iPod an Mischpult anschließen

16. Febr. 2010 12:42 Uhr - Gast (nicht überprüft)

Hallo liebe Experten,
ich habe eine iPod (4GB) und habe ihn über den Kopfhörerausgang und einem Chinch-Adapter an ein Mischpult angeschlossen. Die Musikqualität war aber eher bescheiden, die CD-Player brachten einen wesentlichen klareren Ton. Trotz Runterregeln des Basses kam viel zu viel Bass an.

Kommt über den Dock-Connector etwas anderes an, als über den Kopfhörerausgang? Reicht dann ein Chinch-Adapter vom Dock-Connector oder brauche ich dazu eine Dockingstation mit entsprechendem Ausgang?

Vielen Dank!

Hallo,

ich habe einen iPod touch und ein iPhone. Beide schließe ich sowohl über den Kopfhörer-Ausgang als auch über den Dock-Connector ans Mischpult an, je nachdem, welches Kabel ich gerade dabei habe und konnte noch keinen Klangunterschied feststellen. Am iPod touch kann man mehrere EQ-Einstellungen vornehmen. Diese habe ich ausgeschaltet. Vielleicht gibt es so etwas bei Deinem iPod auch?

Im Allgemeinen ist die Klangqualität des iPods übrigens super. Ich benutze ihn als Tontechniker live, um Playbacks abzuspielen und nutze schon lange keinen CD-Player mehr.

[quote=mrsandman]Hallo liebe Experten,
ich habe eine iPod (4GB) und habe ihn über den Kopfhörerausgang und einem Chinch-Adapter an ein Mischpult angeschlossen. Die Musikqualität war aber eher bescheiden, die CD-Player brachten einen wesentlichen klareren Ton.[/quote]

Wenn Du von Deinem iPod ein destruktiv komprimiertes Audioformat wie mp3 – womöglich noch in einer niedrigen Rate (128 kBit/s) – abspielst, ist es kein Wunder, dass die (nicht komprimierten) 44,1 KHz / 16 bit vom CD-Player besser klingen.

Der Fairness halber müsstest Du schon eine (nicht komprimierte) WAV- oder AIF-File bzw. eine Apple-Lossless-File auf Deinem iPod zum Vergleich heranziehen.

HTH

R.

Hi,

es spielt hier keine Rolle ob MP3 oder AIFF oder Apple Lossless.
Sofern beim Konvertieren des MP3s nicht so ziemlich alles falsch gemacht wurde, ist der Unterschied beim Abspielen über eine PA (= Beschallungsanlage) nicht wahrnehmbar. Eine PA ist keine HIFI-Anlage und überhaupt nicht dazu gedacht, diese Feinheiten wiederzugeben. Hier kommt es auf einen möglichst hohen Wirkungsgrad an, d. h. möglichst viel Energie in Schallenergie pro Fläche umzuwandeln. Das ist nicht unter HIFI-Kriterien machbar und kein PA-Lautsprecher würde HIFI-Kriterien standhalten. Der Unterschied sollte also tatsächlich nicht hörbar sein. Außerdem spielt bei Beschallungen der Raum eine extrem große Rolle und hier gibt es keinen Wohnzimmer-Sound. Die Feinheiten wären höchstens mit einem guten Kopfhörer am Mischpult hörbar.

Das, was er beschrieben hat, liegt meiner Meinung nach eher an einer EQ-Einstellung am iPod, die für die starke Bass-Anhebung sorgt. Wie gesagt: Ich bin Tontechniker und verwende iPods schon seit langem als Zuspieler und das sowohl mit Lossless-Formaten als auch MP3. Die Klangqualität ist beim Abspielen über eine gute Beschallungsanlage über jeden Zweifel erhaben und bei Dock-Connector wie Kopfhörerausgang gleich gut.

Eine Idee hätte ich allerdings noch:

Jeder Kopfhörer-Ausgang hat eine bestimmte Impedanz und einen Bereich, in dem dieser gut arbeitet. Passt die Eingangs-Impedanz des Kopfhörers (oder des Mischpults) sowie des Kabels (jedes Kabel hat auch eine Impedanz) nicht dazu, so ändert sich der Klang und auch das Rauschverhalten (das kennt jeder, der mal über ein Y-Kabel zwei Kopfhörer unterschiedlicher Impedanz an den iPod gehängt hat. Beide klingen unterschiedlich und sind verschieden laut). Es könnte also auch daran liegen. Da der Dock-Connector über einen "richtigen" Line-Out, also mit Line-Pegel, verfügt, könnte das Problem tatsächlich, sofern es nicht an den EQ-Einstellungen lag, über diesen behoben werden. Das würde ich an Deiner Stelle noch einmal austesten.

Viele Grüße,

Markus

[quote=Amaros]Hi,
es spielt hier keine Rolle ob MP3 oder AIFF oder Apple Lossless.[/quote]

Naja... das könnte durchaus der Fall sein und n schlechtes mp3 hört man auch auf ner guten PA im Vergleich zur CD. Auf ner Billigen weiss ich nicht... je nachdem.
Aber es könnte auch sein dass die Eingänge des Mixers zu niederohmig sind. Ich würde nen iPod lieber per aktiven DI-Boxen anschliessen wollen, falls mir der Sound über das Line-Kabel nicht gefällt. Das Kabel Miniklinke auf Cinch kann auch schlecht sein... Und ja, ein EQaliser kann natürlich auch den Sound ändern.
fibbo

Hi,

ich schließe MP3 als Verursacher aus, weil das von ihm beschriebene Klangbild nicht dazu passt. Ein MP3, welches mit 128kBit/s erstellt wurde, weist bei kritischem Material (Becken beim Jazz, leise Passagen bei Klassik) leichte Artefakte in den Höhen auf, während der Bass-Bereich normal abgebildet wird. Das liegt vor allem daran, dass der MP3-Codec ja maskierte Frequenzen (also die, die sowieso nicht hörbar sind), herausfiltert. Manchmal ist aber diese Filterung eben bei kritischem Material über eine gute Studio-Abhöre, sehr gute Hifi-Boxen oder gute Kopfhörer hörbar. Bei Rock- und Pop-Musik, die ohnehin stark komprimiert ist, ist quasi kein Unterschied vernehmbar (zumindest dann nicht, wenn man nicht beim Konvertieren grobe Fehler gemacht hat oder das Ausgangsmaterial schon schlecht war).

Das von ihm beschriebene Phänomen lässt eher auf ein Impedanz-Problem oder die EQ-Einstellung am iPod schließen.
Eine aktive DI-Box kann man nehmen, verursacht aber Kosten und zusätzliches Rauschen.

Ich würde zunächst den Dock-Connector probieren und die EQ-Einstellungen auf linear stellen.
Und sollte das Problem dann immer noch bestehen, würde ich eher darüber nachdenken, was für ein Mischpult ich benutze und ob das nicht lieber ausgetauscht werden sollte. Denn es gibt klare Richtlinien, was Line-Pegel ist und welche Impedanzen ein Line-Eingang vertragen muss. Ein Mischpult, welches da solche Probleme bereitet, wäre mir suspekt. Wie gesagt: Ich arbeite seit Jahren mit iPods als Zuspieler und das professionell. DI-Boxen habe ich nie benötigt und der Klang ist immer einwandfrei (und oft sogar besser als bei manchem Billig-CD Player mit schlechten Wandlern).

Also, ich denke, eine vernünftige Dockingstation wäre die beste Lösung - und, wenn es ein älterer iPod ist, auch für ein paar Euro in der Bucht zu bekommen.

@ Amaros: Ich weiß nicht, ob es an meinen Ohren liegt, aber auch bei 320Bit/s (oder was ist das höchste?) fehlt es enorm an Druck und Durchsichtigkeit, und auch die Bässe werden arg in Richtung 100Hz zusammengequetscht. Also, wenn ich aus meinen iTunes-Zeugs wieder eine CD brenne, und sie über eine Yamaha/Dynaudio-Anlage mit dem Original vergleiche, klingt das zumindest so ...
Aber das ist hier Off-Topic :-)

Gruß Uli

Auch wenn das etwas Off-Topic ist (oder auch nicht?), ist es immer wieder interessant, wenn "Audiophile" argumentieren.

Ist eine CD gut?
Ist MP3 gut oder schlechter?
Ist lossless gut?
Ist die Schallplatte besser?

Diese Fragen stellen sich eigentlich gar nicht. Warum? Weil es von den Hörgewohnheiten abhängt.

Eine CD klingt für die Mehrheit der Hörer gut. Trotzdem ist sie schlecht. Warum? Weil sie eine viel zu geringe Auflösung hat und bei der Digitalisierung Millionen von Details einfach so verloren gehen und statt dessen durch Verzerrungsprodukte ersetzt werden. Wir könnten nun alle CD Player auf 24 Bit und mindestens 96 kHz umrüsten und alle alten CDs remastern. Tun wir aber nicht. Warum? Weil wir uns so an das Klangbild CD gewöhnt haben, dass es egal ist.

Eine Audio-Kassette hatte eine bescheidene Qualität im Vergleich zur CD. Trotzdem war sie über mehrere Jahrzehnte der Standard zuhause, im Auto und sonst wo. Es hat niemanden interessiert. Aber man konnte darauf aufzeichnen und selbst die Mini Disc konnte nie den Erfolg erreichen, den die Audio-Kassette hatte. Waren die beschreibbaren CDs daran schuld? Wohl kaum, denn bei den damaligen Rohling-Preisen hatte die Mini Disc, die ich darüber hinaus sogar mehrfach beschreiben konnte (RW gab es erst später), die Nase vorn.

Eine Schallplatte hat ebenfalls eine schlechte Qualität - schließlich muss sogar das Signal im Mastering ziemlich verbogen werden, damit überhaupt die physikalischen Eigenschaften der Schallplatte genutzt werden können. Staub und Kratzer tragen dann auch noch ihren Teil dazu bei. Trotzdem hat sie sich über Jahrzehnte gehalten und viele Leute schwören nach wie vor auf den Klang der Schallplatte.

MP3 führt eine Datenreduktion durch (das tut die CD bei der Digitalisierung aber auch - jede Digitalisierung ist eine Datenreduktion). Das Ergebnis kann gut, kann aber auch schlecht sein. Das hängt vom Algorithmus und der gewählten Datenrate ab. Dennoch haben in unabhängigen Test viele Leute, die sich durchaus als audiophil bezeichnen, den Klang der Test MP3s als besser eingestuft. Warum? Weil bei der heutigen Chart-Mucke die Verzerrungsprodukte ohnehin der Musik und den Hörgewohnheiten entgegen kommen.

Und was macht der Tontechniker im Studio? Er schickt das Signal durch ein High-End Mikrofon, dann durch diverse analoge Geräte, nimmt es zwecks Sättigung auf Band auf und nutzt beim Mix Gitarren-Fußtreter, um noch ein wenig Schmutz hinzuzufügen. Dann alles zurück auf die Festplatte, wo Pro Tools mit 24 Bit und 96 kHz Minimum werkelt. Zum Schluss dann der Mix und Ausspielung auf Senkel, um die Lautheit analog zu erhöhen. Dann wieder zurück in die digitale Domäne. Jetzt geht alles ans Mastering Studio, wo wieder analog geschraubt wird, dann wieder zurück auf die digitale Domäne und schließlich runter auf 16 Bit und 44.1 kHz. Nun geht das alles an die Rundfunkstudios, die erst einmal die CD als MP3 ins Archiv aufnehmen. Zum Schluss bei der Sendung kommt dann der Brickwall-Limiter, weil man lauter als der Nachbar-Sender zwecks Reichweiten-Erhöhung sein muss. Nun kommt das alles irgendwann am Volksempfänger in der Küche an, wo ein kleiner und miserabler Lautsprecher aus dem Stereo-Signal ein Mono-Signal macht und unseren Frühstückstisch beschallt.....oder es landet im Auto, wo Fahrgeräusche und andere unschöne Dinge noch den letzten audiophilen Klangfetzen endgültig vernichten. Das sind nachweislich unsere Hörgewohnheiten.

Selbst bekannte Toningenieure sprechen schon davon, dass man eigentlich das Mastering komplett abschaffen sollte und die Musik direkt als MP3 über das Internet verkaufen könnte. Warum? Weil alles andere der Mehrheit der Bevölkerung dieser Welt egal ist und aufgrund der Hörgewohnheiten sowieso nichts anderes mehr erwartet wird. Und so kommen dann Ergebnisse wie die der beiden folgenden Tests zustande:

http://futurezone.orf.at/stories/1503857/
http://www.heise.de/ct/artikel/Kreuzverhoertest-287592.html

Es gibt, wenn man etwas sucht, sicher auch noch andere Veröffentlichungen, die sogar noch drastischere Ergebnisse liefern.
Ob man sich nun immer noch eine 10.000 Euro Hifi-Anlage kaufen möchte, ist ja jedem selbst überlassen. Ob man nun MP3, lossless, CD, Schallplatte oder sonst was hört, ist auch jedem selbst überlassen. Fakt ist: Ein besser oder schlechter gibt es nicht, denn das ist subjektiv. Objektiv ist alles messbar gleich schlecht, denn nichts entspricht dem Original vor dem Mikrofon (welches übrigens seinerseits auch nicht linear ist und nicht sein kann).

Wow, so viele Antworten und Meinungen hätte ich ja gar nicht erwartet. Vielen Dank!

Ich habe beim Equalizer im iPod auf "weniger Bass" gestellt.

Der normale Line-in-Eingang funktionierte mit dem iPod nicht (hörte sich noch schrecklicher an), deshalb habe ich den Eingang auf Phono gesellt, da kam dann Signal einigermaßen sauber an. Lags vielleicht daran??

Hi,

ich denke mal, dass Du ein DJ-Pult benutzt.

Der Phono-Eingang ist sehr schlecht, da hier die für die Wiedergabe von Schallplatten benötigte RIAA-Entzerrung greift. Diese führt zu dem von Dir beschriebenen Phänomen.

Beim Schnitt einer Schallplatte müssen die Bässe stark abgesenkt und die Höhen angehoben werden. So kann nicht nur die Spieldauer verlängert werden, sondern auch verhindert werden, dass zu starke Bässe zu einer zu großen Auslenkung der Rille führen.
Die RIAA-Entzerrung (benannt nach der Recording Industry Association of America) kehrt dies nun beim Abspielen wieder um, d. h. die Höhen werden abgesenkt und die Bässe verstärkt. Somit würde sich also das von Dir beschriebene Phänomen erklären.

Ich gehe mal davon aus, dass Dein DJ-Pult einfach schlechte Line-Eingänge hat und deshalb die Impedanz des iPods nicht mit denen der Eingänge korrespondiert. Daher der schlechte Klang am normalen Line-Eingang. Der iPod gehört jedoch aus oben genannten Gründen definitiv nicht an einen Phono-Eingang.

Kein Wunder, dass das so ist ...

Eine vernünftige Anpassung , Aus- Eingangswiederstand ist immer das A&O.
Am Kopfhörerausgang hast du einen Ausgangswiederstand von ca 30 Ohm.
Dein Line Eingang am Mischpult hat in der Regel 48.000 Ohm

Eine Dockingstation mit Cinchbuchsen wäre da das idealste.
Man muss dann davon ausgehen, dass in der Dockingstation
eine vernünftige Anpassung mit einer kleinen Schaltung
vorgenommen wurde.

Eine Komplettlösung wäre der "Numark iDJ iPod Mixer"
Und im iPod den Equalizer AUS schalten, oder auf Linear stellen !!!!

Viel Erfolg

Vielen Dank für die Tips.

Gibt es solche Mixer auch 'ne Nummer kleiner. Für ein- /zweimal Musik wäre das 'ne zu große Investition. An sich würde es mir ja auch eine Dockingstation für einen iPod tun.

Hat mir da jemand Vorschläge? Danke!