Fritz!Box + Festplatte als Ersatz für Time Capsule?

08. Juni 2020 23:07 Uhr - fruchtsaft

Guten Abend!

Wäre o. g. Kombination denkbar als Ersatz für das langsam schwächelnde Time Capsule? Für Backups mit Time Machine?

Vorteil wäre, dass eine Fritz!Box schon hier ist.

Danke!

das ist eine gute Lösung. Die externe Festplatte kann man  per USB anbinden oder auch mit Ethernet einbinden. Ich habe letzteres gewählt, bietet sowohl einen großen lokalen Speicher für Time Machine als auch eine eigene Cloud auf der externen Disk,  beide Portionen natürlich getrennt (das Backup nicht in der Cloud). 

(Du meinst sicher USB)

Eine konkrete Frage: Kann denn die Fritz!Box überhaupt das von Time Machine benötigte Format HFS+ "verstehen" bzw. erkennen?

Mit welcher Performance kann ich rechnen im Vergleich zum Anschluss per USB direkt an den Mac?

Die Idee ist eben, ein zentrales Backup-Volume für mehrere Macs zu haben an der Fritz!Box.

Eine Festplatte mit Ethernet habe ich leider nicht...

und der Weg über die FritzBox sollten eigentlich keine merkliche Verzögerung gegenüber dem Direktanschluss am Mac aufweisen, falls da nicht irgendein alter langsamer Port oder Kabel dazwischen ist. Etwas zögerlicher kann es werden, wenn auf dem Mac APFS läuft und für das Backup erst in HFS+ umformatiert wird.

Es ist mir neu, dass eine Fritzbox eine per Ethernet eingebundene Platte übernimmt. (Dann war das keine "Platte", sondern ein selbständiges NAS, meines Erachtens. Eine komplett andere Installation.) Schliesst man eine per USB an, kann man sie mit Windows-Formatierung daran nutzen und auch im Netz zur Verfügung stellen. Der Mac kriegt von der Formatierung erst mal gar nichts mit. Damit er dann die Fritzbox als Time Machine Ziel erkennt, müsste die FB allerdings die Platte in Form eines Time Machine Dienstes (nicht nur als Freigabe) im Netz zur Verfügung stellen und das kann sie m.E. nicht. Man muss also tricksen und dann wird's ggf. instabil. Ich kenn aber nicht die allerneuesten Highend-Fritzboxen, vielleicht sieht es da anders aus. 

die Ausgangslage war Time Capsule ersetzen, die man ja auch als NAS einsetzen kann. Insofern meinte ich schon eine gleichwertige externe "Platte", die NAS-fähig ist. Sorry, falls das unklar blieb.

Kein Problem. Schau Dir mal die Einsteigermodelle von Synology an. Ich find die immer noch sehr interessant für Heimanwender. Kosten einen Bruchteil einer Time Capsule, können ein Vielfaches, sind halt nicht so schick im Design, aber funktionieren wenigstens und sind so gemacht, dass man auch eine defekt Platte ohne Physikdiplom tauschen kann. Wenn dann nun eeeendlich das neue System von Synology erscheint, sollten auch die ganzen veralteten Pakete verschwunden sein, die momentan noch ausgeliefert werden.

ist die Belastbarkeit in der Alltagsnutzung. Ich nehm jetzt fast schon lieber einen alten iMac - da ist mir noch nie etwas an Daten verloren gegangen, während mein Verschleiß an den externen Dingern bei 3 bis 4 pro Nutzungszyklus eines Mac liegt. Hardware-Totalausfall - nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine bedenkliche Schwachstelle in der Datensicherung.

Wäre es dir möglich uns interessierten Nicht-Auskennern Schritt für Schritt zu erklären wie man das mit der Fritzbox und einem NAS anstellt, Backups des Mac und eine Art Heim-Cloud zu erzeugen?
Ich bin noch immer recht skeptisch Clouddienstleistern gegenüber.

Awado, guter Mann, das wäre doch fein. 

Kann ich gerne machen. Allerdings ist es an sich kein Hexenwerk. Ich vermute mal, dass halt einiges an Verwirrung besteht, was denn nun welches Gerät machen soll/kann/muss. Die Time Capsule war "fast" alles in einem und jetzt sind es einzelne Geräte. Daher: Die Fritzbox muss hier nur den Router (Ethernet, WLAN, Internet) machen. Es kann also auch jeder andere Router sein. Ein NAS ist dann eine "Netzwerkfestplatte", die im Netz der Fritzbox hängt und vom Mac erreicht werden kann. Damit man Time Machine Backups schreiben kann, muss das NAS zum einen grundsätzlich Dateifreigaben (SMB oder AFP) anbieten und zum anderen den Time Machine Dienst als zusätzliche Eigenschaft für eine der Dateifreigaben anbieten. So sieht ein Mac in den Systemeinstellungen diese eine Freigabe als Time Machine Ziel. Das würde mit einer USB-Platte an der Fritzbox nicht funktionieren.

Man schliesst also an der Fritzbox das NAS an, erstellt darin eine Freigabe und gibt sie als Time Machine Ziel an. Am Mac geht man dann in die Systemeinstellungen auf "Time Machine" und wählt diese Freigabe aus. I.d.R. muss man am NAS dafür einen eigenen Benutzer definieren, dessen Zugangsdaten man dann am Mac eingibt. Danach sollte das Backup laufen. Ggf. kann man noch Größenbeschränkungen für diese Dateifreigabe definieren, damit sie nicht das ganze NAS zumacht.

Nun ist das allerdings keine "Cloud". (Der Begriff ist irgendwie eh recht schwammig.) Man kann diese Backups nur schreiben lassen, wenn man im eigenen Netz ist, nicht von aussen. 

Ein sehr viel einfacheres Setup hat man, wenn man eine USB- oder Thunderbolt-Platte direkt an den Mac hängt. Da laufen halt die Backups nur dann, wenn sie auch wirklich dran hängt. Während sie mit NAS automatisch stündlich laufen.

...nach der eigenen Cloud.

Kann ich denn auf das NAS auch mit anderen Geräten, wie iPad, iPhone aus der Ferne etc.pp zugreifen?
Rechnungen, Bilder, Musik, Filme oder andere Dateien, die ich beispielsweise dort zentral und nicht auf dem Mac hinterlegt habe und die eben auch von anderen Geräten (nicht nur dem Mac) gelesene werden können.

Hängt aber stets von der Software ab, die für das NAS angeboten wird und wie weit man einen Offline-Zustand auch braucht. Synology wollte schon seit Anfang des Jahres ein runderneuertes System rausbringen und hat es bis jetzt nicht geschafft, obwohl etliche Komponenten schon nicht mehr gescheit funktionieren. Bei QNAP bin ich nicht so der Fachmann. War mir zu viel Bastelei. Das sind die Platzhirsche am Markt. Buffalo ist eine Katastrophe, NetGear leider auch. Den Rest kenne ich nicht oder nur wenig.

Gut, dann werde ich mal Synology mal im Hinterkopf behalten und schauen ob es in naher Zukunft Neuigkeiten in Richtung Systemrunderneuerung gibt. Dankeschön nochmals, für deine Antwortbereitschaft und Hilfe. 👍

Ehrlich gesagt, ich hab's noch nicht ausprobiert. Es ist theoretisch möglich, Time Machine auf ein beliebiges Netzwerkspeicherziel schreiben zu lassen. Allerdings hat eine ordentliche Time Machine Freigabe noch ein paar besondere Eigenschaften. Unter anderem: Es wird ein separater Benutzer verwendet, um Benutzerdaten von Backups zu trennen. Dann gibt es Größenbeschränkungen, sonst würde das Backup den kompletten Platz einnehmen. Und Time Maschine Freigaben werden automatisch an- und abgemeldet, somit wäre dann das Fritz!NAS evtl. auch plötzlich weg.