Psystar meldet Insolvenz an

27. Mai 2009 11:30 Uhr - sw

Das US-Unternehmen Psystar, das in den letzten zwölf Monaten durch den Verkauf von Mac-kompatiblen Computern für viel Aufsehen sorgte und sich im Rechtsstreit mit Apple befindet, steht vor dem Aus. Psystar hat wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet und Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt.

Rückläufige Umsätze, als Folge der Weltwirtschaftskrise, seien der Grund für die Anmeldung der Insolvenz, erklärte Psystar. Wie aus den amtlichen Unterlagen hervorgeht, gibt Psystar sein Vermögen mit lediglich "0 bis 50.000 Dollar" an. Dem stehen Schulden zwischen "100.001 und 500.000 Dollar" gegenüber. Psystar steht u. a. beim Firmengründer Rodolfo Pedraza, bei Versandunternehmen und bei der Rechtsanwaltskanzlei Carr & Farrell, die Psystar gegenüber Apple vertritt, in der Kreide.

Psystar meldet Insolvenz an

Mac-kompatible Computer von Psystar - jetzt steht der Anbieter vor dem Aus


Psystar hatte im April 2008 mit dem Verkauf von Computern, auf denen Mac OS X vorinstalliert ist (basierend auf im Internet kursierenden Hacks), begonnen. Apple sieht darin ein illegales Vorgehen und reichte Klage gegen Psystar ein. Die Vorwürfe: Psystar verletze Patent-, Marken- und Lizenzrechte von Apple, schade dem Ruf des Unternehmens und habe unrechtmäßig Veränderungen an Apple-Produkten vorgenommen. Psystar konterte mit einer Gegenklage, da Apple angeblich mit der Kopplung von Betriebssystem und Hardware gegen Antitrust-Gesetze verstößt. Diese Gegenklage scheiterte allerdings vor Gericht.

Der Fall, der in den letzten Monaten stark an Komplexität gewonnen hat, sollte eigentlich ab November 2009 vor Gericht verhandelt werden. Durch aufgrund des Insolvenzantrags von Psystar liegt das Verfahren nun auf Eis. Für Apple tut sich jetzt aber die Chance auf, etwas über die Investoren von Psystar zu erfahren. Diese sollen bei einer Anhörung beim zuständigen Konkursgericht am 05. Juli offengelegt werden.