Special Report zur Ankündigung von Final Cut Studio 2 und Final Cut Server (16. April 2007)

Apple kündigt Final Cut Studio 2 und Final Cut Server an. Apple hat auf der NAB in Las Vegas, der weltgrößten Fachmesse für elektronische Medien, die nächste Generation der Videoproduktionslösung Final Cut Studio vorgestellt. Das Unternehmen verspricht für Final Cut Studio 2, das ab Mai zum Preis von 1299 Euro ausgeliefert wird, umfassende Neuerungen. Außerdem führt Apple den Final Cut Server ein. Es handelt sich dabei um eine skalierbare Serverlösung für Media Asset-Management und Workflow-Automation. Details zu Final Cut Studio 2 und Final Cut Server erfahren Sie in unserem nachfolgenden Special Report.

Das Herzstück von Final Cut Studio 2 ist Final Cut Pro 6, die neueste Version der populären Schnittsoftware. Diese wurde um eine Open Format-Timeline erweitert, in der sich praktisch jedes Video-Format und jede Bildrate in einer Timeline ohne Zwischencodierung mischen und angleichen lassen soll. "ProRes 422 ist ein neues Full-Raster, 10-Bit 4:2:2 Postproduktions-Format, das beeindruckende HD-Qualität erzeugt, dabei aber nur den Speicherplatz äquivalent zu einer SD-Datei belegt. [...] Final Cut Pro 6 verfügt über eine optische SmoothCam-Technologie, um unerwünschte oder störende Kamerabewegungen mit einfach zu bedienenden Tools zu beseitigen. Die weit reichende Integration mit Motion ermFinal Cut Studio 2öglicht es, Motion-Vorlagen mit Video Drop Zones und editierbaren Textfeldern direkt in Final Cut Pro zu bearbeiten", so Apple zu den weiteren Neuerungen von Final Cut Pro 6. Hersteller wie Panasonic, Sony und RED haben bereits Unterstützung des ProRes 422-Formats angekündigt.

Für die Version 3 der Animations- und Effektsoftware Motion verspricht Apple u. a. zusätzliche Kamera-Effekte, die räumliche Tiefe und Realismus per Drag & Drop ergänzen, vektorbasierte Zeichentools, mit denen sich Pinsel mit Farbe, Partikel, Video oder Bilder belegen lassen, sowie ein Bewegungsabgleichstool, das Bilder oder Effekte mit dem Bewegungspfad eines anderen Objekts abstimmt. Apple: "Das exakte Timing von Effekten lässt sich auch ohne Keyframes festlegen, ebenso können einfache Animationen erzeugt werden, die auf die Lautstärke und die Tonhöhe des Soundtracks reagieren. Motion 3 enthält über 1.500 neue Design-Elemente, darunter professionelles Bildmaterial, animierte Zeichnungen und Vektorgrafik."

Neu in Final Cut Studio ist Color, ein Programm für die Farbkorrektur. "Zu den wichtigsten Tools von Color gehören die Gamma, Lift und Gain-Regelung sowie eigene R, G, B und Luma-Kurven. Einzelne Regionen eines Bildes können mit Masken und selbstdefinierten Vignetten isoliert werden. Das präzise Steuern der Chrominanz und Luminanz erfolgt per Waveform, Histogramm und neuer 3D-Kontrollen", teilte Apple mit. Projekte von Final Cut Pro 6 sollen sich direkt an Color übergeben lassen, um dort korrigiert und mit 32-Bit Float 4:4:4 gerendert zu werden.

Zu den Neuerungen in Soundtrack Pro 2 - die Anwendung dient zur Audiobearbeitung - zählen u. a. eine überarbeitete Benutzeroberfläche mit Heads-up-Display, zusätzliche Werkzeuge für die Mehrspurbearbeitung und -aufnahme, Surround-Abmischung, ein neues Abgleichtool für die Synchronisation zwischen Bild und Ton, komfortable Verwaltung von Aufnahmetakes und über 5000 lizenzfreie Soundeffekte. Das Codierungs-Tool Compressor 3 wartet mit einer überarbeiteten Oberfläche mit vereinfachten Workflows für das Codieren und Ausgeben in mehreren Formaten, einer Batch-Verarbeitung, erweiterte dynamische Filter und verbesserte Codec-Unterstützung auf. Zum Lieferumfang von Final Cut Studio 2 gehört ferner die DVD-Authoringumgebung DVD Studio 4.2.

Final Cut Studio 2 kommt im Mai zum Preis von 1299 Euro auf den Markt. Das Upgrade von der aktuellen Final Cut Studio-Version kostet 499, von einer früheren Version 699 Euro. Die Videoproduktionssuite benötigt mindestens einen mit 1,25 GHz getakteten G4-Prozessor bzw. einen Intel Core Duo- oder Xeon-Prozessor, 1024 MB Arbeitsspeicher und Mac OS X 10.4.9. Einzelne Anwendungen können höhere Systemanforderungen haben. Details hier.

Apple zeigt auf der NAB außerdem Final Cut Server, eine Server-Lösung für Postproduktion Broadcast. "In Verbindung mit Final Cut Studio 2 bietet Final Cut Server Media Asset Management und Workflow-Automation. Als skalierbare Server-Lösung unterstützt Final Cut Server Arbeitsgruppen in jeder Größe und beinhaltet einen Cross-Plattform-Client, der es ermöglicht, Medienmaterial im Studio oder über das Internet zu sichten, zu bewerten und freizugeben. Final Cut Server katalogisiert große Datenbestände automatisch, die Suche erfolgt mit einer intuitiven Benutzeroberfläche über mehrere Speichervolumes hinweg. Final Cut Server ist entwickelt worden, um den gesamten Workflow an Medienbeständen und Projekten vom Producer über den Editor bis hin zum künstlerisch Verantwortlichen zu organisieren", so die Apple-Beschreibung.

Final Cut Server katalogisiert Datenbestände automatisch und erstellt Vorschaubilder und Clips in niedriger Auflösung. Die Suchmöglichkeiten erstrecken sich von einfachen Suchbegriffen bis hin zu komplexen Kombinationen von IPTC, XMP und XML Metadaten. Über anpassbare Vorlagen kann die Abbildung typischer Arbeitsabläufe in Broadcast, Postproduktion und im Bildungsbereich realisiert werden. Der Server bietet enge Anbindung an Final Cut Pro 6 und Compressor 3 und bietet einen Offline-Workflow. Darüber hinaus stehen zahlreiche Überwachungsfeatures zur Verfügung. Final Cut Server soll ab Sommer ausgeliefert werden und 999 Euro (Lizenz für zehn gleichzeitig zugreifende Clients) bzw. 1999 Euro (unbegrenzte Zahl an Clients) kosten. Die Systemvoraussetzungen stehen noch nicht fest. (sw)