iPhone "drahtlos" laden - kein wirklicher Vorteil?

09. Juli 2021 21:53 Uhr - Ferdinand

Hallo,

ich habe mir diese Tage ein Qi Ladepad für mein iPhone gekauft, um es "drahtlos" zu laden, indem es einfach daraufgelegt wird. Diese Funktion wird ständig beworben, also wollte ich es selbst ausprobieren.

Ergebnis: Das Laden dauert 3x bis 4x so lange gegenüber Lightning/USB-C.

Mache ich irgend etwas falsch? Verstehe ich es nicht? Ist es nur ein Marketing Trick?

Ich sehe keinen Vorteil darin.

Ich "spare" mir also die 2 Sek. die es braucht, um das Lightning-Kabel ins iPhone zu stecken, und werde dann "belohnt", indem ich 3-4 mal so lange warten muss, bis der Akku voll ist.

Unter Fortschritt verstehe ich dann doch etwas anderes.

wie die im Detail ausfallen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Ladegeschwindigkeit unterscheidet sich bei den einzelnen Geräten, ineffizienter und langsamer als Kabel ist es allemal. Eine (dicke) Hülle macht die Sache auch nicht besser.

Bei den Kunden gibt es aber auch arge Grobmotoriker. Die brauchen erst ewig, bis sie das Kabel drin haben, später reissen sie es einfach raus, und das geht dann auf die Lebensdauer von Kabel und Buchse. Für die macht sowas gleich mehr Sinn.

Es ist mir klar, dass es verschiedene Geräte gibt. Das ändert an der Grundproblematik nichts: dass das Aufladen mit USB C einfach viel, viel schneller ist. Selbst MagSafe von Apple ist langsamer! Das ist der entscheidende Punkt.

Daher verstehe ich eben nicht den Hype um dieses "drahtlose" Laden. "Drahtlos" in Anführungszeichen, weil ja trotzdem ein Kabel von der Steckdose zum Pad führen muss. Und mit Hülle ist es nochmal um Faktor X langsamer.

Bei den Kunden gibt es aber auch arge Grobmotoriker. Die brauchen erst ewig, bis sie das Kabel drin haben, später reissen sie es einfach raus, und das geht dann auf die Lebensdauer von Kabel und Buchse. Für die macht sowas gleich mehr Sinn.

Danke! DAS ist wirklich ein guter Grund. Das hatte ich nicht bedacht.

Davon abgesehen bleibts für mich dabei: Unnütz, weil sehr langsam und zieht extra Kosten nach sich. Wenn das Thema irgendwann mal in die Nähe der Leistung von USB C kommt, kann man erneut darüber nachdenken.

auch da gibt es Unterschiede. Wenn jemand sein iPhone drahtlos lädt, und es kommt eine Nachricht oder ein Anruf rein und derjenige nimmt es deshalb in die Hand, dann wird das ohnehin langsame laden unterbrochen. Wird dagegen über ein Kabel geladen, dann läßt sich das iPhone so weit das Kabel reicht weiter benutzen ohne das laden unterbrechen zu müssen.

Vor längerer Zeit hab ich etwas gelesen, wonach an signifikant verbesserten Methoden zum drahtlosen Laden gearbeitet wird. Dafür braucht es kein Ladepad, sondern es wird an passender Stelle im Raum ein Gerät aufgestellt, und dann kann überall im Raum geladen werden. Damit ist das Stromtanken nicht mehr auf die paar Quadratzentimeter des Pads beschränkt. Wenn dann noch die Geschwindigkeit deutlich erhöht wird, dann könnte das eher interessant werden (bitte fragt mich nicht, wann das auf den Markt kommt). 

Aber derzeit sehe ich das wie @Ferdinand: Mehr Hype als Substanz.

Überall wird von Energiesparen geredet, aber das langsame drahtlose Laden vergeudet ca. 50% der Leistung. Mit Kabel kann man es, wie von Maculi richtig bemerkt, außerdem weiter benutzen.

Das hat Apple wohl nur gemacht, damit es auf dem Papier nicht hinter Samsung & Co. zurückfällt.

Das induktive Laden an sich – und auch die damit verbundene längere Ladezeit – ist aus meiner Sicht durchaus vertretbar, wenn man es gescheit einsetzt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nur gut funktioniert, wenn keine Hülle um das Gerät ist und die Ladestation einen gleichmässig hohen Ladestrom respektive eine stabile Ladespannung bereit stellt. An dieser Stelle sind schon alle USB betriebenen Geräte von Hause aus schwach besetzt. Am besten funktioniert bei mir Zuhause eine Leuchte mit einer induktiven Ablagefläche, die fest installiert ist. Die Vorteile sind ja schon erwähnt: keine Abnutzung der Buchse und des Kabels; einfache Nutzung; im Idealfall flotte Ladung. Ich bemängele ansonsten die gleichen Dinge wie die Vorredner. Ich denke aber auch, dass die Hersteller noch eine ganze Menge im Verbrauch optimieren können, damit die Dinger nicht ewig an die Ladung müssen. Apple Watch ist das beste Beispiel, wie es nicht sein soll. Konsequent am Verbraucher vorbei kosntruiert.