Datenbank: Alternative zu FileMaker?

20. Jan. 2020 22:51 Uhr - Klausi

Hallo!

Da ich bei FileMaker und den neuen Entwicklungen bei Claris langsam nicht mehr durchblicke bzw. alles in Richtung Cloud+Abo zu gehen scheint, stelle ich folgende Frage in den Raum:

Was sind gute, preiswerte Alternative für relationale Datenbanken auf dem Mac?

(Mit preiswert meine ich nicht billig, sondern eben den Preis wert.)

Für Hinweise dankbar - LG Klausi

Ich bin jetzt nicht so der DB-Profi. Aber zum Rumspielen habe ich mir mal NINOX (https://ninoxdb.de/de) angeschaut. Der Hersteller sitzt in Deutschland und es gibt einen Test-Download...

Danke! Ninox kannte ich bisher nicht.

Einen Test-Download für macOS konnte ich leider auf der genannten URL nicht ausfindig machen. Bei "jetzt kostenlos testen" soll ich ein Konto erstellen, das ist es wohl nicht.

Wer hat gute/schlechte Erfahrungen mit Ninox gesammelt und kann möglicherweise einen kleinen Vergleich mit Filemaker ziehen?

Nutze Ninox seit Jahren professionell im Aussendiensteinsatz. Die App habe ich mir in vielen Wochen nach und nach selber programmiert und heute belohnt mich die Sache mit null Büroarbeit wenn ich daheim bin. Alle Aufträge werden von Ninox automatisiert zu den Kunden geschickt und die Rechnungen ebenso automatisch gleich hinterher. Daran kann man sich sehr schnell gewöhnen.

Datenverlust oder Syncfehler gab es noch niemals. Ninox legt zudem auch ständig selber Backups im Hintergrund an.

Multiuser Zugriff ist bei Ninox auch kein Problem. Jeder User kann definierte Rechte zugewiesen bekommen, so dass die nichts sehen können was sie nicht sehen sollen. Bei mir ist das ein Auftragsmanagement. Die Mitarbeiter sehen nur ihre eigenen Aufträge und ich dagegen alle die grad in Arbeit sind.

Der oben beschriebene Luxus funktioniert allerdings nur wenn man Ninox mit der Ninox eigenen Cloud nutze die pro User € 8,30 kostet. Ein ziemlich fairer Preis wenn man schaut was Andere so abrufen für ihre teilweise Krückenlösungen die von der Stange sowieso nie passen.

Man kann Ninox aber auch mit der iCloud nutzen, dann gibts keine weiteren Kosten und alle Geräte in der iCloud sind synchron. Dann kann man halt keine fremden User einladen und die Sache in der iCloud mit deutschen Kundendaten ist auch so eine Sache.

Trotzdem liebe ich Ninox immer noch nicht. Eher Hassliebe. Das Look & Feel ist gewöhnungsbedürftig und nicht Apple Like, die Community hilfreich aber mittlerweile undurchschaubar da das sog. Forum lediglich  aus einer Aneinanderreihung an Fragen besteht. Da ist nichts strukturiert, da findet man nichts. Und ohne einige schlaue Forenköpfe wäre man als Ninox User mit deren Scriptsprache schnell allein. Aber wenn die eigene App einmal läuft, dann läuft sie. Stabil wie eine 1.

Einen Vergleich mit Filemaker zu ziehen ist schwierig. Es ist kein Filemaker, kann dies aber in vielen Fällen locker ersetzen. Die meisten 0815 Anwendungen brauchen die Power von Filemaker ja gar nicht. Zudem ist eine Ninox App deutlich einfacher zu bauen. Einfache Geschichten hat man in wenigen Minuten zusammengeklickt. Da liest man bei Filemaker noch immer in der Anleitung. Insbesondere die Synchronisierung ist bei Ninox deutlich simpler und viel kostengünstiger. Wenn man die iCloud nutzt, muss man sich um gar nichts weiter kümmern. Nutzt man die Ninox Cloud ist das Komplizierteste das eingeben der e-mail Adresse und des Passworts. Filemaker 19 springt ja nun auch auf den Cloud Zug auf aber kostet ziemlich exakt das Doppelte pro Monat und wer mehr als 3 Apps oder ein paar mehr User braucht, der zahlt schnell das vierfache bei Filemaker.

Gut ist, dass man in Ninox an der bereits produktiv arbeitenden App immer weiter basteln kann ohne große Sorgen, dass man damit alles zerschiesst. Die meisten Ninox User bauen fortwährend weiter an ihren Apps. Das geht mir auch so da sich auch das Geschäftsleben ständig verändert und ich die App an die neuen Abläufe anpassen muss.

Die Kosten für die Ninox Apps selber sind eher symbolisch zu sehen. Keine 40 Euro für die Mac App ist kein Geld und bis heute wurde da auch noch nie ein Upgradepreis verlangt. Das gilt auch für die iPad Version. Fürs iPhone war schon immer kostenlos. Ninox läuft mittlerweile auch auf Android Geräten und auch hier gibts die App gratis.

 

 

Danke für die ausführliche Antwort. Eine permanente Erweiterung/Veränderung einer FileMaker Datenbank ist allerdings auch überhaupt kein Problem. Restrukturieren war dBase glaube ich mich zu erinnern. Habe das schon mit Version 3 gemacht. Der Job war damals Rechnungsstellung/Lieferschein/Angebot/Mahnwesen und Ust. Anmeldung. Habe ich nach und nach drangestrickt. Ging einwandfrei.

Habe für einen Freund gerade eine Kleinst-Datenbank mit Ninox auf dem iPad erstellt. Die Version war bei mir schon auf dem Brettchen, ich glaube aber, die hat auch nichts gekostet. Und die Felddefinitionen und damit die Erstellung der Datenbank war im Gegensatz zu FileMaker Go auch auf dem iPad möglich.

Ich denke auch, dass Ninox auf dem Mac ein Lichtblick ist. Die Geschmäcker (GUI) mögen verschieden sein, Kritik hier und dort (Dokumentation, Verschlüsselung?) wirds immer geben und für den Kauf der günstigen Einzelplatzlizenz darf man keinen 24/7 Support erwarten.

Trotzdem wünsche ich mir noch immer Access auf dem Mac fürs absolute High-End.

Ich wünschte mir generell ein paar mehr Anbieter solcher Database Apps für Mac und iOS. Die Auswahl ist sehr bescheiden.

Ninox funktioniert aber wie schon erwähnt: Die Doku ist naja, der Support eher nur durch die Community gegeben. Die neue GUI ist sehr gewöhnungsbedürftig. Das war die alte GUI schon aber nach Jahren hatte man es geschluckt. An die Jetzige gewöhne ich mich so schnell nicht da je nach Anwendungsfall gar nichts mehr erkennbar ist. Da die Gemeinde aber selten so aufgeschrien hat wie jetzt wird da sicherlich bald was nachgeschoben, so dass man sich die GUI selber anpassen kann.

Relationale Datenbanken für den Mac gibts halt nicht viel:

- Filemaker

- Ninox

- TapForms

- PanoramaX

Mit TapForms habe ich auch schon brauchbare Lösungen gebastelt. Da ist sogar Verschlüsselung möglich. Leider kämpft Brendon der Entwickler seit Jahr und Tag mit Sync Problemen mit einhergehenden Datenverlusten. Das darf natürlich niemals passieren. Zudem sind die Sync Möglichkeiten auf iCloud, Gerät-zu-Gerät und sonst eher exotische Clouds beschränkt. Aber er will es nun angehen und hockt grad an einer grösseren Update Nummer mit der das leidige Sync Problem bei TapForms endlich Geschichte sein soll. Mir ist das Tool nach wie vor sympathisch, liegt auch am relativen engen Kontakt zum Entwickler. TapForms könnte man eigentlich als nähesten Nachfolger von Apples Bento ansehen.

Es gäbe noch MobiDB aber leider nicht für den Mac sondern nur Windows, iOS und Android.

Falls noch jemand was kennt was auf Mac und iOS läuft: bin immer neugierig auf solche Anwendungen

Was tatsächlich fehlt ist eine einfache kleine Datenbank für die kleine Anwendung zwischendurch. Für Tabellen etc. nehmen viele Excel, Pages etc. (ich auch), aber da fehlen die echten Datenbankfunktionen. Die 1000 Möglichkeiten der "Großen" braucht man privat nur selten, und dafür gibt es ja Lösungen (die weiter o.g. oder 4D). Aber für's Kleine eben nicht. MS File oder das frühe FileMaker (später Bento) konnten das für bezahlbares Geld. Ich bezahle ja auch gerne 100 oder 150 €, wenn ich dafür eine einfache Anwendung mit brauchbarem Handbuch (!) und evtl. Support bekomme. 680 € für FM sind für mich uninteressant, Profis nutzen offenbar andere DBs.

Ninox habe ich vor 6 Jahren mal getestet, das war unerfreulich. Vielleicht sollte ich das nochmal testen?

 

Ninox habe ich vor 6 Jahren mal getestet, das war unerfreulich. Vielleicht sollte ich das nochmal testen?

 Seitdem ist enorm viel passiert. Wirst Ninox dann gar nicht wiedererkennen. Vor allem optisch ist das kein Vergleich mehr mit den Anfängen. Spaltenbreiten, Feldergrössen usw. sind im Gegensatz zu früher nahezu frei einstellbar usw.

Auf jeden Fall lässt es sich professionell einsetzen. Angst um seine Daten muss man bei Ninox nicht haben, das ist wirklich extrem stabil.  Klar, probiere es aus. Kostet ja nichts bzw. nicht die Welt.

Bei mir ist Ninox die Zentrale für alles geworden. Das hat sich so ergeben. Wenn man Daten einmal erfasst hat macht es keinen Sinn die händisch woanders nochmal einzutragen. Darum verwurschtelt Ninox bei mir alles und nutzt alle Daten übergreifend über mehrere Anwendungen. So sehe ich z.B. meine rausgehenden Rechnungen gar nicht mehr weil das automatisiert im Hintergrund geschieht sobald ich meine Aufträge zu Ende erfasst habe. Fehler sind noch nie passiert, man verliert allerdings ein wenig das Gefühl für das was alles so passiert. Dank API lässt sich Ninox auch mit vielen anderen Diensten verbinden. Die Möglichkeiten sind schon grenzenlos.

Für Tabellen etc. nehmen viele Excel, Pages etc.

Das ist im Geschäftsbereich quasi ja nicht mehr erlaubt. Zumindest nicht mehr für Zeug welches das Finanzamt als relevant ansieht, da nicht GoBD konform. Also Rechnungen, Angebote etc. mit Excel erstellen wird einem bei der nächsten Steuerprüfung Probleme bringen. Abgesehen davon, dass dies eh eine sehr umständliche Methode ist - aber es machen wohl noch viele so.

Ninox protokolliert jeden Schritt im Hintergrund mit, so dass man eine GoBD konforme App bauen kann. Wenn man die Ninox Server nutzt, ist auch alles save und DSGVO konform. Darauf muss man ja auch noch achten im Geschäftsleben. Wenn ich da aber an meinen letzten Steuerprüfer denke, der mit einem alten Laptop rumwurschtelte mit seinem Officepaket, dann frage ich mir nur wer das alles überprüfen und beurteilen soll in Zukunft. Da werden sie aber reichlich IT Kurse belegen müssen die armen Finanzbeamten.

Ich kann Ninox schon empfehlen. Ich mag halt nur das Look & Feel nicht so besonders. Aber wie schon gesagt: Alternativen sind rar.

 

 

Beim Lesen dieses Artikels: https://www.macgadget.de/News/2020/08/05/Freie-Buerosoftware-LibreOffic… habe ich mich dran erinnert, das bei Libreoffice auch ein Datenbankmodul dabei ist. Ob das was taugt ist noch eine ganz andere Frage (bin nicht gerade der Datenbankprofi), das muss jeder für sich klären. Aber alle, die bislang nichts für sich gefunden haben können ja mal einen Blick drauf werfen.

Ich hab ja immer so meine Probleme damit, wenn ein bestimmtes Produkt so überschwänglich gelobt wird...

TapForms (https://www.tapforms.com) kann man immerhin kostenlos testen. Bei Ninox warte ich seit Jahren auf eine Demo - ich kaufe nicht die Katze im Sack.

4D.com gibts auch noch, aber ich weiß nicht, inwiefern 4D überhaupt noch relevant ist. Von 4D hört man rein gar nichts mehr.

4D gibt es noch, ist für mein Verständnis umständlich und richtet sich ausschließlich an Profis. Auch preislich.

Ninox hat ein Demo auf der Homepage, da musst du dich anmelden und kannst dann 30 Tage testen.

Die Datenbank in LibreOffice läuft (lief?) leider nicht auf dem iPad, was für meine Zwecke aber wichtig ist, ich brauche beide Plattformen parallel. Ninox kann das, soweit ich weiß.

TapForms ist leider für annähernd professionellen Einsatz gar nicht zu gebrauchen. Ich hatte das vor Ninox im Einsatz und bis heute gibt es Probleme mit dem Sync bei TapForms. Das äussert sich auch in vielen Einträgen im Forum von TapForms. Es ist ein echtes Problem dieser Software und das schon über viele Jahre.

Ich hab ja immer so meine Probleme damit, wenn ein bestimmtes Produkt so überschwänglich gelobt wird...

Meinst du Ninox und/oder meine Erfahrungen damit?

Ich kann es ja nicht schlecht schreiben wenn es gut ist. Nicht perfekt aber gut und auch zur Zeit ziemlich alternativlos für ernsthaften Datenbankeinsatz der auf Mac und iPad funktionieren soll. Es bleibt darüber nur Filemaker welches aber in weit höheren Sphären schwebt, teuer ist und deutlich komplexer.

Ninox hat Demos, für Android ist es kostenlos. Fürs iPhone auch aber diese Version kann man nicht wirklich ernst nehmen. Man kann sich auch im Ninox Forum einmal die Anwendungsbeispiele der verschiedenen User und Firmen ansehen. Da ist von Ein-Mann Buden bis grossen Firmen mittlerweile alles dabei. Tatsächlich kann man sich mit Ninox nahezu alles bauen was eine Firma im täglichen Alltag so benötigt.

Auch wichtig: Es funktioniert auch offline und synchronisiert sofort und fehlerfrei wenn wieder Netz da ist. Das ist im Aussendienst unbedingt erforderlich da nicht überall Netzverbindung vorhanden ist. Hier gerät TapForms z.B. regelmässig in chaotische Zustände.