Abspaltung der Mac-Sparte von Apple zum Wohle des Mac?

04. Jan 2018 15:13 Uhr - Hannes

Ich hatte es hier schon öfters thematisiert und gefordert: Ich würde eine solche Abspaltung begrüßen, da seit Jahren einiges im Argen liegt in der Mac-Abteilung. Nun hat es auch eine bekannte US-Publikation aufgegriffen:

Maybe it's time for Apple to spin off the Mac as a separate company

http://www.zdnet.com/article/maybe-its-time-for-apple-to-spin-off-the-m…

While Mac sales keep growing and there are a few new machines, the platform is getting far less love than some users want. Here's a thought experiment to see if there might be another strategy.

Lesenswert als Denkanstoß! Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nie dazu kommen wird, aber Druck auf Apple schadet bekanntlich nicht, denn nur dann bewegen sie sich, wie man am Akku-Desaster bei den iPhones gut sehen kann. 

... aber das wird definitiv nicht kommen, denn die Consumer-Schienen sind bereits jetzt zu sehr verzahnt: wer sich ein iPhone kauft, schielt mit einem Auge auch auf einen iMac.

Interessant wäre ein Spaltung in Mac und Mac Pro: die zweite Sparte müsste richtig Gas geben, und dort würden sich dann vielleicht auch die "alten" User wieder repräsentiert finden... aber das Leben ist kein Wunschkonzert. So lange, wie Apple mit dem aktuellen Konzept asoziale (nein, kein Fehler: Ausbeutung der Zulieferer-Mitarbeiter, Steuervermeidung in den Ländern, wo der Umsatz generiert wird) Gewinne einfährt, wird sich daran nichts ändern.

Ein Akku-Tauschprogramm beim iPhone für weniger Geld? Oh ja, ein kleiner Schritt für Apple, aber ein großer Schritt für die Menschheit... Schwachsinn: mit den 29 Euro machen sie immer noch fett Kohle, anstatt Modelle anzubieten, bei denen sich der Akku und Speicher selbst tauschen oder erweitern lässt. Bestes "PRO"-Beispiel in dem Zusammenhang? Beim iMac Pro lässt sich nicht einmal der Arbeitsspeicher erweitern, ohne das Ding zu zerlegen.

Es stand ja zu befürchten, dass der Mac Pro komplett abgesägt wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Apple hat letzten April schon ziemliche Offenheit demonstriert, als sie eingestanden haben, dass der Mac Pro (2013) für den größten Teil der Zielgruppe nicht optimal konstruiert ist. Jetzt wird es heuer den neuen Mac Pro (erweiterbar) geben und der iMac Pro ist bereits da. Das sehe ich immerhin als Lichtblick. Bis März 2017 wusste man ja gar nicht, ob Xeon-basierte Macs überhaupt noch eine Zukunft haben. Wer interne Steckplätze braucht, greift zum kommenden Mac Pro. Wer das nicht benötigt, nimmt den iMac Pro. Das ist schon eine gewisse Auswahlmöglichkeit.

Noch besser wäre die Lage mit einem Mac mini Pro (Quadcore, AMD-Grafik, RAM-Bänke, Platz für eine zusätzliche M.2-SSD). Leider wartet man und wartet man und nichts passiert beim Mini. Oder bei den Routern. Immerhin wirds demnächst wieder ein Apple Display geben.

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass Apple für 29 USD/EUR an einem Austauschakku viel verdient, wenn die Arbeitszeit mit eingerechnet wird. Apple hätte es auch völlig egal sein können, aber sie haben reagiert. Vielleicht lernen sie aus der Kommunikations-Katastrophe. Nach der unfassbaren root-Lücke haben sie ebenfalls Besserung versprochen. Die Zeit wird es zeigen.

Vielleicht, ja vielleicht bewirken diese vielen Shitstorms in letzter Zeit tatsächlich etwas. Die Hoffnung stirbt zuletzt, weil weder Windows noch Linux eine Alternative sind.

Bei allen Hinweisen auf Apples Bemühungen auf bevorstehende neue Pro Rechner: was nützen die Kisten, wenn nur ein Gurkenbetriebssystem drauf läuft? Ich gehöre zu den paar Leuten, denen die "Pro-Urne" gefallen hat, aber dass es kein vernünftiges Betriebssystem dafür gibt, fand ich vor vier Jahren schon sehr ernüchternd (auf meinen MBP lief damals noch SL  - absolut überlegen gegen alles danach).

Ich hatte vor Jahren schon ein modulares System im Kopf, keinen iTunes-, iCloud-, Spottleid und ähnliches Gedöhns zwangsmäßig integriert, sondern diese als Zusatzprogramme für alle Spielfreunde zusätzlich installierbar. Zum jetzigen Zeitpunkt müssten sich die Ingenieur  noch mal eine jungfräuliche BSD greifen und von vorn anfangen - und alle Softwarehersteller ebenfalls - das macht aber keiner mehr mit. 

 

1) Du kannst iCloud in den Systemeinstellungen komplett abschalten. Niemand zwingt dich, es zu nutzen. Wenn es Aus ist, benötigt es keine CPU-/RAM-Ressourcen.

2) Du musst iTunes oder Spotlight nicht nutzen, es gibt (bessere) Alternativen von Drittanbietern. Spotlight lässt sich ebenfalls abschalten. iTunes kannst du von der Platte löschen. Wo ist das Problem?

3) Schau mal, wie schlank eine frische macOS-Installation ist (Speicherplatzbedarf). Da gibt es wesentliche fettere, überfrachtete Linux-Distributionen. Von Windows gar nicht erst zu reden. Apple verschlankt ständig das System, Altlasten werden rausgeschmissen, was übrigens vielen Entwicklern/Usern häufig zu schnell geht.

4) Snow Leopard war am Anfang völlig verbuggt, schon vergessen? Erst mit den letzten Revisionen lief es gut. Ist übrigens auch mit macOS Sierra so, 10.12.6 arbeitet sehr zuverlässig.

5) Bei den zuletzt gemeldeten Lücken hat Apple äußerst schnell reagiert. Die CPU-Lücken wurden sogar bereits im Dezember gefixt, als die Sache noch nicht groß publik war.

6) Was unbestritten ein Problemfeld ist, sind etliche kleinere, mittlerschwere Bugs, die ungefixt sind (sowohl im System als auch in Apple-Programmen, auch Pro-Apps). Was allerdings zum Teil auch damit zusammenhängt, dass macOS verstärkt auf Swift umgestellt und vieles derzeit neugeschrieben wird. It's a process.

Auch hier gilt: Momentan wird vieles einfach zu Negativ gesehen... Über berechtigte Kritikpunkte muss geredet werden, aber unterm Strich ist macOS immer noch eine feine Sache. Was einige, leider auch hier im Forum, betreiben ist leider reinstes Apple-Bashing ohne Augenmaß, zum Teil mit furchtbarer Wortwahl, Beleidigungen und völlig überzogenen Aussagen. Ich gebe zu, ich habe mich da durchaus mitreißen lassen zuletzt (mea culpa). Ein kurzer berufsbedingter Trip mit Windows-Kisten hat mich allerdings schnell in die Realität zurückgebracht und die ist (für mich) eben so, dass am Mac zwar einiges repariert werden müsste, aber ich wieder heilfroh war, am Apfel-Rechner zu sitzen.

wird dazu führen, dass der Mac dann für immer stirbt. Apple macht mit der Mac-Sparte nicht das meiste Geld, hat aber viel Geld, um den Mac noch am Leben zu erhalten. Ein Abspaltung wäre (mittel- oder langfristig) der Dolchstoß. Und dann möchte Uli sehen, wie auf dem Gurkensystem Windows klarkommt. Dann weiss er Gurken erstmal richtig zu schätzen.

ist aber schon klar, dass selbst wenn Apple mit iOS Kisten 10x so viel Geld macht wie mit Macs dieser Umsatz und Gewinn dann immer noch die grössten deutschen Firmen neidisch machen würde. Welcher vernunftbegabte würde über eine Aufgabe der Mac Sparte länger als 1 Sekunde nachdenken? Das ist exakt die gleiche Diskussion wie bei den iPads, deren Anteil könnte noch vier Jahre schrumpfen, wäre trotzdem noch interessant es weiter zu betreiben

 

 Und dann möchte Uli sehen, wie auf dem Gurkensystem Windows klarkommt.

komische Rhetorik — auf Windows arbeite ich seit 20 Jahren, seit 15 Jahren auch nicht unzufrieden — auf dem System habe ich bisher das allermeiste Geld verdient, und als Grafikworkstation am wenigsten Aussetzer und andere Probleme erlebt. Zuhause bin ich am Mac hängen geblieben, weil all meine Software für dieses System gekauft wurde. Eure Kritik an anderen Systemen kann ich gerade nicht nachvollziehen. Optisch wurde MacOS in den letzten Jahren ja auch entwertet. Was habt ihr eigentlich?

 

Schau mal, wie schlank eine frische macOS-Installation ist (Speicherplatzbedarf).

Du widersprichst damit den beiden Punkten davor ... den Müll also doch manuell wieder beseitigen - und dann fragt jedes Progrämmchen nach -iCloud -iTunes -iCal - und sonstwie Dingen, weil alles verzahnt und das System wohl doch von Massen an Pfaden und sonstigen Variablen geschwächt ist und irritiert wird von Dingen, die zum Arbeiten nicht sein müssen. Spottlight kann man meines Wissens nicht abstellen, sondern nur jedes neue Speichermedium von Hand aus der Suche ausschließen, es ist also ständig im Arbeitsspeicher präsent. Bei Tiger lief Spotlight übrigens mal toll, man konnte sämtliche Server bequem damit absuchen (bei Windows reicht dazu seit Urzeiten der normale "Datei öffnen"-Dialog + entsprechende Wildcards), beim Leo-Update hingen dann bei allen Mac-Usern der Abteilung die Mundwinkel bis zum Fußboden, weil die Suche auf die (meistens leere) eigene Festplatte der Workstation begrenzt wurde.

Ich denke, wir gehen mit komplett verschiedenen Ansprüchen an das Problem ran. Ich möchte hier nur noch mal klar stellen, dass ich mir meine Aussage "fehlendes KnowHow" sehr gut überlegt habe, als Bashing war das nicht gedacht.

Das Zusammenspiel von Macs und iPhones ist einfach genial. Ebenso die enge Verzahnung mit iCloud. Mir spart das effektiv viel Zeit. Würde Apple die Mac Abteilung ausgliedern, könnte so eine tiefe und reibungslose Integration vermutlich nicht mehr gewährleistet werden.

Was die Kritik angeht: Ich bin ein zufriedener Mac-User und ich kenne locker 15 Menschen, die ebenfalls zufrieden und produktiv mit ihren Macs arbeiten. Es gibt weltweit mittlerweile fast 100 Millionen Mac-User, das sind doppelt so viele wie noch vor 10 Jahren.

Wenn alles so schlecht wäre, wie es hier und in anderen Foren die omnipräsenten Dauernörgler und Miesmacher ständig lautstark behaupten, wäre die Userzahl garantiert nicht so stark gewachsen.

Ich behaupte einfach mal, dass es eine große schweigende Mehrheit gibt, die Macs zufrieden nutzen und damit (weitgehend) glücklich sind.

Was die Zukunft des Macs angeht, daran dürfte es angesichts der wachsenden Installationsbasis keinerlei Zweifel geben. Der Mac ist für Apple weitaus wichtiger, als es allein der (sehr hohe) Umsatz aussagt, das hat Apple ja mehrfach zugegeben. Ich bin gespannt und blicke zuversichtlich auf die Dinge, die da kommen!

Auch Apple macht nur, was einen Absatzmarkt findet. Solange verkrüppelte bzw kastrierte Hardware oder Gurkensoftware genügend Käufer findet, wird Apple daran nichts ändern. Meinen letzten Mac habe ich vor fast 10 Jahren gekauft, weil mir die Folgemodelle nicht zusagten. Demnächst muss wieder was neues ran, ich hoffe, dass bis dahin die aktuellen Macken behoben sind. Sonst nicht.

Was hat das mit Bashing zu tun, wenn jahrzehntelange professionelle User beanstanden, dass sowohl Hardware als auch OS immer mehr in die Consumersparte abgedriftet sind? Wieso sollte die Mac-Sparte an einer Dolchstoßlegende zugrunde gehen, wenn sie ausgegliedert wird? Das Gegenteil wäre der Fall, da sie ihren Gewinn selbst erwirtschaften und somit auch die Belange der treuesten Kundschaft stärker in den Fokus rücken müsste.

Ich glaube, kein Mensch hätte etwas daran auszusetzen, dass Apple mit seinen Produkten speziell in der Consumersparte viel Geld verdient, wenn sich das alte Kern-Klientel nicht seit Jahren unverstanden und nicht mehr bedient fühlen würde. Wir führen doch keine Neid-Debatte. Im Gegenteil: in zigfachen Beiträgen wird immer wieder Investitionsstau genannt, und zwar genau von der Gruppe, die auch bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, da sie die Macs beruflich nutzen. Und sich lieber an ihre "alten" Kisten klammern, weil wenig bis gar nichts von den Wünschen und Bedürfnissen seit Jahren berücksichtigt wurde.

Der iMac Pro zeigt trotz gegenteiliger Beteuerungen seitens Apple kein Umdenken: Gewinnoptimierung dank BTO-Verdonnerung, zu wirklich obszönen Preisen. Spannend bleibt daher der angekündigte modulare Mac Pro... der allerdings bei "normaler" Firmenpolitik preislich über dem iMac Pro angesiedelt werden müsste... abwarten, Tee trinken, alte Systeme pflegen und kostengünstig aktualisieren - und hoffen, dass Apple nach 5 Jahren Ankündigungen Taten folgen lässt.

1) Alternative zu iTunes: Pine Player, steht hier gerade in den News. Kostenlos & gut.

2) Alternative zu Spotlight:

a) EasyFind (kostenlos)

b) Tembo

c) HoudahSpot

d) Find Any File

die letzten drei kosten etwas. Gibt aber Testversionen.

Für Sync und Verwaltung von iOS-Geräten gibt es z. B. das Programm iMazing. Der Preis ist allerdings schon recht happig.

Schon korrekt, das waren Antworten zu Mac@Night, 4. Kommentar, Punkt 2)

Wie man  Spotlight und die Mitleidzentale wirklich abschaltet und es aufhört, das Programm Apple1 nach Apple2 verlangt etc. kam leider nichts ....

Hola Uli,

sich selbstverwässernde Themen sind natürlich keine Seltenheit, aber was hat Spotlight oder iTunes mit einer Trennung in Mac und iGedöns zu tun? Kann Dir gerade nicht so ganz folgen :))

Dritter Kommentar, Zusammenfassung noch mal für Dich: Je mehr Spielzeug untrennbar ins Betriebsystem implementiert wird, desto unzuverlässiger läuft die Kiste. Im letzten Jahrtausend waren Applecomputer noch Hardware mit nacktem Betriebsystem, alles weitere konnte man sich selber aussuchen. Das war mein Fokus bei der Argumentation.

Für iCloud gibt es einen General-Ausschalter in den Systemeinstellungen. Wer die Mitteilungszentrale nicht will, schaltet den "Nicht stören"-Modus halt ganztägig. Für Macs braucht man weder eine Apple-ID noch sonst Cloud-Quatsch, ganz im Gegensatz zu Android oder Windows.

Das ewige Gejammer nervt! Einige sind offenbar 1999 stehengeblieben.

macOS 10.12.6 läuft rock-solid auf Produktivsystemen. Wer das nicht anerkennt, sieht halt nur das Schlechte und kommt nur zum Nörgeln aus der Deckung. Bei aller berechtigter Kritik: Wie schnell Apple zuletzt BugFixes vorgenommen hat, ist einsame Spitze in der Industrie.