iOS 11: Leitfaden für den Umstieg auf das neue iPhone- und iPad-Betriebssystem

Apple hat das iOS 11 in der finalen Version zum Download freigegeben. Vor der Installation des neuen Mobilbetriebssystems gibt es etliche Dinge zu beachten. MacGadget hat daher für Sie Tipps und Hinweise für den Umstieg auf das iOS 11 zusammengestellt.

1) Systemanforderungen beachten

Für Besitzer bestimmter älterer iOS-Hardware gibt es schlechte Nachrichten: Apple hat die Systemanforderungen gegenüber dem iOS 10 angehoben. Die Unterstützung für das iPhone 5, das iPhone 5c und das iPad der vierten Generation wurde eingestellt - für diese Hardware gibt es keine Updates mehr, auch Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Das iOS 11 benötigt 64-Bit-Hardware und läuft ab iPhone 5s, iPad mini 2, iPad Air, iPad Pro, iPad der fünften Generation und iPod touch der sechsten Generation (siehe Grafik).

iOS 11: Unterstützte Hardware

Auf diesen Geräten läuft das iOS 11.
Bild: apple.com.



2) Geduld haben kann sich lohnen - speziell bei geschäftlich/beruflich genutzten Geräten

Ein Betriebssystem ist eine hochkomplexe Software. Aufgrund dieser Komplexität ist es während der Entwicklungs- und Testphase nahezu unmöglich, alle Fehler aufzuspüren und zu beseitigen. Einige Fehler werden in den vielen Millionen Codezeilen schlichtweg übersehen, andere treten erst im Praxiseinsatz unter spezifischen Bedingungen in spezifischen Konfigurationen auf. Wer seine iOS-Hardware (auch) geschäftlich/beruflich nutzt, sollte sich vor diesem Hintergrund gut überlegen, ob er das iOS 11 sofort nach Verfügbarkeit aufspielt. Denn schwere Bugs können die Produktivität beeinträchtigen, ebenso Inkompatibilitäten mit noch nicht angepassten Apps.

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr iPhone oder iPad beruflich einsetzen, dann warten Sie am besten mit dem Umstieg, bis Apple die ersten Updates für das iOS 11 veröffentlicht hat und all Ihre beruflich benötigten Apps an das neue Mobilbetriebssystem angepasst wurden (Versionsanmerkungen im iOS-App-Store prüfen). Das erste Bug-Fix-Update (Version 11.0.1) dürfte in etwa zwei Wochen bereitstehen, gefolgt vom iOS 11.1 Ende Oktober oder Anfang November.

Anwender, die auf ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen iOS und Macs angewiesen sind, sollten ebenfalls noch mit dem Umstieg auf iOS 11 warten – mindestens bis zur Veröffentlichung von macOS High Sierra am 25. September. Beide Betriebssysteme teilen sich in vielen Bereichen eine gemeinsame Codebasis und sind füreinander optimiert. Probleme beim Zusammenspiel zwischen iOS 11 und älteren Mac-Betriebssystemen sind daher nicht auszuschließen. Auch mit dem Umstieg auf macOS High Sierra sollte bis zum Erscheinen des ersten Fehlerkorrektur-Updates gewartet werden.

iOS 11

iOS 11: Produktiv genutzte Geräte sollten nicht sofort aktualisiert werden.
Foto: Apple.



3) 32-Bit-Apps lassen sich unter iOS 11 nicht nutzen

Es gibt beim iOS 11 einen weiteren Umstand, der einer zu frühen Installation möglicherweise entgegensteht. Apple hat die Unterstützung für 32-Bit-Apps entfernt. Unter iOS 11 lässt sich ausschließlich 64-Bit-Software nutzen. Wenn Sie für die Arbeit auf bestimmte Apps angewiesen sind, sollten Sie vor dem Umstieg auf iOS 11 unbedingt prüfen, ob diese Apps bereits den 64-Bit-Betrieb unterstützen. Eine Liste der mit iOS 11 inkompatiblen Apps kann in iOS 10.3.3 über die Einstellungen => Allgemein => Info => Apps eingesehen werden. Wenn in dieser Aufstellung eine von Ihnen benötigte App auftaucht, sollten Sie von einem Wechsel auf iOS 11 vorerst Abstand nehmen und den Hersteller kontaktieren, wann bzw. ob es ein Kompatibilitätsupdate geben wird.

4) Vor Installation vollständiges Backup anlegen - um Rückkehr auf iOS 10 zu ermöglichen

Wer sich zum Wechsel auf das iOS 11 entschlossen hat, sollte vor der Installation des neuen Betriebssystems unbedingt ein vollständiges Backup anlegen. Bei etwaigen Installationsproblemen können unter Umständen Datenverluste auftreten. Mit einem Backup ist man für diesen Fall auf der sicheren Seite und kann notfalls das Gerät und alle persönlichen Daten wiederherstellen. Auch falls es zu schwerwiegenden Probleme beim Betrieb von iOS 11 kommt, ist ein Backup Gold wert, um mit all seinen Daten, Apps und Einstellungen wieder zurück zu iOS 10 zu wechseln. Dies ist über manuell heruntergeladenen älteren iOS-Version möglich.

Die Datensicherung kann via iCloud oder iTunes erfolgen. Mit iTunes erfolgt die Speicherung des Backups lokal auf dem Mac, mit iCloud auf Apples Servern. Wer mit iTunes auch Gesundheits- und Schlüsselbunddaten des iOS-Geräts sichern möchte, muss zuerst die Verschlüsselung einschalten (iOS-Gerät anschließen => in iTunes auf das Gerätesymbol klicken und die Option "iPhone-/iPad-Backup verschlüsseln" aktivieren). Bei langsamer Internetverbindung ist ein Backup via iTunes vorzuziehen.

5) Installation via Softwareaktualisierung oder iTunes

Die Installation des iOS 11 kann sowohl über die Softwareaktualisierung des Mobilbetriebssystems als auch über iTunes erfolgen. Bei Nutzung der iOS-Updatefunktion muss WLAN aktiviert und genügend freier Speicherplatz vorhanden sein, außerdem muss der Akku mindestens zu 50 Prozent geladen sein (besser: Ladekabel anschließen). Vor allem auf Geräten mit wenig Speicherplatz (acht oder 16 GB) kann es unter Umständen nötig sein, vorher Apps oder Inhalte zu entfernen. Bei der Installation von iOS 11 über iTunes wird im Regelfall weniger freier Speicherplatz benötigt. Wer iPhone oder iPad via iTunes auf iOS 11 aktualisieren will, muss die aktuelle Version 12.7 der Software einsetzen.

Ein abschließender Hinweis: Es ist nach der Freigabe von iOS 11 mit einem gewaltigem Ansturm auf Apples Server zu rechnen. Aus diesem Grund kann die Downloadgeschwindigkeit in den ersten Stunden recht niedrig ausfallen, außerdem ist es möglich, dass die Updateserver wegen hoher Auslastung punktuell keine weiteren Verbindungen annehmen oder laufende Downloads abbrechen. Wer auf diese Probleme stößt, sollte den Download auf die Nachtstunden oder den nächsten Tag verschieben.