Vor zehn Jahren: Steve Jobs stellt das erste MacBook Air vor

15. Jan 2018 17:30 Uhr - Redaktion

Das MacBook Air feiert zehnjähriges Jubiläum: Am 15. Januar 2008 präsentierte Apple-Mitbegründer Steve Jobs auf der Fachmesse Macworld in San Francisco das ultrakompakte Notebook der Öffentlichkeit. Es setzte damals neue Maßstäbe: So dünn und leicht war bis dahin kein vollwertiges 13-Zoll-Laptop. Unvergessen ist der Moment, als Jobs das MacBook Air aus einem Briefumschlag zog.

Um das schlanke Design zu verwirklichen, nahm Apple einige bedeutende Einschnitte vor. Erstens wurde auf das optische Laufwerk verzichtet. Dafür musste Apple zum Teil heftige Kritik einstecken, da schnelles Internet damals noch Mangelware und die Software-Installation per CD oder DVD der gängige Weg war. Perspektivisch war dies aber natürlich die richtige Entscheidung, wie die kommenden Jahre zeigten.

Zweitens musste Apple auf klobige Ports wie Ethernet und FireWire verzichten. Auch das sorgte für Kritik, denn damals war WLAN im Vergleich zu heute schneckenlahm. Drittens: Es konnten nur winzige Massenspeicher zum Einsatz kommen. Die Kunden hatten die Wahl zwischen einer trägen 80-GB-Festplatte (4200 Umdrehungen pro Minute) und einer sündhaft teuren 64-GB-SSD (Aufpreis: 899 Euro).

 

 

Das erste MacBook Air war zu Preisen ab 1699 Euro zu haben und verfügte über einen Core-2-Duo-Prozessor mit 1,6 oder 1,8 GHz, zwei GB Arbeitsspeicher (mehr ging damals nicht), den Intel-Grafikchip GMA X3100 und eine Auflösung von 1280 mal 800 Bildpunkten. Ein weiteres Highlight des Geräts war die erstmals beim Mac umgesetzte Gestensteuerung auf einem großzügig dimensionierten Trackpad, wie sie bereits vom iPhone bekannt war. Die Akkulaufzeit war mit lediglich bis zu fünf Stunden mickrig (neuere MacBook-Air-Modelle kommen auf bis zu zwölf Stunden).

Mit der im Jahr 2010 vorgestellten, grundlegend überarbeiteten Baureihe verhalf Apple dem MacBook Air endgültig zum Durchbruch: Es gab ausschließlich flotte SSDs, die Ausstattung wurde aufgewertet und die Akkulaufzeit verlängert, die Preise sanken deutlich, zudem wurde ein 11,6-Zoll-Modell eingeführt. In den Folgejahren avancierte das MacBook Air zu einer der beliebtesten Mac-Baureihen.

Nach der Ankündigung des 2015er MacBook (und folgenden Generationen) fungiert das MacBook Air heute nur noch als günstiges Einstiegsmodell im Bereich der Mobilmacs, das sich trotz nicht mehr ganz aktueller Technik aber immer noch gut verkauft. Im Handel ist es bereits für unter 900 Euro zu haben (vgl. Preissuchmaschinen). Ob es noch ein weiteres Mal aktualisiert werden oder durch ein deutlich im Preis gesenktes 2018er MacBook ersetzt wird, bleibt abzuwarten. Letzteres Szenario gilt vielen Experten als wahrscheinlicher.

Kommentare

Das war IMHO eine der besten Jobs-Keynotes!! Und ich hab sie so ziemlich alle gesehen, seit er 1997 zu Apple zurückkam. Ich bin damals fast vom Stuhl gefallen, als ich dieses irre dünne MacBook gesehen habe. Damals gleich bestellt, und ja: Ohne DVD und ohne Ethernet und mit der lahmen Platte war es damals schon ziemlich einschränkend. Aber nichtsdestotrotz faszinierend! Was man für erstaunte, ungläubige Blicke geerntet hat. Große Designkunst!

Hab mir dann irgendwann ein MBA mit SSD besorgt, ich glaube 2010 oder 2011, dann war das Teil richtig ausgereift und echt super.

Bei Steve Jobs war immer etwas Magie dabei, eine gewisse Aura, die einen umspannte. Ich gebe zu, dass mir das heute fehlt. Auch wenn beileibe nicht alles Gold war, was unter Jobs glänzte. Das letzte Jahrzehnt, da war Jobs auf der absoluten Spitze, was Keynotes angeht. Leider ging er viel zu früh von uns. :-(

Ich hatte mir aus Spaß mal ein MBA 11" zugelegt, es aber eigentlich nur wegen der tollen Haptik haben wollen.

2016 habe ich mir dann ein MBA 13" aus dem Modelljahr 2015 gekauft, als Versandrückläufer für lächerliche 720 Euro. Kein Mac vorher hat mich je so begeistert wie dieses superleichte, wertig verarbeitete Gerät mit seinern abgerundeten Flanken, seiner samtigen Oberfläche, dem MagSafe-Stromanschluss und dem leisen Schnappgeräusch beim Schließen des Deckels. Mein jetziges MB Pro ist auch toll, aber emotional verbindet mich nichts mehr damit.