Special Report: Mac-Absatz boomt, Apple-Quartalsbericht übertrifft Erwartungen der Wall Street (26. April 2007)

Apple steigert Gewinn und Umsatz deutlich. Der Mac-Absatz boomt weiter. Obwohl Apple im vergangenen Quartal keine neuen Modelle vorstellte, kletterten die verkauften Stückzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 36 Prozent von 1,112 auf 1,517 Millionen Geräte. Die Popularität des Macs hat maßgeblich zu Apples starken Quartalszahlen beigetragen. Der IT-Pionier vermeldete für das am 31. März abgeschlossene zweite Quartal des Geschäftsjahres 2007 einen Umsatz von 5,26 Milliarden Dollar (Vorjahr: 4,36 Milliarden Dollar) und einen Gewinn von 770 Millionen Dollar oder 87 Cents je Aktie (Vorjahr: 47 Cents). Die Erwartungen der Finanzwelt von 5,17 Milliarden Dollar beim Umsatz und 64 Cents/Aktie beim Profit hat Apple damit klar übertroffen.

Auch die Erfolgsstory des iPod geht weiter. Apple verkaufte im Januar, Februar und März 10,549 Millionen iPods - dies entspricht einem Absatzplus von 24 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2006. Bei den Macs sind die Notebooks besonders beliebt - von den 1,517 Millionen verkauften Macs entfielen 891.000 auf MacBook und MacBook Pro. Mit dem Mac erzielte Apple einen Umsatz von 2,268 Milliarden, mit dem iPod einen Umsatz von 1,689 Milliarden Dollar.

Mit dem iTunes Store und iPod-Zubehör erwirtschaftete Apple einen Umsatz von 653 Millionen Dollar (plus 35 Prozent), mit Peripherie und anderer Hardware 309 Millionen Dollar (plus 17 Prozent) und mit Software und Dienstleistungen 345 Millionen Dollar (plus 6 Prozent). Das internationale Geschäft machte 43 Prozent des Gesamtumsatzes aus (unverändert gegenüber dem Vorjahr). Analysten und Anleger dürften ferner über die stark gestiegene Bruttogewinnspanne - von 29,8 auf 35,1 Prozent - erfreut sein. In Forschung und Entwicklung investierte der Konzern 183 Millionen Dollar (nach 176 Millionen Dollar ein Jahr zuvor).

"Der Mac gewinnt ganz klar Marktanteile! Eine Absatzsteigerung von 36 Prozent - das ist dreimal mehr als die Wachstumsrate des Gesamtmarkts. Wir sind schon sehr aufgeregt über die bevorstehende Markteinführung des iPhone Ende Juni und arbeiten voller Elan an einigen weiteren, fantastischen Produkten in unserer Roadmap", sagte Apple-CEO Steve Jobs. Nach Angaben der Marktforschungsfirma Gartner wuchs der weltweite Computerabsatz im letzten Quartal um lediglich 8,9 Prozent. In den USA konnte Apple seinen Marktanteil im Jahresvergleich von 4,0 auf 5,0 Prozent ausbauen.

"Wir sind sehr erfreut das profitabelste zweite Quartal in der Firmengeschichte von Apple erzielt zu haben", ergänzt Peter Oppenheimer, Finanzchef von Apple. "Wir erwarten für das dritte Fiskalquartal 2007 einen Umsatz von 5,1 Milliarden US-Dollar bzw. 0,66 US-Dollar pro verwässerter Aktie." Damit bleibt Apple allerdings hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit einem Umsatz von 5,45 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 67 Cents pro Aktie rechneten. Doch dies scheint die Anleger kaum zu stören - im nachbörslichen Handel am Nasdaq Composite stieg die Apple-Aktie auf über 100 Dollar.

In der Bilanzpressekonferenz (Audio-Aufzeichnung hier) machte Apples Finanzchef Peter Oppenheimer weitere Angaben zur aktuellen geschäftlichen Situation des Unternehmens. Demnach ist die "Kriegskasse" Apples prall gefüllt - 12,6 Milliarden Dollar stünden als Bargeld bzw. kurzfristigen Anlagen zur Verfügung, so Oppenheimer. Ein Aktienrückkauf sei mehrmals vom Aufsichtsrat diskutiert worden, eine Entscheidung sei aber bisher nicht gefallen. Der iPod ist in vielen Regionen der Welt weiterhin die Nr. 1 unter den Musikplayern. In den USA liege der iPod-Marktanteil laut Apple bei 70, in Australien und Kanada bei 60, in Japan und Hong Kong bei knapp 50, in Großbritannien und der Schweiz bei rund 40 und in Deutschland bei 28 Prozent. Der iTunes Store hält im US-Markt für legale Download-Musik einen Marktanteil von 85 Prozent.

Eine wichtige Ankündigung gab es bezüglich des iPhone. Man wolle sowohl für das Multifunktionshandy als auch für Apple TV zusätzliche Features bzw. neuartige Anwendungen kostenlos bereitstellen, sagte Oppenheimer. Details nannte er nicht, trotzdem ist dies eine gute Nachricht für Apple TV-Besitzer und künftige iPhone-User. Apple bekräftigte, dass das iPhone Ende Juni in den USA und im vierten Quartal in Europa auf den Markt komme. Die Vorbestellungsphase in den USA solle in Kürze eingeläutet werden. Laut Oppenheimer will Apple künftig - ähnlich wie beim iPod - Zubehör für das iPhone entwickeln und anbieten. (sw)