Mehr Sicherheit im WLAN: Neuer Verschlüsselungsstandard kommt

10. Jan 2018 11:15 Uhr - Redaktion

Das Industriekonsortium Wi-Fi-Alliance hat zur Fachmesse CES 2018 in Las Vegas eine verbesserte Verschlüsselungstechnik für Funknetzwerke angekündigt. WPA3 soll im Laufe dieses Jahres verabschiedet werden und durch verschiedene Neuerungen für mehr Sicherheit gegenüber dem bisherigen Standard WPA2 sorgen.

Beispielsweise erlaubt WPA3 eine stärkere Verschlüsselung mit 192 Bit (derzeit nur 128 Bit). Zudem soll künftig auch in offenen WLAN-Netzen eine Verschlüsselung der Datenpakete möglich sein. Dies wäre ein erheblicher Fortschritt gegenüber WPA2, die Notwendigkeit eines VPN-Tunnels würde damit entfallen bzw. zumindest deutlich reduziert.

 

 

 

WPA3 soll darüber hinaus ein sichereres Handshaking bieten und zwar auch dann, wenn der Nutzer nur einfache Passwörter verwendet. Dies ist offenbar eine Reaktion auf die im Herbst aufgespürten KRACK-Sicherheitslücken, die es Angreifern ermöglichten, den Netzwerkverkehr zu entschlüsseln und Informationen abzugreifen. Der Entdecker von KRACK, Mathy Vanhoef, lobt die geplante Neuerung.

Ferner sind Verbesserungen für den Konfigurationsvorgang geplant, um die potentielle Angriffsfläche zu reduzieren. Erste WLAN-Hardware mit WPA3-Unterstützung wird gegen Jahresende erwartet. Noch ungeklärt ist die Frage der Abwärtskompatibilität zu WPA2 (gemischter Betrieb beider Standards). Auch bleibt abzuwarten, ob bzw. welche WLAN-Geräte sich per Softwareupdate mit WPA3-Unterstützung ausstatten lassen.