Special Report: Apple überrascht Wall Street mit Quartalsbericht (17. Januar 2007)

Quartalsbericht: Apple-Umsatz steigt auf 7,1 Milliarden Dollar. Apple hat im vergangenen Quartal neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufgestellt und damit die Erwartungen der Wall Street um Längen übertroffen. Der Computerpionier vermeldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2007 Einnahmen in Höhe von 7,1 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von einer Milliarde Dollar bzw. 1,14 Dollar je Aktie. Die Analysten rechneten lediglich mit einem Umsatz von 6,4 Milliarden Dollar und einem Profit von 78 Cents/Aktie. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres erwirtschaftete Apple bei einem Umsatz von 5,7 Milliarden Dollar einen Gewinn von 565 Millionen Dollar/65 Cents je Aktie.

Die Geschäftsbereiche Mac und iPod sind erneut stark gewachsen. Nur knapp verpasste Apple die Marke von einer Million verkaufter Notebooks. Das Unternehmen setzte im Oktober, November und Dezember insgesamt 1,606 Millionen Macs (plus 28 Prozent) ab, davon 969.000 Notebooks und 637.000 Desktops. Der iPod-Absatz stieg um 50 Prozent auf 21,066 Millionen Geräte. Mit dem iTunes Store und iPod-Zubehör erzielte Apple 634 Millionen Dollar Umsatz (plus 29 Prozent), mit Computerzubehör 297 Millionen (minus zwei Prozent) und mit Softwareprodukten sowie Dienstleistungen 347 Millionen (plus sieben Prozent). Die Bruttogewinnspanne konnte Apple deutlich steigern - von 27,2 auf 31,2 Prozent. Das internationale Geschäft machte 42 Prozent des Gesamtumsatzes aus (Vorjahr: 40 Prozent). In Forschung und Entwicklung investierte der Konzern 184 Millionen Dollar.

"Wir sind außerordentlich zufrieden ein Rekordergebnis von über 7 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 1 Milliarde US-Dollar für das zurückliegende Quartal bekannt zu geben. Mit der Vorstellung von Apple TV und dem revolutionären iPhone haben wir gerade das neue Jahr eröffnet - und 2007 wird sehr stark durch neue Produkte von Apple geprägt sein", sagte Apple-CEO Steve Jobs.

Apples Kriegskasse ist prall gefüllt. "In diesem Quartal haben wir über 1,75 Milliarden US-Dollar an freien Mitteln erwirtschaftet, somit verfügen wir zum Ende des Quartals über 11,9 Milliarden US-Dollar an freien Mitteln" so Peter Oppenheimer, Finanzchef von Apple. Für das zweite Fiskalquartal 2007 erwartet Apple einen Umsatz zwischen 4,8 und 4,9 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 54 und 56 Cents pro Aktie.

In der Bilanzpressekonferenz (Aufzeichnung hier) mit Analysten und Journalisten machten Finanzchef Anderson und COO Tim Cook weiteren Angaben zum Geschäftsverlauf im letzten Quartal. Mit dem gestiegenen Mac-Absatz ist Apple sehr zufrieden, man sei fast dreimal so stark gewachsen wie der Gesamtmarkt, hieß es. Die Apple Retail Stores sind weiterhin ein Besuchermagnet. Apple verzeichnete im Oktober, November und Dezember laut Oppenheimer 28 Millionen Besucher, der mit den insgesamt 170 Retail Stores erwirtschaftete Umsatz wird auf 1,1 Milliarden Dollar beziffert. Im laufenden Geschäftsjahr sollen bis zu 35 neue Stores eröffnet werden. Apple dominiert, wie bisher, den Markt für digitale Musik - laut jüngsten Zahlen hält der IT-Pionier am US-Markt für Audioplayer einen Anteil von 72 Prozent, der iTunes Store kommt auf 85 Prozent. Der iPod habe aber auch international stark in puncto Marktanteil zugelegt, so Apple weiter.

Apple bekräftigte, Mac OS X 10.5 "Leopard" im Frühjahr ausliefern zu wollen. Eine große Zahl Entwickler arbeite an dem neuen Betriebssystem, sagte Cook. Das Unternehmen erhofft sich von der Creative Suite 3 einen Absatzschub bei Macs - viele professionelle Anwender würden auf dieses Softwarepaket warten und seien deswegen noch nicht auf Intel-Macs umgestiegen. Die Creative Suite 3 kommt im nächsten Quartal in den Handel. Auch Boot Camp sei weiterhin beliebt, die Software wurde inzwischen 1,5 Millionen Mal heruntergeladen. Fragen zum iPhone - u. a. zu UMTS-Unterstützung, zusätzlicher Software oder Austausch des Akkus - blockte Apple ab. Weitere Informationen wolle man zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Die Klage von Cisco nimmt Apple gelassen, man sei sich sicher, als Sieger aus dieser Auseinandersetzung hervorzugehen. (sw)