkt dem Marktführer Spotify weiter hinterher. Zwar konnte der Mac- und iPhone-Hersteller bislang über 27 Millionen Menschen für sein Angebot gewinnen, die Schweden schweben aber mit mehr als 140 Millionen Nutzern, darunter 60 Millionen zahlende Hörer, weiterhin über dem Rest des Marktes und verweisen Apple mit deutlichem Abstand auf den zweiten Platz. Apple scheint indes an der Preisfront aktiv zu werden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg versuchen die Kalifornier, in den aktuellen Verhandlungsrunden die Umsatzbeteiligung der großen Musiklabels zu drücken. Bislang hat Apple 58 Prozent der mit Streaming erzielten Umsätze an die Labels ausgeschüttet. Diese Quote soll auf 55 Prozent und – bei weiter steigenden Nutzerzahlen – noch weiter gesenkt werden. Mit der Warner Music Group soll sich Apple bereits geeinigt haben, in den Verhandlungen mit Sony Music soll ein Abschluss kurz bevorstehen.



Zumindest theoretisch eröffnet dies Apple einen größeren Spielraum für eine Preissenkung, über die das Unternehmen bereits seit letztem Jahr nachdenken soll. Momentan verlangt Apple 9,99 US-Dollar bzw. Euro pro Monat. Im Gespräch soll eine Absenkung auf 7,99 US-Dollar bzw. Euro sein.

Ob eine Preisreduzierung bei Apple Music allein genügen würde, um signifikant Boden auf Spotify gutzumachen, bliebe allerdings fraglich. Zumal auch die Schweden in den jüngsten Verhandlungen mit den Musiklabels deren Umsatzbeteiligung etwas reduzieren konnten und sicherlich in der Lage wären, eine Offensive von Apple zu kontern. Allerdings schreibt Spotify noch immer tiefrote Zahlen - im Geschäftsjahr 2016 lag das Minus bei 173 Millionen Euro.