Weitere Einzelheiten zu macOS 10.13.2: Combo-Update installiert Build 17C89

07. Dez 2017 13:30 Uhr - Redaktion

Gestern Abend hat Apple mit macOS 10.13.2 das zweite große Update für das neue Betriebssystem High Sierra zum Download bereitgestellt. Mittlerweile ist klar: Es bietet weit mehr Änderungen als vom Hersteller angegeben. Damit setzt Apple die Unsitte der letzten Jahre, die mickrige Dokumentation von Mac-Betriebssystemupdates, fort.

Der Hersteller hat heute das macOS 10.13.2 Combo-Update nachgereicht. Während das reguläre Update macOS 10.13.1 aktualisiert, bringt das Combo-Update alle Installationen von macOS High Sierra (d. h. macOS 10.13.0 und macOS 10.13.1) auf den neuesten Stand.

Interessant dabei: Das Combo-Update installiert Build 17C89, während das normale Update lediglich Build 17C88 einspielt. Apple macht zu den Unterschieden zwischen den beiden Builds keinerlei Angaben. Um High Sierra auf den neuesten Stand zu aktualisieren, ist das manuelle Einspielen des Combo-Updates erforderlich.

Apple gibt in den Release-Notes zu macOS 10.13.2 lediglich sieben Neuerungen an, hinzu kommen 22 behobene Sicherheitslücken. Fakt ist: Die Anzahl der vorgenommenen Änderungen ist um ein Vielfaches höher. Beispielsweise werden neuen Versionen von Festplattendienstprogramm, Vorschau, Fotos, Nachrichten, Karten, Time Machine, Kontakte und Mail installiert.

 
macOS High Sierra
 
macOS 10.13.2 enthält eine Vielzahl an Änderungen.
Bild: Apple.

 

Zudem haben viele Frameworks, Kommandozeilenbefehle und Automator-Actions sowie die mitgelieferten Grafiktreiber Updates erfahren. Das Dateisystem APFS liegt nun in der Version 748.31.8 vor (macOS 10.13.1: Version 748.21.6). Über all diese Änderungen verliert Apple kein einziges Wort. Wie berichtet, gibt es weiterhin keine APFS-Unterstützung für Fusion-Drives. Auch weitere Einschränkungen bei APFS bestehen unverändert fort.

Anwenderberichten zufolge gibt es weit mehr Fehlerkorrekturen als von Apple angegeben. Demnach wurden Probleme bei der Freigabe von APFS-Volumes via NFS, Darstellungsfehler beim Betrieb mehrerer Monitore und ein Bug, durch den externe Laufwerke beim Aktivieren des Ruhezustands abgemeldet wurden, behoben. Weitere Bug-Fixes betreffen unter anderem den Export im Programm Fotos, die Funktionalität der Touch-Bar-Funktionsleiste und verschiedene Funktionen des Mail-Clients. Generell berichten Nutzer von einem verbesserten Zusammenspiel mit Hard- und Software von Drittherstellern.

Fazit: macOS 10.13.2 ist unter dem Strich sicherlich ein Schritt nach vorne. Kann man High Sierra jetzt bedenkenlos auf Produktivsysteme loslassen? Wir meinen: Besser noch das nächste Update abwarten. Der Betatest von macOS 10.13.3 dürfte demnächst starten, die Finalversion ist für Januar oder Februar zu erwarten. Außerdem arbeiten noch immer zahlreiche Hersteller an Anpassungen ihrer Produkte an das neue Betriebssystem. Sowohl das Dateisystem APFS als auch die Unterstützung für externe Grafikkarten sind weiterhin nicht fertig.

Es muss die Frage gestattet sein, ob sich Apple mit dem selbst auferlegten Zwang, jedes Jahr ein neues Mac-Betriebssystem zu veröffentlichen, einen Gefallen tut. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es hunderte offener Bug-Reports, eingereicht von Nutzern und Entwicklern, gibt, die auf Bearbeitung durch Apple warten. macOS hat (noch) den Ruf, hohe Zuverlässigkeit, Stabilität, Sicherheit und Fehlertoleranz zu gewährleisten. Seit Apple auf einen jährlichen Erscheinungszyklus umgestellt hat, gerät dieser Ruf jedoch mehr und mehr ins Wanken. Die Frage ist, ob diese Erkenntnis eines Tages auch die Führungsspitze des Konzerns erreicht und ob daraus die erforderlichen Schlüsse gezogen werden.

Kommentare

Bravo!!!

Mehr braucht es nicht zu folgendes Resumee!

Es muss die Frage gestattet sein, ob sich Apple mit dem selbst auferlegten Zwang, jedes Jahr ein neues Mac-Betriebssystem zu veröffentlichen, einen Gefallen tut. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es hunderte offener Bug-Reports, eingereicht von Nutzern und Entwicklern, gibt, die auf Bearbeitung durch Apple warten. macOS hat (noch) den Ruf, hohe Zuverlässigkeit, Stabilität, Sicherheit und Fehlertoleranz zu gewährleisten. Seit Apple auf einen jährlichen Erscheinungszyklus umgestellt hat, gerät dieser Ruf jedoch mehr und mehr ins Wanken. Die Frage ist, ob diese Erkenntnis eines Tages auch die Führungsspitze des Konzerns erreicht und ob daraus die erforderlichen Schlüsse gezogen werden.

Die Kritik überzeugt mich nicht. Erstens kann es sich Apple gar nicht leisten, wie andere, stehen zu bleiben. WORD und. Co. stürzten im Jahre 2017 immer noch regelmäßig ab und sind wenig eingebunden, aber sie haben eine Monopolstellung geschaffen, im Gegensatz zu Apple. Zweitens ist der Umstieg auf ein modernes Filesystem zwingend und sie machen es richtigerweise schrittweise. Sie brauchen die Hilfe der Nutzer, weil sie gar nicht alle Kombinationen mit Drittsoftware kennen und bedenken können. Apple-eigene Apps machen weit weniger Probleme. Auf iOS gab es keinerlei Probleme mit dem Umstieg. Es gilt das alte Beamtenprinzip, wer gar nichts macht, macht auch nichts falsch. Damit kommt man aber nicht voran. Drittens gibt es viele Nutzer, die mit HS voll zufrieden sind und es auch im Produktiveinsatz nicht missen wollen. Ich wollte jetzt nicht ein halbes Jahr oder länger warten, nur weil manche noch Bedenken haben. Die Bedenkenträger, ob zu recht oder zu Unrecht, können doch einfach abwarten, und andere können es zwischenzeitlich nutzen. Gut so und weiter so.

Apple hat ein Qualitätsproblem in der Software. Das wurde in den letzten Wochen mehr als deutlich. Und es geht weiter: Zero Day Lücke in HomeKit entdeckt (habs grad im Forum geschrieben). Apple hat in der Qualitätssicherung ganz massive Probleme. Das sind (leider) Fakten. Ist ja nicht nur macOS und iOS, fragt mal einen Entwickler, was er von Xcode 9.x hält...

Unbestritten sind auch die vielen nicht gelösten Probleme z. B. in Finder, in Spotlight, beim Mac-Einsatz in gemischten Netzwerken, aber auch in Frameworks und APIs, die von Entwicklern verwendet werden. Befragt doch mal Entwickler nach offenen Tickets im Bug-Tracker von Apple...

ABER: Unbestritten ist auch, das macOS High Sierra im Grundsatz wichtige Weichenstellungen liefert. APFS ist gut konzipiert, modern und notwendig. eGPU ist eine willkommene Funktion - einfach eine externe Nvidia oder AMD-Karte dranklemmen, wenn benötigt. Virtual Reality wird endlich ein Thema dank Metal 2.

Das sind positive Entwicklungen, keine Frage. Dennoch beschleicht einen das Gefühl, dass der Mac von Apple nur noch als "Bürger 2. Klasse" behandelt wird. Ich habe mich sehr über Apples klare Aussagen im April mit den Bekenntnissen zu Macs generell und zur Desktop-Sparte im Speziellen gefreut. Ich hoffe inständig, dass das keine Lippenbekenntnisse waren.

Wss sind denn die Vorraussetzungen für diese Vulnerabilität im allgemeinen?  Muss ein Eindringling zuerst mein iphone haben und es auch entsperren können?

Ich habe 4 Rechner aktualisiert mit einer heruntergeladenen Update-Datei. Bei meinem Air wurde nach dem Update auf 10.13.2 noch ein Update 10.13.2. auf 10.13.2 (1.6 GB) geladen und installiert. Bei den andern Rechner nicht.

Hallo Zusammen,

ich habe das ComboUpdate auf meinem MacBookPro gestartet und es dauert nun schon ewig, nach dem "Neustart" Button im Fenster wurde der Rechner wohl auch neu gestartet und steht jetzt mit einem "sehr langsam" drehenden Kringel....

Wie lang hat bei euch das Update via herunter geladenes Combo File gedauert ?