Ardour: Alternative Musikproduktionssoftware (DAW) für den Mac

08. Sep 2017 13:00 Uhr - Redaktion

Das Angebot an Musikproduktionslösungen, sogenannten Digital Audio Workstations (DAW), für den Mac ist groß und reicht von Logic Pro X und Cubase über Live und Reason bis hin zu Pro Tools und Digital Performer. Mit Ardour steht eine weitere Alternative bereit, die zudem kostengünstig ist: Der Nutzer bestimmt den Preis selbst.


Ardour

Screenshot von Ardour.
Bild: ardour.org.



Ardour steht unter einer Open-Source-Lizenz, der Quellcode ist demzufolge frei verfügbar. Zur Finanzierung der Weiterentwicklung sind die compilierten Pakete (lauffähige Programme) jedoch kostenpflichtig. Der Anwender kann einen beliebigen Betrag wählen, los geht es ab einem US-Dollar. Wer weniger als 45 US-Dollar zahlt, erhält kostenfreie Updates für aktuelle Versionsreihe (5.x). Wer mehr bezahlt, bekommt das nächste große Release (6.x) ebenfalls kostenlos. Auch ein Abo (ab einem US-Dollar pro Monat) ist möglich.

Ardour ermöglicht Aufnahme, Bearbeitung und Mixen von Soundtracks. Dazu stehen zahlreiche gängige, aus anderen DAWs bekannte Werkzeuge, Filter und Effekte bereit. Das ab OS X Snow Leopard lauffähige Programm unterstützt beliebig viele Audio- und MIDI-Spuren, kann Audio-Unit-Plugins einbinden, auf Audio-Interfaces zugreifen und in etlichen Formaten (Ogg Vorbis, WAV, AIFF, CAF, FLAC...) exportieren.



In puncto Benutzeroberfläche und Bedienung orientiert sich Ardour an Pro Tools. Das Programm basiert auf dem Audioserver JACK, ermöglicht Latenzen von weniger als zehn Millisekunden und unterstützt die Mehrspuraufnahme sowie die Bearbeitung und Vertonung von Videos. Eine Demoversion, bei der nach zehn Minuten der Ton abgeschaltet wird, ist verfügbar. Ardour unterstützt die Mac-Sicherheitsfunktion Gatekeeper nicht und muss erstmalig über den Finder-Kontextmenübefehl "Öffnen" gestartet werden.

Kommentare

aber wie schrieb der Autor eines Vergleichsartikels in c't Musik Kreativ so schön: "Ardour nutzt die Rechner-Ressourcen so ineffizient, dass die DAW selbst auf einem Rechner mit Core-i7-CPU bereits mit 12 Spuren nur noch träge reagierte." Ich weiss, probieren geht über's studieren, aber ich befürchte, dass das nicht viel besser wurde.

Ich finde es ja immer süss, wenn so komplexe Programme wie DAWs fast kostenlos angeboten werden, aber oft ist das leider nur was, das die Hardcore Linux User einsetzen, denn da gibt's nicht viel anderes. Der Preis von Logic ist ein Witz im Vergleich zur Konkurrenz. Und das Ding ist super gemacht.

Wem GarageBand nicht reicht, aber nicht gleich mehrere Hundert Euro ausgeben will, kann sich für den schmalen Taler Ardour sicherlich mal ansehen. Für den absoluten Profi-Bereich ist das vielleicht keine geeignete Lösung, eher für User, die mehr machen wollen als z. B. GarageBand bietet.

[quote=gaffer]aber wie schrieb der Autor eines Vergleichsartikels in c't Musik Kreativ so schön: "Ardour nutzt die Rechner-Ressourcen so ineffizient, dass die DAW selbst auf einem Rechner mit Core-i7-CPU bereits mit 12 Spuren nur noch träge reagierte." Ich weiss, probieren geht über's studieren, aber ich befürchte, dass das nicht viel besser wurde.

Ich finde es ja immer süss, wenn so komplexe Programme wie DAWs fast kostenlos angeboten werden, aber oft ist das leider nur was, das die Hardcore Linux User einsetzen, denn da gibt's nicht viel anderes. Der Preis von Logic ist ein Witz im Vergleich zur Konkurrenz. Und das Ding ist super gemacht.[/quote]Seit kurzer Zeit wird Tracktion 6 als Freeware angeboten - bestimmt etwas geschmeidiger, und läuft auch auf Linux:
https://www.tracktion.com/products/t6-daw

Es gibt auch Gratis-EInsteigerversionen von Bitwig, Studio1 und Prootools, allerdings mit deutlicheren Beschränkungen (entweder nur 8 Spuren, oder Cloudzwang...).

Gruß Uli

Gruß Uli