iPhone X: Erste Kurztest-Videos und offene Fragen zu Face-ID

Nach der gestrigen Apple-Produktpräsentation im Steve-Jobs-Theater in Cupertino hatten einige US-Medien die Gelegenheit, das iPhone X auszuprobieren und haben Videoaufzeichnungen ihrer Kurzdemos veröffentlicht. So lobt beispielsweise SlashGear das Display.

Man sei von der OLED-Technologie bereits helle, farbenfrohe Bildschirms gewohnt, aber das iPhone X erreiche hier das nächste Level, lautet das Fazit der Tester. Allerdings gab es auch Kritik an der Aussparung am oberen Displayrand, diese könne bei der Vollbildansicht von Bildern und Videos störend sein.



Nach Ansicht von The Verge hat Apple bewiesen, dass ein iPhone auch ohne den Home-Button, an den sich die Nutzer über einen Zeitraum von zehn Jahren gewöhnt haben, problemlos und intuitiv genutzt werden kann. Die Gesichtserkennung Face-ID habe während der Demo bei allen Versuchen funktioniert. Das iPhone X sei seinen Preis wert, dies merke man, wenn man das Gerät einmal in den Händen gehalten habe, meint die US-Publikation.

Zur Gesichtserkennung gibt es indes noch jede Menge offene Fragen. Durch die Infrarotkamera an der Vorderseite des iPhone X soll Face-ID laut Apple auch bei Dunkelheit funktionieren. Verändert der Nutzer sein Aussehen, etwa durch das Tragen einer Brille, eines Huts oder eines längeren Barts, klappt das Entsperren immer noch, so das Versprechen des Herstellers. Wie gut das in der Praxis tatsächlich klappt, bleibt abzuwarten.



Während der Produktpräsentation durch Apples Software-Entwicklungschef Craig Federighi versagte Face-ID in einem Fall. Ein Indiz für eine noch nicht 100prozentig funktionierende Technik oder ein simples Versehen beim Setup der Präsentationshardware? Die Hintergründe sind unklar. Allerdings hat Apple noch fast zwei Monate Zeit, Face-ID zu optimieren.



Die Nutzung von Face-ID ist übrigens optional, das Entsperren des Geräts ist weiterhin traditionell per Passcode möglich. Eine gute Nachricht, denn Face-ID bringt eine eigene Problematik mit: Es ist einfacher, gegen den Willen eines Nutzers an die Daten zu gelangen, indem das Gerät einfach vor das Gesicht des Besitzers gehalten wird (beim Fingerabdruckscanner Touch-ID bedarf es dazu physischer Gewalt). Allerdings hat sich Apple für solche Szenarien etwas einfallen lassen: Bei geschlossenen Augen soll Face-ID nicht funktionieren, gleiches gilt, wenn das Gerät nicht direkt angesehen wird. Aber auch hier muss man abwarten, ob sich das System in der Praxis bewährt.