Studie zur Computer-Kriminalität

07. Juli 2008 14:00 Uhr - sw

Fast vier Millionen Deutsche sind schon einmal Opfer von Computer-Kriminalität geworden. Sieben Prozent aller Computernutzer ab 14 Jahre haben bereits einen finanziellen Schaden beispielsweise durch Viren, bei Online-Auktionen oder Online-Banking erlitten. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) mit. Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bitkom.

"Bei gut 90 Prozent aller Computernutzer ist noch nie ein Schaden entstanden. Dennoch dürfen wir mit dieser scheinbar geringen Schadensquote nicht zufrieden sein. Die absolute Zahl der Geschädigten ist einfach viel zu hoch. Wir müssen weiterhin regelmäßig die Anwender über technische Schutzmöglichkeiten und richtiges Verhalten im Netz aufklären", sagte Prof. Dieter Kempf, Mitglied im Bitkom-Präsidium.

Laut der Befragung nutzen knapp 80 Prozent aller 72 Millionen Deutschen über 14 Jahre privat oder beruflich einen Computer. Zwei Prozent der Befragten gaben an, Viren hätten ihren Computer beschädigt. Je ein Prozent aller Nutzer wurden Opfer bei einer Online-Auktion oder beim Online-Banking. 3 Prozent gaben Schäden "durch sonstige Umstände" an, also beispielsweise durch unseriöse Internet-Dialer.

Bitkom rät, auf die Sicherheitsausstattung des eigenen Computers zu achten. Generell sei der Einsatz einer Firewall empfehlenswert. Auch sollten wichtige private Daten auf der Festplatte und vertrauliche E-Mails verschlüsselt werden. Unter Windows ist ein Viren- und Trojanerschutz bekanntlich obligatorisch. Obwohl für Mac OS X keine Viren existieren bzw. kursieren, ist es ratsam, eine Kopie des kostenlosen Virenscanners ClamXav auf der Festplatte zu haben – für den Fall der Fälle. Weiterhin gilt: Vorsicht vor Dateien zweifelhafter Herkunft, gerade auch angesichts eines kürzlich entdeckten Trojaners, der sich eine Sicherheitslücke in Mac OS X zunutze macht.

Die Forsa-Befragung ergab, dass Sicherheitsprogramme noch immer nicht zum Standard gehören. Zwar gaben 83 Prozent aller User an, ein Virenschutzprogramm auf ihrem privaten Rechner installiert zu haben. Aber nur 67 Prozent nutzten eine Firewall, lediglich 28 Prozent ein Verschlüsselungsprogramm. Sieben Prozent der Nutzer gaben an, keines dieser Programme zu verwenden, vier Prozent machten keine Angaben.