Der freie Webeditor Bluefish – und weitere Tools

28. Juli 2021 20:44 Uhr - Planet2

Für den Fall, dass sich unter der Leserschaft jemand befindet, der/die Webseiten gestaltet, ein paar Links zu m.E. nützlichen Tools, die ein Adobe-Abo eventuell erübrigen.

Wohl nicht nur bei mir stand bei den Webeditoren anfangs Macromedia Dreamweaver als einsamer Fels in der Brandung, während die kostenlose Adobe GoLive CD von STRATO als Untersetzer für die Teetasse diente. Später, unter MacOS X lösten die HTML Editoren NVU und Kompozer, die aus dem Netscape Browser Bestandteil Composer hervorgingen, den proprietären Dreamweaver ab, den sich mittlerweile Adobe einverleibt hatte.

Deren Ablösung kam in Form von BlueGriffon, ebenso wie seine Ahnen ein WYSIWYG-Editor und ein Kind der NVU/Kompozer Familie, der am 14. Oktober 2019 sein letztes Update erhielt.

Es wurde also Zeit, sich nach Alternativen umzusehen. Bei der der Arbeit waren wir ein paar Jahre auf SUSE Linux und eines der interessantesten Programme außer GIMP und LO war Bluefish, ein Code Editor aus den Niederlanden, der neben X Programmiersprachen auch so vergleichsweise profane Dinge wie HTML und CSS beherrscht und für sämtliche Plattformen kostenlos erhältlich ist (FOSS).

Den wollte ich allen ans Herz legen, die vor etwas Code keine Scheu haben.
Die Seite hat kein SSL Zertifikat (was auf das Spendenaufkommen schließen lässt), also beherzt in FF 'weiter zur HTTP Seite' anklicken.
http://bluefish.openoffice.nl/index.html
Ich hatte zuerst die offizielle Version 2.2.12 und konnte damit nach kurzer Einarbeitung unter Mojave flüssig arbeiten, die aktuelle Beta 2.2.13 verwendet keine UI Elemente vom macOS und kommt aufgeräumter daher.
https://www.bennewitz.com/bluefish/stable/binaries/macosx/

Ideale Weggefährten sind Balthisar Tidy, die Mac-Version von Tidy HTML
https://github.com/balthisar

sowie die entsprechende Browsererweiterung HTML Validator für FF und Chromium
https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/html-validator/?utm_source=…

Last, but not least: https://www.w3schools.com/

Viel Spaß beim Entdecken!

Bei Fragen: https://metager.de

Danke für deine Mühe!

Auf dem Mac kann ich noch Sparkle für's Web-Design empfehlen - kostet zwar, ist aber ein Einmalkauf.

Meine ersten Schritte unternahm ich mit einer sparsamen code-basierten Software namens "World Wide Web Weaver"
https://tidbits.com/1995/12/04/world-wide-web-weaver-1-0/

Aber so richtig gut wurde es mit Dreamweaver 2.0, das es in einem Bundle zusammen mit BBEdit gab -- ein unglaubliches Combo, was den HTML-Quelltext herrlich mit Vorschau verknüpfte. Man konnte die Seiten wahlweise direkt im Source oder in der Vorschau bearbeiten. Seitdem wird alles immer schlechter ;-)

BBEdit nutze ich aber weiterhin und halte es aktuell, auch, um die Entwickler zu unterstützen -- immer noch ein unglaublich guter Editor, den sich jeder, der mit Quelltexten und Programmiersprachen beinahe jeglicher Art  zu tun hat, mal anschauen sollte.
http://www.barebones.com/products/bbedit/

Und immer noch eine gute Fundgrube ist die "Energie des Verstehens" selfhtml
https://wiki.selfhtml.org/wiki/Startseite

Und, da wir schon im Thema "Suchen und Finden" sind, schlage ich einen Suchassistenten vor, der wirklich mal -- gut ist (wobei ich auch die übrige Software aus diesem Haus wärmstens empfehlen kann. Das sprengt aber etwas den Rahmen)
https://www.devontechnologies.com/de/apps/devonagent

Devonagent war mir neu, aber wenn es nur halb so gut ist wie EasyFind von Devon, ist es einen Versuch wert.
Das Urgestein BBEdit liebe und nutze ich auch, in der freien Version schon hilfreich als Speicher von Codeschnipseln. Die 'Newcomer' SubEthaEdit und vor allem TextMate haben dessen kostenpflichtige Funktionen teilweise an Bord und sollen daher nicht unerwähnt bleiben.

Coole Liste. Danke! Bin immer schon der Hand-Coder gewesen und mit Smultron und BBEdit unterwegs. Diese Live-Preview ist schon Gold wert. Bei der Überarbeitung der eigenen Homepage habe ich lange nach einem geeignetem Aufbau gesucht. Ich wollte kein Joomla, Typo3 etc. mehr haben, weil mit das zu aufwändig ist für eine ziemlich statische Seite. Auch die ständigen Updates wegen Angriffen und Sicherheitslücken waren mir zu nervig. Also bin ich zum Flat File CMS namens "Pico" ( https://picocms.org ) gekommen, indem man die Seiten einfach per Markdown erzeugt in Plaintext-Ordnerstrukturen erzeugt. Backup per FTP/SSH, ohne die lästige MySQL-Datenbank mit ihren Verknüpfungen. Nur beim Erstellen der Templates (reines HTML/CSS) hatte ich wegen responsive Design auch mal kommerzielle Software angeschaut, aber nix Gutes gefunden. Womit arbeitet Ihr da aktuell? Hatte mal Coda und vor 20 Jahren das Adobe-Zeugs. (Hab's dann doch wieder von Hand geschrieben…)

sieht aber sehr interessant aus! Beim Lesen des Vergleichs Markdown/HTML fragte ich mich nur, wie bei Markdown das ALT-Attribut dargestellt wird.
Der Aufwand, eine dynamische Seite zu pflegen und sicher zu halten, wird von vielen unterschätzt. Leuten, die bisher mit WordPress gearbeitet haben, würde ich einen Blick auf Publii empfehlen, einen statischen Seitengenerator, der Open Source ist und sogar einfache WordPress-Seiten importieren kann. Es gibt 10 kostenlose Templates, die man wie bei Wordpress anpassen kann. Responsive 'Out-of-the-box' und ein heißer Tipp.
Für 'handgestricktes' responsive Design finde ich die Combo Bluefish und Firefox' Inspektor mit Tidy s.o. unschlagbar. Längere Textabschnitte mit vielen Umbrüchen (AGB/Datenschutz) tippe ich in BlueGriffon und kopiere den Quellcode in Bluefish.

Es wird in eckigen Klammern beigefügt: ![alt-text](imageurl). Das Styling obliegt dem CSS, welches man ja beliebig anpassen kann. Grundsätzlich lässt sich HTML-Code einfach an fast beliebiger Stelle einfach ins Markdown einfügen. Selbst spezielle Code-Blöcke sind möglich. Ich verwende z.B. so Markdown mit Mermaid für Diagramme auch auf der Website.

https://mermaid-js.github.io/mermaid/#/

Publii ist tatsächlich interessant. Ärgert mich fast, dass ich es nicht schon vorher gekannt habe. :-/

Für schnell zu erstellende responsive Seiten kann ich die kostenlose Version von Mobirise empfehlen. Da der Code in den wysiwyg-Blöcken bereits enthalten ist, muss man sich nicht damit herumschlagen, sondern kann sich eher auf die Gestaltung konzentrieren. Responsive Ansichten für iPad und iPhone sind integriert, Vorschau im Browser ebenfalls. Fotos posten, Videos einbinden etc. kein Problem. Hosten kann man direkt aus dem Programm oder man nimmt Cyberduck für einen kontrollierten ftp-Upload. 

Wer trotzdem selbst coden will, kann zusätzlich den kostenpflichtigen code-Editor abonnieren. 

Mit Markdown hatte ich mich noch nie beschäftigt, klingt aber sehr spannend! Verwendest Du dann ein Standard-CSS, oder schreibst Du das minimal Benötigte komplett vorher selbst?

@tonic
Ich habe Sparkle mal testweise geladen und wollte ein bestehendes Projekt damit öffnen, ohne Erfolg. Gibt es da einen Trick?

@macker
Danke für Tipp! Ich hatte schon früher mal einen Versuch damit gemacht. Voll responsive, aber mit wenig Möglichkeiten zum Feintuning über das GUI. Der Trick ist wohl, das Template vorher 'extern' zu modifizieren. Die haben auch ein schickes Diashow-Programm, das ohne JavaScript auskommt, nur mit CSS: CSS Slider. Kostet aber 70€. Und ich steige ehrlich gesagt aus, wenn jemand schon beim Download meine E-Mail-Adresse möchte. Hier knallten die Korken, als DigiKam die selbe responsive Diashow-Funktion als PlugIn implementierte – für umme...

… kann ich nur empfehlen. Grade, wenn man konsistent über viele Seiten einen einheitlichen Schriftstil haben will. Ich hab mir das CSS von Github geklaut und leicht verändert. Selbiges nutze ich dann auch in DevonThink und MailMate. Es gibt noch ein paar mehr schöne Erweiterungen a la Mermaid.

@macker: Danke für den Tipp. Hatte ich auch früher schon mal angetestet. Damals war's aber noch Beta. Bei der Suche bin ich jetzt noch über "Blocs" und "Pinegrow" gestolpert. Vor allem Blocs hat inzwischen einen sehr guten Ruf, wie mir scheint. Werde auch das nochmal testen. Gebe auch gerne Geld aus für gute Arbeit. Von daher ist der Preis hier völlig okay. Mich gefällt vor allem, wenn ein Entwickler über die Jahre bei seinem Preismodell bleibt, statt plötzlich abo-gierig zu werden.

stammt noch von der Mozilla Application Suite, aus der auch NVU und Kompozer hervorgingen. Er kann leider (noch?) kein HTML5, was man sieht, wenn man in den Tab 'HTML-Tags' wechselt. Zum Beispiel ein figure wird als Fragezeichen dargestellt. Editiert man im WYSIWYG-Modus, werden Textformatierungen als Inline-CSS geschrieben, was für HTML-Mails nützlich sein kann und vermutlich der Hauptzweck von Composer ist.

@awado
Nochmal danke für die Infos zu Markdown!