SSD-Stromersparnis könnte ein Land versorgen

08. Mai 2009 13:00 Uhr - Redaktion-pte

Der Einsatz von SSDs in Rechenzentren weltweit würde deren Energieverbrauch massiv reduzieren. Das wird bereits deutlich, wenn lediglich Festplatten, die für ständige, schnelle Schreib- und Lesevorgänge gedacht sind, ersetzt werden. Hier bieten sich SSDs besonders als Alternative an und allein damit könnten von 2008 bis 2013 insgesamt über 160.000 Megawattstunden Strom eingespart werden. Das ist etwas mehr, als das Land Gambia UN-Zahlen zufolge im Jahr 2006 verbraucht hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens iSuppli. Ein noch breiterer Einsatz der Flash-basierten Speichermedien könnte sogar ein Vielfaches dieser Einsparung bringen.

"SSDs könnten potenziell jene zehn Prozent der schnell drehenden High-End-Festplatten in Rechenzentren ersetzen, die 'short stroked' sind. Das bedeutet, sie werden für sehr schnelle Lese- und Schreibvorgänge von Transaktionsdaten genutzt, welche die Laufwerke mit hoher Geschwindigkeit erreichen, statt als Speicher", erklärt Krishna Chander, iSuppli Senior Analyst Storage Systems. Er geht davon aus, das SSDs nur etwa die Hälfte jener 14 Watt Leistung ziehen, die gängige Festplatten mit 15.000 Umdrehungen pro Minute benötigen. Damit ist der Analyst noch vorsichtig, immerhin hat beispielsweise Intel bereits SSDs für Unternehmensanwendugen vorgestellt, die gar nur 2,4 Watt Leistung benötigen sollen.

Allein im Bereich short-stroked-Festplatten ergibt sich durch den Umstieg auf SSDs ein Energiesparpotenzial, das nach iSuppli-Schätzung von knapp sieben Megawattstunden (MWh) im Jahr 2008 auf 57.564 MWh im Jahr 2013 steigen wird. Über den gesamten Zeitraum summiere sich die mögliche Stromersparnis auf 166.643 MWh. "Dass SSDs Unternehmens-Rechenzentren erreichen, wird ein Segen in Sachen Energieverbrauch, wenn diese SSDs ausgewählte short-stroked-Festplatten in naher Zukunft ersetzen", ist Chander überzeugt. Dabei werden diese speziellen Platten im Zeitraum 2008 bis 2013 aber nur rund fünf Prozent des gesamten Festplattenmarktes ausmachen, betont iSuppli. Sofern sich SSDs auf dem Markt noch umfassender durchsetzen, wären also bis zu 20-mal höhere Einsparungen beim Stromverbrauch möglich.

(Thomas Pichler, pressetext.de)

Kommentare

Dass man mit SSDs einiges an Strom einsparen kann stimmt, aber in einem Rechenzentrum - wohl gemerkt, im Artikel ist von "[...] ständige, schnelle Schreib- und Lesevorgänge [...]" die Rede, nicht nur von Lesevorgängen - könnte eine SSD im Gegensatz zu einem herkömmlichen Magnetmedium möglicherweise nur einen Bruchteil der Lebensdauer haben.
Ob die Energiebilanz (und damit uU möglicherweise sogar auch die TCO) dann mit dem Elektroschrott der SSDs aufgrund kaputter Zellen besser ist, wird sich wohl erst mit der Zeit herausstellen und auch stark vom Wear Leveling Algorithmus des jeweiligen Herstellers abhängen. In manchen Artikeln (so auch Wikipedia) ist zwar die Rede davon, dass SSDs uU auch eine höhere Halbwertszeit haben als Magnetmedien, aber offizielle unabhängige Tests habe ich dazu noch keine gefunden...kennt da jemand einen entsprechenden seriösen Artikel?!