Neue Intel-Prozessoren ebnen Weg für MacBook Pro mit sechs Kernen

04. Apr 2018 12:15 Uhr - Redaktion

Im Januar gab Intel den Startschuss für neue Prozessoren mit integriertem AMD-Grafikchip, nun legt der Halbleitergigant nach: Die in dieser Woche vorgestellten CPUs der achten Generation basierend auf der "Coffee Lake"-Architektur zielen auf den mobilen Bereich. Ein MacBook Pro mit sechs Kernen könnte schon bald Realität werden, so denn Apple will.

Das neue mobile Intel-Flaggschiff ist ein mit 2,9 GHz getakteter Core i9, der mit sechs Kernen (zwölf Threads) sowie zwölf MB Cache ausgestattet ist und via Turbo-Boost-Technik eine maximale Taktfrequenz von 4,8 GHz erreicht. Mit einer Thermal Design Power (TDP) von 45 Watt ist die CPU prädestiniert für das 15-Zoll-MacBook-Pro.

Zwei neue Core-i7-Prozessoren mit sechs Kernen (zwölf Threads, neun MB Cache, bis zu 4,3 GHz via Turbo-Boost, 45 Watt TDP) und zwei neue Core-i5-Prozessoren mit vier Kernen (acht Threads, acht MB Cache, bis zu 4,2 GHz via Turbo-Boost, 45 Watt TDP) eignen sich ebenfalls für die nächste MacBook-Pro-Generation.

Ein MacBook Pro mit sechs Kernen hatte Apple noch nie im Programm, bislang ist bei vier Kernen Schluss. Besonders für Multi-Core-optimierte High-End-Anwendungen wäre ein MacBook Pro mit sechs Kernen ein Gewinn. Dies betrifft die professionelle Bearbeitung von RAW-Fotos, die Musik- und Videoproduktion, das Modelling, Animieren und Rendern von 3D-Szenen, das Compilieren umfangreicher Xcode-Projekte sowie weitere Bereiche.

 

 

 

Für ein neues 13-Zoll-MacBook-Pro kündigte Intel ebenfalls neue Prozessoren (der 28-Watt-TDP-Klasse) an. Die Core-i5- und Core-i7-Modelle verfügen über zwei bis vier Kerne und takten zwischen 2,7 und 4,5 GHz. An Bord sind schnellere Iris-Plus-Grafikchips, die über 128 MB VRAM (eDRAM) verfügen.

Intel spricht bei den neuen Prozessoren von Leistungszuwächsen von bis zu 29 Prozent (CPU-Leistung) bzw. von bis zu 88 Prozent (GPU-Leistung) gegenüber vergleichbaren Modellen der siebten Generation. Passend dazu gibt es neue Chipsets, die mit höheren WLAN-Datentransferraten (802.11ac der zweiten Generation für bis zu 1,73 Gbit pro Sekunde) aufwarten.

Wann gibt es neue Mac-Hardware?

Gute Frage! Apples Release-Zyklen bei Mac-Hardware sind nicht mehr vorhersehbar. Bestes Beispiel Mac mini: Hier erfolgte seit nunmehr dreieinhalb Jahren kein Upgrade mehr, im "aktuellen" Modell steckt inzwischen fünf Jahre alte Prozessortechnik ("Haswell"-Chips aus dem Jahr 2013). Das vollmundige Versprechen von Apple-Chef Tim Cook zum Mac mini ("Wichtiger Bestandteil unseres künftigen Produktangebots") wurde bislang nicht eingelöst. Nächstes Beispiel Mac Pro: Vor einem Jahr kündigte Apple eine neue, erweiterbare Generation an. Passiert ist seitdem nichts. Auch die Technik im "aktuellen" Mac Pro hat inzwischen fünf Jahre auf dem Buckel.

Wann sich bei Mac Pro und Mac mini etwas tun wird, ist Apples großes Geheimnis. Es könnte zur WWDC 2018 im Juni soweit sein, aber auch erst im Herbst 2018 oder gar erst 2019. Zwar machen Desktops nur rund 20 bis 25 Prozent des gesamten Mac-Absatzes aus, dennoch muss die Frage gestattet sein, wie Apple seinen Anspruch, ein Premium-Hersteller zu sein, mit der Tatsache, Uralt-Technik zu unveränderten Preisen anzubieten, vereinen kann.

Auch in puncto MacBook, MacBook Pro und iMac sind Vorhersagen schwierig. Letztes Jahr wurden diese drei Baureihen zur WWDC 2017 aufgefrischt. Dies könnte auch heuer zur WWDC passieren, es muss jedoch nicht so laufen. Da auf diese drei Produktlinien der Großteil des gesamten Mac-Absatzes entfällt, ist eine baldige Aktualisierung jedoch durchaus wahrscheinlich.

Für alle (!) Mac-Baureihen (den mit neuesten Xeons ausgestatteten iMac Pro mal außen vor gelassen) hat Intel inzwischen neue, schnellere Prozessoren im Angebot, die zum Teil gravierende Leistungszuwächse bieten und effizienter im Betrieb sind. Auch AMD hat mittlerweile bei den Grafikchips aufgerüstet (mehr Performance). Weder Intel noch AMD sind irgendwelche Vorwürfe zu machen, wenn es um die ausbleibende Auffrischung von Mac-Hardware geht. Es liegt einzig und allein an der (Un-) Willigkeit von Apple.

Kommentare

...wenn die Technik halbwegs auf neuestem Stand wäre.

Apple = lahmarschig. Blumiger kann man es kaum noch formulieren.

Ein QuadCore Mac mini (Core i5 oder i7) mit AMD-Grafik, Thunderbolt 3 und SSD wäre ein Instant-Buy wenige Minuten nach Ankündigung.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie den neuen Mac Pro zur WWDC zeigen werden (wie damals 2013 den jetzigen Mac Pro). Die neuen Xeon E5 von Intel rocken - bis zu 22 Kerne, d. h. nochmals schneller als der ohnehin schon sehr performante iMac Pro. Hoffentlich gibt es gescheiten Nvidia Support. Eine Nvidia Titan rein und ab geht die Post. :-) Bin sehr auf das thermale Design und den modularen Aufbau des neuen Mac Pro gespannt!

Die neuen Xeon E5 von Intel rocken - bis zu 22 Kerne, d. h. nochmals schneller als der ohnehin schon sehr performante iMac Pro.

 Sorry, das ist ziemlich nebensächlich. Ich brauche keinen Supercomputer, ich brauche ein Alltagsgerät. Daher ist auch die Aussage

Besonders für Multi-Core-optimierte High-End-Anwendungen wäre ein MacBook Pro mit sechs Kernen ein Gewinn.

 nur bedingt richtig, da ich im Büro nicht mit einen Laptop arbeiten will, schon gar nicht mit einem 13 Zoll-Monitor.

Wenn Apple nicht endlich brauchbare Rechner rausbringt, werde ich zu Windows wechseln müssen. Das ist nach mehr als 25 Jahren ausgesprochen bitter. Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass Apple wohl an der Entwicklung eigener Prozessoren arbeitet. Intel wäre dann raus, und bei Apple wird es erst dann neue Rechner geben, wenn der Prozessor fertig ist. Keine Ahnung ob das stimmt, aber meine Hoffnung auf einen neuen Mac mini oder Pro geht mittlerweile gegen Null.

Neben High-End-Macs braucht es auch Midrange-Hardware, eben z. B. ein neuer Mac mini. Der würde sich bestimmt gut verkaufen. Muss ja nicht gleich 8th Generation Intel Core sein, 7th Generation (Kaby Lake) reicht vollkommen, mit Thunderbolt 3, allen benötigten Schnittstellen, SSD bis 2 TB und evtl. sogar AMD-Grafik.

Abkehr von Intel? Vergiss es, macht Apple nicht. x86 ist essentiell wichtig. Das Gerücht taucht alle paar Monate auf, das geht seit Jahren so. Insider wissen: Da baut Apple über die Medien Druck auf, um bessere Einkaufspreise bei Intel zu erzielen. Allenfalls wechselt Apple zu AMD, aber auf keinen Fall gibt es eine Abkehr von x86, damit würden sie den gesamten (semi-) professionellen Bereich beim Mac schrotten. Das Gerüchte ist für die Tonne, wie viele andere Gerüchte, gestreut von interessierter Seite, auch.

Der neue Mac Pro kommt (Apples Ankündigung steht und wurde nicht zurückgenommen), die Frage ist nur WANN. Ich persönlich glaube auch, dass Apple das Teil zur WWDC 2018 zeigen wird.

Das wäre im MacBook Pro ein willkommener Performance Boost! Bei identischem Stromverbrauch (TDP). Die ersten Benchmarks sind sehr vielversprechend.