Kann man den iMac farbverbindlich kalibrieren?

21. Feb 2018 14:42 Uhr - ollo

Moin,

die Frage ist gestellt. Geht das, und wenn ja mit welchem Tool geht es am besten? Ich benötige die Kalibrierung für die Bildbearbeitung, um im Druck möglichst genaue Ergebnisse  zu erzielen.

Das Problem ist, das mein Pro uralt ist, der Mac Mini immer noch nicht aktualisiert wurde und es außer dem iMac keine halbwegs aktuelle Hardware von Apple gibt. Meinen kalibrierbaren Quato-Monitor kann ich aus Platzgründen nicht an den iMac anschließen. Es bleibt also nur ein neuer iMac oder eben ein neuer aber veralteter Mac Mini.

Danke für eure Hilfe.

Ich habe ein 27" TB-Monitor, also quasi iMac ohne Computer. Kalibriert mit Hausmitteln, also dem ColorSync-Kram in den Systemeinstellungen. Seit ein paar Jahren arbeite ich mit einigen Druckereien zusammen, die mir ein Druckerprofil für ihre Maschinen zur Verfügung stellen, dass wird dann mit in die PDFs integriert. Die Ergebnisse stimmen durchweg mit der Bildschirmdarstellung überein. Wenn mir das vor 15 Jahren jemand erzählt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. So lange hatte ich an superteuren hardwarekalibrierten ColorEdge-Eizos gearbeitet.

Eigentlich überschreiben die Druckvorstufen in den Druckereien alle eingebetteten Profile... macht auch Sinn, da niemand je nach Druckerei den Workflow ändert. Ausgabesicherheit von RGB auf CMYK ist m. E. immer noch Wunschdenken, allerdings sind die Toleranzen geringer geworden. Nimmt man den Vorlaufbogen an der Maschine ab, zeigen sich dennoch beachtliche Abweichungen.

@Uli: Du kannst mich gerne korrigieren, ich lerne (hoffentlich) immer noch dazu

Jein. Man kann bei Druckereien heutzutage auch mit RGB ankommen, dann wird alles in einem Abwasch separiert. Wenn man nun kleine Fonts und dünne Striche in Schwarz nun doch lieber mit 100%k anstatt einem 4c-Gemisch ausgeben möchte, sollte man doch lieber in CMYK arbeiten - die Druckerei korrigiert dann noch den tatsächlichen Farbauftrag. Bei den Billigdruckereien, mit denen ich arbeiten, gibt es bei manchen Auftraggebern dann doch Katastrophen. Deshalb übernehme ich gern die Sache mit dem Profil vor der Dateianlieferung. Den von Dir beschriebenen Workflow kenne ich auch -  als Mitarbeiter eines mittelständischen Grafikunternehmen mit hohem Output und festen Produzenten (und teuren Eizos). Das ist einfach eine andere Nummer.

... oder wir reden aneinander vorbei. Natürlich arbeite ich in CMYK, profiliere die Ausgabe in InDesign oder Quark respektive Distiller nach Druckerei (in der Regel ISO V2...). ABER: Du schreibst, dass Dir die Druckereien Ausgabeprofile liefern, keine Profile für die Monitorkalibrierung... wie willst Du also ohne Hardware-Kalibrierung nur mit Bordmitteln ein übereinstimmendes Ergebnis reproduzieren? Dennoch: ich bin gerne lernfähig ;-)

Und die Fortdruckabnahme ist ja etwas aus der Mode gekommen, ich fahre für ein paar Euro auch nicht von Wiesbaden nach Backnang...

Ich verstehe jetzt nicht, warum mir der Drucker Monitorprofile zurVerfügung stellen soll. Woher soll er einen Monitor kennen? Schnittstelle ist immer die Druckdatei. Und die Kalli-Hardware ist links und rechts in meinen Schädel eingelötet → Augen. 

also ich arbeite seit jahren mit dem imac und hab in
den letzten jahrzehnte sicher tausende druckaufträge rausgegeben
mir reicht die werksseitige einstellung obwohl wir hier ein spyder haben

das ganze kalibrieren bringt inhouse villeicht etwas
sobald das pdf in einer modernen druckerei eintrifft
wird alles auf deren standard berechnet

antiquierte läden wollen mimmer noch cymk daten
- finger weg - alle stocks sind mittlerweile rgb

hier wird bunt gemischt rgb & cymk
macht gar nix
selbst unser bizhub liefert ne qualität wie aus der druckerei
 

also kallibrieren bringt meiner meinung nach nicht viel am imac
man überprüft farben am besten mit einem proof oder andruck
oder hats halt im gefühl

 

"Ich verstehe jetzt nicht, warum mir der Drucker Monitorprofile zurVerfügung stellen soll. Woher soll er einen Monitor kennen? Schnittstelle ist immer die Druckdatei."
Yep, genau deswegen kalibriert man ja einen Monitor. Die Profile richten sich nach dem Druckausgabegerät, in der Regel halt die ISO-Profile. Die Druckerei stellt die nur aus Nettigkeit zur Verfügung, aber nicht speziell für deinen Monitor.

"Und die Kalli-Hardware ist links und rechts in meinen Schädel eingelötet → Augen."
Was dir nichts nützt, wenn der Monitor Märchen erzählt. Ich habe dadurch vor vielen jahren einen großen Kunden verloren, das war nicht lustig.

"man überprüft farben am besten mit einem proof oder andruck oder hats halt im gefühl"
Bei kleineren Aufträgen bezahlt dir niemand einen Proof, die Zeiten sind vorbei.

Was ich aber als Essenz hier rauslese ist, dass sich die Monitorqualität in den letzten Jahren scheinbar deutlich verbessert hat. Vor acht, neun Jahren hätte ich für die Bildbearbeitung keinen iMac nehmen können.

Interessante Kommentare, teilweise mit meiner 25jährigen Berufserfahrung identisch, teilweise für mich so nicht nachvollziehbar:

Kalibrierung erfolgt immer über Eingabe-, Betrachtungs- und Ausgabegerät. Wenn ich eine möglichst exakte optische Wahrnehmung am Monitor haben möchte, was das Ausgabegerät (in dem Fall die Druckmaschine) erzeugt, müsste der Monitor entsprechend kalibriert werden, theoretisch sogar nach verwendetem Papier.

Trotz meines Alters hat es übrigens nichts mit „antiquiert, Finger weg“ zu tun, wenn man Druckerzeugnisse in CMYK aufbereitet, denn DAS ist der verfügbare Farbraum, NICHT RGB... und Kunden verliert man tatsächlich, wenn man ihnen strahlende und bunteste Bilder im PDF präsentiert, die im Druck absuppen. Daher: Finger ran ;-)))

„Im Gefühl haben“? Wow, dazu fällt mir ehrlich gesagt gerade nichts ein, außer vielleicht Erfahrungswerte: wie Hauttöne, weiße oder graue Flächen, schmutzige oder saubere Farben definiert sein sollten, damit sie im Druck ordentlich wiedergegeben werden. Geschätzte 80% aller angelieferten Bilddaten, auch von den ganzen Stock-Seiten, verdienen eine Nachbearbeitung. Aber vielleicht liegen ja die Qualitätsansprüche auf unterschiedlichen Levels... und der Kunde ist dann weg, wenn seine (berechtigten) Ansprüche höher als die eigenen liegen (@ollo: bezieht sich nicht auf Dich)

Daran gibt es inzwischen nur noch wenig auszusetzen. Die Qualität hat sich seit Beginn des Jahrzehnts signifikant verbessert (Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Farbraum...).

Das Hauptproblem ist allerdings IMHO der Trend hin zu sehr hohen Auflösungen. 4K in 21,5"? Muss das sein? Auch mit 5K in 27" kann sich nicht jeder anfreunden.

Dazu verbaut Apple immer noch relativ schwache GraKas in den Retina-iMacs.

Aus diesem Grund wäre ein endlich aktualisierter Mac mini, an dem man x-beliebige Monitore nutzen kann, so verdammt wichtig.

...das Motherboard des 15" MBP passt locker in einen Mac mini, ergo auch eine Radeon 560/570. Abgesehen davon gibts brandneue Kombi-Chips Core i5/i7 mit integrierter Radeon (stärker als 560/570).

Quad Core Mac mini mit Radeon 560/570, Thunderbolt 3, 4x USB 3, HDMI, Ethernet, SSD bis 2 TB und alle wären glücklich.

Aber Apple hat es ja nicht nötig. Warum auch ein Produkt anbieten, dass sich locker paar Millionen Mal verkaufen würde (ja, das behaupte ich mal so dreist, weil weltweit überall Leute einen neuen Mini fordern! und das seit Jahren).

Lieber bauen sie Kliniken für ihre Mitarbeiter, produzieren TV-Serien, testen selbstfahrende Autos, machen Umweltschutz und Sozialpolitik und andere tolle Dinge. Erde an Apple...