iPad zum arbeiten sinnvoll nutzen

27. Nov. 2019 21:37 Uhr - awado

Wenn man in den Apple Store marschiert, wird einem das iPad als Wunder-Werkzeug verkauft. Nun hab ich mich mal hingesetzt und einen völlig realen Fall mit dem iPad Pro durchgespielt: Viele sinnlose Hürden und alles recht kompliziert, nix Wunder-Werkzeug! 

Ich habe Daten auf einem NAS (Synology), die ich unterwegs bearbeiten möchte. Unterwegs heisst, meistens per LTE online, machmal aber auch offline, weil kein Empfang. Daten sind sowohl Bilder als auch PDFs, die ich mit dem Stift bearbeiten/ausfüllen will. Alles einer einer recht mächtigen Ordnerstruktur abgelegt. Nutze ich die App "Dateien", kann ich beides prima bearbeiten, aber nicht synchron mit meinem NAS halten mangels Abgleichmöglichkeit. Apps wie "Goodreader" bieten zwar einen Sync, aber das Bearbeiten der beiden Dateitypen ist nicht besonders elegant dort. (Die Synology-Apps "DS Cloud" kann Sync, aber keine Bearbeitung. Die Synology-App "Drive" funktioniert nur online.) 

Das ist sicher kein weltfremdes Szenario. Wie löst Ihr das?

OK, ich habe wahrscheinlich ganz andere Ansprüche als du, awado - aber am Prinzip ändert das nichts.

Das iPad / iPadOS ist ziemlich fein abgestimmt auf ein bestimmtes Konzept. Folgt man diesem, geht alles, mit wunderbarer Leichtigkeit. Wenn nicht, dann nicht ...

Ich nutze das iPad mittlerweile als einzigen Rechner, weil ich meine Vorgänge an dieses Konzept schmerzfrei anpassen konnte - beispielsweise durch die Nutzung von iCloud und Apps, die damit richtig umgehen.

Nun, bei mir geht es zu 99% darum, Texte zu verfassen, und ein NAS war nie eine sinnvolle Option. iCloud erledigt die notwendigen Synchronisierungen, und alles ist (für mich) gut.

Wenn dein NAS (und deine Workflows) unabdingbar sind, wirst du das iPad wohl leider nicht ganz so universell einsetzen können wie ich - schade ... 

Für mich hat es sich gelohnt, die Frage umzuändern von ˋwie kann ich das Gewohnte genau so mit dem iPad machen ´ auf ˋwelche Möglichkeiten bietet das iPad, um meine *tatsächlichen* Bedürfnisse zu befriedigen ´. So habe ich beispielsweise genau keine Textdateien mehr, sondern eine App (Ulysses), die das Geschreibsel in einer Datenbank verwaltet, und bin damit sehr glücklich ...

 

 

Danke für Deine Antwort. Da geb ich Dir recht. Wenn man die iCloud nutzen mag/kann, dann klappt das Meiste natürlich. Nur darf und will ich die nicht nutzen: DSGVO. Somit fallen also auch andere Anbieter wie DropBox und Co flach. Genau deswegen steht auch das NAS da. Und spätestens, wenn mehrere Leute in einem Cloud-Speicher zusammenarbeiten müssen, ist iCloud unbrauchbar. iCloud schon und gut, aber geht halt in vielen Ländern nicht so einfach.

Was sollte das dann ändern? Wie ich schon geschrieben hatte, steht da ein NAS = eigener Cloud-Server.

Synology ist doch eine US-Firma? Jedes US-Unternehme muss auf Verlangen der US-Behörden cloud-Daten zugänglich machen und weitreichende Amtshilfe leisten. Das ist der sog. Cloud-Act, der im diametralem Gegensatz zu EU-Recht steht. Wo die Daten physikalisch liegen ist nach US-Recht unerheblich. Auch Daten in und aus Europa unterliegen dem Cloud-Act. Somit verstoßen alle internationalen Cloud-Dienste entweder gegen US-Recht oder EU-Recht. Sie können sich lediglich aussuchen gegen welches. 

Mein NAS hat eine Cloud-Partitition und einen Nicht-cloud-Speicher. Betreibe nicht mein ganzes NAS in der cloud. Da gibt es Bastellösungen, Mail-Regeln, Ordner Aktionen oder Shortcuts am iPhone. 

Bei Emails ist es doch auch so, sobald sie den eigenen Computer verlassen haben, darf der Service-Provider mitlesen, nur nicht auf dem eigenen Gerät. Gut, die NAS-Daten sind verschlüsselt, aber man kann und darf sie uU legal abgreifen.

Falls möglich, kann man sich mit dem Sender/Kunden evtl. auf einen sicheren Prozess der Deidntifikation verständigen, was Vorgaben unterliegt und daher auch in dessen Interesse liegt.

Aber wenn die Daten auf meinem NAS liegen und nur über meinen ROUTER zugänglich sind, dann ist es doch völlig irrelevant, wer das NAS hergestellt hat?! Ich nutz doch meine Cloud und nicht die eines Hersteller-Servers.

Ich bin kein iPad-Nutzer, weil mein MacBook Pro noch gut arbeitet. Solange ich kein neues Gerät brauche...

Wäre ownCloud eine Lösung? Du müsstest auf deinem NAS den eigenen ownCloud-Server einrichten und dann per ownCloud-App darauf zugreifen. Zumindest die App-Beschreibung lässt hoffen, dass du die Funktionalität haben solltest und die Daten bleiben auf deinem Server.

Erat seit 2018 gehört der Router in der EU dem Nutzer. International ist dies nicht selbtsverstädlich, da gehört der Router vielfach dem Anbieter. Damit kann ihn der Anbieter legal kontrollieren, ohne den Nutzer zu fragen. Ist also nicht immer so einfach mein oder Dein Router. Es gibt in D durchaus Gesetzesentwürfe, die EU-Routerverordnung zurückzunehmen. Bei gmail ist es so definiert, alles unterwegs im Netz gehört nicht Dir. Nachdem Du "send" gedrückt hast, gehört es nicht mehr Dir.  Daten vor der cloud ist einfach, gehören Dir. Daten, die in der Cloud selbst erzeugt oder dort auch nur bearbeitet wurden, ist nicht klar, wem die gehören. 

 Normal interessiert es wahrscheinlich keinen so genau, aber hin und wieder kommen knifflige Nachfragen vor.

Hab ich bereits getestet. Leider kann man da auch nicht in der App PDF und Bilder ausfüllen/bearbeiten. Über Dritt-Apps geht das zwar, wenn man von diesen auf den OwnCloud-Dateispeicherort zugreift, aber es ist meist ganz schön umständlich und teilweise entstehen dabei Duplikate. Im täglichen Workflow eher unbrauchbar.

Ist ein Ansatz, der davon ausgeht, dass ich und nicht der Cloudanbieter, dem ich wirklich nicht trauen kann, die Daten vrschlüssele. Ist das dann nicht DSGVO konform? Selbst verschlüsseln scheint eh die Zukunfg zu sein, denn eine ganze Reihe von Ländern hat Gesetze, die die Provider zur Herausgabe der Daten zwingen können. Das können sie nicht, wenn ich verschlüssele.

Was Du schreibst simmt, ist definitiv eine nervige Unbequemlichkeit bei der Arbeit mit dem iPad. Ich kenne den Fall auch gut. Musst aber fairerweise zugeben, dass das rein gar nix mit dem iPad zu tun hat, sondern damit, dass Synology keine anständige Software liefert. Seit "Dateien" und dem zugehörigen API hat Apple jedem Anbieter ja die Möglichkeit gegeben, solche Workflows zu bieten. Synology "DS File" oder "DS Cloud" müsste das jetzt nur noch entsprechend mit zwei-Wege-Sync umsetzen, und du hättest, was Du suchst!

Leider hab ich auch keinen besseren Weg, als die Sachen erst auf's iPad runterzuladen, dort zu bearbeiten und dann (wenn Netz vorhanden) wieder hochzuladen. Nicht schön...

 

Gut, so gesehen heb ich Dir recht. Wären die Synology Apps aktuell und brauchbar, wäre das Problem wohl gelöst. Allerdings mach ich mir da im Moment noch keine großen Hoffnungen, dass sich das bald ändert. Wäre also die Frage, was man stattdessen nutzen könnte.

... ist, von unterwegs DIREKT auf deinem NAS zu arbeiten, könntest Du Dir einen VPN-Zugang konfigurieren und dich direkt daheim einklinken. Dann kannst Du vermutlich einfach über eine SMB-Freigabe auf die Dateien zugreifen. Hab das aber noch nie probiert, stelle mir aber vor, dass "Dateien" das kann.

VPN ist ja dann kein Offline-Betrieb. Es sollte auch dann funktionieren, wenn kein Internet verfügbar ist, auf Baustellen und in Kellern z.B. 

... dann ist das auch nix.

Also doch DS cloud, dann hast du jedenfalls alles immer offline dabei, kannst es in GoodReader oder einer PDF-App Deiner Wahl öffnen und bearbeiten, und musst es dann eben nach der Bearbeitung von dort aus explizit wieder in DS cloud speichern. Zumindest sollte das dann im Hintergrund syncen, sobald DU wieder Netz hast. Was anderes fällt mir auch nicht ein...

… für die Anregungen. Ist halt etwas frustrierend, dieser Workflow. Und vor allem fehleranfällig wegen der Duplikaterzeugung. Ich hatte die Hoffnung, einer kennt eine gute App, die z.B. per WebDAV einen Offline-Sync erzeugt.