Apple-Marketingchef Phil Schiller entschuldigt sich für Software-Pannen

11. Dez 2017 12:00 Uhr - Redaktion

Apple steht seit einigen Wochen aufgrund mehrerer gravierender Probleme in seinen Betriebssystemen zum Teil massiv in der Kritik. Zwar reagierte das Unternehmen stets zügig und veröffentlichte rasch Bug-Fix-Updates, das Ausmaß der Fehler und der Umstand, dass diese nicht während der monatelangen Entwicklungs- und Testphase aufgespürt wurden, sorgen jedoch bei Experten für Kopfschütteln. Apple-Marketingchef Phil Schiller findet für die Situation nun klare Worte.

"Es war nicht unsere beste Arbeit", sagte Schiller dem Magazin Stern. "Wenn wir einen Fehler machen, müssen wir ehrlich sein. Wir müssen ihn akzeptieren und uns bei den Kunden entschuldigen. Denn das ist nicht das, was sie von uns erwarten. Das ist auch nicht das, was wir von uns erwarten."

 
macOS High Sierra
 
Nach Software-Pannen in macOS: Apple stellt Entwicklungsprozess auf den Prüfstand.
Bild: Apple.

 

In macOS High Sierra wurden binnen weniger Wochen zwei schwerwiegende Sicherheitslücken aufgespürt. Durch eine Schwachstelle wurde das Passwort verschlüsselter APFS-Volumes im Klartext angezeigt, eine andere ermöglichte Administratorzugriff ohne Eingabe eines Kennworts. Im iOS 11 sorgte zu Monatsbeginn ein Fehler für Abstürze und Neustarts von iPhones und iPads.

Ende letzter Woche wurde eine Sicherheitslücke bekannt, durch die Unbefugte Zugriff auf HomeKit-Geräte erlangen konnten. Bezüglich macOS teilte Apple mit, dass man den gesamten Entwicklungsprozess einer Überprüfung unterziehen wolle mit dem Ziel, vergleichbare Probleme in Zukunft auszuschließen.

Schiller räumte zudem ein, dass beim Sprachassistenten Siri noch viel Arbeit auf das Unternehmen warte. "Wir arbeiten hart daran, dass natürliche Sprache verstanden wird. So muss man keine speziellen Befehle lernen, damit etwas funktioniert. Das ist schwierig. Bei reiner Sprachsteuerung sind wir erst ganz am Anfang", sagte Schiller, der bei Apple den Spitznamen "Dr. No" trägt, weil er in Besprechungen häufig "Nein" zu Ideen sagt.

"Wir müssen aufpassen, nicht zu viele Dinge zu machen. Die ganze Welt will, dass wir so viel machen. Das ist eine schwierige Balance. Damit wir diese wahren können, müssen wir stets debattieren: Was wollen wir tun, was nicht?", so Schiller weiter.

Kommentare

Die Damen und Herren bei APPLE sollten mal langsam in der Realität ankommen und endlich wieder Qualität liefern. Falls das bei der Größe überhaupt noch möglich ist... Letztendlich alles eine Frage der Prioritäten. Lippenbekenntnisse wie dieses gab es schon viele. Es sollten nun auch nachhaltig die Weichen für ein positive Änderung gestellt werden.

Sich einen Ruf aufzubauen dauert sehr lange, ruiniert ist er dagegen sehr schnell...

iMAC 5K 2017

Ideen abzuwürgen ist einfach, eigene zu entwickeln dagegen schwierig... mich erinnert Schiller an die unsäglichen Technokraten Sculley, Spindler und Amelio: keine Vision, nur Blabla und Shareholder-Value in der Birne... selbst die Aussage der (zu) vielen Entwicklungsfelder ist lachhaft... dann muss man halt mal 500 Millionen in die Qualitätssicherung pumpen, zahlt Apple aus der Porto-Kasse... oder solchen Müll wie AppleWatch und HomePod lassen.

Vom Spirit im ehemaligen Kerngeschäft ist eh nichts mehr zu spüren.

Jobs war auch kein Waisenknabe, aber er war verrückt-genial und besessen, Buchhalter benötigt man in dieser Funktion als CEO NICHT!