Software - wie viele Abos habt ihr laufen?

14. Febr. 2020 23:32 Uhr - mayflower

Siehe Betreff, einfach mal so in die Runde gefragt, weil das Thema ja wieder hochkocht.

Bei mir:

Anwendungen: Office 365. Jahreslizenz für unter 40€. Da kann ich nicht meckern.

Und: World of Warcraft. Aber das ist ein Spiel und für mich ein intensiv betriebenes Hobby, für das es ständig neuen Content gibt. No Brainer.

Sonst nichts. Office brauche ich geschäftlich, das ist ein Must-Have (wegen 100% Dateikompatibilität mit Windows-Usern). Aber zu dem Preis fast geschenkt. Und es sind Cloud Dienste inbegriffen.

Ich betrachte Abos differenziert. Bei WoW und Office 365 ist es preislich absolut okay, da bekommt man fürs Geld einen riesigen Gegenwert in Form von leistungsfähiger Software und regelmäßigen Content.

Wenn ich jedoch für alle meine Einzel-Apps ein Abo abschließen müsste, würde mich dies einen hohen zweistelligen Euro-Betrag kosten. Pro Monat. Und das sehe ich absolut nicht ein.

Ich habe so meine Befürchtung, dass es mit den Abos jetzt erst richtig losgeht. Airmail und Fantastical sind zwei richtig bekannte Namen. Was kommt als nächstes? PDF Expert? Affinity? GraphicConverter? Little Snitch?

Ich weigere mich diese Abzocke zu unterstützen - und anstatt zB Office läuft bei  mir dann halt OpenOffice.

Und ich hoffe dass möglichst wenig Menschen Abos abschliessen - so dass sich dieser Unsinn totläuft!

Bei Apple habe ich für HomeSecure-Video ein Abo, wobei ich dort dann auch den Mehrwert eines höheren Cloudspeichers habe (den ich aktuell gar nicht nutze). Ansonsten versuche ich ebenso standhaft diesen Abo-Wahn nicht mitmachen zu müssen.

Ich zahle sehr gerne für eine App einen angemessenen Einmal-Preis, aber diese Abopest nervt auch mich gewaltig. Totlaufen (wie mein Vorredner hofft) wird sich diese Abopest wohl nicht, der Zug ist abgefahren.

 

Abo ist nicht gleich Abo. Wenn man es so macht wie Abodobe, dann ist ein Abo aus meiner Sicht abzulehnen. Zu Zeiten der CS6 gab es die verschiedenen Suiten (Design Standard und Premium, Web...). Da konnte sich zunächst jeder das passende raussuchen, denn nicht jeder braucht alle Abodobeprogramme. Ein weiterer Aspekt war, das mancher nicht jedes, sondern nur jedes zweite oder dritte update mitgemacht hat.  Und heute? Schließ ein Abo für die CC ab (geht zwar auch für einzelne Programme, aber die Preise sind so angelegt, das es sehr schnell geht, das man doch alles nimmt) und du zahlst für alles und bekommst jedes Update. Es gibt Menschen, für die das in Ordnung ist, aber für viele läuft es auf eine ganz massive Preiserhöhung hinaus. Die zahlen jetzt für Krempel, den sie nie im Leben nutzen und deshalb nicht mal installiert haben.

Wenn ein Abo hingegen so gestaltet ist, das das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, das die Kunden nicht das Gefühl bekommen, sie werden wie eine Zitrone ausgequetscht, dann kann die Bewertung schon ganz anders ausfallen. Hängt letzten Endes von den Details ab. Es ist einmal mehr wichtig, das es keine Monopole gibt, sondern eine gute Angebotsvielfalt, damit solche Extreme wie die CC sich nicht halten können.

 

Ich habe eine alte Creative Suite und steige langsam auf Serif um. Einige aktuellen CC-Bugs habe ich mir gerade von einem befreundeten Drucker demonstrieren lassen, als Argument das Mietsoftware der Softwarequalität dient, kann mir also auch keiner kommen.  Ähnliche Arroganz wie von Adobe erlebe ich auch bei Avid, auch der Support ist ähnlich hochnäsig, auch die denken sie wären alleine auf der Welt, und die Kunden sind alles Affen.

Wer als Kunde will, dass ich Mietsoftware benutze, muss sie mir auch zur Verfügung stellen, fertig.

Ich nutze Ulysses, kostet 30€ im Jahr (vergünstigt, weil Altkunde) und das ist OK: gepflegte Software, exzellenter Service.

Bei der Umstellung auf Abo habe ich mir ein Dutzend Markdown-Editoren genauer angeschaut und befunden, dass dieses Geld pro Jahr gut angelegt ist.

Ansonsten: Besondere Software für z.B. Mails würde ich nur dann benutzen, wenn ich die jeweiligen Features tatsächlich benötige - solange das nicht der Fall ist, stellt sich demnach die Frage nicht.  

Ich habe als ehemaliger eingefleischter Abo Gegner die Vernunft siegen lassen.

Da ich als Trainer im Bereich Audio tätig bin brauche ich u.a. Pro Tools. Die aktuelle Kaufversion kostet ca. 600 Euro und ist max. 1 Jahr aktuell. Heisst kommt neues MacOs steht man vor der Frage neues Os kostenlos installieren und 100-150 Euro jedes Jahr zu zahlen für ein aktuelles Pro Tools inkl. neuer Updates und aller Plugins oder alles beim alten lassen. Wird auch nicht viel besser wenn man statt 600 nur 300 Euro für die Dauerlizenz kauft als Trainer.

Jetzt kommt der spannende Teil. Ich zahle nun für Pro Tools EDU in der immer aktuellsten Version mit allen Plug ins und Service monatlich 8,83 Euro im Monat also 105,96 Euro im Jahr. Rechnet selber aus was ihr für günstiger haltet. Mittlerweile denke ich das Angebot muss gut sein, dann läuft Abo auch.

Das Argument dass man wenn man nicht weiter zahlt die Software auch nicht mehr nutzen kann stimmt - allerdings wenn man nicht jedes Jahr die Software Updates bezahlt und nicht jahrelang auf einem alten MacOs bleiben will - läuft die Software eben einfach nicht mehr. Auch wenn ich sie faktisch uneingeschränkt nutzen darf - gehört sie mir nicht. Und eine schöne Retailbox mit dicken Handbüchern und CD / DVD gibts schon lange nicht mehr.

So what.

 

 

Als Trainer wie auch Dienstleister (Druckerei u.ä.) kommt man nun mal nicht drumherum - die Preise für EDU-Software ist dann ja auch wirklich OK.

Ich nutze Software grundsätzlich nicht als Abo. Zwar hätte ich gerne das Adobe Creative Cloud Abo (Lightroom+Photoshop) und finde es mit 12 Euro im Monat eigentlich nicht zu teuer. Ich mache EBV jedoch nur etwa 1-2x im Monat und dafür ist es dann doch zu viel. Noch entscheidener ist jedoch, dass ich mich und die Nutzung meiner Fotodateien von Adobe abhängig machen würde und willkürlichen Preismodelländerungen praktisch völlig ausgeliefert wäre.

Andererseits ist es jedoch auch so, dass man einmal gekaufte Software zwar besitzt und solange nutzen kann, wie man möchte (womit deren Anbieter ja auch explizit werben). In der Praxis ist es aber doch so, dass man die Software auch immer wieder neu nachkaufen muss. Entweder, weil die eigene Version mit dem neuen macOS nicht läuft (ist mir mir Carbon Copy Cloner passiert) oder weil ein Update rauskommt, das mehr Stabilität und Funktionalität verspricht (in meinem Fall Luminar). So landet man eben auch beim Kauf von Software manchmal bei den Kosten, die ein Abomodell verursachen würde.

Was ich jedoch abonniere, sind Dienste – Spotify und Netflix.

Ich hatte mal Starmoney für Mac im Einsatz. Aber nach der Umstellung auf das Abomodell habe ich mich nach einer Alternative umgesehen und auch gefunden. Ich verwende jetzt MoneyMoney.

Weshalb sollte ich nur für die Bereitstellung einer lokalen, offline genutzten App eine monatliche Gebühr entrichten?

Und selbst iCloud-Anbindung ist kein Argument - diese Infrastruktur hält Apple vor und kostet den Developer keinen Cent.

Diese Abo-Seuche, das ist doch der Witz des Jahrzehnts.

Früher mussten sich die Developer richtig ins Zeug legen, um mit attraktiven Upgrades ihre Kunden zu überzeugen.

Heute wollen sie sich mit Abos ins gemachte Nest setzen.

Ich glaube inzwischen, dass die Shitstorms einkalkuliert sind. Es werden sich schon genug Leute finden, die darauf hereinfallen. Positive Bewertungen kann man problemlos lancieren - so what.

Den Ausführungen des Vorschreibers kann ich mich nur anschließen.

Ich zahle gerne für gute Software, lasse mich jedoch nicht abzocken.