Schriftenwüste Big Sur

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18. Jan. 2021 21:51 Uhr - Klaus29

Versuche gerade auf Big Sur umzusteigen. Als Gestalter arbeite ich viel mit Schriften. Jetzt habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, unter Big Sur die Schriften aus dem System>Library>Fonts zu entfernen. Ich bin nicht berechtigt, Schriften aus dem Ordner zu entfernen (als Admin) und auch mit der Schriftensammlung geht es nicht. Die Schriften sind nicht deaktivierbar. 

Was kann ich machen, dass außer den Systemschriften nur noch meine Wunschschriften geladen werden? Oder muss ich wirklich mit 72 Standardfonts und 283 Supplementals leben. Da macht das Aussuchen von Fonts wirklich keinen Spass mehr.

Wenn ich tief im System wurschteln möchte, starte ich extern und beartbeite das eigentlliche System wie eine normale Festplatte. Aber vielleicht geht dies auch schon nicht mehr ?!? Da man auf diese Weise sehr viel kaputt machen kann, empfehle ich diese Option aber ausdrücklich NICHT(!!!) und übernehme keine Verantwortung dafür, wenn Dein Rechner hinterher gar nicht mehr hochfährt.

Früher gab es mal ein nettes Tool namens XFontMenus oder so ähnlich. Das war nicht billig, und wurde relativ schnell wieder eingestampft, weil der Hersteller mit den immer jeweils tiefgreifenden Sytemupdates (Panther, Tiger, Leopold ..) nicht hinterher kam.

Eigentlich sollte sich Apple selber mal mit dieser Problematik beschäftigen. Ich denke, überall auf der Welt ärgern sich die User mit dieser unschönen Eigenart herum. Die Schriften-Vielfalt ist wohl deshalb notwendig, weil macOS nun mal ein multilinguales System ist.

warum entfernen? Das macht später nur Probleme. Einfach eigene Favoriten festlegen und die anderen sind dann verborgen.

 

Danke für die Tipps, habe heute auch getestet. Bei den Apple-Programmen funktioniert es wirklich teilweise. Ich kann im TextEdit die Schriften nach Sammlung auswählen. Dies geht aber nur im schwebenden Schriftfenster, sonst nicht. Und bei Indesign konnte ich keine derartige Funktion finden. Gibt es hierzu einen Tipp?

Unschön ist übrigens auch, dass ich die Schriften von Apple verwenden soll. Teilweise sind es unvollständige Schriftfamilien oder andere Schnitte, so dass eine sichere Änderung nur bedingt möglich ist. 

Also, was mache ich im Adobe CC. Gehe ich über Schriftart, dann könnte ich verzweifeln. Und deaktivieren lassen sich keine Schriften mehr!

Schini

installiert seine eigenen Schriften, die Du mit dem Kauf des Programmes lizenzrechtlich nutzen darfst. Die Schriften von Apple muss Du natürlich nicht verwenden. Wenn Du andere bevorzugst, kannst Du die Lizenz von Drittanbietern erwerben (u.a. bei Adobe kaufen), sie installieren (siehe z.B. Anleitung von Adobe) und alternativ nutzen. Das Appleangebot ist lediglich frei und vorinstalliert.

TextEdit zeigt in der Menüleiste über dem Text (nicht im Hauptmenü), die aktuelle Schrift. Darauf klicken, es finden sich in einer langen Liste zuerst kürzlich benutzte Schriften, dann Favoriten, dann ein Link zum Schriftfenster, danach die ganze Latte. Damit kann man auch ohne das besagt Schriftfenster wechseln. Oder einfach ersten Buchtaben tippen, wie H, dann springt es zum ersten H, z.B. Helvetica.

@Nachtfalke: Dankesehr für die superhilfreichen Hinweise! Ich bin auch immer genervt vom kilometerlangen Schriften-Popup-Menü und habe jetzt einiges deaktiviert. Leider kann man die endlose Vielzahl asiatischer Systemschriften nicht deaktivieren. Das würde schonmal wesentlich mehr Übersichtlichkeit bringen.

Noch einer, der mit dieser Schriftenwüste kämpft. Wie geschrieben, habe ich in TextEdit eine Möglichkeit gefunden, mit Sammlungen eine „Unterdrückung“ nicht benötigter Schriften zu finden, aber bei Adobe ist man eigentlich arbeitsunfähig. Es muss doch eine Möglichkeit geben, weitere Schriften zu löschen oder zu deaktivieren. 

Es wäre ja auch schon hilfreich, wenn wir in den Arbeitsprogrammen, z. B. Adobe CC die nicht arbeitsnotwendigen Schriften ausblenden könnten.

Ich habe mal gezählt. Im Indesign muss ich immer durch 189 nicht benötigten Schriften scrollen. Es muss doch jemanden geben, der eine Lösung weiß.

Schini

Noch einer, der mit dieser Schriftenwüste kämpft. Wie geschrieben, habe ich in TextEdit eine Möglichkeit gefunden, mit Sammlungen eine „Unterdrückung“ nicht benötigter Schriften zu finden, aber bei Adobe ist man eigentlich arbeitsunfähig. Es muss doch eine Möglichkeit geben, weitere Schriften zu löschen oder zu deaktivieren. 

Es wäre ja auch schon hilfreich, wenn wir in den Arbeitsprogrammen, z. B. Adobe CC die nicht arbeitsnotwendigen Schriften ausblenden könnten.

Ich habe mal gezählt. Im Indesign muss ich immer durch 189 nicht benötigten Schriften scrollen. Es muss doch jemanden geben, der eine Lösung weiß.

Schini

Das einzige mir bekannte Programm, bei dem man auch Apples großzügige Beglückung mit asiatischen Systemschriften ausblenden kann und bei dem es möglich ist, sich nur die häufig verwendeten Schriften anzeigen zu lassen, nennt sich Scribus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Scribus

In QuarkXPress der selbe Blödsinn … Unter Mojave ist es schon sehr lästig, höchst unangenehm, dass es unter BigSur noch schlimmer wird. Der Anteil an (für mich) überflüssigen Systemschriften ist riesig, die sollte man wirklich ausblenden können (asiatische etc.). Offenbar interessiert man sich bei Apple (und anderswo) nicht mehr für Berufsgruppen aus dem grafischen Bereich, und die Webnerds (sorry) scheint das nicht zu stören, da die meist mit Google-Schriften arbeiten.

Hat jemand mit Fontmanagern Erfahrung in Bezug auf Systemschriften? Meine sind sicherlich zu alt.
https://www.designerinaction.de/typografie/font-manager-schriftarten-ve…

Hat jemand mit Fontmanagern Erfahrung in Bezug auf Systemschriften?

Sicher, früher habe ich viel mit SuitcaseX gearbeitet, bis ich gemerkt habe, dass ein paar Ordner mit projektbezogenen Schriftgruppen den selben Zweck erfüllen. Dabei geht es aber nicht darum, Systemfonts auszublenden. Obiges Tool um das Font-Menü einfach in Grupen (Sans, Serif, Head-, Schreib-, Schmuck- und Systemschriften) war eine perfekte Hilfe, aber wie gesagt ..... ist einige Jahre her. Damals hatte Mac Gadget noch das alte Design ^^

Das Adobe in dieser Hinsicht nichts gebacken bekommt, soll schon was heißen.

Da fällt mir noch Font Explorer X ein.

Ansonsten einfach Adobe aufgeben (zumindest testweise probieren) und sich Affinity zuwenden - gibt es gerade wieder mit 50% Nachlass.

Auch in den Schriftenmenüs der Affinity-Produkte sind die Apple Systemschriften zu sehen.

Auf jeden Fall unbedingt erst die Demos probieren. Wer z.B. die Scripting-Fähigkeiten von InDesign bzw. die Aktionen von Photoshop regelmäßig nutzt, wird über den Vergleich Adobe - Affinity gelinde gesagt nur den Kopf schütteln können.

Bei Affinity-Programmen kann ich in der Zeichensatzliste Favoriten kennzeichnen und dann diese Favoriten als Zeichensatzliste anzeigen lassen (programmbezogen).

Ausserdem kann man sich eine Zeichenpalette anzeigen lassen und da auf die Sammlungen aus der Schriftverwaltung von Apple zugreifen.

In LibreOffice wird ein Weg analog Scribus diskutiert und kommt hoffentlich bald.

Hoffentlich nehmen die LibreOffice Macher das wörtlich und integrieren erstens wieder die Unterstützung von Postscript Schriften und machen sich zweitens mit der Existenz von so Teufelskram wie Schriftschnitten vertraut. Aber ich hatte meine Spende ja an keine Bedingungen geknüpft... ;)
Was mir an LO gefällt, ist die Listung der kürzlich verwendeten Fonts im Schriftenmenü.

Danke für den Tipp mit den Favoriten! Hatte zuvor wirklich die drei Affinity-Demos geladen und getestet und kam zu dem Schluss, dass ich Scribus, Inkscape und GIMP demnächst etwas Geld rüberwachsen lasse und denen etwas mehr Zeit widme. Was nebenbei den Vorteil hat, die laufen nicht nur auf unseren zunehmend 'verdongleten' Kisten.

Postscript Zeichensätze gehen in Big Sur nicht mehr,

 Stimmt, warum eigentlich? Das wird noch richtig lustig, wenn ich da mal updaten muss. Da geht mir bestimmt die Häflte meiner Fonts flöten, alte Projekte werden unbrauchbar. Das macht das Arbeiten auch nicht leichter. 😭😡

... Apple das so entschieden hat. Aber nicht nur Apple. Microsoft ist schon vor 4 Jahren ausgestiegen, Adobe steigt wohl in naher Zukunft aus ... Unter Big Sur bleibt dir für die alten Projekte wohl nichts anderes als eine VM übrig.

Hier heißt es doch

"Du kannst jede Schrift, die auf deinem Mac nicht benötigt wird, entfernen. Wähle die entsprechende Schrift in der Schriftsammlung aus, und wähle anschließend "Ablage" > "Entfernen". Die Schrift wird aus der Schriftsammlung in den Papierkorb verschoben."

(https://support.apple.com/de-de/HT201749)

"macOS unterstützt Schriften des Typs TrueType (.ttf), Variable TrueType (.ttf), TrueType Collection (.ttc), OpenType (.otf) und OpenType Collection (.ttc). macOS Mojave unterstützt außerdem OpenType-SVG-Schriften.

Veraltete TrueType-Zeichensätze und PostScript Type 1 LWFN-Schriften funktionieren möglicherweise, werden jedoch nicht empfohlen."

Ein toller Hinweise. Dann doch bitte mal schauen. Unter Big Sur lassen sich 189 Zeichensätze nicht löschen und nicht deaktivieren. Einfach mal selbst probieren! Dies alles sind Schriften für ein internationales Betriebssystem. 

Schini

@bmonno
>Postscript Zeichensätze gehen in Big Sur nicht mehr [...]
Danke für den Hinweis! Beruhigende Nachricht für alle, die über die Jahre entsprechende Sammlungen erwarben, die nun Datenmüll sind.

@Bert
>Du kannst jede Schrift, die auf deinem Mac nicht benötigt wird, entfernen
Versuche bitte testweise einmal, in Schriftsammlung z.B. die Hiragino zu deaktivieren. Geht das bei Dir?

@ollo
>Da geht mir bestimmt die Häflte meiner Fonts flöten
Dito. Da hilft nur ein Upgrade des Arbeitsrechners mit RAM und SSD. Und dann ein Freeze auf der macOS Version mit der noch alles funktioniert, mit anschließendem Internetverbot in der FritzBox.

Fürs Internet geht auch ein PI für 100 Euro. Oder der alte 32bit Mini mit entsprechendem Linux.

Auf jeden Fall ein schönes Beispiel, wie ein paar Konzerne bestimmen, was sich wie lange oder überhaupt in unserem Besitz befindet.

Vielleicht ist die momentane Situation eine gute Gelegenheit, sich nach workarounds und Alternativen umzusehen.

Das hatte ich anders in Erinnerung.

Konstruktiver Vorschlag: Bug Reports aufmachen. Viele. Je mehr, desto eher wird das nach oben gespült.

versus Systemebene. Beide Bibliotheken haben Schriftsammlungen. Wie gesagt, die Systemebene lasse ich in Ruhe (geschützt, nicht ratsam diesen Schutz auszuschalten), meine Wahlfonts liegen in der lokalen Schriftsammlung im Benutzerordner. Meine Favoriten erscheinen in Textedit oder PDF Expert oben in der Auswahlliste über der ganzen restlichen Latte (schneller Zugriff, den Rest ignoriere ich). Adobe kann ich nicht sagen - mir allgemein zu umständlich. Ganz löschen finde ich nicht so gut, ab und an kommen einem doch Texte mit diesen Sonderfonts unter, auch wenn man sie selbst sonst nicht nutzt, und dann werden sie wenigstens korrekt dargestellt.

für den Tipp, Nachtfalke! Habe eben mal die Delicious mit Fontlab in TrueType konvertiert. In Quark und Scribus keine Probleme, in Programmen, die mit Schriftschnitten auf Kriegsfuß stehen wie LibreOffice muss der SmallCaps Schnitt in Schriftsammlung deaktiviert werden, sonst nimmt LO den anstatt der Regular...

In meinen aktiven Zeiten habe ich Mac-Postscript-Fonts mit Fontographer für Kollegen mit Windows-Rechner konvertiert, das ging ohne Probleme, wobei dies als Notlösung für Kundendateien eingesetzt wurde, nicht um große Schriften-Altbestände umzuwandeln.

Nutzerebene 

versus Systemebene. Beide Bibliotheken haben Schriftsammlungen. Wie gesagt, die Systemebene lasse ich in Ruhe (geschützt, nicht ratsam diesen Schutz auszuschalten), meine Wahlfonts liegen in der lokalen Schriftsammlung im Benutzerordner. Meine Favoriten erscheinen in Textedit oder PDF Expert oben in der Auswahlliste über der ganzen restlichen Latte (schneller Zugriff, den Rest ignoriere ich).

Interessanter Ansatz (Lieblingsfonts im Home-Ordner) - darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. Danke! 

Zumindest bis Mojave kann man die Fonts irgendwo liegen haben, ob im Ordner Dokumente oder auf einer externen Platte – sobald sie via Schriftsammlung aktiviert werden, landen sie im Ordner Library/Fonts, nicht in Benutzer/Library/Fonts. An System/Library/Fonts kommt man nur heran, wenn SIP deaktiviert ist. Deshalb existiert auch kein aktuelles Pendant zu AdobeTypeManager und seinen Nachfolgern. Es ergäbe nur Sinn, wenn SIP dauerhaft deaktiviert würde.

Die Schriften, die bei mir in Benutzer/Library/Fonts liegen, erscheinen in keinem gesonderten Menü, insofern ist der Ort wohl weniger wichtig. Auch die in TextEdit als Favorit markierten tauchen hier nirgendwo anders im Schnellzugriff auf, das muss ein Feature von TextEdit, Big Sur oder Adobe sein.

Fons reduzieren:
https://github.com/IngmarStein/Monolingual/releases
Dieses Programm entfernt die Sprachen auch einzeln aus jedem Programm (-pkg), , jahrelang super-gut !!
- nicht getestet auf macOS 11.x
=> Entwickler unterstützen?

Affinity D.:
- Probleme mit copy-paste bei SF-Fonts und SF-Symbols
- Probleme beim generieren von svgs gibt es Font-Salat (verschobene Buchstaben)

Gruss

A. Bonino

CH, Bern Umgebung

Ich habe Monolingual unter Big Sure getestet. Es hat funktioniert und am Schluß behauptet dass es 2,8 GB Speicherplatz eingespart hat. Die 323 Schriftschnitte sind allerdings noch da und lassen sich nach wie vor nicht löschen 😞

Moedi

Entfernt leider keine Schriften, sondern nur Sprachpakete und nicht benötigte Prozessorarchitekturen.

Hatte ich auch schon gemacht ;-(

Kann mir nicht vorstellen, dass dies Apple interessiert. 

Schini