App-Entwickler flüchten aus US-Markt

18. Juli 2011 15:30 Uhr - Redaktion-pte

Vor allem europäische App-Entwickler ziehen ihre Produkte aus den US-amerikanischen Versionen des Apple-App-Stores und des Google-Android-Market zurück, berichtet der britische Guardian. Grund dafür ist die steigende Besorgnis, in naher Zukunft in einen Patentstreit verwickelt zu werden, der für unabhängige Entwickler überaus teuer werden könnte.

Tatsächlich haben sich in jüngerer Vergangenheit immer mehr Patent-Eigentümer darauf verlegt, unabhängige Entwickler wegen Patentverletzungen zu verklagen und so Einnahmen zu generieren. So machte ein indisches Unternehmen erst kürzlich Ansprüche gegenüber Microsoft, Apple, Google, Yahoo und mehrere andere Firmen geltend. Das Unternehmen aus Mumbai behauptet, ein Patent für Twitter-artige Newsstreams angemeldet zu haben.

Teure Angelegenheit

Ein solches Gerichtsverfahren um das geistige Eigentum kann für Entwickler sehr teuer werden, sogar wenn sie am Ende Recht bekommen. Immer mehr dieser Anbieter versuchen, diesen Schwierigkeiten nun aus dem Weg zu gehen, indem sie ihre Produkte vom amerikanischen Markt nehmen. Simon Maddox, ein britischer Entwickler, machte seinem Unmut, nachdem er sämtliche Software zurückgezogen hatte, auf Twitter Luft. Grund seines Ärgers sind die Patent-Klagen des Unternehmens Lodsys. Laut Shaun Austin, einem App-Entwickler aus Cheltenham, sei der Verkauf von Apps auf dem US-Markt bereits nicht mehr rentabel.

Immer mehr Entwickler fürchten in Anbetracht der drohenden gerichtlichen Konsequenzen um ihre berufliche Zukunft. Sollte sich die Situation verschärfen könnten die Patent-Streitigkeiten zu einem ernsten Problem für Apple, Google und Microsoft werden. Sie können die Entwickler, die ihre Plattformen bedienen, kaum vor Klagen schützen. Die unabhängigen Entwickler stehen nun vor der Wahl: Sie können zwar das Risiko eingehen, verklagt zu werden und ihre Software weiterhin in den USA anbieten. Vielen ist die Gefahr jedoch zu groß und sie ziehen die Apps zurück.

(Georg Eckelsberger, pressetext.de)

Kommentare

Die Lösung wäre Einfach, sobald die Politik mal mit macht und das Föderalistische System über Bord wirft das jedes Land sein eigenes Patentamt hat.

Da soll ein Patentamt entstehen was unter die Verantwortung der UNO fällt. Dann hatten wir schon tausende von Rechtstreitigkeiten weniger. Vorallen wenn man dann noch in die USA streiten geht, dann wird es kostenspielig, unfair etc. (Vergl. DSK)

Gruss
Gérard

[quote=Gerard_Dirks]Die Lösung wäre Einfach, sobald die Politik mal mit macht und das Föderalistische System über Bord wirft das jedes Land sein eigenes Patentamt hat.

Da soll ein Patentamt entstehen was unter die Verantwortung der UNO fällt. Dann hatten wir schon tausende von Rechtstreitigkeiten weniger. Vorallen wenn man dann noch in die USA streiten geht, dann wird es kostenspielig, unfair etc. (Vergl. DSK)

Gruss
Gérard[/quote]

Was die Sache Strauss-Kahn mit mit Streitigkeiten beim Patentrecht zu tun hat solltest Du schon näher erklären!

und wer bezahlt dann die ganzen arbeitslosen Anwälte.....?