Apple veröffentlicht Firmware-Updates für AirPort-Router: KRACK-Sicherheitslücken geschlossen

13. Dez 2017 00:01 Uhr - Redaktion

Erstmals seit einem Jahr hat Apple seinen WLAN-Routern wieder Updates spendiert. Die Version 7.6.9 ist für AirPort-Express-, AirPort-Extreme und AirPort-Time-Capsule-Modelle, die nur den älteren WLAN-Standard 802.11n unterstützen, ausgelegt. Die Version 7.7.9 eignet sich hingegen für mit dem aktuellen WLAN-Standard 802.11ac ausgerüstete AirPort-Extreme- und AirPort-Time-Capsule-Modelle.

Beide Updates schließen die im Herbst aufgespürten Sicherheitslücken in der WLAN-Verschlüsselungstechnik WPA2 (genannt "KRACK"). Sie ermöglichen es Angreifern, den Netzwerkverkehr zu entschlüsseln und zu belauschen. Die Schwachstellen betreffen Router nur dann, wenn diese Client-Funktionen übernehmen und beispielsweise als Repeater eingesetzt werden. Mit den nun erschienenen Updates hat der Computerpionier seine WLAN-Router diesbezüglich abgesichert. Das Firmware-Update 7.7.9 behebt außerdem einen Fehler, durch den Angreifer Schadcode auf dem 802.11ac-WLAN-Chip ausführen konnten.

AirPort Extreme

AirPort Extreme: Update schließt kritische Sicherheitslücken.
Foto: Apple.

 

Zur Installation der Updates wird das AirPort-Dienstprogramm benötigt, das im Ordner "Dienstprogramme" im Verzeichnis "Programme" liegt. Das AirPort-Dienstprogramm sucht automatisch nach dem Start nach Updates und zeigt Aktualisierungen, die mit der verwendeten AirPort-Hardware kompatibel ist, an. Einzelheiten zum Installationsvorgang erläutert der Hersteller auf dieser Web-Seite.

Hinter der Zukunft von Apples WLAN-Router steht seit Herbst 2016 ein großes Fragezeichen. Damals kamen Gerüchte auf, wonach Apple angeblich das zuständige Entwicklerteam aufgelöst und anderen Abteilungen zugewiesen hat. Verbesserte Modelle soll es nicht mehr geben, hieß es. Allerdings ist seitdem ein ganzes Jahr vergangen. Apple hat sich im April eindeutig und mit klaren Worten zur Mac-Sparte bekannt, im Juni drei Baureihen aktualisiert und liefert nun den iMac Pro aus, zudem werden für nächstes Jahr ein modularer Mac Pro und ein neuer Mac mini (bzw. ein Nachfolger) erwartet.

Gut möglich also, dass der Hersteller vor diesem Hintergrund seine Meinung bezüglich der AirPort-Router zwischenzeitlich geändert hat. Aufgrund der engen Verzahnung mit Mac- und iOS-Hardware und der Möglichkeit drahtloser Time-Machine-Backups sind die AirPort-Router weiterhin bei vielen Anwendern beliebt. Mit wenigen Handgriffen könnte Apple die Produkte auf den aktuellen WLAN-Standard (802.11ac der zweiten Generation) aktualisieren und den Time-Capsule-Modellen größere Festplatten spendieren. Ob es dazu kommen wird?